TSG verliert aufgrund fehlendem Spielglück gegen effektive Dortmunder
Hoffenheim kassiert dritte Niederlage innerhalb einer Woche
Samstag, 22. Januar 2022

Die Ausbeute der zurückliegenden Englischen Woche war aus Sicht der TSG Hoffenheim alles andere als zufriedenstellend. Zwei Niederlagen in der Bundesliga gegen Union Berlin (1:2) und Borussia Dortmund (2:3) sowie das Pokal-Aus im DFB-Achtelfinale gegen den SC Freiburg (1:4) haben den Höhenflug der Kraichgauer jäh gestoppt. Am 20. Bundesliga-Spieltag kassierten die Hoffenheimer trotz starker Leistung gegen besonders effektive Dortmunder ihre erste Liga-Heimniederlage seit vier Monaten. Die Treffer in einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen Partie erzielten für den BVB Haaland (6.), Reus (58.) und Raum (67./Eigentor). Für die TSG trafen Kramaric (45. +1) und Georginio (77.). Die TSG rutschte durch die siebte Saisonniederlage von einem Champions League-Platz runter auf Rang 6.

"Es war ein schmeichelhafter Sieg"

Für TSG-Trainer Hoeneß kein Grund zur Besorgnis: „Wir haben eine starke Leistung geboten und waren die spielbestimmende Mannschaft. Am Ende können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen“. Lob gab es auch vom glücklichen Sieger, der alle seine drei Ligaspiele im neuen Jahr gewinnen konnte. Trainer Rose: „Ab der 15. Minute hat uns Hoffenheim das Leben sehr schwer gemacht. Es war ein schmeichelhafter Sieg für uns.“ BVB-Kapitän Reus: „Es war für uns ein Sieg des Willens und der Effektivität.“

 
Einer von vielen packenden Zweikämpfen: Hoffenheims Raum wird hart, aber fair vom Ball getrennt

Kraichgaufoto

Dortmunds erste Chance sitzt

Zum Spiel: Kapitän Hübner feierte vor den zulässigen 500 lautstarken Zuschauern - darunter auch Bundestrainer Flick - nach mehr als eineinhalb Jahren und 66 Pflichtspielen Verletzungspause sein Startelf-Comeback. Der Verteidiger wurde wie seine Kollegen bereits nach fünf Minuten eiskalt erwischt. Die Gäste gingen mit ihrer ersten Toraktion nach herrlichem Spielzug und der Vorarbeit von Malen durch Torjäger Haaland 1:0 in Führung. Dem kurz darauf für den verletzten Baumgartner eingewechselten Rutter blieb wenig später der Ausgleich verwehrt, als er mit einem Kopfball am rechten innenpfosten scheiterte (11.). Das Pech blieb den Gastgebern treu, als ein weiterer Kopfball von Richards an die Latte prallte (23.). Gegen die immer stärker werdenden Blau-Weißen hatten die Ostwestfalen nichts entgegenzusetzen, agierten viel zu passiv und konnten sich keine Chancen erspielen. Hoffe drückte und erspielte sich zahlreiche Chancen. Die Beste bot sich Rutter in der 41. Minute, als er frei vor dem Tor noch mal quer auf den mitgelaufenen Kramaric legte, aber Akanji mit einem langen Bein den Ball vor dem leeren Tor gerade noch zur Ecke klären konnte.

Kramaric beendete Torflaute

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel er dann doch, der längst fällige Ausgleich. Eine Flanke von Bebou auf den zweiten Pfosten setzte der zuletzt glücklose Kramaric mit einer Volleyabnahme ins rechte unter Eck zum 1:1 (45.+1). Für den Kroaten war es der achte Treffer im zehnten Duell gegen den BVB und der insgesamt 100. Pflichtspieltreffer für die Kraichgauer.

