Gegen die direkten Konkurrenten fällt die Entscheidung

Einige unnötige Baustellen auf dem Weg zur vierten Europapokalteilnahme
Sonntag, 3. April 2022

Es hätte wieder ein Spieltag für die TSG Hoffenheim werden können. Die Voraussetzung bzw. Konstellation waren ähnlich wie am letzten Spieltag, wo die Kraichgauer in der Tabelle auf einen Champions League-Platz hätten klettern können, wäre da aufgrund einer schwachen Mannschaftsleistung bzw. „eines gebrauchten Tages“, wie es Trainer Sebastian Hoeneß formulierte, nicht eine 0:3-Niederlage bei der stark abstiegsbedrohten Berliner Hertha gewesen.

Die Voraussetzungen waren optimal

Jetzt wollte man in ähnlicher Situation, nicht zuletzt wegen der bevorstehenden schweren Aufgaben der direkten Konkurrenten Freiburg und Leipzig, Nutznießer sein und erneut zum Sprung nach oben ansetzen. Doch erneut vergeigten die Nordbadener nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den Tabellenzwölften VfL Bochum diese große Chance auf der Zielgeraden. Die dritte Saison-Heimniederlage gegen die zuvor auswärts schwachen Bochumer war nicht vorhersehbar, die Enttäuschung am Ende bei allen Beteiligten groß.

Viele unnötige Diskussionen - Drei Gelbgesperrte in Leipzig

Auffallend war am 28. Spieltag bei einigen Hoffenheimer Akteuren ein besonders angespanntes Nervenkonstrukt. Sowohl die Routiniers Kevin Vogt, als auch Florian Grillitsch haderten immer wieder mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Daniel Siebert, was zu unnötigen Diskussionen führte - die Nerven lagen blank. Der Österreicher Grillitsch, der mit bislang sieben Verwarnungen die meisten Gelben Karten bekam, musste in der ein oder anderen Szene von seinen Mitspielern vom Schiri weggedrängt werden, sonst hätte dieser ihm mit Sicherheit Gelb gezeigt. Diese erhielten dafür Abwehrorganisator Vogt, der seit Wochen in Top-Form spielende David Raum und Kevin Akpoguma. Alle drei werden im wichtigen Auswärtsspiel in Leipzig aufgrund ihrer jeweils fünften Verwarnung pausieren müssen.

 
Hoffenheims Vogt ist mit einer Entscheidung von Schiri Siebert überhaupt nicht einverstanden
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Entscheidende Duelle gegen die direkten Konkurrenten

Doch noch ist nichts verloren. Die Hoffenheimer bleiben auf Platz 6 und müssen nun den sportlich schwierigeren Weg gehen und sich in den direkten Duellen gegen die vor ihnen positionierten Teams Leipzig, Freiburg und Leverkusen durchsetzen. Die null Punkte gegen die Hertha und Bochum könnten am Ende dennoch bitter böse aufstoßen. TSG-Kapitän und Torhüter Oliver Baumann weiß, dass sein Team jetzt liefern muss, dass es keine Ausrutscher mehr geben darf: „Es war nicht zufriedenstellend, wirkt ein Stück weit unreif. Es muss uns klar sein: Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir mehr abliefern.“ Auch Trainer Hoeneß bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen Punkte, dorthin wo wir hinwollen. Zuletzt haben wir keine geholt, das muss jetzt besser werden.“

In Leipzig muss es besser werden

Für den jungen Innenverteidiger Chris Richards hat das nächste Spiel am Sonntagabend (19.30 Uhr) in Leipzig einen richtungsweisenden Charakter: „Die Niederlage gegen Bochum tut natürlich weh, wir müssen nächste Woche die Partie vergessen und es in Leipzig besser machen.“

 
Enttäuschung bei Hoffenheims Baumgartner nach der Heimniederlage gegen Bochum

Ritzhaupt

Sechs Wochen ohne Stürmer-Tor

Nach 28 Spieltagen haben es die Hoffenheimer auf 50 Torerfolge gebracht. Diese verteilen sich auf 17 verschiedene Spieler, was eigentlich für eine Ausgeglichenheit und schwer ausrechenbare Spielweise spricht. Dennoch fehlt es derzeit an einem richtigen Torjäger, der gerade in engen Partien den Unterschied mit seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ausmacht. So einer war in den vergangenen Jahren Andrej Kramaric, der Top-Torjäger bei den Kraichgauern. In dieser Saison erzielte der Kroate in seinen 26 Bundesliga-Einsätzen nur vier Treffer, ließ auffallend viele hochkarätige Torchancen ungenutzt. Die meisten Tore steuerten Ihlas Bebou (7), Georginio Rutter und Christoph Baumgartner (jeweils 6) bei. Die letzten Treffer eines TSG-Stürmers fielen am 19. Februar beim 2:1-Auswärtssieg in Wolfsburg. Am 23. Spieltag trafen in der Auto-Stadt Jacob Bruun-Larsen und Kramaric. Sechs Wochen ist das schon her, eine lange torarme Zeit für einen Stürmer.

 
TSG-Keeper Baumann hat sich den Ball gegriffen

CNC Technik Lange

Enttäuschender Zuschauerzuspruch

Enttäuscht dürfte man auch die schwache Zuschauerresonanz von nur 15.014 Besuchern bewerten. In einer sportlich so wichtigen Phase, wo es um eine nächstjährige Europapokalteilnahme geht, ist ein halbleeres Stadion schwer vermittelbar. Auch die Stimmung unter den Hoffe-Fans während der gesamten Spielzeit war verbesserungswürdig, die rund 2.000 Bochum-Fans waren wie ihr Team oftmals tonangebend.

Interessantes Restprogramm

RB Leipzig, SpVgg Greuther Fürth, Eintracht Frankfurt, SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach heißen die Gegner im Saisonendspurt. Ein schwieriges Restprogramm, doch aufgrund der interessanten Paarungen gegen die direkten Konkurrenten ist am Ende hinsichtlich einer vierten internationalen Teilnahme noch alles möglich. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Fotos: Kraichgaufoto

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 Herber Rückschlag für Hoffenheimer Europapokalträume

TSG kassiert gegen Bochum zweite Niederlage in Folge
Samstag, 2. April 2022

Große Enttäuschung und Ernüchterung bei der TSG Hoffenheim nach der zweiten Bundesliganiederlage in Folge. Die Kraichgauer haben nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum hinsichtlich ihrer Europapokalträume einen herben Rückschlag erlitten. Die Möglichkeit zur Wiedergutmachung für die 0:2-Hinspielniederlage an der Castroper Straße sowie die Rehabilitation für die 0:3-Niederlage am letzten Spieltag bei Hertha BSC Berlin gingen beide völlig daneben. Vergeigt die TSG ausgerechnet auf der Zielgeraden gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte ihre ambitionierten Saisonziele? Die Treffer in einer unterhaltsamen Partie des 28. Spieltages vor nur 15.014 Zuschauern erzielten Asano (28./59.) und Raum (54.).

 
Hoffenheims Stürmer Rutter (re.) sorgte in der zweiten Hälfte für mehr Torgefahr, doch am Ende reichte es nicht zum zählbaren Erfolg

Überraschende Gästeführung durch Asano

Gegen die Bochumer Spielweise mit enger Manndeckung und schnellem Konterspiel bei eigener Balleroberung taten sich die Gastgeber, die anlässlich ihres Afrika-Spieltages in modischen Afrika-Trikots aufliefen, sehr schwer und fanden oftmals kein geeignetes Mittel gegen die kompakte gegnerische Defensive. Die bislang auswärtsschwachen Bochumer präsentierten sich von Beginn an selbstbewusst, laufstark und bissig in den Zweikämpfen. Bereits nach vier Minuten musste TSG-Keeper Baumann gegen Stafylidis parieren und wenig später strich ein Weitschuss von Soares knapp übers Hoffenheimer Lattenkreuz (11.). Nachdem Baumgartner die erste TSG-Chance vergab (13.), scheiterte Kramaric gleich zwei Mal an VfL-Keeper Riemann (20./24.). Nachdem Raum eine weitere Möglichkeit für die TSG nicht verwerten konnte, brachte Asano mit einem trockenen Schuss aus 20 Metern ins linke Eck die Gäste überraschend 1:0 in Führung (28.).

Pantovic vergibt Großchance

Nachdem die Nordbadener in der Folge oft plan- und ideenlos gegen die gut gestaffelte Bochumer Mannschaft anrannten, vergab Pantovic die mögliche 2:0-Führung, als er völlig frei vor Baumann knapp neben das Tor schoss (45.+1). Die knappe Bochumer Pausenführung ging aufgrund der mutigen und engagierten Spielweise in Ordnung. Hoffenheim hingegen enttäuschte wie zuletzt in Berlin und wirkte in der Offensive viel zu ideenlos.

 
Hoffenheims Raum trifft zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich

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Raum gleicht aus

In der zweiten Hälfte fanden die Gastgeber besser ins Spiel, wirkten entschlossener und zielstrebiger. Nachdem Kramaric aus elf Metern freistehend neben das Tor köpfte (48.), scheiterte der Kroate kurz darauf in aussichtsreicher Position am glänzend parierenden VfL-Keeper (51.). Nur drei Minuten später belohnten sich die Hoffenheimer für ihr Engagement und glichen durch Raum zum 1:1 aus (54.). Ein Pass von Kramaric in den Rücken der Abwehr landete beim Nationalspieler, der von der Strafraumgrenze ins rechte obere Eck traf.

Asano bringt VfL erneut in Führung

Die Hoffnungen der TSG-Fans auf die Wende wurden jedoch wenig später im Keim erstickt, als nach einem langen Abschlag von Riemann sich Asano gegen Grillitsch im Zweikampf energisch behauptete und im Alleingang vor Baumann die Nerven behielt und mit seinem zweiten Treffer die Gäste erneut in Führung brachte (59.). Die Partie nahm weiter an Fahrt auf: Zunächst verfehlte Bebou aus kurzer Distanz und spitzem Winkel das Gäste-Tor (76.) und kurz darauf lenkte Riemann einen Kramaric-Schuss mit den Fingerspitzen über die Querlatte (78.).

 
Gespannte Blicke in Richtung Ball bei Akpoguma (hinten) und Bochums zweifachem Torschützen Asano
volkerhotel

Spannende Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten

Hoffenheim setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte und hatte dabei Glück, dass ein dritter Treffer von Asano wegen vorherigem Foulspiel von Polter aberkannt wurde (86.). Während die Hoeneß-Truppe in den Schlussminuten sich keine Tormöglichkeit mehr erspielen konnte, hatte auf der anderen Seite der eingewechselte Bonga Pech, als er nach einer schönen Einzelaktion nur das Außennetzt traf (90.+5). Die Bochumer brachten letztendlich mit Glück und Geschick das Ergebnis über die Zeit und feierten nach dem Schlusspfiff zusammen mit ihren lautstarken rund 2.000 mitgereisten Fans drei wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Hoffenheim verpasste durch die Freiburger Niederlage gegen die Bayern (1:4) den Sprung auf Platz 5 und muss am nächsten Spieltag am Sonntag, den 10. April um 19.30 Uhr bei RB Leipzig antreten.

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Akpoguma (46. Richards), Grillitsch, Vogt – Kaderabek (46. Georginio), Samassekou (84. Rudy), Stiller (71. Geiger), Raum – Baumgartner – Bebou (84. Bruun Larsen), Kramaric
VfL Bochum: Riemann – Gamboa (88. Bockhorn), Masovic, Leitsch, Soares – Losilla, Rexhbecaj, Stafylidis (73. Osterhage) – Pantovic (61. Holtmann), Asano (88. Bonga) – Polter
Tore: 0:1 Asano (28.), 1:1 Raum (54.), 1:2 Asano (59.)
Schiedsrichter: Siebert
Zuschauer: 15.014

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheim hat gegen Bochum noch eine Rechnung offen
Kann sich die TSG für die 2:0-Hinspielniederlage revanchieren?
Donnerstag, 31. März 2022

Nach der Länderspielpause empfängt die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr in der Sinsheimer PreZero-Arena den Tabellenzwölften VfL Bochum. In der Partie des 28. Bundesligaspieltages, die unter dem Motto „Afrika-Spieltag“ läuft und in der die Gastgeber mit ganz speziellen Afrika-Trikots auflaufen werden, haben die Kraichgauer gleich doppelten Grund zur Wiedergutmachung. Zum einen gilt es sich für die 0:3-Auswärtsniederlage am letzten Spieltag bei Hertha BSC Berlin zu rehabilitieren und zum anderen für die 0:2-Hinspielniederlage in Bochum zu revanchieren. In beiden Spielen mussten die Nordbadener trotz deutlich mehr Spielanteilen und Ballbesitz sowie einem Chancenplus am Ende ohne Torerfolg die Heimreise antreten.

Ein Tag zum Vergessen

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß sagte bei der heutigen Spieltags-Pressekonferenz rückblickend: „Wir haben das 0:3 in Berlin aufgearbeitet, Einzelgespräche geführt und mit den daheimgebliebenen Spielern die Partie analysiert. Bei Hertha BSC mussten wir auf zehn Spieler verzichten, das müssen wir nun in der Belastungssteuerung beachten. Da sind ein paar Dinge zusammengekommen, wir waren alle sehr unzufrieden, vor allem über unsere schwache Leistung. Es war ein Tag, an dem nichts zusammenlief.“

 
TSG-Trainer Sebastian Hoeneß (2. v. r.) im Dialog mit seinen Spielern
Gardinen Schlenker

Weiterhin dichtes Gedränge um den vierten CL-Platz 

Vor allem die zweithöchste Saisonniederlage in der Bundeshauptstadt war schwer verdaubar, zumal man die große Chance vergab mit einem Sieg gegen die zuvor kriselnden Herthaner sich um zwei Plätze auf den 4. Tabellenplatz zu verbessern. Doch diese Chance bietet sich den Blau-Weißen am Wochenende erneut. Im Duell mit den beiden jeweils nur um einen Punkt besser platzierten Leipzigern und Freiburgern haben die Kraichgauer mit Blick auf den Spielplan gegen Bochum das leichtere Programm, während Freiburg Tabellenführer FC Bayern empfängt und Leipzig zum Zweiten Dortmund muss. "Wir werden Bochum schlagen müssen, um tabellarisch in den Regionen zu bleiben, in denen wir uns sehen und in denen wir bleiben wollen", erklärt der 39-jährige Hoffenheimer Chefcoach und verwies auf die aktuelle Situation, "es geht jetzt in die entscheidende Phase, da ist jedes Spiel wichtig. Du musst jetzt einfach hellwach sein und darfst bei dieser Tabellenkonstellation nichts mehr leichtfertig hergeben."

Bochum ähnlich wie Berlin

Es ist zu erwarten, dass die Bochumer ähnlich wie zuletzt die Berliner am Samstag tief stehen werden und die Räume eng machen, um dann mit schnellem Umschaltspiel sich Torchancen zu erspielen. Für die Hoeneß-Truppe gilt es, entsprechende Lösungen zu finden, um gegen die dicht gestaffelte VfL-Hintermannschaft zu Torchancen zu kommen und diese vor allem effizienter zu verwerten. Beim Bochumer Spielstil hat Hoeneß keine Veränderungen festgestellt: „Sie haben seit dem 2:0-Sieg gegen uns im Hinspiel nicht viel verändert. Sie bleiben gegen den Ball häufig in Manndeckung. Das ist simpel, aber effektiv. Sie streben hohe Balleroberungen und Konter-Tore an und kommen über zweite Bälle, Zweikämpfe und Freistöße in der gegnerischen Hälfte zum Erfolg. Mental und körperlich müssen wir bereit für das Spiel sein. Bochum steht kurz davor sein Saisonziel zu erreichen, die Mannschaft kann frei aufspielen.“

 
David Raum zählte zu den positiven Erscheinungen im Nationalteam bei den beiden Länderspielen gegen Israel und die Niederlande

Heimstärke trifft auf Auswärtsschwäche

Bei den Gastgebern war zuletzt die Heimstärke ihr große Plus. Nur in einem der letzten elf Heimspiele verließ man als Verlierer den Platz. Demgegenüber zählen die Bochumer zu den auswärts schwächeren Teams, nur Mainz 05 und Greuther Fürth haben eine noch schlechtere Auswärtsbilanz vorzuweisen. Bislang standen sich beide Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse fünfmal gegenüber. Dabei siegte der VfL drei, die TSG zwei Mal. Hoeneß zeigt sich vor dem sechsten Duell optimistisch: „Wir möchten wieder so auftreten, wie wir uns selbst sehen: als geschlossene Einheit, dynamisch und mutig nach vorn spielend. Die Vorbereitung war durch die Bundesliga-Pause nicht ganz optimal, aber damit kennen wir uns ja mittlerweile aus. Wir wollen Bochum schlagen.“

 
Auch gegen Bochum wird sich, wie hier im letzten Heimspiel gegen die Bayern, die Südtribüne vollbesetzt präsentieren
Clubhaus

Jetzt hat es Posch erwischt

Personell muss Hoeneß immer wieder umstellen, wenngleich er auf einen ausgeglichenen, gut bestückten Kader zurückgreifen kann. Die Liste an Ausfällen will einfach nicht enden. Nachdem zuletzt in Berlin mit Ihlas Bebou, Florian Grillitsch und Pavel Kaderabek wichtige Leistungsträger wegen COVID-19 ausgefallen waren sowie Benjamin Hübner in der Bundeshauptstadt nach einer Infektion nicht zum Einsatz kam, erwischte es in der Länderspielpause jetzt Verteidiger Stefan Posch. Der 24-jährige Österreicher hatte sich bei der Nationalmannschaft mit dem Coronavirus infiziert und wird gegen Bochum ebenso fehlen wie Fisnik Asllani und die Langzeitverletzten Ermin Bickacic und Robert Skov.

Fotos: Kraichgaufoto

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Enttäuschende Hoffenheimer lassen erfolglose Herthaner jubeln
Spielschwache TSG kassiert 0:3-Klatsche beim Magath-Debüt
Samstag, 19. März 2022

Die TSG Hoffenheim musste am 27. Bundesliga-Spieltag nach einer 0:3-Klatsche bei Hertha BSC Berlin einen herben Rückschlag im Kampf um einen Champions League-Platz einstecken. Die abstiegsgefährdeten Berliner feierten unter ihrem neuen Trainer Magath gegen einen formschwachen Gegner nach fünf Niederlagen in Serie das erste Erfolgserlebnis in diesem Jahr. Die Kraichgauer, die fünf Spieltage unbesiegt waren, enttäuschten in allen Bereichen. Verteidiger Posch brachte dies nach dem Spiel deutlich zum Ausdruck: „Es war einfach viel zu wenig von uns. Wenn man 0:3 verliert, sagt das Ergebnis alles. Wenn wir oben bleiben wollen, müssen wir solche Spiele gewinnen. Das ist ein enttäuschender Tag.“

Hoeneß-Worte blieben ungehört

TSG-Coach Hoeneß hatte bereits im Vorfeld von einem „körperlich und intensiv spielenden Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht und aus der Tiefe mit schnellem Umschaltspiel agieren würde“ gewarnt. Von alldem schienen seine Spieler anscheinend nichts verstanden zu haben, denn genau dies war für den Hauptstadtklub am Ende der Schlüssel zum Erfolg. Die Tore fielen alle nach dem gleichen Muster und offenbarten die Hoffenheimer Schwäche bei Standardsituationen. Sowohl das 1:0 von Stark (39.) als auch das 2:0 von Belfodil (63.) und das 3:0 von Tousart (74.) resultierten aus einem Freistoß von Plattenhardt.

 
TSG-Trainer Hoeneß kassierte im vierten Duell gegen die Herthaner seine erste Niederlage

Leidenschaftliche und engagierte Berliner

Für die „Alte Dame“ war es nach acht sieglosen Spielen wie ein Befreiungsschlag. Gefeiert wurde der neue Coach und Hoffnungsbringer Magath, der sein Heimdebüt wegen einer Corona-Infektion ansatt am Spielfeldrand am Bildschirm in einem Hotelzimmer verfolgen musste. Am Samstagmorgen hatte er noch mit den Spielern telefoniert und war kurz vor Spielbeginn per Video zugeschaltet. Während des Spiels coachte sein emotionaler und lautstarker schottischer Assistent Mark Forteringham an der Seitenlinie. Die Gastgeber starteten mit einem 4-1-4-1-System sehr engagiert und willensstark in die Partie und hatten nach acht Minuten bereits durch Stark und Richter ihre ersten Möglichkeiten. Die Herthaner störten früh beim Spielaufbau, setzten den Gegner immer wieder unter Druck, der dadurch überhaupt nicht zum Spiel fand.

Bruun Larsen vergibt leichtfertig

Nachdem der ehemalige Hoffenheimer Belfodil aus spitzem Winkel am Tor vorbei schoss (18.), hatte auf der anderen Seite Brunn Larsen die Megachance zur Gästeführung. Nach herrlichem Pass von Akpoguma schoss der Däne frei vor Torhüter Schwolow völlig überhastet übers Tor (25.). Es sollte die einzige Möglichkeit für die Gäste in Hälfte 1 bleiben, denn fortan waren die Gastgeber das bestimmende Team. Kurz vor der Pause belohnten sie sich mit der verdienten Führung durch Stark, der eine Freistoßflanke von Plattenhardt unbedrängt ins linke Toreck köpfte (39.). Die zuletzt alles andere als verwöhnten Hertha-Fans feuerten frenetisch ihr Team unentwegt an.

 
Bruun Larsen vergab die große Möglichkeit zur Hoffenheimer Führung
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Standards entschieden die Partie

Die erste Chance im zweiten Abschnitt vergab Raum, als er per Freistoß das Berliner Tor nur knapp verfehlte (49.). Treffsicherer zeigten sich die Herthaner, die nach einer erneuten Freistoßflanke von Plattenhardt durch Belfodil aus kurzer Distanz auf 2:0 erhöhten (63.). Nachdem die TSG in der Folge zwei Möglichkeiten durch Bruun Larsen (66.) und Dabbur (67.) ungenutzt ließ, fiel erneut nach einem Standard die endgültige Entscheidung. Wieder gab Plattenhardt die Vorlage und Tousart besorgte mit dem 3:0 den Endstand (74.).

Es mangelte in allen Bereichen

Es war letztendlich nicht nur das Ergebnis, das enttäuschte, vielmehr überraschte die spielerisch ideenlose Herangehensweise der Hoffenheimer. Durchschlagskraft und Durchsetzungsvermögen waren gegen einen leidenschaftlich mit großer Hingabe spielenden um den Klassenerhalt bangenden Gegner nicht erkennbar. Der Sturm um Kramaric und Rutter war nur ein laues Lüftchen, das dem Gegner überhaupt keine Probleme bereitete. Vom Spielglück, dass der Hoeneß-Truppe in den letzten Wochen oft zur Seite stand, war an diesem gebrauchten Tag der Nordbadener nichts zu sehen.

 
TSG-Stürmer Kramaric ließ im Olympiastadion jegliche Torgefahr vermissen

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"So hat man gegen keinen Bundesligisten eine Chance"

Selbstkritisch zeigten sich die Verlierer nach dem Spiel: TSG-Keeper Baumann: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, waren träge und haben zu viele Fehler und dumme Fouls gemacht. Dazu kamen falsche Entscheidungen. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir unsere volle Leistung abgerufen haben. Bei uns hat das Tempo nicht gestimmt. Dann muss man als Mannschaft mit Vollgas dagegen ankämpfen, das haben wir nicht geschafft. Die Wachheit bei den Standardsituationen hat gefehlt.“ Und TSG-Mittelfeldspieler Baumgartner sah weitere Gründe: „Das Spiel war grottenschlecht. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel auf den Platz zu bringen. Wir waren sehr träge und sehr langsam im Passspiel. Unser Spiel war sehr pomadig. Wir haben viel zu langsam gespielt. Unsere Ausgangslage ist deutlich schlechter geworden, es geht nicht um die Platzierung, aber der Auftritt war nicht gut. Mit so einer Leistung hat man gegen keinen Gegner in der Bundesliga eine Chance. Wir haben das Spiel verloren, Hertha nicht gewonnen. Das müssen wir uns ankreiden“. Hoffe-Coach Hoeneß suchte nach einer Erklärung: "Die Art und Weise wie wir heute verloren haben spricht nicht für uns und was wir zuletzt gezeigt haben."

Statistik:

Hertha BSC: Schwolow – Pekarik, Boyata, Kempf, Plattenhardt – Ascacibar (90. Gechter), Stark, Tousart (90. Dardai) – Richter (81. Kade), Serdar (68. Mittelstädt) – Belfodil (81. Selke)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, Akpoguma (77. Che) – Bruun Larsen, Geiger (62. Dabbur), Raum (88. John) – Baumgartner (88. Nordtveit), Stiller – Georginio (77. Bischof), Kramaric
Tore: 1:0 Stark (39.), 2:0 Belfodil (63.), 3:0 Tousart (74.)
Schiedsrichter: Schlager
Zuschauer: 25.000 (ausverkauft)

Nach der Länderspielpause empfängt die TSG Hoffenheim am 28. Spieltag am 2. April um 15.30 Uhr den VfL Bochum.

Fotos: Kraichgaufoto

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Die Zuschauer waren die Gewinner eines begeisterten Unentschiedens
Nachbetrachtung zum Spiel Hoffenheim - Bayern
Samstag, 12. März 2022

Es war ein tolles begeisterndes Offensivspektakel zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München, das die Zuschauer am 26. Spieltag zu sehen bekamen. Am Ende war das 1:1-Unentschieden aus Sicht der Kraichgauer etwas glücklich, da die Bayern eine Vielzahl an hochkarätigen Torchancen ungenutzt ließen. Dies lag auch in erster Linie an Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann, der unüberwindbar schien. „Es gab einiges zu tun für mich, aber das hat richtig Spaß gemacht“, sagte am Ende der gefeierte Held.

Kramaric wurde schon vorher gefeiert

Gefeierte wurde vor dem Anpfiff bereits Andrej Kramaric, der seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei der TSG um drei Jahre verlängerte. Für den Kroaten, der ein gutes Spiel zeigte und einige Torchancen ungenutzt ließ, hätte die Partie auch deutlich höher ausgehen können: „Es war ein sehr intensives Spiel. Es hätte auch 5:5 ausgehen können. Ich hätte ein paar Tore erzielen können, aber auch die Bayern hatten zahlreiche Chancen. Die Partie hat gezeigt, dass wir mutig spielen und unsere Hoffenheimer Art, Fußball zu spielen durchziehen. Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt gespielt, da kann man auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein.“ Über sein Bleiben bei der TSG sagte der 30-jährige Vizeweltmeister: „Hoffenheim bedeutet alles für mich. Ich bin überglücklich hier, der Klub hat mir so viel gegeben, ich liebe diesen Verein. Ich bin schon seit mehr als sechs Jahren hier, der Verein ist zu meiner zweiten Heimat geworden.“

 
Kramaric (li.) im Duell mit Bayerns Hernandez

"Jeder kämpft für den anderen"

Das Bekenntnis von Kramaric zum Verein war auch für Hoffenheims Torschützen Christoph Baumgartner eine „wichtige Botschaft“. Für den Österreicher, der mit der 1:0-Führung seinen 6. Saisontreffer erzielte, war es ein starkes Spiel zweier guter Teams: „Es war offensiv von beiden Seiten, es hätten viel mehr Tore sein können auf beiden Seiten, aber am Ende sind wir mit dem 1:1 schon sehr zufrieden. Natürlich ist es frustrierend, dass wir Gelegenheiten nicht genutzt haben, aber auf der anderen Seite haben die Bayern Chancen vergeben, aus denen sie normalerweise auch Tore erzielen. Wir haben heute gesehen, was für ein tolles Team wir haben, was wir für einen großen Spirit in der Mannschaft haben: Jeder kämpft für den anderen.“

"Waren mutig im Spiel"

Zu den stärksten bei den Gastgebern zählte erneut David Raum, der mit seinen gefährlichen Flanken immer wieder Gefahr fürs Bayern-Tor brachte. Für den Nationalspieler war es ein sehr schönes Spiel, in dem sein Team mutig auftrat: „Wir haben uns gesagt: Wir sind mutig, wir sind Hoffenheim, wir spielen zu Hause. So wollten wir es gegen die Bayern auch angehen – und das ist uns über viele Phasen des Spiels auch gelungen.“

 
Wieder einmal ist bei TSG-Keeper Baumann Endstation
silvio

"Wir waren dem Sieg etwas näher"

Auch die beiden Trainer hatten ihre Freude am Spiel, wenngleich Bayern-Coach Julian Nagelsmann den vielen vergebenen Torchancen seiner Spieler am Ende nachtrauerte. Der ehemalige TSG-Coach: „Es war ein sehr interessantes Spiel. Die ersten 20 Minuten war ich sehr zufrieden, da haben wir es verpasst, die Führung zu erzielen. Danach wurde die Partie etwas offener. Beim Rückstand haben wir leider unsere Struktur verloren, aber erzielen zum Glück den Ausgleich vor der Pause. In der Halbzeit haben wir dann etwas umgestellt, das hat super funktioniert. Leider haben wir die Partie dann nicht entschieden. Beide Mannschaften wollten gewinnen, das hat man gesehen. Aus meiner Sicht waren wir vielleicht etwas näher an dem Sieg, aber das Unentschieden ist nicht total unverdient.“

 
Hoffenheims Raum ärgert sich über eine vergebene Möglichkeit

Ritzhaupt

"Der Lucky Punch ist leider ausgeblieben"

Dem wollte sein Gegenüber Sebastian Hoeneß nicht widersprechen, wenngleich der Hoffe-Coach sich sehr über einen Lucky Punch seiner Mannschaft gefreut hätte: „Wir haben zu Beginn natürlich eine super Chance durch Andrej Kramaric, aber danach haben wir zu wenig Bälle festgemacht. Danach ist es zu dem Spiel geworden, das wir uns vorgenommen haben. Auch vor dem 1:0 hatten wir ein paar gute Möglichkeiten. Das 1:1 hat mich geärgert, weil wir es vorher besser verteidigen müssen. Nach der Pause haben wir Glück, dass die Bayern nicht treffen. Wir sind aber gefährlich geblieben und hätten sogar fast noch gewonnen. Der Lucky Punch ist dann ausgeblieben. Wir haben heute das Herz in die Hand genommen und den Zuschauern ein Spektakel geboten.“ In der Tat, die Zuschauer waren - trotz Top-Zuschlag - die Gewinner des Spiels. So macht Fußball Spaß!

Fotos: Kraichgaufoto

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Nagelsmänner verzweifelten am alles überragenden TSG-Keeper Baumann
1:1 in einem begeisterden Spitzenspiel zwischen der TSG und den Bayern
Samstag, 12. März 2022

Das Spitzenspiel des 26. Bundesliga-Spieltages zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München hielt, was es im Vorfeld versprach. Die 25.600 Zuschauer in der ausverkauften stimmungsvollen Sinsheimer PreZero-Arena bekamen beim 1:1-Unentschieden jede Menge Offensivaktionen, Zweikämpfe und reichlich Spannung geboten. Die Bayern konnten ihre Bilanz nach drei Niederlagen aus den letzten fünf Gastspielen im Kraichgau nicht verbessern und mussten zwei Punkte im Kampf um die Meisterschaft gegenüber Verfolger Borussia Dortmund einbüßen.

Unüberwindbarer Baumann

Der Rekordmeister wollte mit gleicher Startformation wie schon bei seinem 7:1-Kantersieg in der Champions League gegen RB Salzburg mit fünf Offensivspielern ein deutliches Zeichen setzen. Doch die erste Möglichkeit hatten die Gastgeber durch Kramaric, dessen Vertragsverlängerung bis 2025 kurz vor dem Anpfiff von den Fans lautstark gefeiert wurde, als er aus kurzer Distanz zunächst an Torhüter Neuer und dann Pavard  scheiterte (5.). Danach machten die Rot-Weißen mächtig Druck, und es rollte ein Angriff nach dem anderen in Richtung TSG-Tor. Doch dort stand mit Torhüter Baumann ein Teufelskerl zwischen den Pfosten, der die Bayern-Stürmer zur Verzweiflung brachte. Zunächst parierte er einen Volleyschuss von Gnabry mit beiden Fäusten (9.), dann lenkte er einen von Vogt abgefälschten Gnabry-Schuss an den Pfosten (12.) und wiederum drei Minuten später war er bei einem Schuss von Müller reaktionsschnell zur Stelle (15.).

 
Die Hoffenheimer Führung durch Baumgartner
Ferwagner IT- Systeme

Baumgartner trifft zum 1:0 - Lewandowski gleicht aus

Nachdem Sane mit einem 20-Meterschuss das TSG-Tor knapp verfehlte (21.), schlugen auf der anderen Seite die Gastgeber eiskalt zu. Nach Flanke von Raum nahm Baumgartner am langen Pfosten den Ball volley und schoss vorbei an Nationalkeeper Neuer den Ball ins lange Eck zur 1:0-Führung (22.). Hoffe setzte nach und vergab durch Stiller das mögliche 2:0 (26.). Es ging munter hin und her mit tollen Offensivaktionen. In der Folge wurden zwei Treffer von Müller zu Recht jeweils wegen Abseits nicht gegeben (27./42.). Die Offensivbemühungen der Münchener wurden jedoch Sekunden vor dem Pausenpfiff belohnt. Nach einer Kimmlich-Ecke stieg Lewandowski am höchsten und köpfte in der letzten Aktion zum 1:1-Ausgleich ein (45.+3). Es ist das 17. Auswärtstor des Torjägers und zugleich 29. Saisontor.

 
Hoffenheims Torhüter Baumann in einer seiner vielen tollen Aktionen

Offensivpower der Bayern

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte. Nach nur einer Minute jubelte erneut Lewandowski, doch seinem Treffer ging erneut eine knappe Abseitsstellung voraus (46.). Die Hoffenheimer verteidigten geschickt, schoben die letzte Verteidigungslinie öfters weiter nach vorne, so dass die Münchner am Ende sieben Mal ins Abseits liefen. Nachdem Sane nach herrlichem Pass von Müller am langen Eck vorbeischoss (50.), stand wieder Baumann im Mittelpunkt, als er gegen Sane mit einer Weltklasseparade hielt (55.). Auf der anderen Seite verpasste der eingewechselte Bebou eine scharfe Hereingabe von Raum im Fünfmeterraum um Zentimeter (57.). Nur eine Minute später war es wieder Raum, der Kramaric bediente, doch der unplatzierte Abschluss des Kroaten war eine leichte Beute für Neuer (58.).

Bayern drückt, Hoffenheim kontert

Die Bayern erhöhten den Druck, doch ein Treffer wollte einfach nicht fallen. Auch nicht in der 67. Minute, als zunächst Gnabry nach Fehlpass von Raum frei vor dem TSG-Tor nur den Pfosten traf und danach Musiala aus spitzem Winkel nur ans Außennetz schoss. Die Bayern hätten längst in Führung liegen müssen, doch die Leichtigkeit, die sie in der Königsklasse gegen Salzburg an den Tag legten, fehlt ihnen spürbar. Die Nagelsmänner setzen in der Schlussphase alles auf eine Karte und hatten erneut Pech, als nach herrlicher Kombination ein Schuss von Müller von Posch per Grätsche auf der Linie geklärt wurde (72.). Während auch der eingewechselt Choupo-Moting eine Kopfballchance nicht verwerten konnte, haben die Münchner Glück, als erst Stiller (79.) und dann Bruun-Larsen (90.) in aussichtsreicher Position an Neuer scheiterten. Am Ende blieb es in einem läuferisch starken und spielerisch auf hohem Niveau absolvierten Spitzenspiel beim Unentschieden, das die Gastgeber wie einen Sieg feierten.

 
Eines von vielen packenden Duellen: Hoffenheims Bebou (li.) gegen Bayerns Hernandez

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Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Kadeřábek (74. Akpoguma), Samassékou (61. Geiger), Stiller, Raum – Baumgartner (74. Bruun Larsen), Kramarić (90. +3 Dabbur) – Georginio (46. Bebou)
FC Bayern München: Neuer – Pavard, Süle, Hernandez – Kimmich, Musiala (81. Sabitzer) – Gnabry, Müller (81. Choupo-Moting), Sané, Coman – Lewandowski
Tore: 1:0 Baumgartner (32.), 1:1 Lewandowski (45. +3)
Schiedsrichter: Schröder
Zuschauer: 25.600 (ausverkauft)

Am nächsten Spieltag gastieren die Kraichgauer am Samstag, den 19. März um 15.30 Uhr bei Hertha BSC Berlin.

Fotos: Kraichgaufoto

 

Alles spricht für ein interessantes und spannendes Spitzenspiel
Hoffenheim möchte gegen die Bayern Bonuspunkte holen
Donnerstag, 10. März 2022

Das Spitzenspiel des 26. Bundesligaspieltages steigt am Samstag um 15.30 Uhr in Sinsheim zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München. Beim Duell zwischen dem Tabellenvierten und dem Spitzenreiter von der Isar dürfte erstmals die zulässige Zuschauerkapazität von 25.600 Besuchern (3G-Regelung) ausgeschöpft sein. Nach vier Siegen in Folge können die Gastgeber mit einem weiteren Erfolg gegen den Rekordmeister einen eigenen Vereinsrekord seit ihrer Bundesligazugehörigkeit 2008 aufstellen.

Bislang schwache Rückrunde der Bayern

Dass dies gegen den bayerischen Dauer-Abo-Meister kein leichtes Unterfangen wird dürfte klar sein, obwohl die Münchner zuletzt im Ligawettbewerb etwas von ihrer Souveränität und Dominanz eingebüßt haben. Die Bayern haben in der Rückrunde schon so viele Punkte abgegeben wie in der gesamten Hinserie (jeweils ein Remis und zwei Niederlagen). Auch wenn kaum keiner an der zehnten Meisterschaft in Folge zweifelt, spielen die Münchner mit bisher 16 Punkten ihre im Vergleich schwächste Bundesliga-Rückrunde seit zehn Jahren. Die Schwachstellen liegen hauptsächlich im Defensivbereich, worauf TSG-Trainer Sebastian Hoeneß ein besonderes Auge geworfen hat: "Wir haben in der Analyse festgestellt, dass es in der Defensive Lücken gibt. Man braucht allerdings einen Top-Tag, um gegen die Bayern etwas mitzunehmen.“

 
Hoffenheims Stürmer Kramaric (li.) im Duell mit Bayerns Kimmich

Schreinerei Schock

Imponierender Sieg in der Königsklasse

Doch von einer Schwächephase kann man deshalb nicht sprechen. Der Einzug ins Champions League-Viertelfinale nach einem beeindruckenden 7:1-Erfolg über den österreichischen Meister RB Salzburg vor zwei Tagen hat bei den Bayern neues zusätzliches Selbstvertrauen geweckt. Es war ein imposantes Signal, eine Art Machtdemonstration, das die offensivstarken Bayern mit diesem Kantersieg in Richtung internationale Konkurrenz gesendet haben. „Es war ein Statement“, sagte treffend Nationalkeeper Manuel Neuer nach seinem ersten Einsatz nach fast vierwöchiger Pause aufgrund einer Meniskusoperation.