 
Vollversammlung im Dortmunder Strafraum
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Hoffe drückt - Dortmund trifft

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte bestimmte die Hoeneß-Truppe weiter das Geschehen. Nachdem Rutter aus spitzem Winkel frei vor Torhüter Kobel nur das Außennetz traf (47.), stellten die Gäste auf Dreier-/Fünferkette um und gingen kurz darauf mit ihrem zweiten Torschuss in Führung. Nach herrlichem Pass von Malen, bei dem Hübner schlecht aussah, vollendete Reus frei vor Baumann zur erneuten Führung (58.). Dem nicht genug, während die TSG weiter drückte, führte ein weiterer Konter über den starken Malen, der von links scharf in die Mitte passte und Hoffenheims Nationalspieler Raum beim Klärungsversuch vor Hazard den Ball ins eigene Tor beförderte zum 3:1 (67.). Zwei Torschüsse – 3:1-Führung, mehr Effektivität geht wirklich nicht!

Rutter verkürzt auf 2:3

Doch die Gastgeber gaben nicht auf und verkürzten nach herrlichem Pass von Dabbur durch den stets gefährlichen Rutter mit seinem fünften Saisontreffer auf 2:3 (77.). In der Schlussphase warf die TSG nochmals alles nach vorn und hatte durch Rudy Pech, als dieser aus acht Metern den Ball knapp neben das Tor setzte (89.).  Dabei blieb es letztendlich. Während der BVB einen glücklichen Sieg feiern konnte, musste sich die TSG aufgrund der Vielzahl an vergebenen Chancen und des fehlenden Spielglücks über sich selbst ärgern. Nach einer zweiwöchigen Pause gastieren die Nordbadener am 21. Spieltag am Samstag, den 5. Februar um 15.30 Uhr beim FSV Mainz 05.

 
Hoffenheims wieselflinker Stürmer Rutter (li.) setzt sich gegen Guerreiro durch

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Wir können uns von der Leistung heute nichts kaufen. Die ersten Minuten waren nicht so gut, aber es ist dennoch bitter, dass mit der ersten Chance direkt das 0:1 fällt. Die Jungs haben sich super gewehrt. Nach 15 Minuten ging die Partie in unsere Richtung. Wir haben nichts mehr zugelassen. Der Ausgleich war natürlich verdient und auch zu Beginn der zweiten Hälfte kommen wir super raus. Wir haben es dann verpasst, das Tor zu erzielen. Die beiden Gegentore dürfen uns nicht passieren, aber wir haben nicht aufgegeben. Leider vergeben wir die Chance zum Ausgleich. Ich kann den Jungs heute keinen Vorwurf machen, auch wenn uns das Ergebnis nicht schmeckt.“

Rose (Borussia Dortmund): „Es war ein sehr intensives Spiel, in das wir gut reingekommen sind. Nach der Führung für uns ist Hoffenheim immer besser ins Spiel gekommen. Sie haben uns dazu gezwungen, nur noch Räume zu schließen. Sie haben dennoch Lücken gefunden. In der Spieleröffnung macht es Hoffenheim sehr gut. Entsprechend war der Ausgleich auch verdient. Wir haben dann in der zweiten Hälfte umgestellt, das tat uns gut. Hoffenheim ist dann nicht mehr so in die Räume gekommen und wir haben dann zwei Treffer erzielt. Die TSG hat dann nochmal angeschoben, aber wir haben uns den Sieg erkämpft.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Richards, Vogt, Hübner (62. Nordtveit) – Bebou, Geiger (62. Rudy), Raum (83. Bruun Larsen) – Baumgartner (9. Georginio), Stiller – Dabbur, Kramaric
Borussia Dortmund: Kobel – Wolf (56. Zagadou), Akanji (84. Moukoko), Hummels, Guerreiro – Dahoud – Brandt (56. Hazard), Bellingham – Reus, Malen (84. Pongracic) – Haaland (63. Witsel)
Tore: 0:1 Haaland (6.), 1:1 Kramarić (45. +1), 1:2 Reus (58.), 1:3 Raum (67./Eigentor), 2:3 Georginio (77.)
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 500 (ausverkauft)

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG Hoffenheim holt Abwehrtalent Justin Che vom FC Dallas
Leihgeschäft mit anschließender Kaufoption
Freitag, 21. Januar 2022

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim sichert sich die Dienste eines der aktuell gefragtesten Abwehrtalente. Der 18 Jahre alte Junioren-Nationalspieler der USA Justin Che kommt vom Major League Soccer-Klub FC Dallas zunächst auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2023 in den Kraichgau. Darüber hinaus wurde eine Kaufoption vereinbart. „Justin ist ein sehr talentierter Spieler, der in der Defensive variabel eingesetzt werden kann und durch seine Schnelligkeit und seine Fertigkeiten am Ball besticht“, sagt Alexander Rosen, Direktor Profifußball über den US-Amerikaner. Neben den „extrem vielversprechenden Anlagen des Spielers“ hätten die „hochattraktiven Konditionen zum aktuellen Zeitpunkt“ den Transfer abgerundet, so Rosen weiter.