TSG vertraut auf ihre Heimstärke

Dennoch sind die Hoffenheimer nicht chancenlos gegen den Ligakrösus. Für sie spricht die aktuell gute Form sowie die Heimstärke mit bislang acht Heimsiegen. Besonders gerne blickt man im TSG-Lager auf das letzte Gastspiel der Rot-Weißen an der A6 zurück, das man am 2. Spieltag der Saison 2020/21 mit 4:1 für sich entscheiden konnte. Für den gebürtigen Münchner und ehemaligen Coach des FC Bayern II Sebastian Hoeneß war es ein perfekter Einstand im ersten Bundesligaheimspiel. Wettbewerbsübergreifend war es zugleich die einzige Niederlage der damaligen Truppe von Trainer Hansi Flick in 48 Pflichtspielen im gesamten Kalenderjahr 2020. Dies dürfte sich aus Sicht der Gastgeber gerne wiederholen. Für Hoeneß wären es Bonuspunkte: "Wir haben richtig Bock auf die Partie. Wenn wir mutig auftreten, können wir wenig verlieren. Ein Erfolg gegen die Bayern wären Bonuspunkte, die zu Saisonbeginn nicht eingeplant waren. Wir hoffen, dass uns die Fans nochmal Energie geben.“

 
TSG-Keeper Baumann wird am Samstag gegen die Bayern mit Sicherheit einiges zu tun bekommen

Die Bayern wissen genau, wann es drauf ankommt

Beeindruckend ist zudem die Heimbilanz mit drei Siegen aus den letzten fünf Duellen gegen den FCB. Es ist jedoch hinlänglich bekannt, dass die Nagelsmänner besonders dann am stärksten und hochmotiviert sind, wenn es gegen starke Gegner geht. Hierbei sind sie meistens in der Lage, eine Spitzenleistung abzurufen. So ist es auch zu erklären, dass sie die bisherigen fünf Auswärtsspiele gegen Teams, die aktuell in der oberen Tabellenhälfte stehen, alle gewonnen und dabei 21 Tore erzielte haben.

Duell der Top-Vorbereiter Raum und Müller

Eine besondere Stärke der Hoffenheimer sind die offensiven Vorstöße auf der linken Angriffsseite durch David Raum. Die präzisen und exakten Flanken des 23-jährigen Verteidigers sorgen stets für höchste Torgefahr im gegnerischen Strafraum und waren zuletzt häufig Grundlage für viele Torerfolge. So auch am letzten Spieltag in Köln, als Raum maßgeschneidert auf den aufgerückten Stefan Posch flankte und dieser zum 1:0-Siegtreffer einköpfte. Für den zu Saisonbeginn aus Fürth gekommenen Raum war es bereits der elfte Scorerpunkt. Mit 62 Torschuss-Vorlagen liegt Raum ligaweit auf Rang zwei. Einzig Bayerns Thomas Müller kann mit 72 Assists mehr vorweisen. Bei 16 direkten Torbeteiligungen ist der 32-jährige Ur-Bayer ohnehin Ligaspitzenreiter. Man darf gespannt sein, was sich die Bayern gegen die zunehmend linkslastige Hoffenheimer Offensive einfallen lassen werden und wie die Kraichgauer Müller in Schach halten wollen.

 
Raum bei einer seiner gefährlichen Flanken
volkerhotel

In der Statistik liegen die Bayern vorn

Ein weiteres interessantes Duell ist das Aufeinandertreffen der beiden Trainer Hoeneß und Julian Nagelsmann. Insgesamt 116 Bundesliga-Spiele saß der heutige Bayern-Coach Nagelsmann auf der TSG-Bank - mehr als bisher jeder andere Trainer. Mit 1,65 Punkten pro Spiel hat der heute 34-Jährige den besten Punkteschnitt aller Hoffenheimer Cheftrainer in der Bundesliga. Gleich an zweiter Stelle ist bereits der heutige Coach Hoeneß mit 1,46 Punkten pro Spiel (86 Zähler aus 59 Partien). Alles in allem verspricht die Partie am Samstag in vielerlei Hinsicht ein spannendes Match zu werden, wenngleich die Gesamtbilanz der Gastgeber gegen die Bayern noch sehr ausbaufähig ist. Gegen kein anders Team kassierten die Hoffenheimer so viele Bundesliganiederlagen und Gegentore. Im Hinspiel siegte der Rekordmeister souverän 4:0.

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG siegt im Spiel der verpassten Chancen
Hoffenheim klettert nach 1:0-Erfolg in Köln auf Platz 4
Sonntag, 6. März 2022

Die Siegesserie der TSG Hoffenheim konnte auch vom 1. FC Köln nicht gestoppt werden. Die Kraichgauer feierten mit einem 1:0-Auswärtserfolg vor 37.500 Zuschauern in der Domstadt den vierten Dreier in Folge und kletterten in der Tabelle mit Rang 4 auf einen direkten Champions League-Platz. Die TSG bleibt für die Rheinländer weiterhin eine Art Angstgegner, denn ihre 600. Bundesliganiederlage war zugleich die achte Niederlage gegen die Blau-Weißen in Folge. Schütze des goldenen Treffers war Innenverteidiger Posch, der seine beiden bisherigen Bundesligatreffer in 101 Spielen jeweils gegen die Kölner erzielte.

Posch trifft nur gegen Köln

Wie schon am letzten Spieltag beim 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart, wo Baumgartner in der Schlussphase zweimal traf, war erneut ein Österreicher Hoffenheims Matchwinner. Der Siegtorschütze nach dem Abpfiff: „Wir hatten sehr viele Chancen, darum war es auch für mich überraschend, dass ich das entscheidende Tor erzielt habe. Das war ein geiles Gefühl. Wir trainieren Standards und ich mache viel Kopfballtraining – das ist heute belohnt worden. Das war eine super Flanke von David Raum, ich stand gut in der Luft und es war ein wichtiges Tor.

 
Posch gelang nach gut einer Stunde per Kopfball der Hoffenheimer Siegtreffer

Wiesendanger Bedachungen

Bebou vergibt einige Hochkaräter

Zum Spiel: Es war schon etwas kurios, dass es fast eine Stunde dauerte, bis der erste Treffer fiel. Gleich reihenweise wurden hochkarätige Torchancen liegen gelassen. Vor allem Hoffenheims Bebou vergab in der ersten Hälfte drei Hochkaräter: Zunächst köpfte er übers Tor (20.), wenig später wurde sein Schuss im allerletzten Moment vom Gegner geblockt (25.), dann scheiterte er frei vor Torhüter Schwäbe (37.) und kurz nach der Pause köpfte er den Ball völlig freistehend an den Pfosten (46.). Die Gäste erspielten sich von Beginn an ein deutliches Übergewicht und hielten sich den Gegner immer wieder vom eigenen Tor fern. Die einzigen Kölner Gelegenheiten im ersten Abschnitt hatten zwei ehemalige Hoffenheimer: Nachdem Uth mit einem Volleyschuss nur das Außennetz traf (36.), vergab Torjäger Modeste, als er auf Höhe des Elfmeterpunktes übers TSG-Tor schoss (41.).

Posch bringt die TSG in Führung

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gäste den Druck und drängten auf die Führung. Nachdem Bebou am Pfosten scheiterte (46.), gelang Posch der längst überfällige Führungstreffer. Nach einer Raum-Flanke stieg er am zweiten Pfosten am höchsten und nickte unhaltbar zum 1:0 ein (61.). Hoffenheim setzte nach: Zunächst scheiterte Kramaric an Schwäbe (66.) und kurz darauf Baumgartner am Pfosten (68.). Es war bereits der 17. Aluminiumtreffer der Hoffenheimer im bisherigen Saisonverlauf. Und Köln? Der "Effzeh" kam erst in der Schlussphase zu Möglichkeiten, als der eingewechselte Andersson zweimal unglücklich scheiterte (73./74.). Als auch noch Modeste in aussichtsreicher Position drüber köpfte (77.), vergab auf der anderen Seite der eingewechselte Rutter eine gute Konterchance (83.). Nachdem Kölns Andersson im letzten Moment von Grillitsch beim Torabschluss gehindert wurde (89.) und Lemperle in der Nachspielzeit die letzte Chance nicht nutzen konnte, blieb es beim knappen, aber verdienten Auswärtssieg der Hoeneß-Truppe.

 
Hoffenehims Bebou war der große Pechvogel. Der Stürmer vergab eine Reihe guter Tormöglichkeiten
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"Die geilen ekligen Siege"

Ein glücklicher TSG-Nationalspieler Raum nach dem Abpfiff: „Das war ein verdienter Sieg, wir hätten noch mehr Tore machen können. Aber ein Treffer mehr reicht auch für den Sieg. Wir sind froh, dass wir das Ding hier auswärts gezogen haben. Wenn du oben mitspielen willst, musst du diese Duelle gewinnen. Das sind die geilen eklige Siege, über die man sich sehr freut.“

Stimmen der Trainer:

"Hätten zweites Tor nachlegen müssen"

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Wir hatten Respekt vor diesem Spiel. Die Kölner machen es jedem Gegner durch ihre intensive Spielweise schwer. Gerade dafür sind wir sehr gut reingekommen. Wir haben uns viele Großchancen erspielt, aber gehen leider mit einem 0:0 in die Kabine. Leider haben wir nach dem ersten Treffer nicht noch ein Tor nachgelegt. Dann wird es eben nochmal spannend. Die Jungs haben es mit Leidenschaft und etwas Glück aber überstanden.“

"1:1 wäre nicht unverdient gewesen"

Steffen Baumgart (1. FC Köln): „Ich habe ein sehr intensives Spiel gesehen. Die Jungs haben alles reingeworfen, auch wenn wir nicht immer alles richtig gemacht haben. Aus meiner Sicht wäre das 1:1 nicht unverdient gewesen. Wir werden die Partie als guten Auftritt mitnehmen und gehen aber schon ein wenig enttäuscht nach Hause.“

 
Ein engagierter Sebastian Hoeneß am Spielfeldrand. Der TSG-Coach und sein Team sind auf dem besten Weg in Richtung Europapokal-Teilnahme.
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Statistik:

1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Kilian, Chabot (89. Lemperle), J. Horn (80. Schindler) – Özcan, Skhiri – Ljubicic (72. Andersson), Uth (89. Duda), Kainz (72. Thielmann) – Modeste
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Akpoguma (78. Vogt) – Kaderabek, Samassekou (90. +1 Adams), Raum – Baumgartner, Stiller – Bebou (56. Rutter), Kramaric (78. Dabbur)
Tor: 0:1 Posch (61.)
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer. 37.500 (ausverkauft)

Und jetzt kommen die Bayern

Am Samstag, den 12. März empfängt die TSG Hoffenheim im Topspiel des 26. Bundesliga-Spieltages den souveränen Tabellenführer FC Bayern München. Beginn in der Sinsheimer PreZero-Arena ist um 15.30 Uhr vor maximal zulässigen 22.000 Zuschauern. Besonders für Trainer Sebastian Hoeneß wird das Duell gegen seinen ehemaligen Verein wieder zu einem Saisonhighlight.

Fotos: Kraichgaufoto

TSG vor schwerer Hürde gegen Baumgart-Truppe und 37.500 Zuschauer
TSG Hoffenheim gastiert bei Lieblingsgegner 1. FC Köln
Freitag, 4. März 2022

Im Duell Tabellenachter gegen Sechster gastiert die TSG Hoffenheim am 25. Bundesligaspieltag am Sonntag um 17.30 Uhr beim 1. FC Köln. Nach drei Siegen in Folge reisen die Kraichgauer mit viel Selbstvertrauen an den Niederrhein. Rückblickend auf die letzten Spiele könnte man die Hoffenheimer auch als Spätzünder umschreiben, schließlich gewannen sie zuletzt zweimal nach Rückständen in der Schlussphase. Insgesamt drehten die Blau-Weißen bereits sechs Spiele in dieser Saison und damit doppelt so viele wie jeder andere Bundesligist. Gegner Köln hingegen verspielte schon sieben Mal eine Führung und damit mehr als jeder andere Erstligist.

„Müssen es nicht immer so spannend machen“

Für Christoph Baumgartner, gefeierter Held und zweifacher Torschütze beim 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart, muss es nicht immer so spannend zugehen: „In Zukunft müssen wir früher in Führung gehen und die Spiele von Beginn an dominieren. Wenn es nach mir ginge, müssen wir es nicht immer so spannend machen.“

"Köln ist verwundbar, da wollen wir sie erwischen"

Den nächsten Gegner sieht Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß zwar heimstark, aber auch vermundbar: „Sie verfügen über ein intensives Pressing. Das ist extrem mutig und hoch. Gerade zu Hause war es häufig von Erfolg gekrönt. Sie hören nie auf, da darf man sich nie sicher sein. Köln ist sehr ballorientiert, da müssen wir gut verlagern. Sie haben die Möglichkeit, dem Gegner wehzutun. Gleichzeitig ist Köln aber auch verwundbar. Da wollen wir sie erwischen.“

 
Torjubel bei der TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer wollen nach drei Siegen in Folge am Sonntag auch in Köln punkten.

Noch zu früh, um über Europa zu reden

Das Gedränge um die internationalen Plätze bleibt weiterhin äußerst spannend. Von Platz vier bis sechs trennt bei jeweils 40 Punkten Leipzig, Freiburg und Hoffenheim lediglich die Tordifferenz. Hinsichtlich einer möglichen Europapokalteilnahme halten sich die Hoffenheimer noch etwas zurück. TSG-Nationalspieler David Raum: „Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen, ob wir nächste Saison international spielen. Es gibt noch einige Spiele, aber natürlich ist es ein Traum von uns. Wir denken jedoch von Spiel zu Spiel.“ Und für Trainer Sebastian Hoeneß macht es erst Sinn, ab dem 30. Spieltag die Tabelle heranzuziehen, da sich bis dahin noch einiges verändern kann und es zum jetzigen Zeitpunkt eh nichts bringt.

Kölner Fünfkampf um Europa

Den Kölnern stehen mit Hoffenheim, Leverkusen und Dortmund schwere Hammer-Spiele bevor. „Jetzt kommen drei Gegner, die um die Champions League mitspielen und sehr hohe Qualität haben“, sagt FC-Coach Steffen Baumgart im Vorfeld. Danach trifft der FC mit Union Berlin und Mainz 05 auf weitere direkte Konkurrenten um einen Europapokalplatz.

 
TSG-Stürmer Rutter hat sich zuletzt durch gute Leistungen in die Startformation gespielt
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TSG ist Kölns Angstgegner

Die Kölner haben eine internationale Teilnahme noch nicht abgeschrieben, schließlich können sie mit einem Heimspiel am Sonntag bis auf einen Zähler an die TSG herankommen. Wenig Hoffnung macht hierbei jedoch der Blick auf die letzten Duelle. Die Rot-Weißen verloren zuletzt sieben Mal in Folge gegen die Nordbadener, sind seit elf Bundesligaspielen sieglos. Gegen keinen anderen Verein weisen die Hoffenheimer eine längere Siegesserie auf. Beeindruckend war auch das Hinspiel, das die Hoeneß-Truppe mit 5:0 klar für sich entscheiden konnte. Kölns Trainer Baumgart blendet das völlig aus: „Wir wollen das Spiel gewinnen – und das hat nichts mit dem Hinspiel zu tun. Darüber denkt niemand mehr nach, dafür ist der Fußball zu schnelllebig.“

Unterschiedlichen Statistiken

Zwei Spieler, die zuletzt besonders bei beiden Mannschaften im Fokus standen, haben recht unterschiedliche Vorzeichen vor dem bevorstehenden Duell: Während bei den Gästen der Österreicher Baumgartner noch nie gegen die Geißböcke verloren hat und in vier Partien vier Treffer erzielte, wartet Kölns Tormaschine Anthony Modeste seit sieben Spielen immer noch auf ein Erfolgserlebnis bzw. einen Torerfolg gegen seinen ehemaligen Verein. Der 33-jährige Vollblutstürmer, der von 2013 bis 2015 insgesamt 19 Tore in 55 Pflichtspielen für die Hoffenheimer erzielte, ist mit 15 Saisontreffern Kölns Lebensversicherung.

 
Raum bei einer seiner gefährlichen Flanken. Der Hoffenheimer Jungnationalspieler ist seit Wochen in bestechender Form.

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Köln-Speziallist Kramaric

Hoffenheims Rekordtorjäger Andrej Kramaric scheint der nächste Gegner ganz besonders zu liegen. In den vergangenen drei Duellen sammelte der Kroate sieben Torbeteiligungen (fünf Treffer und zwei Vorlagen). Das ist innerhalb von drei Partien gegen einen Klub der höchste aktive Wert eines Bundesliga-Spielers.

Rekordkulisse zu Coronazeiten

Das Spiel in der Domstadt im RheinEnergieSTADION darf nach einer Genehmigung des Kölner Gesundheitsamtes vor der aktuellen Rekordkulisse von 37.500 Zuschauern stattfinden. Möglich wurde dies im Rahmen der aktuellen Coronaschutzverordnung, die es den zuständigen lokalen Behörden in Kombination mit einem tragfähigen Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erlaubt, Ausnahmegenehmigungen zu erteilenUrsprünglich wären, wie in Nordrheinwestfalen üblich, 25.000 Fans erlaubt gewesen. TSG-Coach Hoeneß freut sich über die größere Zuschauerzahl: „Das sollte ein Ansporn für die Jungs sein. Ich finde es richtig cool, dass wir mehr Emotionen und Atmosphäre im Stadion haben.“

Fotos: Kraichgaufoto

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Der Wunsch nach einem Europapokaltor ist groß
Bebou: „Es kann aktuell nicht besser laufen“
Mittwoch, 2. März 2022

Ihlas Bebou ist nach seiner Vertragsverlängerung bei der TSG Hoffenheim bis 2026 und der Geburt seines Sohnes im Oktober rundum zufrieden mit seinem Leben. „Ich habe nun die Gewissheit, dass ich meine Zukunft in Hoffenheim planen kann. Diese Planungssicherheit ist ein tolles Gefühl für meine Frau, meinen Sohn und mich. Es könnte aktuell nicht besser laufen“, sagte der 27-Jährige im großen Interview mit dem TSG-Klubmagazin SPIELFELD, dessen März-Ausgabe am Freitag (4. März) erscheint.

 
Hoffenheims Stürmer Bebou ist voll auf den Ball fokussiert

"Mein Leben hat sich total verändert"

Bebous Leben hat sich, seitdem er Vater geworden ist, komplett verändert – wie er glücklich erzählt: „Jeden Tag passiert etwas Neues, und ich freue mich darauf, meinem Sohn Zayn beim Großwerden zuzuschauen. Es ist für mich der schönste Ausgleich zum Fußball“, sagte Bebou. Im Interview sprach der Togolese auch über die Bedeutung der Region um Hoffenheim sowie die seiner afrikanischen Heimat für sein Leben. „Ich habe vom ersten Tag an eine Beziehung zum Verein und der Region aufgebaut. Die Region ist unfassbar schön und auch meine Frau Amira hat hier Freunde gefunden. Dazu kommt, dass mein Sohn in Heidelberg geboren ist. Das werden wir unser ganzes Leben in bester Erinnerung haben.

 
Bebou zählt zu den schnellststen Bundesligaspielern

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Verwandschaft hat einen Fanclub gegründet

Seine Beziehung zum Land seiner Geburt – Bebou kam mit elf Jahren nach Deutschland – sei ebenso intensiv, nicht nur durch seine regelmäßigen Reisen zu Länderspielen mit Togo. Seine große Verwandtschaft dort hat sogar einen eigenen Fanclub für ihn gegründet, erklärte Bebou. „Sie sind extrem stolz, auch weil Fußball in unserem Heimatland Togo eine große Sache ist. Natürlich freut es meine Familie, wenn ich unser Land auf großer Bühne repräsentieren kann. Sie hat viel für mich getan. Das versuche ich nun zurückzuzahlen.“

 
Bebou zeigt Fannähe, wie hier bei einem Fantreffen

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Der Traum vom Europapokal

Der TSG-Stürmer, der mittlerweile bald 250 Pflichtspiele als Profi absolvierte, hat in dieser Saison fußballerische Fortschritte bei sich festgestellt. „Ich bin klarer geworden in meinen Aktionen. Gerade wenn es Richtung Tor geht, habe ich mich entwickelt. Die Laufwege passen nun besser und die Effizienz stimmt“, so Bebou. Er ist optimistisch, dass die TSG den Kampf um die Europapokal-Plätze erfolgreich abschließen wird. „Wir haben enorm viel Qualität in unserer Mannschaft. Wenn wir im April noch immer oben dabei sind, wollen wir diese Möglichkeit auch nutzen. Ich habe vergangene Saison leider kein Tor in der Europa League erzielt, das darf sich gern noch ändern.“

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheimer Comeback-Qualitäten entscheiden emotionales Derby
TSG feiert Derbyheld Baumgartner - Spiel in der Schlussphase gedreht
Samstag, 26. Februar 2022

Die TSG Hoffenheim marschiert weiter in Richtung Europapokal. Die Kraichgauer gewannen am 24. Bundesliga-Spieltag im baden-württembergischen Nachbarschaftsduell 2:1 gegen den VfB Stuttgart und klettern (vorübergehend) auf Tabellenplatz 4, während bei den Schwaben nach dem neunten sieglosen Spiel in Folge die Abstiegssorgen auf dem vorletzten Platz immer größer werden. Gefeierter Held vor 18.099 Zuschauern in Sinsheim war Hoffenheims Baumgartner, der nach der VfB-Führung durch Endo (58.) die Partie mit einem Doppelpack in der Schlussphase (85./90.) noch drehte. Für die Hoffenheimer Comeback-Könige war es der dritte Sieg in Folge und der achte Sieg im zwölften Heimspiel.