"TSG ist auch in den USA bekannt"

„Die TSG Hoffenheim ist auch in den USA für ihre erfolgreiche Arbeit mit jungen Spielern bekannt, was nicht zuletzt die Entwicklung von Chris Richards in den vergangenen Monaten eindrucksvoll beweist“, sagt Che, der auch einen deutschen Pass besitzt und fließend Deutsch spricht, da er regelmäßig seine in Mannheim lebenden Großeltern besucht.

 
Hoffenheims amerikanischer Neuzugang Justin Che (re.) bei der Vorstellung durch Alexander Rosen
Anpfiff ins Leben

Bereits an den FC Bayern ausgeliehen

Der Abwehrspieler, der altersbedingt auch noch in der U19 eingesetzt werden könnte, erhält einen festen Platz im Profikader und soll in Ruhe aufgebaut werden. Che war im vergangenen Jahr bereits von Dallas an den FC Bayern München ausgeliehen, wo er in der vergangenen Rückrunde acht Einsätze in der dritten Liga für die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters absolvierte. In den vergangenen Monaten etablierte sich der U20-Nationalspieler der USA, der auch schon zweimal im Kader der A-Nationalmannschaft seines Landes stand (noch ohne Einsatz), dann beim FC Dallas in der MLS (15 Einsätze, 3 Assists).

PM und Foto: TSG Hoffenheim

TSG möchte mit einem Sieg über den BVB zurück in die Erfolgsspur
Duell der enttäuschten Pokalverlierer - Hoffenheim empfängt Dortmund
Freitag, 21. Januar 2022

Für die TSG Hoffenheim steht zum Abschluss der englischen Woche am Samstag (15.30 Uhr) das dritte Pflichtspiel auf dem Programm. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage am letzten Spieltag bei Union Berlin und dem Ausscheiden im DFB-Pokal-Achtelfinale nach einer schmerzhaften 1:4-Heimpleite gegen den SC Freiburg erhofft man sich jetzt eine Kehrtwende. Diese soll nun ausgerechnet im Top-Spiel des 20. Spieltages gegen Borussia Dortmund erfolgen. Rückblickend auf das Pokalaus sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß auf der heutigen Pressekonferenz: „Die Enttäuschung war riesengroß. Wir hatten uns viel vorgenommen und ein gutes Gefühl. Die Energie ist leider in der Kabine geblieben. Vor allem in der ersten Hälfte konnten wir es nicht auf den Platz bringen. Jetzt geht der Blick aber nach vorn. Die Niederlage wird uns nicht umwerfen.“

Für den BVB gab es in Sinsheim bislang wenig zu holen

Das Duell zwischen dem aktuell Vierten und dem Zweiten stand in der Vergangenheit schon des Öfteren für emotionale, packende und spannende Partien. Auf die heimstarken Hoffenheimer, die in der Liga seit sieben Partien (sechs Siege, ein Remis) ungeschlagen sind, wartet ein derzeit schwer einschätzbarer Gegner. Zum einen sind die Schwarz-Gelben mit zwei Siegen gegen Frankfurt (3:2) und Freiburg (5:1) optimal in die Rückrunde gestartet, doch zuletzt schied der Titelverteidiger nach einer 1:2-Niederlage bei Zweitligist FC St. Pauli aus dem Pokalwettbewerb aus. Auch wenn die Ostwestfalen ihr letztes Gastspiel in Sinsheim mit 1:0 für sich entscheiden konnten, gab es in den bisherigen 13 Gastspielen an der A6 bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen wenig zu holen.