"Ein verdienter Sieg!"

Für Matchwinner Baumgartner, der nach dem Abpfiff von den Fans in der Südkurve euphorisch gefeiert wurde, war es ein verdienter Sieg: „Was wir am Ende immer wieder abrufen, ist sensationell. Es ist ein Derby, da ist es nie leicht, aber wir sind froh, dass wir heute gewonnen haben. Aus meiner Sicht gehen wir verdient als Sieger vom Platz.“

 
Doppeltorschütze Baumgartner war Hoffenheims gefeierter Derby-Held
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Gemeinsame Aktion gegen Krieg

Nach einer gemeinsamen Aktion kurz vor dem Anpfiff, als beide Mannschaften ein Transparent mit dem Schriftzug „STOP WAR – WIR GEGEN KRIEG“ hochhielten und sich klar zum Krieg Russlands gegen die Ukraine positionierten, begann ein packendes und spannendes Derby. Dabei präsentierten sich die Gäste aus der Landeshauptstadt als der erwartet schwere Gegner. Obwohl die Blau-Weißen in der ersten Hälfte tonangebend waren und durch Raum und Kramaric vor allem über ihre starke linke Seite viel Offensivpower entwickelten, boten sich für die Stuttgarter immer wieder Freiräume für gefährliche Konter.

Alu-Treffer auf beiden Seiten

In einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen Partie hatten beide Teams Pech, als sie mit ihren ersten großen Torchancen jeweils am Aluminium scheiterten. Zunächst traf Stuttgarts Führich nach schöner Vorarbeit von Tomas aus drei Metern freistehend vor dem leeren Tor nur den linken Pfosten (19.) und im Gegenzug scheiterte Hübner zunächst per Kopfball aus kurzer Distanz an Torhüter Müller, und den Abpraller setzte Kaderabek aus drei Metern an die Unterkante der Querlatte (21.). Nach weiter ausgeglichenem Spiel gab es kurz vor dem Pausenpfiff noch mal Aufregung, als Hübner den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte, aber Schiedsrichter Jöllenbeck den Treffer zurücknahm, weil Rutter zuvor knapp im Abseits stand (43.).

 
Auge in Auge beim Kopfballduell in einem spannenden baden-württembergischen Derby

Endo bringt VfB in Führung

Im zweiten Abschnitt nahm die Partie erneut an Fahrt auf. Nach einer längeren Verletzungspause von Geiger, der mit einer Kopfverletzung vom Platz getragen wurde, schienen die Gastgeber noch etwas geschockt zu sein, denn nach der anschließenden Ecke kam VfB-Kapitän Endo am langen Pfosten völlig frei zum Torabschluss und traf zur 1:0-Führung (58.). Die schätzungsweise 4.000 lautstarken Gästefans waren aus dem Häuschen. Die TSG tat sich danach etwas schwer und setzte erst wieder durch Bebou ein Ausrufezeichen, als dieser eine Raum-Flanke knapp neben das Tor köpft (67.).

Baumgartners Doppelpack dreht das Spiel

Als alles nach dem ersten VfB-Sieg nach zuvor sechs vergeblichen Versuchen aussah, schlug die große Stunde des Österreichers Baumgartner. In der 85. Minute ließ der Mittelfeldspieler Gegenspieler Tomas an der rechten Strafraumgrenze schlecht aussehen und zirkelte mit seinem schwächeren linken Fuß den Ball unhaltbar in den Torwinkel zum 1:1-Ausgleich. Hoffe drückte die Rot-Weißen weiterhin in die Defensive und belohnte sich. Nach einer Flanke des eingewechselten Bruun Larsen kam Baumgartner frei vor dem Tor zum Abschluss und stellte mit seinem zweiten Treffer die Partie völlig auf den Kopf (90.). Wahnsinn: Die Nordbadener haben inzwischen 21 Punkte nach einem Rückstand geholt. Das Fazit des erneut starken Raum war treffend: „Wir haben es am Ende verdient, weil wir noch einmal alles reingeworfen und uns belohnt haben.“

 
Hübners Treffer kurz vor der Pause wurde wegen Abseits nicht gewertet

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Stimmen der Trainer:

"Mannschaft glaubt an sich"

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Ich hatte vor dem Spiel enormen Respekt vor dem VfB, weil Stuttgart es zuletzt jedem Gegner sehr schwierig gemacht hat. Wir haben zu Beginn nicht immer die richtigen Mittel gewählt. Die Konter von Stuttgart haben uns beeindruckt. In der zweiten Hälfte verflacht es etwas, bis wir das Tor kassieren. Danach haben wir das Herz in die Hand genommen und das Spiel auf unsere Seite gezogen. Wir wissen, dass wir Spiele drehen können, das spricht für die Mannschaft, die an sich glaubt.“

"Extrem bitter für uns"

Matarazzo (VfB Stuttgart): „Es ist extrem bitter für uns, dass wir hier verloren haben. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, aber müssen mit null Punkten nach Hause fahren. Die Jungs haben leidenschaftlich verteidigt und sich auch ein paar Chancen erspielt. Das 1:2 müssen wir als Defensive besser verteidigen, es ist ein sehr ärgerliches und vermeidbares Gegentor.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Hübner – Kaderabek (70. Stiller), Geiger (58. Rudy), Raum – Baumgartner, Kramaric – Bebou (70. Dabbur), Georginio (81. Bruun Larsen)
VfB Stuttgart: Müller – Stenzel (73. Massimo), Mavropanos, Anton, Ito – Endo, Karazor – Marmoush (86. Tommy), Mangala (37. Förster), Führich (46. Kalajdzic) – Tomas
Tore: 0:1 Endo (58.), 1:1 Baumgartner (85.), 2:1 Baumgartner (90.)
Schiedsrichter: Jöllenbeck
Zuschauer: 18.099

Am nächsten Spieltag gastiert die Hoeneß-Truppe am Sonntag, den 6. März um 17.30 Uhr beim 1. FC Köln.

Fotos: Kraichgaufoto

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Nachbarschaftsduell der krassen Gegensätze
Europapokalanwärter gegen Abstiegskandidat - TSG empfängt VfB
Mittwoch, 23. Februar 2022

Den 24. Bundesligaspieltag eröffnet am Freitagabend (20.30 Uhr) in Sinsheim das baden-württembergische Nachbarschaftsduell TSG Hoffenheim gegen VfB Stuttgart. Während die Gastgeber nach zwei Siegen in Folge wieder zum engen Kreis der Europapokalanwärter zurückkehrten, kämpfen die Gäste aus der Landeshauptstadt auf Tabellenplatz 17 weiterhin um den Klassenerhalt. Auf einem direkten Abstiegsplatz mit nur vier Siegen und 19 Punkten aus 23 Spielen sowie drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz sieht die Ausgangslage der Rot-Weißen alles andere als hoffnungsvoll aus. Mit einem Durchschnittsalter von 23,5 Jahren ist der VfB das jüngste Bundesligateam. Seit acht Spielen sind die Bad Cannstatter sieglos und kassierte mit 43 Treffern bislang die viertmeisten Gegentore.

"Im Derby zählen andere Gesetze"

Für TSG-Trainer Sebastian Hoeneß durchlebt der nächste Gegner eine schwierige Saison: "Wir werden den Gegner nicht wegen der Tabellensituation unterschätzen. Im Derby gelten andere Gesetze. Dafür werden wir bei einem emotionalen Spiel die entsprechende Mentalität den Tag legen müssen. Wir müssen auf uns schauen und unser Spiel auf den Platz bringen. Dann können wir den VfB daran erinnern, dass sie in einer schwierigen Situation stecken.“

 
Dennis Geiger zeigte Mitspieler David Raum an, wohin der weitere Weg der TSG Hoffenheim führen soll. Rechts: Kapitän Benjamin Hübner
Gardinen Schlenker

Es fehlt an Führungsspielern

Die Ursachen für die sportliche Talfahrt sind vielseitig: Es ist zwar förderlich, jungen Spielern das Vertrauen zu schenken und sie in der höchsten deutschen Spielklasse zu entwickeln, aber ihnen fehlen erfahrene Führungsspieler an der Seite. Zudem hat die Schwaben das Verletzungspech besonders schmerzhaft heimgesucht. Trainer Pellegrino Matarazzo bekommt weiterhin uneingeschränktes Vertrauen, notfalls würde man mit ihm auch in die Zweitklassigkeit gehen, heißt es von offizieller Seite. Doch wie schwer eine Rückkehr aus der starken 2. Liga sein kann, verdeutlicht die Situation bei vielen Traditionsvereinen, die sich damit seit Jahren schwertun.

Das Warten auf den Befreiungsschlag

Der erhoffte Befreiungsschlag blieb dem VfB beim letzten Heimspieltag verwehrt, nachdem dem VfL Bochum mit einem Last-Minute-Elfmeter noch der glückliche 1:1-Ausgleich gelang. Für die Stuttgarter war dies wie ein gefühlter Schlag ins Gesicht, was sich besonders negativ auf Moral und Stimmung niederschlug. Zudem muss die Mannschaft noch den Ausfall von Stürmer Silas Katompa Mvumpa verkraften, der sich eine Schulterluxation zuzog und bis Saisonende ausfällt. Der Druck auf die junge Mannschaft nimmt von Spieltag zu Spieltag mehr zu, das Spiel in Hoffenheim wird jetzt zur Charakterfrage.

 
Diadie Samassekou (am Ball) ist im Hoffenheimer Mittelfeld gesetzt
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VfB nicht unterschätzen

Ganz anders die Hoffenheimer: Mit elf Siegen, 37 Punkten und Rang 5 strotzt man gerade vor Selbstvertrauen. Sieben der vergangenen neun Bundesligaheimspiele wurden gewonnen – was sollte da gegen die erfolglosen Gäste aus der Landeshauptstadt schiefgehen? Doch gerade hier liegt die Gefahr: Stuttgart hat nichts zu verlieren, geht als krasser Außenseiter in die Partie. Eine ähnliche Konstellation gab es Mitte Dezember, als Borussia Mönchengladbach nach einer Sieglosserie bei der TSG gastierte und bis kurz vor Abpfiff 1:0 führte, ehe die Gastgeber noch den späten glücklichen Ausgleich erzielen konnten.

Hoffenheimer Heimstärke

Die sportlichen Vorzeichen zwischen Badenern und Schwaben waren in den bisherigen 23 Duellen selten so gravierend, auch wenn die Stuttgarter in der Gesamtbilanz mit zehn Siegen, sechs Unentschieden und sieben Niederlagen statistisch vorne liegen. Die Hoffnungen auf einen Überraschungserfolg an der A6 am Freitagabend sind für die Stuttgarter nach nur einem Dreier in elf Auswärtsspielen sowie vier Unentschieden im bisherigen Saisonverlauf äußerst gering. Daran dürfte auch die aktuelle Serie im Direktvergleich von zuletzt vier Partien ohne Niederlage (zwei Siege, zwei Remis) gegen die Blau-Weißen nichts ändern. In Sinsheim gab es letztmals am 17. Februar 2013 einen VfB-Sieg zu feiern – lang ist´s her.

 
Mit vereinten Kräften bei der Balleroberung: Georginio Rutter (li.) und Dennis Geiger (re.)

Wiesendanger Bedachungen

Vogt muss pausieren

Personell hat sich bei den Hoffenheimern wenig verändert: Neben Ermin Bicakcic, Robert Skov, Fisnik Asllani und Chris Richards fehlt auch Abwehrchef Kevin Vogt, der sich beim 2:1-Sieg in Wolfsburg einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zuzog. Für den 30-Jährigen könnte Havard Nordtveit oder Florian Grillitsch (nach abgesessener Gelbsperre) ins Abwehrzentrum rücken.

22.000 Fans sind zugelassen

Eine erfreuliche Nachricht für alle Fans: Erstmals seit langem dürfen wieder 22.000 Zuschauer in die Sinsheimer PreZero Arena. Ob diese Zahl jedoch am Freitagabend erreicht wird, ist äußerst fraglich. Es gilt die 3G-Regelung: geimpft, genesen oder getestet. Zudem können die Dauerkarten sowohl für die Steh- als auch für die Sitzplätze uneingeschränkt genutzt werden. Für Trainer Hoeneß spielen die Fans eine große Rolle: "Wir sind total froh, dass es wieder in die richtige Richtung geht. In so einem besonderen Spiel kommt über die Fans nochmal eine gewisse Brisanz rein. Dazu zähle ich auch gegnerische Zuschauer. Natürlich hoffe ich, dass die Fans uns nach vorn peitschen werden und zu einem Faktor werden. Wir wollen für die Fans ein richtig gutes Spiel abliefern und freuen uns darauf.“

Spieler unterstützen Fans finanziell beim Ticketkauf

Alle 2.200 Gästetickets waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Unmut gab es im Vorfeld, da die TSG für dieses Nachbarschaftsduell einen Topzuschlag erhoben hatte. Die Mannschaft des VfB Stuttgart hat darauf reagiert und für dieses wichtige Spiel allen Auswärtsfahrern finanziell unter die Arme gegriffen, so dass jeder VfB-Fan - egal ob Steh- oder Sitzplatz - den gleichen Preis (18.- Euro) bezahlt.  

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG vermeldet weiteren Neuzugang zur neuen Saison
Montag, 21. Februar 2022

Die TSG Hoffenheim hat mit Grischa Prömel einen weiteren Neuzugang für die neue Saison verpflichtet. Der 27 Jahre alte Mittelfeld-Spieler, der aktuell noch in Diensten des Liga-Konkurrenten 1. FC Union Berlin steht, kehrt ablösefrei in den Kraichgau zurück, wo er bereits zwischen 2013 und 2015 ausgebildet wurde und 2014 mit der Hoffenheimer U19 deutscher Meister wurde. Sein Vertrag läuft dann bis 30. Juni 2026.

Außergewöhnliches Gesamtpaket

„Grischa ist ein Spieler mit herausragenden läuferischen Fähigkeiten und einer enormen Präsenz, der im Mittelfeld sehr variabel agieren kann und zudem ein großes Spielverständnis besitzt. Neben seinen Defensiv-Qualitäten und seiner beeindruckenden Mentalität verfügt er auch über ein besonderes taktisches Gespür und wird darüber hinaus aus seiner Position immer wieder torgefährlich. Alles in allem ein außergewöhnliches Gesamtpaket“, sagt Alexander Rosen.

 
Prömel - hier im TSG-Trikot - kehrt am Saisonende in den Kraichgau zurück

Rückkehr zum Ausbildungsklub

Die Entscheidung eines ehemaligen Akademie-Absolventen nun als gestandener Profi wieder zurückzukommen, zeige auch den hohen Stellenwert der TSG in der Liga. „Wir haben eine außergewöhnliche Erfolgsquote als Ausbildungsklub, denn eine Vielzahl unserer Akademie-Spieler schafft den Sprung in den Profifußball. Grischa ist einer dieser Spieler und seine Entwicklung in den vergangenen Jahren hat nicht nur uns begeistert. Von daher freuen wir uns sehr, dass er sich für die TSG entschieden hat und sind davon überzeugt, dass er nicht zuletzt aufgrund seiner Vergangenheit sehr schnell bei uns integriert werden kann“, ergänzt der Direktor Profifußball. Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler kam im Sommer 2013 von den Stuttgarter Kickers in die Hoffenheimer U19. Zur Saison 2015/16 wechselte er dann zum Karlsruher SC und zwei Jahre später zu Union Berlin. 2016 gewann er mit dem deutschen Team in Rio de Janeiro die olympische Silbermedaille. Insgesamt blickt er unter anderem auf 59 Bundesliga-Einsätze (7 Tore) und 96 Zweitliga-Spiele (10) sowie sechs Partien in der neuen europäischen Conference League zurück.

PM: TSG Hoffenheim
Foto: Kraichgaufoto

Hoffenheim beendet seinen Auswärtsfluch in Wolfsburg
Bruun Larsen und Kramaric drehen Spiel innerhalb von 4 Minuten zum 2:1-Sieg
Samstag, 19. Februar 2022

Die TSG Hoffenheim hat ihren Auswärtsfluch beim VfL Wolfsburg beendet und mit einem 2:1-Sieg am 23. Spieltag sich zumindest bis Sonntag auf den 4. Tabellenplatz vorgearbeitet. In einer abwechslungsreichen und interessanten Bundesligapartie gingen die Gastgeber, die zuletzt zwei Siege in Folge landeten, durch Wind in Führung (36.), ehe Bruun Larsen (74.) und Kramaric (78.) die Partie zu Gunsten der Kraichgauer wenden konnten. Wolfsburg war in der ersten Hälfte das bessere Team, Hoffenheim zeigte sich in den zweiten 45 Minuten deutlich engagierter und effektiver.

Womöglich entscheidende Szene

Eine entscheidende Szene spielte sich 20 Minuten vor dem Ende ab, als der Wolfsburger Roussillon eine doppelte Großchance zum womöglich vorentscheidenden 2:0 nicht verwerten konnte und die Gäste postwendend durch Bruun Larsen zum Ausgleich kamen (73.). Am Ende konnten sich die Gäste bei ihrem Torhüter Baumann bedanken, der mit zwei Glanzparaden den vierten Saison-Auswärtserfolg fest hielt. Die Freude bei den Hoffenheimern war nach dem Abpfiff riesen groß, schließlich gab es in den vergangenen neun Jahren kein einziges Erfolgserlebnis in der Autostadt.

 
Bruun Larsen brachte nach seiner Einwechslung frischen Wind ins Hoffenheimer Spiel. Zunächst erzielte er den Ausgleich, dann war er am zweiten TSG-Treffer maßgebend beteiligt.

Schreinerei Schock

Traumtor durch Wind bringt den VfL in Führung

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß hatte mit seiner Vorhersage recht: „Es treffen zwei Teams aufeinander, die gewillt sind, nach vorn zu spielen. Das spricht für eine attraktive Partie.“ Die sollte es auch werden. Die erste Torchance hatten die Gäste: Nach einem Freistoß von Raum kam Bebou aus 12 Metern zum Torschuss, doch Wolfsburgs Arnold rettete auf der Torlinie. Wolfsburg war zwar in der Anfangsphase das aktivere Team mit mehr Ballbesitz, aber gegen die gut positionierte Hoffenheimer Hintermannschaft ergaben sich nur wenige Tormöglichkeiten. Aber auch die TSG tat sich im Spiel nach vorn schwer und fand in der gegnerischen Defensive keine Lücken. Der VfL ging nach 36 Minuten durch den 12 Mio. Euro Neuzugang Wind aus Kopenhagen in Führung. Der 23-jährige Däne zirkelte bei seinem Premierentreffer den Ball aus 14 Metern hoch ins rechte Toreck zum 1:0 (36.). Zusätzliches Pech für die TSG, als kurz vor der Pause Abwehrchef Vogt verletzt vom Feld musste und durch Nordtveit ersetzt wurde (43.).

 
Kramaric erzielte mit einem 4. Saisontreffer den 2:1-Siegtreffer für Hoffenheim.

Wiesendanger Bedachungen

TSG dreht das Spiel innerhalb von vier Minuten

Im zweiten Abschnitt wurden die Blau-Weißen, nicht zuletzt durch die Systemumstellung auf 4-3-2-1 deutlich stärker und setzten einige vielversprechende Offensivakzente. Die größte Ausgleichschance bot sich Kapitän Hübner, der aus kurzer Distanz eine Raum-Flanke direkt auf VfL-Keeper Casteels köpfte (69.). Auf der anderen Seite vergab Roussillon bei einer Doppelchance die Vorentscheidung (72.), was sich rächen sollte. In Gemeinschaftsproduktion der eingewechselten Rudy und Kaderabek landete der Ball bei Bruun Larsen, der artistisch per Seitfallzieher den Ball ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich beförderte (74.). Es war bereits das neunte Joker-Tor der Nordbadener in dieser Saison. Wenig später schlug die TSG erneut zu, als der wiedergenesene Kramaric eine Raum-Flanke aus kurzer Distanz mit seinem 4. Saisontreffer zur 2:1-Führung über die Linie drückte (78.).

Baumann rettet Auswärtssieg

Wolfsburg, das in der Rückrunde noch ohne Niederlage war, setzte in der Schlussphase noch mal alles auf eine Karte und drängte auf den Ausgleich. Zunächst scheiterte Wind mit einem Kopfball am reaktionsschnellen Baumann (82.) und in der Nachspielzeit entschärfte Hoffenheims starker Keeper einen abgefälschten Schuss von Lacroix (90.+1). Bruun Larsen, der zum "Man of the match" gewählt wurde, sagte nach dem Abpfiff: "Es war das erwartet schwierige Spiel, in dem wir gut gekämpft haben und an uns geglaubt haben. Bei meinem Tor bin ich meinem Instinkt gefolgt. Hut ab, so sollten wir weiter machen. Über die Tabelle sprechen wir nach der Saison."

 
Torhüter Baumann verhinderte mit tollen Reflexen in der Schlussphase einen möglichen Wolfsburger Ausgleich.

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Es war das erwartet schwierige Spiel. Es war ziemlich offen in der ersten Hälfte mit leichten Vorteilen für Wolfsburg. Daher ging die Führung in Ordnung und ich war nicht zufrieden. Nach der Umstellung waren wir stabiler. Es gab auf beiden Seiten kaum Chancen. Die Wechsel haben heute einfach gepasst. Wir haben das Spiel innerhalb kürzester Zeit gedreht und dann mit Leidenschaft die Führung verteidigt. Heute hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Es war ein Sieg der Moral, den wir gern mitnehmen. Ich bin stolz auf die Jungs.“
Kohfeldt (VfL Wolfsburg): „Es ist aus unserer Sicht eine äußerst unglückliche Niederlage. Wir waren sehr ordentlich im Spiel und haben den Sieg durch fünf schlechte Minuten weggeschenkt. Wir hatten spielerische Lösungen und haben auch nach dem 1:2 noch Chancen gehabt. Umso ärgerlicher ist das Resultat. Der Weg stimmt bei uns. Heute haben die kleinen Momente das Spiel entschieden.“

Statistik:

VfL Wolfsburg: Casteels – Lacroix, Bornauw (83. F. Nmecha), Brooks – Baku, Arnold, Vranckx (64. Gerhardt), Roussillon (90. +2 Bialek) – Philipp (64. Lukebakio), Kruse – Wind
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch (70. Bruun Larsen), Vogt (43. Nordtveit), Hübner – Bebou, Samassékou (70. Rudy), Raum – Kramaric, Baumgartner – Dabbur (46. Kaderabek), Rutter (86. Akpoguma)
Tore: 1:0 Wind (36.), 1:1 Bruun Larsen (74.), 1:2 Kramaric (78.)
Zuschauer: 7.145
Schiedsrichter: Zwayer

Am 24. Spieltag empfängt die TSG Hoffenheim am Freitagabend, den 25. Februar um 20.30 Uhr in Sinsheim den baden-württembergischen Nachbarn VfB Stuttgart.

Fotos: Kraichgaufoto

Gelingt der TSG im zehnten Anlauf ein Sieg in Wolfsburg?
Kann Hoffenheim auswärts nachlegen und sich oben etablieren?
Donnerstag, 17. Februar 2022

Im spannenden Kampf um die begehrten Europapokalplätze stehen Bundesligist TSG Hoffenheim vor der nächsten Länderspielpause Ende März mit VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Bayern München und Hertha BSC Berlin anspruchsvolle Gegner bevor. Die Dichte im oberen Tabellendrittel ist außergewöhnlich eng. So trennen von Platz 4 bis 7 die Teams von RB Leipzig, TSG Hoffenheim, SC Freiburg und Union Berlin mit jeweils 34 Punkten auf der Habenseite nur das Torverhältnis. Dahinter lauern mit zwei bzw. jeweils drei Zählern Rückstand der 1. FC Köln, FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt.

 
Hochbetrieb im Wolfsburger Strafraum

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Defensivstarke Wölfe im Aufwind

Um weiter oben dranzubleiben, muss die TSG zunächst am 23. Spieltag am Samstag (Beginn 15.30 Uhr) beim Tabellenzwölften VfL Wolfsburg bestehen. Das Team von Trainer Kohlfeldt befindet sich im Aufwind, konnte nach zwischenzeitlich sieglosen elf Pflichtspielen bzw. neun Bundesligaspielen zuletzt zwei Erfolge gegen Greuther Fürth (4:1) und Eintracht Frankfurt (2:0) feiern. Und jetzt kommt mit Hoffenheim ein gern gesehener Gast, der in den vergangenen neun Gastspielen (fünf Niederlagen, vier Unentschieden) in der Autostadt sieglos blieb. Für die Wölfe spricht zudem, dass sie im bisherigen Rückrundenverlauf mit nur vier Gegentreffern in fünf Partien einen Ligabestwert aufweisen. Gegner Hoffenheim hat zwar auch nur einen Saison-Gegentreffer mehr kassiert (34), dafür aber deutlich mehr Offensivpower entfacht und mit 43 Treffern fast doppelt so viele Tore erzielt wie der VfL (23).

"Wollen auswärts jetzt nachlegen"

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß erwartet ein abwechslungsreiches Spiel: „Es treffen zwei Teams aufeinander, die gewillt sind, nach vorn zu spielen. Das spricht für eine attraktive Partie. Wolfsburg hat nach den zwei Siegen zuletzt wieder ein gestärktes Selbstvertrauen. Uns hat der Erfolg gegen Bielefeld ebenfalls gutgetan. Jetzt wollen wir auswärts nachlegen.“

 
Hoffenheims Bruun Larsen (re.) im Duell mit dem Wolfsburger Roussillon

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Interessantes Duell zwischen Raum und Baku

Ein sicherlich interessantes Duell zweier außerordentlicher Sprintspezialisten zeichnet sich auf dem Flügel zwischen Hoffenheims David Raum und Wolfsburgs Ridle Baku ab. Man kann davon ausgehen, dass auf der Außenbahn einiges los sein wird. Jung-Nationalspieler Raum ist in Top-Form, seine gefährlichen Flanken stellen die gegnerische Abwehr immer wieder vor Probleme. Allgemein stellen die Kraichgauer mit bislang 88 Flanken auf den Außenbahnen den Ligabestwert auf.

Geiger und Grillitsch fehlen gelbgesperrt

Ein Problem dürfte hingegen in der Mittelachse der Hoffenheimer aufkommen, denn mit Dennis Geiger und Florian Grillitsch fehlen gleich zwei wichtige Stammkräfte gelbgesperrt. Neben dem gesetzten Diadie Samassekou könnte für Geiger Routinier Sebastian Rudy oder der junge Angelo Stiller auflaufen. Für das zentrale Glied in der Dreierabwehrkette dürfte am ehesten Kevin Vogt in der Grillitsch-Rolle in Frage kommen. Wie der Österreicher schaltete sich auch der technisch versierte 30-jährige Vogt gegen Bielefeld immer wieder als guter Aufbauspieler mit ins Offensivspiel ein. Neben Vogt und Hübner bieten sich Pavel Kaderabek und Kevin Akpoguma für die freiwerdende rechte Defensivseite an.

 
Samassekou (li.) im Eins gegen Eins mit Wolfsburgs Guilavogui

Kramaric wieder einsatzfähig

Nach Ablauf seiner Corona-Quarantäne kehrt zudem Andrej Kramaric wieder zurück in den Kader. Ob der 30-jährige Kroate jedoch von Beginn an auflaufen wird, ist fraglich. Der Rekordtorschütze hat ernsthafte Konkurrenz im Sturmzentrum bekommen. Der junge Franzose Georginio Rutter bot nicht nur wegen seines Treffers zum 2:0 gegen Bielefeld eine starke Leistung, er entwickelt sich zunehmend auch zum Publikumsliebling. Dahinter präsentierten sich zuletzt Munas Dabbur und Christoph Baumgartner in ausgezeichneter Verfassung. Ein gutes Omen für die Kraichgauer dürften die beiden letzten Duelle gegen die Grün-Weißen sein, denn mit 3:1 und 2:1 behielt man am Ende stets die Oberhand.

"Schwer bespielbarer Gegner"

Hoeneß hat vor dem kommenden Gegner Respekt und lässt sich nicht vom Tabellenstand irritieren: „Es ist eine sehr gut besetzte Mannschaft. Rein personell gehören sie natürlich nicht dahin, wo sie aktuell in der Tabelle stehen. Auch in den Partien vor den zwei Siegen ging es spielerisch bereits in die richtige Richtung. Sie sind schwer zu bespielen.“ Um in der Tabelle weiter oben dran zu bleiben, sollte auch so ein Gegner kein unüberwindbares Hindernis sein. Mit einem Auswärtssieg könnte die TSG ihre gute Ausgangsposition festigen, bei einer Niederlage käme man in den nächsten Wochen wieder verstärkt unter Zugzwang.

Fotos: Kraichgaufoto

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Spannendes Rennen um Europa
Hoffenheim träumt von seiner vierten internationalen Teilnahme
Mittwoch, 16. Februar 2022

Was nur ein einziger Sieg alles möglich machen kann! Nach drei Niederlagen in Folge rutschte die TSG Hoffenheim vom dritten auf den achten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga zurück. Die Ambitionen in Richtung Europapokalqualifikation erhielten einen herben Rückschlag. Auch wenn die Leistungen der Kraichgauer bei diesen Niederlagen hochgelobt wurden, am Ende waren sie ertragslos - von einer Ergebniskrise war die Rede. Doch durch den 2:0-Heimsieg am letzten Spieltag gegen die sechs Spiele zuvor ungeschlagenen Arminen aus Bielefeld und dank der Patzer der direkten Konkurrenten ging es für die TSG wieder steil nach oben auf Rang 5.

 
Rutter (li.) und Raum haben bereits die Fühler in Richtung Europa ausgerichtet

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Dichtes Gedränge zwischen Platz 4 und 10

Das Gedränge um die internationalen Platzierungen ist in dieser Saison besonders groß. Während Serienmeister Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen bereits für ihre Teilnahme an der Königsklasse in der Saison 2022/23 planen können, duellieren sich mit jeweils 34 Punkten neben der TSG noch RB Leipzig, SC Freiburg und Union Berlin für den in sportlicher wie auch finanzieller Sicht erstrebenswerten vierten Champions League-Platz. Dahinter rangieren der 1. FC Köln, FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt mit geringem Punktabstand in Schlagdistanz. Beachtlich: Zwischen dem Vierten Leipzig und Zehnten Frankfurt liegen nur drei Punkte Differenz.

 
Am Samstag möchte die TSG - wie in dieser Szene Baumgartner - die Hürde Wolfsburg nehmen

TSG seit neun Spielen in Wolfsburg sieglos

In den noch ausstehenden zwölf Spieltagen wird es aufgrund der Punktdichte Woche für Woche zu tabellarischen Verschiebungen kommen, wer dabei am konstantesten auftritt, dürfte am Ende die besten Karten haben. Zunächst steht für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß am Samstag (15.30 Uhr) die Auswärtspartie beim VfL Wolfsburg auf dem Programm. Die Wölfe haben inzwischen ihren Negativlauf beendet und konnten zuletzt zwei Siege in Folge verbuchen. Um weiter im Rennen um die internationalen Plätze mitzumischen, sollten die Blau-Weißen in der Autostadt auf alle Fälle punkten, auch wenn ihre sieglose Bilanz aus den letzten neun Gastspielen in Niedersachsen mehr als ausbaufähig ist.

 
Der Kapitän ist wieder an Bord: Benjamin Hübner zählt zu den wichtigen Führungsspielern im Team

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Das Gesamtkonzept passt

Für die Hoffenheimer könnte am Ende der ausgeglichene, stark besetzte Spielerkader ausschlaggebend sein. Trainer Hoeneß stehen auf allen Positionen mehrere Optionen zur Auswahl. Auch das Verletztenlazarett hat sich spürbar gelichtet, mit Kapitän Benjamin Hübner ist nach langer Verletzungspause ein wichtiger Führungsspieler zurückgekehrt. Ein weiteres Plus ist die Unberechenbarkeit: Die bislang 43 erzielten Saisontreffer verteilen sich auf 17 Spieler. Die TSG Hoffenheim wird daher bis zum Saisonschluss am 14. Mai ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der internationalen Platzierungen mitreden.

Fotos: Kraichgaufoto

TSG klettert nach 2:0-Sieg über Bielefeld auf Platz 5
Hübner und Rutter treffen in einer einseitigen Partie
Sonntag, 13. Februar 2022

Der 22. Bundesligaspieltag verlief so richtig nach dem Geschmack der TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer konnten zum einem mit einem hochverdienten 2:0-Heimerfolg über die abstiegsgefährdete Bielefelder Arminia ihren Negativlauf von zuletzt drei Bundesligaspielen in Folge beenden und zum anderen davon profitieren, dass die direkten Konkurrenten sieglos blieben und ihnen somit den Sprung von Tabellenplatz 8 auf 5 ermöglichten. Die Treffer für die jederzeit überlegenen Gastgeber gegen die seit sechs Spielen zuvor ungeschlagenen Ostwestfalen erzielten vor offiziell 10.000 Zuschauern Hübner (22.) und Rutter (51.). Auch wenn bei konsequenterer Chancenverwertung ein deutlich höherer Sieg möglich gewesen wäre, analysierte Linksverteidiger Raum treffend: „Wir waren heute mit Abstand das bessere Team, daher war es auch ein verdienter Heimsieg. Die zwei Treffer haben heute zu drei Punkten gereicht, das wäre auch bei fünf Toren nicht anders gewesen.“

 
Rutter trifft mit links zum 2:0 für die TSG Hoffenheim

Hoffenheimer Angriffswirbel

Die Hoffenheimer dominierten von Anpfiff an - angefeuert von den lautstarken Fans in der Südkurve - das Geschehen und drängten die Gäste in die Defensive. Ein Angriff nach dem anderen rollte aufs Arminien-Tor. Nach hochkarätigen Chancen von Samassekou (4.) und Rutter (14.) fiel Mitte der ersten Hälfte die hochverdiente Führung für die Gastgeber.

Hübner köpft zur 1:0-Führung ein

Nach einer Flanke des erneut stark spielenden Raums köpfte Kapitän Hübner zunächst an die Unterkante der Latte, von da aus prallte die Kugel an den Rücken von Torhüter Ortega und dann hinter die Torlinie (22.). Für Hübner, der im Pokal gegen Freiburg am 19. Januar sein Comeback feierte, war es nach zuvor 497 Tagen Verletzungspause und 841 torlosen Tagen wieder der erste Torerfolg, und das noch ausgerechnet in seinem 100. TSG-Pflichtspieleinsatz. Der Torschütze nach dem Spiel: „Ich bin mega glücklich. So ein Tag wie heute entschädigt für fast für die ganze Zeit vorher. In den vergangenen Wochen haben wir auch schon gut gespielt, aber die Partien nicht für uns entscheiden können.“

 
Der Ball ist knapp hinter der Torlinie. Dabbur, Baumgartner und Samassekou (von links) machen es deutlich

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Weitere Chancen bleiben ungenutzt

Die Arminen hatten nach den letzten guten Spielen in der ersten Hälfe kaum etwas dagegenzusetzen. Die einzig nennenswerte Chance hatte Serra, dessen Schuss Vogt gerade noch vor der Linie klären konnte (34.). Das Einige, was man dem Team von Trainer Hoeneß vorwerfen konnte war, dass es aus der drückenden Überlegenheit nicht mehr Profit schlug. So blieb es nach weiteren Megachancen von Hübner (37.) und Dabbur jeweils per Kopfball sowie einem Schuss von Baumgartners (44.) bei der knappen 1:0-Pausenführung.

Rutter erhöht auf 2:0

Das Team des ehemaligen Hoffenheimer Trainers Kramer kam engagiert aus der Kabine und hatte nach vier Minuten Pech, als Brunner mit einem Schuss am Pfosten scheiterte (49.). Doch danach übernahm wieder die TSG das Zepter und erhöhte durch Rutter auf 2:0. Der wieselflinke Franzose vollstreckte eine Dabbur-Flanke wuchtig aus kurzer Distanz unhaltbar für Ortega (51.). Hoffe machte weiter Druck: Zunächst verpasste Baumgartner das 3:0, als er knapp vorbei köpfte (60.). Die Ostwestfalen taten sich weiter schwer und hatten erst nach 68 Minuten wieder eine gefährliche Toraktion, als der eingewechselte ehemalige Hoffenheimer Hack einen Kopfball knapp neben das Tor setzte (68.).

 
Akrobatischer Fallrückzieher von Hoffenheims Grillitsch

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Hoffe lässt reihenweise Chancen ungenutzt

Während die Gäste in der Schlussphase vergeblich versuchten, den Anschlusstreffer zu erzielen, vergaben die Blau-Weißen reihenweise, teils auch in Überzahl, hochkarätige Konterchancen. Anstatt eines möglichen höheren Ergebnisses blieb es beim 2:0. Für Mittelfeldspieler Baumgartner war dies das einzig negative an diesem Tag: „Wir müssen nur mehr Tore schießen. Das ist das einzige Manko heute, denn so viele Chancen wie heute bekommen wir auch nicht in jedem Spiel. Wir sind nach wie vor im Rennen um die internationalen Plätze.“ Und diese sind weiterhin eng umkämpft. Mit jeweils 34 Punkten sind Leipzig (Platz 4), Hoffenheim (5), Freiburg (6) und Union Berlin (7) mit 34 Zählern jeweils punktgleich.
Die TSG gastiert am nächsten Spieltag am Samstag, den 19. Februar um 15.30 Uhr beim Wolfsburg.