 
Dortmunds Tormaschine Haaland steigt am höchsten. Auf ihn müssen die Hoffenheimer am Samstag ganz besonders achten.
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Hohe individuelle Klasse

Hoeneß sieht Parallelen zum letzten Gegner: „Dortmund kann genau wie Freiburg mit wenigen Kontakten schnell vor unser Tor kommen. Daher werden wir die Fehler abschalten müssen. Dortmund hat eine hohe individuelle Klasse. Da müssen wir gut strukturiert auftreten und leichte Ballverluste verhindern. Wir trauen es uns zu, etwas zu holen.“ Vor allem auf Torjäger Erling Haaland müssen die Hoffenheimer ein wachsames Auge richten. Hoeneß: „Er ist natürlich ein besonderer Stürmer. Wir werden ihn als Mannschaft verteidigen müssen. Wir müssen verhindern, dass er gut in Szene gesetzt werden kann. Vor allem in den Kontersituation ist er enorm gefährlich.“

Problemfall Kramaric

Ganz anders ist es auf der anderen Seite beim Hoffenheimer Rekordtorschützen Andrej Kramaric. Während die TSG-Verantwortlichen weiterhin versuchen, den am Saisonende ablösefreien Kroaten zum langfristigen Bleiben an der Elsenz zu überzeugen, läuft dieser weiter seiner Normalform hinterher. Bezeichnend, dass ihn Hoeneß im Pokalspiel gegen Freiburg zunächst auf die Bank setzte und erst zu Beginn der zweiten Hälfte aufs Feld schickte. „Andrej hatte in den letzten Spielen nicht die glücklichsten Aktionen, hatte auch keine Torbeteiligungen mehr. Es war genau die Hoffnung, dass er über eine Einwechslung des Momentum kreiert“, begründete der TSG-Coach seine überraschende Entscheidung. Der Vizeweltmeister lässt jene Torgefährlichkeit schon seit Wochen vermissen, die ihn seit Jahren auszeichnet. Selbst hochkarätige Chancen lässt der 30-Jährige inzwischen ungenutzt. Die Hoffnung bei den Blau-Weißen ist dennoch groß, dass Kramaric seine seit Oktober 2021 andauernde Torflaute ausgerechnet am Samstag gegen den BVB beendet, gegen den er in neun Partien bereits siebenmal erfolgreich war. In den bisherigen 205 Pflichtspielen für die Hoffenheimer erzielte er bereits 99 Treffer – fällt das Jubiläumstor nun ausgerechnet gegen Dortmund?

 
Wann platzt bei Kramaric endlich wieder der Knoten?

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Man darf sich nicht mehr viel erlauben

Den bisherigen Saisonverlauf haben sich die Ostwestfalen sicherlich anders vorgestellt. Das Team von Trainer Marco Rose ist bereits aus zwei Wettbewerben (Champions League und DFB-Pokal) ausgeschieden. Die Titelhoffnungen beschränken sich nun auf die Europa League, in die Borussen als Gruppendritter der Königsklasse abgestiegen sind. Und um in der Bundesliga womöglich noch einen Platz weiter nach oben zu klettern, darf man angesichts des aktuellen 6-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Bayern München sich keine unnötigen Patzer mehr erlauben. Rose: „Die Enttäuschung über das Pokalaus ist nach wie vor groß. Aber am Samstag steht ein anderer Wettbewerb an. Das bedeutet, wir müssen den Fokus wieder auf die neue Aufgabe lenken. Auf Dinge, die wir besser machen wollen - und die wir auch schon besser gemacht haben." Dabei hoffen die Gäste wieder auf das Mitwirken von Mahmoud Dahoud, der nach muskulären Beschwerden womöglich gegen die TSG wieder in die Mittelfeldzentrale zurückkehren wird. Fehlen werden dem BVB auf alle Fälle Emre Can (Muskelfaserriss), Giovanni Reyna (Trainingsrückstand) und Mateu Morey (Aufbautraining).

 
Engagierter Hoffe-Coach Hoeneß am Spielfeldrand. Gegen Dortmund möchte er unter allen Umständen die dritte Niederlage in Folge vermeiden.