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Chapeau an die Mannschaft. Das war nicht selbstverständlich, heute hier so aufzutreten. Der Sieg war total verdient, wir haben ein richtig gutes Spiel gezeigt. Wir waren dominant und gegen den Ball war es noch einen Tick besser als zuletzt, haben nur eine richtige Chance zugelassen über 90 Minuten. Wir müssen natürlich die Konter besser ausspielen. Da müssen wir den nächsten Schritt gehen und etwas reifer sein. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau.“
Kramer (Arminia Bielefeld): „Die TSG hat heute verdient gewonnen. Wir waren heute nicht kompakt und giftig genug. Wenn das Timing im Zweikampf nicht stimmt, geht der Gegner mit so einer Qualität als Sieger heraus. Wir waren im letzten Drittel nicht sauber genug und haben es nicht gut genug ausgespielt. Wenn wir in Hoffenheim eine Chance haben wollen, müssen wir am obersten Limit spielen. Das war heute nicht der Fall.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Hübner (74. Posch) – Bebou (74. Bruun Larsen), Geiger (84. Nordtveit), Samassekou (84. Rudy), Raum – Baumgartner – Dabbur, Georginio (62. Kaderabek)
Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner, Pieper (57. Ramos), Nilsson, Laursen (62. Bello) – Schöpf, Vasiliadis – Okugawa (75. Lasme), Castro, Krüger (62. Hack) – Serra (62. Klos)
Tore: 1:0 Hübner (22.), 2:0 Rutter (51.)
Schiedsrichter: Hartmann
Zuschauer: 10.000 (ausverkauft)

Fotos: Kraichgaufoto

Weitere Fotos zum Bericht
    
Der Kapitän bleibt an Bord
Hübner verlängert in Hoffenheim bis Sommer 2023
Freitag, 11. Februar 2022

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim verlängert den Vertrag mit seinem Kapitän Benjamin Hübner. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger, der bereits in der sechsten Saison für die TSG spielt, erhält einen bis zum 30. Juni 2023 datierten Kontrakt mit einer Option auf eine weitere Spielzeit. „Benni ist aufgrund seiner Qualitäten und seiner Persönlichkeit eine zentrale Figur in unserem Kader“, sagt TSG-Direktor Profifußball Alexander Rosen. „Wie Benni nach dieser langen Ausfallzeit in den vergangenen Partien nahezu ohne Anlaufschwierigkeiten aufgetreten ist, war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Er ist aber nicht nur wegen seiner sportlichen Fähigkeiten ein wichtiger Faktor für uns. Mit seinem Erfahrungsschatz, seinem Wissen und seiner absoluten Identifikation mit dem Klub soll Benni auch künftig die TSG-DNA an die nächste Spielergeneration weitergeben und bei der Entwicklung unserer zahlreichen Talente mithelfen.“ Nicht zuletzt deshalb gibt es von Klubseite aktuell bereits erste Gedanken, Hübner über seine Laufbahn hinaus bei der TSG einzubinden.

 
Benjamin Hübner grüßt die Hoffe-Fans. Der Kapitän hat bis Sommer 2023 bei der TSG verlängert.
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"Wollen gemeinsam die Erfolgsstory der TSG fortschreiben"

Am 22. Januar hatte der 1,93 Meter lange Innenverteidiger nach 574 Tagen sein Startelf-Comeback im Spiel gegen Borussia Dortmund (2:3) gegeben. Eine hartnäckige Sprunggelenksverletzung zwang Hübner unmittelbar vor dem Start der Saison 2020/21 zum Pausieren. „Benni hat in dieser Zeit nie einen Zweifel an seinem Willen aufkommen lassen, sich wieder zurück ins Team zu kämpfen. Er hat uns auf dem Platz enorm gefehlt, war aber auch in dieser Situation immer ein wichtiger Ansprechpartner für die Mannschaftskollegen und das Trainerteam. Es war mein ausdrücklicher Wunsch, und deshalb freue ich mich umso mehr, mit ihm über das Saisonende hinaus planen zu können“, sagt TSG-Chefcoach Sebastian Hoeneß. „Gerade in anspruchsvollen Zeiten erkennt man den Wert einer Partnerschaft. Die Unterstützung, die ich vom Klub, dem Team und den Fans in dieser Phase bekommen habe, war überwältigend. Das ist in dem teils harten Fußball-Geschäft nicht selbstverständlich und hat mich auch über schwierige Momente der Reha-Zeit immer getragen. Für mich stand es außer Frage, meinen Vertrag bei der TSG zu verlängern. Denn ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam die Erfolgsstory der TSG fortschreiben können,“ sagt Hübner.

 
Nach langer Verletzungspause hat Hübner wieder den Anschluss geschafft und zählt zu den wichtigen Stützen in der TSG-Defensive

Hübner vor 100. Bundesligaspiel

Der kopfballstarke Innenverteidiger kam vor der Spielzeit 2016/17 vom FC Ingolstadt in den Kraichgau und entwickelte sich zu einem der zweikampfstärksten Spieler der Bundesliga. Für die TSG steht Hübner am Sonntag gegen Arminia Bielefeld vor seinem 100. Pflichtspiel. Er absolvierte für Hoffenheim in den vergangenen Jahren 89 Erstliga-Spiele (sechs Tore), fünf DFB-Pokal-Einsätze (ein Treffer), drei Champions-League- und zwei Europa-League-Partien (ein Tor).

Fotos: Kraichgaufoto

Hoffenheim möchte gegen Bielefeld zurück in die Erfolgsspur
10.000 Zuschauer sind erlaubt - Fanhaus öffnet wieder
Freitag, 11. Februar 2022

Zum Abschluss des 22. Bundesligaspieltages empfängt die TSG Hoffenheim am Sonntag um 17.30 Uhr in der Sinsheimer PreZero-Arena den Tabellenfünfzehnten Arminia Bielefeld. Nach zuletzt drei Niederlagen in der Liga rutschten die Kraichgauer von einem Champions League-Platz ins Tabellenmittelfeld auf Rang 8. Die TSG möchte nun zu ungewohnter Spielzeit am Sonntag an ihre Heimstärke mit bislang 20 Punkten aus zehn Spielen anknüpfen und mit einem Sieg über die Ostwestfalen zum einen wieder in die Erfolgsspur kommen und zum anderen den Abstand zu den internationalen Rängen nicht noch größer werden lassen.

Hinten sollte möglichst die Null stehen

Dass in der Mannschaft aufgrund der aktuellen Ergebniskrise eine Unzufriedenheit zu verspüren ist, machte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß bei der heutigen Pressekonferenz deutlich: „Man merkt, dass eine gewisse Unzufriedenheit da ist, weil wir länger nicht mehr gewonnen haben und es uns alle wirklich nervt, vom Gegner immer zu hören, dass wir die bessere Mannschaft waren. Wir wollen nicht schon wieder mit leeren Händen dastehen, wollen unseren Weg weitergehen und müssen uns den Sieg noch mehr erkämpfen, erarbeiten und erzwingen, um den Bock umstoßen.“ Hoeneß legt gegen die Bielefelder nach den zuletzt vielen Gegentreffern viel Wert auf eine sichere Defensive: „Wir möchten am liebsten zu Null spielen, auf jeden Fall weniger Gegentore bekommen als zuletzt. Das müssen wir, um zu punkten, den erhofften Heimsieg einzufahren und am Ende nicht wieder mit leeren Händen dazustehen. Das darf uns nicht mehr passieren, wenn wir in dieser Saison noch über Ziele sprechen möchten.“

 
TSG-Coach Hoeneß erhofft sich am Sonntag endlich wieder ein Erfolgserlebnis

Gegen die Distanzschuss-Spezialisten noch ungeschlagen

Erst fünf Mal standen sich beide Teams bislang gegenüber, dabei gab es zwei TSG-Siege und drei Unentschieden. Bemerkenswert: Hoffenheim kassierte in allen fünf Partien erst einen Bielefelder Gegentreffer. Doch von solchen Statistiken sollten sich die Gastgeber nicht blenden lassen. Die Arminen sind nach zuletzt drei Siegen und drei Unentschieden so lange ungeschlagen wie kein anderes Bundesligateam. Auswärts holte das Team von Trainer Frank Kramer sieben Punkte aus drei Spielen. Besonders gefährlich sind die Gäste bei Distanzschüssen. Fast ein Viertel ihrer bisher erzielten Saisontreffer wurden aus der Ferne erzielt. Was die Laufbereitschaft betrifft, belegen die Arminen einen weiteren Ligaspitzenwert. Hoeneß hat seine Spieler bereits auf die Bielefelder Stärken eindringlich informiert: "Sie haben etwa 30 Prozent ihrer Tore durch Weitschüsse erzielt und auch etwa 30 Prozent durch Konter. Das müssen wir verhindern. Wir wollen das Zepter in die Hand nehmen, uns nicht einlullen lassen, sondern aktiv und zielstrebig sein.“

Trainer Kramer und Stürmer Hack mit TSG-Vergangenheit

Für Trainer Kramer, der von Sommer 2011 bis März 2013 in Hoffenheim unter anderem zwei Mal als Interimstrainer tätig war wird es ebenso eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte wie für Stürmer Robin Hack. Der gebürtige Pforzheimer wechselte im Sommer 2012 von der Jugendabteilung des Karlsruher SC nach Hoffenheim, wo er von der U17 aufwärts alle Jugendmannschaften durchlief und in der Saison 2017/18 seine ersten drei Bundesligaspiele für die Blau-Weißen bestritt. Aufgrund fehlender Perspektiven wechselte Hack im Sommer 2019 zum Zweitligisten 1. FC Nürnberg, wo er zwei Spielzeiten blieb, ehe er in der Saison 2021/22 auf die Bielefelder Alm wechselte.

 
Hoffenheims Kaderabek (re.) kehrt gegen Bielefeld nach überstandener Verletzung wieder in den Kader zurück

Wiesendanger Bedachungen

"Die Ergebnisse müssen jetzt kommen"

Nach der Niederlagenserie wächst bei den ambitionierten Hoffenheimern zunehmend der Erfolgsdruck. Man möchte zudem den eigenen Ansprüchen in Richtung internationalem Geschäft gerecht werden und sich nicht mit einem gesicherten Mittelfeldplatz begnügen. Den Erwartungsdruck verspürt auch Pavel Kaderabek, der nach überstandener Verletzung gegen Bielefeld sein Comeback feiern möchte. Gegenüber dem kicker sagte der Tscheche: "Wir brauchen jetzt ein Erfolgserlebnis, wir müssen noch mehr darum kämpfen, Tore zu erzielen und das Glück zwingen. Wir werden alles dafür geben, dass wir am Ende auf einem internationalen Platz stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Ergebnisse jetzt kommen."

Entscheidend, wer das erste Tor schießt

TSG-Coach Hoeneß erwartet ein enges Match, bei dem es gilt nicht in Rückstand zu geraten: „Es wird ein intensives Spiel, sie sind sehr laufstark, führen viele Zweikämpfe und haben eine gute Phase. Deshalb verfügen sie auch über eine gewisse Leichtigkeit in ihren Aktionen. Wir müssen ein frühes Gegentor verhindern, am besten selbst das frühe Tor machen - dann wird es deutlich leichter, Bälle zu erobern und umzuschalten."

 
Endlich sind wieder mehr Zuschauer zugelassen. Man darf gespannt sein, ob alle 10.000 Tickets verkauft wurden.

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Kramaric erneut an Corona erkrankt

Verzichten müssen die Hoffenheimer am Sonntag auf ihren kroatischen Rekordtorschützen Andrej Kramaric, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Nach Vereinsinformationen hat sich der 30-Jährige in häusliche Isolation begeben und soll nur leichte Erkältungssymptome haben. Für Kramaric ist es nach Oktober 2020, wo er sich bei einer Länderspielreise angesteckt hatte, bereits die zweite Infektion mit dem Virus. Weiterhin werden am Sonntag Ermin Bicakcic, Robert Skov und Chris Richards nicht dabei sein. Nachwuchstalent Tom Bischof ist bei der Nationalmannschaft und Angelo Stiller ist krank. Dafür stehen Pavel Kaderabek und Kevin Akpoguma, die beide in der zurückliegenden Woche mit der Mannschaft trainiert haben, wieder im Kader.

Fanhaus wieder geöffnet

Aufgrund der neuen politischen Vorgaben dürfen ab diesem Spieltag wieder mehr Zuschauer in die Stadien. In Sinsheim sind am Sonntag maximal 10.000 Zuschauer erlaubt. Man darf gespannt sein, inwiefern das zulässige Kartenkontingent von den Hoffe-Fans  ausgeschöpft wird, nachdem im bisherigen Saisonverlauf die Nachfrage etwas zu wünschen übrig ließ. Ab sofort ist auch das Fanhaus wieder geöffnet und steht den TSG-Fans vor dem Spiel als Zusammenkunft zur Verfügung. Geöffnet wird das Fanhaus am Sonntag zwei Stunden vor Spielbeginn, der Zutritt erfolgt auch hier nur nach der 2G+-Regel, Essen und Getränke werden angeboten.

Fotos: Kraichgaufoto

Weitere Fotos zum Bericht
Die Weichen für die Zukunft sind gestellt
TSG Hoffenheim ist personell sehr gut aufgestellt
Mittwoch, 9. Februar 2022

Die TSG Hoffenheim hat ihre sportlichen Perspektiven durch die Investition in den bestehenden Spielerkader weiter gefestigt. Zuletzt haben acht Profis ihre Verträge, teils auch langfristig, beim Kraichgauer Bundesligisten verlängert. Nachdem im vergangenen Dezember Torhüter Oliver Baumann und Stürmer Ihlas Bebou sich langfristig gebunden hatten, folgten zu Jahresbeginn die Vertragsverlängerungen des vom FC Augsburg heiß umworbenen Abwehrchefs Kevin Vogt, Jung-Nationalspieler David Raum, Publikumsliebling Pavel Kaderabek, Ersatzkeeper Philipp Pentke sowie des 19-jährigen französischen Sturmtalents Georginio Rutter. Zudem konnte das heiß umworbene Nachwuchstalent Tom Bischof in den Profikader integriert und mit einem Vertrag bis 2025 ausgestattet werden. „Tom ist ein enormes Talent, das trotz seines jungen Alters neben seinen außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten bereits über eine beachtliche Reife verfügt“, sagte Hoffenheims Direktor Profifußball Alexander Rosen lobend über den 16-Jährigen.

 
Alexander Rosen, Hoffenheims Direktor Profifußball, ist mit der Kaderplanung über die laufende Saison hinaus schon weit fortgeschritten. Wichtige Stammkräfte konnten gehalten werden.

"Bestätigung für den nachhaltigen Hoffenheimer Weg"

„Dass sehr viele Spieler ihre Verträge bei uns meist sehr langfristig verlängert haben, bewerte nicht nur ich als Bestätigung für unseren nachhaltigen Hoffenheimer Weg. Wir haben zudem dafür gesorgt, dass das Gerüst des Teams für die nächsten Jahre steht, um weiterhin unser anspruchsvolles Ziel zu erfüllen, in der Bundesliga stets um die internationalen Plätze mitspielen zu können,“ wird ein zufriedener Gesellschafter und Mäzen Dietmar Hopp zitiert. Für Trainer Sebastian Hoeneß ist es eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg: „Es sind alles Achsenspieler, mit denen wir die Zukunft gestalten wollen.“

Zwei interessante Neuzugänge

Der einzige Neuzugang in der abgelaufenen Wechselperiode ist das 18-jährige Talent Justin Che vom FC Dallas. Die TSG hat den Abwehrspieler bis zum 30. Juni 2023 ausgeliehen und sich danach eine Kaufoption gesichert. Als ersten Neuzugang für die Saison 2022/23 wurde der deutsche U21-Nationalspieler Finn Ole Becker ablösefrei vom Zweitliga-Spitzenklub FC St. Pauli verpflichtet. Er unterschreibt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026.„Finn ist ein sehr talentierter Spieler mit überragenden fußballerischen Fähigkeiten, der im Mittelfeld sehr variabel eingesetzt werden kann. Er ist ein ebenso cleverer wie kreativer Spieler, der auf dem Platz auch in Drucksituationen immer in der Lage ist, spielerische Lösungen zu finden“, sagte Rosen lobend über den Linksfuß.

 
Liegt die Zukunft bei Andrej Kramaric weiter in Hoffenheim oder liebäugelt der Kroate mit einem Vereinswechsel im Sommer?

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Wann unterschreibt Kramaric?

Offen ist noch die Personalie Andrej Kramaric. Der Hoffenheimer Rekordtorschütze zögert noch, seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag zu verlängern, wenngleich er sich zuletzt vielsagend gesprächsbereit zeigte: „Ich denke ganz positiv. Wir werden sehen. Ich kann auch ehrlich sagen, dass wir reden. Es ist möglich, dass ich bleibe.“ Der Kroate wollte ursprünglich schon vor der Saison den Verein verlassen, was jedoch am Veto der TSG und des finanziell zu geringen Transferangebots scheiterte. Nachdem der Stürmer im bisherigen Saisonverlauf nicht an die guten Leistungen der Vorjahre anknüpfen konnte und erst auf drei Saisontreffer kommt, haben auch die Begehrlichkeiten der in fragekommenden ausländischen Spitzenklubs am 30-Jährigen nachgelassen. Von daher ist es gut möglich, dass Kramaric sich für das ihm vorliegende Hoffenheimer Angebot entscheiden wird und weiterhin Spitzenverdiener bei den Blau-Weißen bleibt. Auch der Vertrag von Kapitän Benjamin Hübner endet am Saisonende. Es ist davon auszugehen, dass sich der Innenverteidiger und der Verein über eine Vertragsverlängerung in den nächsten Tagen einigen werden.

Kadergröße wurde etwas minimiert

Aufgrund der Tatsache, dass man in dieser Saison nicht international vertreten und auch im Pokalwettbewerb bereits ausgeschieden ist, wurde der bestehende große Spielerkader noch etwas verdünnt. So konnte kurz vor Schließung des Wintertransferfensters der nicht mehr berücksichtigte Rechtsverteidiger Joshua Brenet in die niederländische Eredivisie zum FC Twente Enschede transferiert werden. Der an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehene niederländische Innenverteidiger Justin Hoogma wechselte zu seinem Heimatverein Heracles Almelo. Um zu mehr Einsatzzeiten zu kommen wurden zudem bis Saisonende Sargis Adamyan an den amtierenden belgischen Meister FC Brügge, der von Ex-TSG-Coach Alfred Schreuder trainiert wird, Mijat Gacinovic an den griechischen Super-League-Klub Panathinaikos Athen, Joao Klauss de Mello an den belgischen Erstligisten VV St. Truiden und Melayro Bogarde an den niederländischen Erstligisten FC Groningen bis Saisonende ausgeliehen.

 
Beim Spielerkader der TSG Hoffenheim zu Saisonbeginn hat sich inzwischen einiges verändert

Grillitsch sucht neue Herausforderung

Definitiv verlassen wird nach fünf Jahren Florian Grillitsch am Saisonende die Kraichgauer. Nachdem der Vertrag des technisch versierten und vielseitig einsetzbaren 33-fachen österreichischen Nationalspieler ausläuft, haben einige internationale Spitzenklubs bereits Interesse signalisiert. Ein sich abzeichnender Transfer zur AC Mailand war im vergangenen Sommer kurz vor Schließung des Transferfensters gescheitert, weil sich die Vereine nicht über die Ablöse einigen konnten, Milan hatte angeblich inklusive Bonuszahlungen knapp zehn Millionen Euro geboten.

Höchstes Transferplus in der Bundesliga

Eine beachtliche Bestätigung der guten Arbeit: Das Portal „CIES Football Observatory“ hat die Ein- und Ausgaben der Vereine auf dem Transfermarkt in den vergangenen zehn Jahren ausgewertet und ein Ranking erstellt – mit einem herausragenden Ergebnis für die TSG: Denn Hoffenheim belegt dabei den ersten Platz in der Bundesliga und hat seit 2012 das größte Transfer-Plus in Deutschland erwirtschaftet. Auch europaweit gehört die TSG zu den besten Vereinen und liegt von allen Klubs der Top-5-Ligen (Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien) auf Rang neun.

Fotos: Kraichgaufoto (3) und Kraichgausport (1)

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Liegt es wirklich nur an Kleinigkeiten, dass die Ergebnisse nicht stimmen?
Situationsbericht über die TSG Hoffenheim
Dienstag, 8. Februar 2022

Die aktuelle sportliche Situation bei Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim ist ergebnistechnisch weiterhin sehr schwankend. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass immer wieder nach einem vielgelobten und begeisternden Aufschwung der nächste Rückfall bzw. tabellarische Absturz nicht allzulange auf sich warten lässt. So oder so ähnlich könnte man die Situation bei den Hoffenheimern rückblickend auf die letzten Wochen und Monate umschreiben. Nachdem die Kraichgauer gegen Ende des vergangenen Jahres nach einer Erfolgsserie von sieben ungeschlagenen Bundesligapartien bis auf Champions League-Rang 3 hochkletterten, rutschten sie jetzt im neuen Jahr nach drei Niederlagen in Folge wieder ins Tabellenmittelfeld. Hinzuzählen muss man noch eine aufgrund von schwachen Leistungen verdiente 1:4-Pokalpleite im DFB-Pokal-Achtelfinale in der heimischen Arena gegen den badischen Nachbarn SC Freiburg.

 
Wohin führt der Weg der TSG Hoffenheim im weiteren Saisonverlauf?

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Das Spielglück ist abhanden gekommen

Enttäuschend ist vor allem die Art und Weise, wie die Kraichgauer in den letzten drei Ligaspielen gegen Union Berlin (1:2), Borussia Dortmund (2:3) und FSV Mainz 05 (0:2) trotz spielerischer Überlegenheit und deutlichem Chancenplus sich am Ende um den verdienten Lohn für ihre Mühen brachten. In einer größtenteils ausgeglichenen Liga entscheiden oftmals Kleinigkeiten über den Spielausgang. Gerade hier zeigte sich das Team von Trainer Sebastian Hoeneß zuletzt sehr großzügig in den Bereichen Effizienz und Chancenverwertung. Hinzu gesellt sich noch das fehlende Spielglück, auf das man sich während der Erfolgsserie noch verlassen konnte und das jetzt im neuen Jahr abhandengekommen ist.

Punkte leichtfertig liegengelassen

Sportlich erfolgreiche Konstanz auf hohem Niveau ist schwer trainierbar und ist neben der erforderlichen fußballerischen Qualität vor allem Kopfsache. Von einem erstklassig auch in der Breite aufgestellten Kader, der mit vielen Nationalspielern bestückt ist und sich seit längerer Zeit personell keinen größeren Veränderungen unterziehen musste, dazu noch regelmäßig personell verstärkt wird, ist eigentlich mehr zu erwarten. Diese Ansicht vertritt auch Gesellschafter und Mäzen Dietmar Hopp, als er das ehrgeizige Ziel für die nächsten Jahre mit einer Platzierung unter den Top 6 in der Bundesliga verkündete. Leichtfertig liegengelassene Punkte wie gegen Bochum, Union Berlin, Dortmund oder Mainz dürften daher nicht so sorglos verschenkt werden, wenn sich diese Zielsetzung verwirklichen soll.

 
Ein engagierter TSG-Trainer Sebastian Hoeneß - kann er die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur bringen?
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Kleinigkeiten machen am Ende den Unterschied aus

Christoph Baumgartner nerven diese verlorenen Punkte. Für den österreichischen Nationalspieler liegt es oft „an Kleinigkeiten, die am Ende den Unterschied ausmachen“„Wir müssen an unsere eigene Nase fassen, denn wir hätten so manches Spiel frühzeitig auf unsere Seite lenken können. Wenn wir in Führung gehen, gehen diese Spiele anders aus“, ergänzt der Mittelfeldspieler selbstkritisch. Defensivspieler Kevin Vogt vergleicht die Erfolgsserie mit der aktuellen Ergebniskrise: „Damals sind diese Kleinigkeiten auf unsere Seite gefallen, jetzt fallen sie zum Gegner.“ Auch Rekordtorschütze Andrej Kramaric hofft auf eine baldige Wende: „Es geht um Tore und die haben wir nicht erzielt. Wir müssen noch härter daran arbeiten, dass wir vor dem Tor besser werden. Ich hoffe, dass sich das bald ändert. Wir trainieren gut und sind fokussiert, aber die Ergebnisse stimmen leider aktuell nicht."

Ursachenforschung fällt schwer

Viel mehr Großzügigkeit kann sich die Hoeneß-Truppe nicht mehr leisten, vor allem nicht gegen die nächsten Gegner Arminia Bielefeld, VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart, 1. FC Köln und Bayern München. Von dem Lob, dass es zuletzt von den gegnerischen Trainern regelmäßig gab, können sich die Nordbadener aufgrund der unbefriedigenden Punktausbeute nichts kaufen. Selbst bei der Ursachenforschung tut man sich schwer. Fehlt es an der nötigen Gier, dem uneingeschränkten Siegeswillen oder der richtigen Einstellung? Folgt man den Aussagen von Trainern und Spielern sind alle Beteiligten stets hochkonzentriert und mit großer Begeisterung bei der Sache.

 
Fehlende Effizenz und mangelhafte Chancenverwertung gilt es abzustellen, um das Ziel Europapokalteilnahme nicht aus den Augen zu verlieren

"Gute Ausgangslage leichtfertig verspielt"

In Fankreisen kommen diese Statements inzwischen nicht mehr so gut an, oft wird von „Realitätsverlust“ gesprochen. „Da wird phasenweise der Gegner bei viel Ballbesitz und deutlichem Chancenplus an die Wand gespielt und am Ende steht man mit leeren Händen da. Die Mannschaft tut sich besonders schwer, wenn sie in Rückstand gerät und der Gegner die Räume eng macht und leidenschaftlich verteidigt“, bringt es Hoffe-Fan Peter K. aus Sinsheim auf den Punkt. „Wir haben unsere gute Ausgangslage durch die Niederlagenserie leichtfertig verspielt, das hätte nicht sein müssen, zumal wir den letzten Gegnern immer überlegen waren. Um Europapokal spielen zu können muss man auf konstant hohem Niveau spielen, das fehlt uns derzeit“, ergänzt Heike S. aus Waibstadt.

Reicht es für Europa?

Hoffnung macht dabei ein Blick auf die Tabelle, die verdeutlicht wie eng die Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte - mit Ausnahme der Bayern – beisammen liegen. Mit einer erneuten positiven Serie können sich die Blau-Weißen wieder in die Tabellenregionen vorarbeiten, wo sie ihr größter Gönner am Saisonende gerne sehen möchte. Noch ist alles möglich, es liegt zu 1899-prozentig nur an der richtigen Umsetzung. TSG-Fan Philipp M. aus HD-Kirchheim blickt deshalb weniger kritisch in die nahe Zukunft: „Auch die anderen Mannschaften durchlaufen Höhen und Tiefen. Und wer hätte gedacht, dass Mönchengladbach und Wolfsburg sich mit Abstiegssorgen beschäftigen müssen. Ich bin optimistisch, dass aufgrund des ausgeglichenen Kaders es am Ende doch noch zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte für eine internationale Platzierung reichen wird.“ Dietmar Hopp würde sich sicherlich am meisten darüber freuen!

Fotos: Kraichgaufoto

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Erneute Hoffenheimer Niederlage in einem Spiel der Rekorde
Negativlauf setzt sich fort - TSG verliert 2:0 in Mainz
Samstag, 5. Februar 2022

Die Negativserie der TSG Hoffenheim nimmt am 21. Bundesligaspieltag eine weitere Fortsetzung. Die Kraichgauer kassierten beim 0:2 in Mainz ihre vierte Pflichtspielniederlage in Serie und rutschten in der Tabelle runter auf Platz 8, mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem Zehnten Mainz 05. Die Treffer für die am Ende glücklicheren Rheinessen erzielten in der Schlussphase innerhalb von vier Minuten Lee (79.) und Niakhate (83./Handelfmeter). Für das Team von Trainer Hoeneß war es zugleich die 100. Auswärtsniederlage in der höchsten deutschen Spielklasse seit dem Aufstieg 2008. Es war eine durchaus vermeidbare (Jubiläums-)Niederlage, die sich nahtlos an das 1:2 bei Union Berlin und dem 2:3 gegen Borussia Dortmund anreihen konnte. Die TSG zeigte eine solide, teils recht ansehnliche Leistung mit der Mehrzahl an Torchancen, bei der sie es nur versäumte, die entscheidenden Tormöglichkeiten effizienter zu nutzen. Und wie schon in den vergangenen Partien kam dann auch noch Pech hinzu, oder besser formuliert das Aluminium stand wieder im Weg. Nach den beiden Pfostentreffern von Rutter und Dabbur erhöhte sich die Quote auf 14 Aluminiumtreffer, was zugleich Liga-Höchstwert ist.

 
Zum Haare ausraufen. TSG-Stürmer Kramaric vermisst derzeit das nötige Glück für seine Mannschaft.

Heidelberger

Höhepunktarme erste Spielhälfte

Die Kraichgau begannen mit einem 4-2-3-1-System und hatten anfangs mehr Spielanteile. Bereits nach vier Minuten bot sich die Chance zur Führung, nachdem Rutter eine Kramaric-Flanke an den linken Pfosten köpfte. Die Gastgeber taten sich schwer ins Spiel zu finden und kamen in einer wenig unterhaltsamen, einer von Taktik geprägten und umkämpften ersten Hälfte kaum gefährlich in Torraumnähe. In einem Duell zweier stabil stehender Defensivreihen fehlte es an Überraschungsmomenten. Folglich führte diese Neutralisierung zu einer torlosen, wenig begeisterden ersten Hälfte.

Zweiter Pfostentreffer für die TSG

Die Gäste kamen engagierter aus der Halbzeitpause und hatten erneut Pech, als Dabbur mit einem Kopfball am Mainzer Pfosten scheiterte (47.). Die Partie schien nun endlich an Fahrt aufzunehmen, nachdem beide Torhüter mit Glanzparaden mögliche Rückstände verhinderten. Zunächst parierte Zentner einen Kramaric-Schuss (48.) und wenig später wehrte Baumann einen Distanzschuss des Mainzers Stach zur Ecke ab (52.). Doch danach verflachte das Geschehen wieder, es kam auf beiden Seiten kein Tempo ins Spiel, jegliches Risiko wurde vermieden. Erst als Bebou aus spitzem Winkel das Außennetz des Mainzer Tores traf (64.) wurde es lebhafter. Die bis dahin größte FSV-Chance bot sich Onisiwo, der aus kurzer Distanz aus der Drehung am Tor vorbei schoss (67.). Fast im Gegenzug verpasste Stiller nach einer Raum-Flanke per Kopfball die TSG-Führung (68.). Das Spiel wurde lebhafter und chancenreicher. Beide Teams agierten zielstrebiger, gingen mehr Risiko.

 
Hängende Köpfe bei Hübner (li.9 und Grillitsch. Die Enttäuschung nach der vierten Niederlage in Folge in groß.
Gardinen Schlenker

Doppelpack der Mainzer entscheidet das Spiel

Und doch fiel etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt die Mainzer Führung durch den eingewechselten südkoreanischen Nationalspieler Lee, der nach einem Fehlpass von Raum einen Gegenangriff nach herrlichem Doppelpass mit Onisiwo eiskalt zum 1:0 abschloss (79.). Für den Mainzer Sportdirektor Schmidt fiel der Führungstreffer zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt: „Das Tor zum 1:0 war für uns wie ein Frustlöser in einer Phase, wo wir nicht gut im Spiel waren.“ Die endgültige Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem unbeabsichtigten Handspiel von Geiger, der den Ball reflexartig mit ausgestrecktem Arm berührte, entschied Schiri Dingert mit Hilfe des Videobeweises auf Strafstoß. FSV-Kapitän Niakhate ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 2:0-Endstand (83.). Für die Rot-Weißen war es der 33. verwandelte Elfmeter in Folge, was zugleich Bundesligarekord ist. Einen weiteren Ligarekord stellten die Mainzer mit dem fünften Heimsieg in Folge ohne Gegentreffer auf. Trainer Svensson hat seine Erfolgsserie gegen die Hoffenheimer weiter ausgebaut und konnte mit seiner Mannschaft das Ergebnis aus dem Hinspiel wiederholen.

 
Abwehrchef Vogt (Mitte) empfiehlt eine interne Ausprache
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Fehlendes Glück, kein Lohn und intern schärfer die Meinung sagen

TSG-Stürmer Kramaric vermisst das nötige Glück: „Ich glaube, dass wir das etwas bessere Team waren, aber das ist nicht entscheidend. Es geht um Tore und die haben wir nicht erzielt. Das Glück ist aktuell nicht unserer Seite.“ Sturmpartner Dabbur vermisst den verdienten Lohn: „Am Ende zählen nur die Tore. Die Leistungen haben zuletzt eigentlich gestimmt, aber leider bekommen wir nicht die Ergebnisse als Lohn. Das müssen wir nun analysieren, damit es nächste Woche besser klappt.“ Und für Abwehrchef Vogt würde eine Aussprache gut tun: „Wir können uns jetzt intern auch mal ein wenig schärfer die Meinung sagen und den Finger in die Wunde legen. Wir stehen als Team zusammen, darum ist das okay und darum kommen wir aus dieser Situation auch wieder raus.“
Gelegenheit wieder in die Erfolgsspur zu kommen haben die Nordbadener am Sonntag, den 13. Februar im Heimspiel gegen Arminia BielefeldDie Partie des 22. Spieltages findet um 17.30 Uhr in Sinsheim statt.

Statistik:

1. FSV Mainz 05: Zentner – Bell, Hack, Niakhate – Widmer, Stach (89. Stöger), Aaaron – Barreiro (67. Lee), Boetius (67. Kohr) – Burkhardt (87. Szalai), Onisiwo (87. Burgzorg)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch (63. Nordtveit), Vogt, Hübner (62. Grillitsch) – Bebou (84. Bruun Larsen), Geiger, Stiller, Raum – Kramaric – Dabbur (62. Baumgartner), Rutter
Tore: 1:0 Lee (79.), 2:0 Niakhate (83./Handelfmeter)
Schiedsrichter: Dingert
Zuschauer: 6.800

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheim möchte in Mainz wieder in die Erfolgsspur zurück
Kann die TSG bei heimstarken Mainzern ihre negative Bilanz aufbessern?
Donnerstag, 3. Februar 2022

Nach dem spielfreien Wochenende setzt die Fußball-Bundesliga ihren Spielbetrieb mit dem 21. Spieltag wieder fort. Dabei gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr beim FSV Mainz 05. Das Duell zwischen dem Tabellenzehnten gegen den Siebten verspricht angesichts der letzten Aufeinandertreffen nicht nur eng umkämpft, sondern auch torreich zu werden. Die gastgebenden Rheinhessen erzielten gegen die TSG bereits 47 Treffer, so viele wie gegen kein anderes Team. Die Bilanz gegen die Kraichgauer ist zudem bei nur einer Niederlage aus den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen positiv, zuletzt gab es zwei Siege und ein Remis. Auch in der Gesamtbilanz der bisherigen 25 Ligaduellen liegt der selbsternannte Karnevalsverein mit elf Siegen und sieben Niederlagen vorne. 

 
Hoffenheims Baumgartner umringt von mehreren Mainzer Gegenspielern

Heimstärke ist das große Plus

Das große Plus des FSV Mainz 05 ist seine Heimstärke: 21 seiner 27 Punkte holte man daheim, nur fünf Gegentreffer in der heimischen MEWA-Arena sind Ligaspitzenwert. Die letzten drei Heimspiele wurden alle ohne Gegentreffer gewonnen. Sollte sich dies gegen die Hoffenheimer fortsetzen, würde das Team von Trainer Bo Svensson einen neuen Vereinsrekord aufstellen. TSG-Coach Sebastian Hoeneß sieht den nächsten Gegner als große Herausforderung, auch wenn dieser drei seiner vier Rückrundenspiele zuletzt verlor: „Mainz ist gut unterwegs. Auch sie haben Schwankungen in der Liga erfahren. Zuletzt waren sie mit den Ergebnissen nicht zufrieden, dennoch sind sie vor allem Zu Hause unangenehm zu bespielen. Das wird eine große Herausforderung. Unter Bo Svensson will Mainz über hohe Balleroberungen schnell zum gegnerischen Tor spielen.“

Niederlagenserie gilt es zu beenden

Man darf gespannt sein, wie sich die Hoffenheimer gegen diese Heimmacht zur Wehr setzen werden, zumal man zuletzt eine Negativserie von drei Pflichtspielniederlagen in Folge hinnehmen musste. Nach einem 1:2 bei Union Berlin, dem 1:4-Pokal-Aus gegen den SC Freiburg sowie einem 2:3 gegen Borussia Dortmund rutschten die Blau-Weißen von einem Champions League-Platz aus den internationalen Rängen auf Platz 7. Mainz könnte bei einem weiteren Heimsieg bis auf einen Zähler an die TSG heranrücken. Hoeneß lässt sich von den Misserfolgen in der zurückliegenden Englischen Woche nicht beirren: „Gegen Freiburg waren wir mit der Leistung nicht zufrieden, das war in Berlin und gegen Dortmund anders.“ Der Fokus in der zurückliegenden Länderspielpause lag schwerpunktmäßig in den Strafräumen, sowohl defensiv als auch offensiv. Zudem nutzten die Hoffenheimer ein Testspiel gegen Elversberg, um Spieler einzusetzen, die zuvor wenig oder kaum Spielzeiten hatten. Das Ergebnis des 4:3-Sieges war dabei eher zweitrangig.

 
Der sprintstarke Bebou enteilt seinen Gegenspielern. Der TSG-Stürmer traf jeweils in den letzten drei Duellen gegen Mainz.
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Svensson trifft gerne auf Hoffenheim

FSV-Coach Svensson kann sehr selbstbewusst auf das nächste Spiel blicken, zumal der 42-jährige Däne sowohl als Spieler (vier Siege und ein Unentschieden), wies auch als Trainer (zwei Siege) bisher noch nie gegen Hoffenheim verloren hat. Bei den Gästen hofft man auf weitere Treffer ihres bislang besten Schützen Ihlas Bebou (sieben Saisontreffer). Der Stürmer erzielte in den letzten drei Spielen gegen Mainz jeweils einen Treffer. Auch ist die Hoffnung groß, dass bei Sturmpartner Andrej Kramaric endlich der Knoten geplatzt ist, nachdem er zuletzt gegen Dortmund seinen sehnlichst erwarteten 100. Pflichtspieltreffer für die TSG erzielen konnte. Neuzugang Justin Che ist noch keine Option für das Spiel am Samstag. Hoeneß bei der Pressekonferenz: "Für ihn kommt das Spiel in der Startelf zu früh, dafür hatte er zu lange keine Spielpraxis, da würde ich ihm keinen Gefallen tun, ihn direkt reinzuwerfen."

 
TSG-Torjäger Kramaric (re.) beim Torschuss. Die TSG-Fans hoffen, dass der Kroate wieder zur alten Form zurück findet.

Endlich wieder mehr Zuschauer erlaubt

Personell müssen die Nordbadener weiterhin verletzungsbedingt auf Ermin Bicakcic (Kreuzband), Robert Skov (Oberschenkelverletzung), Marco John (Trainingsrückstand), Kevin Akpoguma (Oberschenkelprobleme) und Pavel Kaderabek (Oberschenkelprobleme) verzichten. Chris Richards (Fußprellung) wird ebenso fehlen wie der Gelbgesperrte Sebastian Rudy.
Gemäß der aktuellen Corona-Bestimmungen des Landes Rheinland-Pfalz sind zu dieser Partie unter Voraussetzung der 2G-Regelung 6.800 Fans zugelassen. Hoeneß freut dies, auch wenn es eher den Gastgebern am Samstag zu Gute kommen wird: „Wir haben vor zwei Wochen bei Union Berlin gespielt und dort haben wir gemerkt, was Zuschauer ausmachen. Das tut jeder Mannschaft gut. Fußball ist ein emotionaler Sport und es gibt immer wieder Phasen, in denen man einen Push durch die Fans benötigt.“ 

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG verliert aufgrund fehlendem Spielglück gegen effektive Dortmunder
Hoffenheim kassiert dritte Niederlage innerhalb einer Woche
Samstag, 22. Januar 2022

Die Ausbeute der zurückliegenden Englischen Woche war aus Sicht der TSG Hoffenheim alles andere als zufriedenstellend. Zwei Niederlagen in der Bundesliga gegen Union Berlin (1:2) und Borussia Dortmund (2:3) sowie das Pokal-Aus im DFB-Achtelfinale gegen den SC Freiburg (1:4) haben den Höhenflug der Kraichgauer jäh gestoppt. Am 20. Bundesliga-Spieltag kassierten die Hoffenheimer trotz starker Leistung gegen besonders effektive Dortmunder ihre erste Liga-Heimniederlage seit vier Monaten. Die Treffer in einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen Partie erzielten für den BVB Haaland (6.), Reus (58.) und Raum (67./Eigentor). Für die TSG trafen Kramaric (45. +1) und Georginio (77.). Die TSG rutschte durch die siebte Saisonniederlage von einem Champions League-Platz runter auf Rang 6.