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Beide Teams mit Topwerten

Die TSG und der BVB erzielten im bisherigen Saisonverlauf mit jeweils 13 Treffern in der Schlussviertelstunde ligaweit die meisten Treffer. Auch was Torerfolge durch Einwechselspieler anbelangt, sind beide Teams Liga-Spitze. So erzielte die TSG sieben Jokertore, der BVB sechs. Mit einem Heimsieg könnten die Kraichgauer einen großen Schritt in Richtung Teilnahme am europäischen Wettbewerb machen. Hoeneß wäre dahingehend nicht abgeneigt: „Grundsätzlich wollen wir da sein, wenn Klubs die deutlich mehr Finanzkraft haben als wir, schwächeln. Aktuell ist das der Fall. Es wäre ein Riesenerfolg, wenn wir nächstes Jahr international dabei sind. Europa ist für einen Klub wie die TSG keine Selbstverständlichkeit, das muss allen klar sein.“

Gäste mit der besseren Gesamtbilanz

Das Hinspiel endete dank eines Haaland-Treffers in letzter Minute 3:2 für Dortmund. Insgesamt spricht die Bilanz mit zehn Siegen bei zehn Remis und sieben Niederlagen ebenfalls für den BVB. Personell gibt es bei den Nordbadenern einige Fragezeichen- Neben den bekannten Langzeitverletzten entscheidet sich erst kurzfristig, ob Kevin Akpoguma, Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch bis Samstag wieder fit sind.

Fotos: Kraichgaufoto

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 Nationalspieler Raum verlängert bis 2026 in Hoffenheim

TSG treibt Kaderplanung weiter voran
Freitag, 21. Januar 2022

Die TSG Hoffenheim treibt ihre Kaderplanung weiter voran. Der Fußball-Bundesligist hat den Vertrag mit dem deutschen Nationalspieler David Raum vorzeitig um ein Jahr bis zum 30. Juni 2026 verlängert. „Gerade in einer derart anspruchsvollen Zeit ist es trotz aller sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen von größter Wichtigkeit, strategisch zu denken und richtungsweisende Entscheidungen zu treffen“, sagt TSG-Direktor Profifußball, Alexander Rosen. „David ist aktuell sicher einer der absoluten Shooting Stars des deutschen Fußballs. Er hat ein fast schon surreales Jahr hinter sich und in den vergangenen Monaten bei uns noch einmal eine starke Entwicklung genommen. Wir hatten große Erwartungen, als wir David vor knapp einem Jahr verpflichteten, aber um ehrlich zu sein, hat er diese mit Höchstgeschwindigkeit übertroffen“, analysiert Rosen.

 
David Raum beim Torjubel
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"Alles richtig gemacht!"

„Nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte im vergangenen Sommer eine neue sportliche Herausforderung zu suchen, war ich in der privilegierten Situation zwischen einer Vielzahl von Optionen zu wählen. Ich hatte nach den ersten Gesprächen mit Alexander Rosen und Sebastian Hoeneß dann sehr schnell das Gefühl, dass die TSG genau der richtige Klub für mich ist und heute kann ich im Rückblick sagen: alles richtig gemacht“, erzählt Raum. „Ich habe hier vom ersten Moment an sehr großes Vertrauen gespürt und wurde von allen hervorragend aufgenommen. Der mutige und offensiv ausgerichtete Spielstil in Hoffenheim kommt mir und meinem Spiel total entgegen, sodass ich nicht lange überlegen musste hier zu verlängern. Wir sind auf einem sehr guten Weg und ich möchte mit voller Energie dazu beitragen, dass wir weiter einen attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen“, sagt er zu seiner aktuellen Vertragsverlängerung.

"Wichtiger Faktor für uns"

Erfreut zeigte sich auch Trainer Hoeneß: „Es ist erneut eine schöne Nachricht. David ist ein Junge mit einer richtig guten Einstellung. Seine Entwicklung in dieser Saison ist enorm. Er sammelt fleißig Scorer-Punkte und ist ein wichtiger Faktor für uns.“

 
Raum zählt zu den zweikampfstärksten Hoffenheimern im bisherigen Saisonverlauf
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„Bundesliga-Rookie der Hinrunde“

Der hochtalentierte und extrem schnelle 23-Jährige etablierte sich nach seinem ablösefreien Wechsel im vergangenen Sommer von der SpVgg Greuther Fürth direkt als Stammkraft auf der linken Seite der TSG-Abwehrreihe und machte dort mit seinem starkem Offensivdrang auf sich aufmerksam. Für die TSG erzielte er in 18 Bundesliga-Partien zwei Tore und gab sechs Vorlagen. Dazu spielte er auch in den bislang drei DFB-Pokal-Partien. Das Online-Sportportal Spox kürte Raum in der Winterpause zum „Bundesliga-Rookie der Hinrunde“. Auch Bundestrainer Hansi Flick ist überzeugt von der hohen Veranlagung des Hoffenheimers und setzte ihn bereits drei Mal in der Nationalmannschaft ein.

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto

 TSG fliegt nach 1:4-Heimniederlage gegen SC Freiburg aus dem DFB-Pokal

Hoffenheimer Pokalträume sind geplatzt
Mittwoch, 19. Januar 2022

Der Traum, zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach sieben Jahren wieder ins DFB-Pokal-Viertelfinale einzuziehen, ist für die TSG Hoffenheim nicht in Erfüllung gegangen. Im badischen Duell gegen den SC Freiburg unterlagen die gastgebenden Kraichgauer mit 1:4 Toren. Die Treffer für die Breisgauer erzielten Vincenzo Grifo (10., 36./Elfmeter), Kevin Schade (54.) und Erdemin Demirovic (68.), der zwischenzeitliche Hoffenheimer Anschlusstreffer zum 1:2 fiel durch ein Eigentor von Nico Schlotterbeck (52.).

Freiburg mit optimalem Start

Beide Teams waren nach ihren Niederlagen in der Bundesliga am letzten Wochenende auf Wiedergutmachung aus. Bei kühlen, nasskalten äußeren Bedingungen erwischten die Gäste den besseren Start und gingen nach 10 Minuten durch Grifo in Führung. Der ehemalige Hoffenheimer schlenzte unbedrängt den Ball aus zwölf Metern unhaltbar ins lange Eck zum 1:0.  Die TSG machte in der Anfangsphase bei mehr Ballbesitz und Spielanteilen zwar mehr Druck, doch Freiburg agierte eiskalt. Nachdem zunächst Lucas Höler völlig frei vor dem Tor den Ball weit übers Tor jagte (23.), erhöhte erneut Grifo auf 2:0. Nach einem unbeabsichtigten Handspiel von Bebou entschied Schiedsrichter Robert Schröder mit Hilfe des Videobeweises auf Strafstoß, den der Deutsch-Italiener eiskalt gegen TSG-Keeper Oliver Baumann verwandelte (36.). Von den Gastgebern kam in der ersten Hälfte viel zu wenig, zwingende klare Torchancen waren Mangelware. Bis auf eine Möglichkeit von Kevin Akpoguma und dem anschließenden Nachschuss von Angelo Stiller kam nichts Gefährliches heraus (31.).

 
Große Ansammlung beim Kampf um die Lufthoheit

Neuer Schwung durch Kramaric

In der zweiten Hälfte brachte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß mit Andrej Kramaric und Munas Dabbur zwei frische Offensivkräfte, die für etwas mehr Belebung sorgten. Die bis dahin beste Hoffenheimer Chance bot sich Georgino Rutter, der sich nach einer Kramaric-Flanke gegen Schlotterbeck durchsetzte, aber knapp übers Tor köpfte (48.). Nachdem kurz darauf SC-Verteidiger Nico Schlotterbeck einen Schuss von Kramaric kurz vor überschreiten der Torlinie ins eigene Tor zum 1:2 bugsierte (52.), kam bei den Gastgebern kurzfristig Hoffnung auf.

Freiburger Konter sitzen - Hübner feiert Comeback

Doch diese erlitt umgehend einen erneuten Dämpfer, nachdem Schade nur drei Minuten später den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellte (55.). Während die Blau-Weißen teils hochkarätige Chancen, wie die doppelte Möglichkeit durch Chris Richards und Dabbur (64.) nicht nutzen konnten, sorgte Demirovic in der 68. Minute mit dem 4:1 für den Hoffenheimer Knockout. Die Partie war nun bei einsetzendem Schneeregen entschieden. Die einzig positive Nachricht für die Gastgeber gab es eine Viertelstunde vor dem Abpfiff, als Benjamin Hübner nach 19-monatiger Verletzungspause sein Comeback unter dem Beifall der zulässigen anwesenden 500 Hoffe-Fans feierte.

 
Baumgartner (li.) im Kopfballduell mit Freiburgs Höler

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Anerkennende Worte für die Sieger

Freiburg revanchierte sich durch diesen Sieg für die 1:2-Heimniederlage Mitte Dezember im Ligaalltag und darf sich für den Einzug unter die letzten Acht im Pokalwettbewerb zudem auf eine Prämie von einer Million Euro freuen.
Anerkennende Worte gab es nach Abpfiff von Seiten der Verlierer an den verdienten Sieger: Torhüter Baumann: „Freiburg war einfach besser, vor allem in der Zweikampfführung. Unser Spiel war nicht klar genug, wir waren nicht abgekocht genug. Daher haben wir verdient verloren.“ Stürmer Ihlas Bebou: „Wir waren in der ersten Hälfte zu passiv. Freiburg hat das einfach gut gemacht, in manchen Situationen waren wir nicht richtig dran, daher war der Sieg verdient.“ Trainer Hoeneß: „Freiburg ist verdient weitergekommen. Bei uns ist die Enttäuschung groß. Wir haben uns einiges vorgenommen und wollten anders in die Partie starten. Wir haben unser Spiel eigentlich zu fast keiner Sekunde auf den Rasen bekommen. Stattdessen haben wir die Freiburger in ihrer besten Version gesehen.“

 
Kramarics Schuss lenkt Schlotterbeck ins eigene Tor
Clubhaus

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt (75. Hübner), Richards – Akpoguma (46. Dabbur), Geiger, Raum – Baumgartner (75. Rudy), Stiller (46. Kramaric) – Bebou, Georginio (69. Bruun Larsen)
SC Freiburg: Flekken – Kübler, Lienhart, Schlotterbeck, Günter – Eggestein (84. Keitel), Höfler – Schade (58. Gulde), Grifo (72. Jeong) – Demirovic (72. Sallai), Höler (84. Petersen)
Tore: 0:1 Grifo (10.), 0:2 Grifo (36./Handelfmeter), 1:2 Schlotterbeck (52./Eigentor), 1:3 Schade (54.), 1:4 Demirovic (68.)
Schiedsrichter: Robert Schröder
Zuschauer: 500 (ausverkauft)

Weiter geht es für die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr mit einem weiteren Heimspiel am 20. Bundesliga-Spieltag gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheimer wollen im Pokal etwas reißen - TSG empfängt SC Freiburg
Interessantes Baden-Derby im DFB-Pokal
Dienstag, 18. Januar 2022

Am Mittwochabend um 20.45 Uhr trifft die TSG Hoffenheim im DFB-Pokal-Achtelfinale auf den badischen Rivalen SC Freiburg. Klares Ziel der Kraichgauer ist dabei erstmals seit 2015 wieder ins Viertelfinale einzuziehen. Dass dies gegen die Breisgauer kein leichtes Unterfangen wird, ist TSG-Trainer Sebastian Hoeneß bewusst: „Es ist ein Spiel auf Augenhöhe, daher erwarte ich eine enge Partie. Wir werden in der Lage sein müssen, spielerische und körperliche Aspekte zu zeigen. Wir wollen sie auch defensiv beschäftigen und mutig nach vorn spielen. Wir wollen eine Runde weiterkommen und im Pokal richtig etwas reißen.“

 Packendes Kopfballduell zwischen Hoffenheims Posch (li.) und Freiburgs Petersen
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Nach Niederlage bei Union jetzt heiß auf Pokal

Nach sieben Spielen ohne Niederlage kassierten die Hoffenheimer am vergangenen Wochenende eine unnötige 2:1-Niederlage bei Union Berlin. Vier Tage später bietet sich nun die Gelegenheit diese mit einem Erfolgserlebnis wieder wettzumachen. Linksverteidiger David Raum sagte nach der Niederlage in Berlin voller Enttäuschung: „Schade, dass unsere Serie reißt, aber das wird uns nicht zurückwerfen. Es ist brutal bitter, wir waren eigentlich das dominante Team. Es ist uns leider nicht gelungen, etwas Zählbares mitzunehmen. Das wollen wir am Mittwoch direkt ändern.“

SC hofft auf erstes Erfolgserlebnis 2022

Die Gäste aus dem Schwarzwald spielen bislang eine gute Saison, belegen aktuell Tabellenplatz 6 und haben wie die TSG noch Chancen, im Pokal für Furore zu sorgen. Dabei spielt