"Es war ein schmeichelhafter Sieg"

Für TSG-Trainer Hoeneß kein Grund zur Besorgnis: „Wir haben eine starke Leistung geboten und waren die spielbestimmende Mannschaft. Am Ende können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen“. Lob gab es auch vom glücklichen Sieger, der alle seine drei Ligaspiele im neuen Jahr gewinnen konnte. Trainer Rose: „Ab der 15. Minute hat uns Hoffenheim das Leben sehr schwer gemacht. Es war ein schmeichelhafter Sieg für uns.“ BVB-Kapitän Reus: „Es war für uns ein Sieg des Willens und der Effektivität.“

 
Einer von vielen packenden Zweikämpfen: Hoffenheims Raum wird hart, aber fair vom Ball getrennt

Kraichgaufoto

Dortmunds erste Chance sitzt

Zum Spiel: Kapitän Hübner feierte vor den zulässigen 500 lautstarken Zuschauern - darunter auch Bundestrainer Flick - nach mehr als eineinhalb Jahren und 66 Pflichtspielen Verletzungspause sein Startelf-Comeback. Der Verteidiger wurde wie seine Kollegen bereits nach fünf Minuten eiskalt erwischt. Die Gäste gingen mit ihrer ersten Toraktion nach herrlichem Spielzug und der Vorarbeit von Malen durch Torjäger Haaland 1:0 in Führung. Dem kurz darauf für den verletzten Baumgartner eingewechselten Rutter blieb wenig später der Ausgleich verwehrt, als er mit einem Kopfball am rechten innenpfosten scheiterte (11.). Das Pech blieb den Gastgebern treu, als ein weiterer Kopfball von Richards an die Latte prallte (23.). Gegen die immer stärker werdenden Blau-Weißen hatten die Ostwestfalen nichts entgegenzusetzen, agierten viel zu passiv und konnten sich keine Chancen erspielen. Hoffe drückte und erspielte sich zahlreiche Chancen. Die Beste bot sich Rutter in der 41. Minute, als er frei vor dem Tor noch mal quer auf den mitgelaufenen Kramaric legte, aber Akanji mit einem langen Bein den Ball vor dem leeren Tor gerade noch zur Ecke klären konnte.

Kramaric beendete Torflaute

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel er dann doch, der längst fällige Ausgleich. Eine Flanke von Bebou auf den zweiten Pfosten setzte der zuletzt glücklose Kramaric mit einer Volleyabnahme ins rechte unter Eck zum 1:1 (45.+1). Für den Kroaten war es der achte Treffer im zehnten Duell gegen den BVB und der insgesamt 100. Pflichtspieltreffer für die Kraichgauer.

 
Vollversammlung im Dortmunder Strafraum
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Hoffe drückt - Dortmund trifft

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte bestimmte die Hoeneß-Truppe weiter das Geschehen. Nachdem Rutter aus spitzem Winkel frei vor Torhüter Kobel nur das Außennetz traf (47.), stellten die Gäste auf Dreier-/Fünferkette um und gingen kurz darauf mit ihrem zweiten Torschuss in Führung. Nach herrlichem Pass von Malen, bei dem Hübner schlecht aussah, vollendete Reus frei vor Baumann zur erneuten Führung (58.). Dem nicht genug, während die TSG weiter drückte, führte ein weiterer Konter über den starken Malen, der von links scharf in die Mitte passte und Hoffenheims Nationalspieler Raum beim Klärungsversuch vor Hazard den Ball ins eigene Tor beförderte zum 3:1 (67.). Zwei Torschüsse – 3:1-Führung, mehr Effektivität geht wirklich nicht!

Rutter verkürzt auf 2:3

Doch die Gastgeber gaben nicht auf und verkürzten nach herrlichem Pass von Dabbur durch den stets gefährlichen Rutter mit seinem fünften Saisontreffer auf 2:3 (77.). In der Schlussphase warf die TSG nochmals alles nach vorn und hatte durch Rudy Pech, als dieser aus acht Metern den Ball knapp neben das Tor setzte (89.).  Dabei blieb es letztendlich. Während der BVB einen glücklichen Sieg feiern konnte, musste sich die TSG aufgrund der Vielzahl an vergebenen Chancen und des fehlenden Spielglücks über sich selbst ärgern. Nach einer zweiwöchigen Pause gastieren die Nordbadener am 21. Spieltag am Samstag, den 5. Februar um 15.30 Uhr beim FSV Mainz 05.

 
Hoffenheims wieselflinker Stürmer Rutter (li.) setzt sich gegen Guerreiro durch

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Wir können uns von der Leistung heute nichts kaufen. Die ersten Minuten waren nicht so gut, aber es ist dennoch bitter, dass mit der ersten Chance direkt das 0:1 fällt. Die Jungs haben sich super gewehrt. Nach 15 Minuten ging die Partie in unsere Richtung. Wir haben nichts mehr zugelassen. Der Ausgleich war natürlich verdient und auch zu Beginn der zweiten Hälfte kommen wir super raus. Wir haben es dann verpasst, das Tor zu erzielen. Die beiden Gegentore dürfen uns nicht passieren, aber wir haben nicht aufgegeben. Leider vergeben wir die Chance zum Ausgleich. Ich kann den Jungs heute keinen Vorwurf machen, auch wenn uns das Ergebnis nicht schmeckt.“

Rose (Borussia Dortmund): „Es war ein sehr intensives Spiel, in das wir gut reingekommen sind. Nach der Führung für uns ist Hoffenheim immer besser ins Spiel gekommen. Sie haben uns dazu gezwungen, nur noch Räume zu schließen. Sie haben dennoch Lücken gefunden. In der Spieleröffnung macht es Hoffenheim sehr gut. Entsprechend war der Ausgleich auch verdient. Wir haben dann in der zweiten Hälfte umgestellt, das tat uns gut. Hoffenheim ist dann nicht mehr so in die Räume gekommen und wir haben dann zwei Treffer erzielt. Die TSG hat dann nochmal angeschoben, aber wir haben uns den Sieg erkämpft.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Richards, Vogt, Hübner (62. Nordtveit) – Bebou, Geiger (62. Rudy), Raum (83. Bruun Larsen) – Baumgartner (9. Georginio), Stiller – Dabbur, Kramaric
Borussia Dortmund: Kobel – Wolf (56. Zagadou), Akanji (84. Moukoko), Hummels, Guerreiro – Dahoud – Brandt (56. Hazard), Bellingham – Reus, Malen (84. Pongracic) – Haaland (63. Witsel)
Tore: 0:1 Haaland (6.), 1:1 Kramarić (45. +1), 1:2 Reus (58.), 1:3 Raum (67./Eigentor), 2:3 Georginio (77.)
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 500 (ausverkauft)

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG Hoffenheim holt Abwehrtalent Justin Che vom FC Dallas
Leihgeschäft mit anschließender Kaufoption
Freitag, 21. Januar 2022

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim sichert sich die Dienste eines der aktuell gefragtesten Abwehrtalente. Der 18 Jahre alte Junioren-Nationalspieler der USA Justin Che kommt vom Major League Soccer-Klub FC Dallas zunächst auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2023 in den Kraichgau. Darüber hinaus wurde eine Kaufoption vereinbart. „Justin ist ein sehr talentierter Spieler, der in der Defensive variabel eingesetzt werden kann und durch seine Schnelligkeit und seine Fertigkeiten am Ball besticht“, sagt Alexander Rosen, Direktor Profifußball über den US-Amerikaner. Neben den „extrem vielversprechenden Anlagen des Spielers“ hätten die „hochattraktiven Konditionen zum aktuellen Zeitpunkt“ den Transfer abgerundet, so Rosen weiter.

"TSG ist auch in den USA bekannt"

„Die TSG Hoffenheim ist auch in den USA für ihre erfolgreiche Arbeit mit jungen Spielern bekannt, was nicht zuletzt die Entwicklung von Chris Richards in den vergangenen Monaten eindrucksvoll beweist“, sagt Che, der auch einen deutschen Pass besitzt und fließend Deutsch spricht, da er regelmäßig seine in Mannheim lebenden Großeltern besucht.

 
Hoffenheims amerikanischer Neuzugang Justin Che (re.) bei der Vorstellung durch Alexander Rosen
Anpfiff ins Leben

Bereits an den FC Bayern ausgeliehen

Der Abwehrspieler, der altersbedingt auch noch in der U19 eingesetzt werden könnte, erhält einen festen Platz im Profikader und soll in Ruhe aufgebaut werden. Che war im vergangenen Jahr bereits von Dallas an den FC Bayern München ausgeliehen, wo er in der vergangenen Rückrunde acht Einsätze in der dritten Liga für die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters absolvierte. In den vergangenen Monaten etablierte sich der U20-Nationalspieler der USA, der auch schon zweimal im Kader der A-Nationalmannschaft seines Landes stand (noch ohne Einsatz), dann beim FC Dallas in der MLS (15 Einsätze, 3 Assists).

PM und Foto: TSG Hoffenheim

TSG möchte mit einem Sieg über den BVB zurück in die Erfolgsspur
Duell der enttäuschten Pokalverlierer - Hoffenheim empfängt Dortmund
Freitag, 21. Januar 2022

Für die TSG Hoffenheim steht zum Abschluss der englischen Woche am Samstag (15.30 Uhr) das dritte Pflichtspiel auf dem Programm. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage am letzten Spieltag bei Union Berlin und dem Ausscheiden im DFB-Pokal-Achtelfinale nach einer schmerzhaften 1:4-Heimpleite gegen den SC Freiburg erhofft man sich jetzt eine Kehrtwende. Diese soll nun ausgerechnet im Top-Spiel des 20. Spieltages gegen Borussia Dortmund erfolgen. Rückblickend auf das Pokalaus sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß auf der heutigen Pressekonferenz: „Die Enttäuschung war riesengroß. Wir hatten uns viel vorgenommen und ein gutes Gefühl. Die Energie ist leider in der Kabine geblieben. Vor allem in der ersten Hälfte konnten wir es nicht auf den Platz bringen. Jetzt geht der Blick aber nach vorn. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen.“

Für den BVB gab es in Sinsheim bislang wenig zu holen

Das Duell zwischen dem aktuell Vierten und dem Zweiten stand in der Vergangenheit schon des Öfteren für emotionale, packende und spannende Partien. Auf die heimstarken Hoffenheimer, die in der Liga seit sieben Partien (sechs Siege, ein Remis) ungeschlagen sind, wartet ein derzeit schwer einschätzbarer Gegner. Zum einen sind die Schwarz-Gelben mit zwei Siegen gegen Frankfurt (3:2) und Freiburg (5:1) optimal in die Rückrunde gestartet, doch zuletzt schied der Titelverteidiger nach einer 1:2-Niederlage bei Zweitligist FC St. Pauli aus dem Pokalwettbewerb aus. Auch wenn die Ostwestfalen ihr letztes Gastspiel in Sinsheim mit 1:0 für sich entscheiden konnten, gab es in den bisherigen 13 Gastspielen an der A6 bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen wenig zu holen.

 
Dortmunds Tormaschine Haaland steigt am höchsten. Auf ihn müssen die Hoffenheimer am Samstag ganz besonders achten.
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Hohe individuelle Klasse

Hoeneß sieht Parallelen zum letzten Gegner: „Dortmund kann genau wie Freiburg mit wenigen Kontakten schnell vor unser Tor kommen. Daher werden wir die Fehler abschalten müssen. Dortmund hat eine hohe individuelle Klasse. Da müssen wir gut strukturiert auftreten und leichte Ballverluste verhindern. Wir trauen es uns zu, etwas zu holen.“ Vor allem auf Torjäger Erling Haaland müssen die Hoffenheimer ein wachsames Auge richten. Hoeneß: „Er ist natürlich ein besonderer Stürmer. Wir werden ihn als Mannschaft verteidigen müssen. Wir müssen verhindern, dass er gut in Szene gesetzt werden kann. Vor allem in den Kontersituation ist er enorm gefährlich.“

Problemfall Kramaric

Ganz anders ist es auf der anderen Seite beim Hoffenheimer Rekordtorschützen Andrej Kramaric. Während die TSG-Verantwortlichen weiterhin versuchen, den am Saisonende ablösefreien Kroaten zum langfristigen Bleiben an der Elsenz zu überzeugen, läuft dieser weiter seiner Normalform hinterher. Bezeichnend, dass ihn Hoeneß im Pokalspiel gegen Freiburg zunächst auf die Bank setzte und erst zu Beginn der zweiten Hälfte aufs Feld schickte. „Andrej hatte in den letzten Spielen nicht die glücklichsten Aktionen, hatte auch keine Torbeteiligungen mehr. Es war genau die Hoffnung, dass er über eine Einwechslung des Momentum kreiert“, begründete der TSG-Coach seine überraschende Entscheidung. Der Vizeweltmeister lässt jene Torgefährlichkeit schon seit Wochen vermissen, die ihn seit Jahren auszeichnet. Selbst hochkarätige Chancen lässt der 30-Jährige inzwischen ungenutzt. Die Hoffnung bei den Blau-Weißen ist dennoch groß, dass Kramaric seine seit Oktober 2021 andauernde Torflaute ausgerechnet am Samstag gegen den BVB beendet, gegen den er in neun Partien bereits siebenmal erfolgreich war. In den bisherigen 205 Pflichtspielen für die Hoffenheimer erzielte er bereits 99 Treffer – fällt das Jubiläumstor nun ausgerechnet gegen Dortmund?

 
Wann platzt bei Kramaric endlich wieder der Knoten?

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Man darf sich nicht mehr viel erlauben

Den bisherigen Saisonverlauf haben sich die Ostwestfalen sicherlich anders vorgestellt. Das Team von Trainer Marco Rose ist bereits aus zwei Wettbewerben (Champions League und DFB-Pokal) ausgeschieden. Die Titelhoffnungen beschränken sich nun auf die Europa League, in die Borussen als Gruppendritter der Königsklasse abgestiegen sind. Und um in der Bundesliga womöglich noch einen Platz weiter nach oben zu klettern, darf man angesichts des aktuellen 6-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Bayern München sich keine unnötigen Patzer mehr erlauben. Rose: „Die Enttäuschung über das Pokalaus ist nach wie vor groß. Aber am Samstag steht ein anderer Wettbewerb an. Das bedeutet, wir müssen den Fokus wieder auf die neue Aufgabe lenken. Auf Dinge, die wir besser machen wollen - und die wir auch schon besser gemacht haben." Dabei hoffen die Gäste wieder auf das Mitwirken von Mahmoud Dahoud, der nach muskulären Beschwerden womöglich gegen die TSG wieder in die Mittelfeldzentrale zurückkehren wird. Fehlen werden dem BVB auf alle Fälle Emre Can (Muskelfaserriss), Giovanni Reyna (Trainingsrückstand) und Mateu Morey (Aufbautraining).

 
Engagierter Hoffe-Coach Hoeneß am Spielfeldrand. Gegen Dortmund möchte er unter allen Umständen die dritte Niederlage in Folge vermeiden.

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Beide Teams mit Topwerten

Die TSG und der BVB erzielten im bisherigen Saisonverlauf mit jeweils 13 Treffern in der Schlussviertelstunde ligaweit die meisten Treffer. Auch was Torerfolge durch Einwechselspieler anbelangt, sind beide Teams Liga-Spitze. So erzielte die TSG sieben Jokertore, der BVB sechs. Mit einem Heimsieg könnten die Kraichgauer einen großen Schritt in Richtung Teilnahme am europäischen Wettbewerb machen. Hoeneß wäre dahingehend nicht abgeneigt: „Grundsätzlich wollen wir da sein, wenn Klubs die deutlich mehr Finanzkraft haben als wir, schwächeln. Aktuell ist das der Fall. Es wäre ein Riesenerfolg, wenn wir nächstes Jahr international dabei sind. Europa ist für einen Klub wie die TSG keine Selbstverständlichkeit, das muss allen klar sein.“

Gäste mit der besseren Gesamtbilanz

Das Hinspiel endete dank eines Haaland-Treffers in letzter Minute 3:2 für Dortmund. Insgesamt spricht die Bilanz mit zehn Siegen bei zehn Remis und sieben Niederlagen ebenfalls für den BVB. Personell gibt es bei den Nordbadenern einige Fragezeichen- Neben den bekannten Langzeitverletzten entscheidet sich erst kurzfristig, ob Kevin Akpoguma, Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch bis Samstag wieder fit sind.

Fotos: Kraichgaufoto

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 Nationalspieler Raum verlängert bis 2026 in Hoffenheim

TSG treibt Kaderplanung weiter voran
Freitag, 21. Januar 2022

Die TSG Hoffenheim treibt ihre Kaderplanung weiter voran. Der Fußball-Bundesligist hat den Vertrag mit dem deutschen Nationalspieler David Raum vorzeitig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2026 verlängert. „Gerade in einer derart anspruchsvollen Zeit ist es trotz aller sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen von größter Wichtigkeit, strategisch zu denken und richtungsweisende Entscheidungen zu treffen“, sagt TSG-Direktor Profifußball, Alexander Rosen. „David ist aktuell sicher einer der absoluten Shooting Stars des deutschen Fußballs. Er hat ein fast schon surreales Jahr hinter sich und in den vergangenen Monaten bei uns noch einmal eine starke Entwicklung genommen. Wir hatten große Erwartungen, als wir David vor knapp einem Jahr verpflichteten, aber um ehrlich zu sein, hat er diese mit Höchstgeschwindigkeit übertroffen“, analysiert Rosen.

 
David Raum beim Torjubel
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"Alles richtig gemacht!"

„Nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte im vergangenen Sommer eine neue sportliche Herausforderung zu suchen, war ich in der privilegierten Situation zwischen einer Vielzahl von Optionen zu wählen. Ich hatte nach den ersten Gesprächen mit Alexander Rosen und Sebastian Hoeneß dann sehr schnell das Gefühl, dass die TSG genau der richtige Klub für mich ist und heute kann ich im Rückblick sagen: alles richtig gemacht“, erzählt Raum. „Ich habe hier vom ersten Moment an sehr großes Vertrauen gespürt und wurde von allen hervorragend aufgenommen. Der mutige und offensiv ausgerichtete Spielstil in Hoffenheim kommt mir und meinem Spiel total entgegen, sodass ich nicht lange überlegen musste hier zu verlängern. Wir sind auf einem sehr guten Weg und ich möchte mit voller Energie dazu beitragen, dass wir weiter einen attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen“, sagt er zu seiner aktuellen Vertragsverlängerung.

"Wichtiger Faktor für uns"

Erfreut zeigte sich auch Trainer Hoeneß: „Es ist erneut eine schöne Nachricht. David ist ein Junge mit einer richtig guten Einstellung. Seine Entwicklung in dieser Saison ist enorm. Er sammelt fleißig Scorer-Punkte und ist ein wichtiger Faktor für uns.“

 
Raum zählt zu den zweikampfstärksten Hoffenheimern im bisherigen Saisonverlauf
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„Bundesliga-Rookie der Hinrunde“

Der hochtalentierte und extrem schnelle 23-Jährige etablierte sich nach seinem ablösefreien Wechsel im vergangenen Sommer von der SpVgg Greuther Fürth direkt als Stammkraft auf der linken Seite der TSG-Abwehrreihe und machte dort mit seinem starkem Offensivdrang auf sich aufmerksam. Für die TSG erzielte er in 18 Bundesliga-Partien zwei Tore und gab sechs Vorlagen. Dazu spielte er auch in den bislang drei DFB-Pokal-Partien. Das Online-Sportportal Spox kürte Raum in der Winterpause zum „Bundesliga-Rookie der Hinrunde“. Auch Bundestrainer Hansi Flick ist überzeugt von der hohen Veranlagung des Hoffenheimers und setzte ihn bereits drei Mal in der Nationalmannschaft ein.

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto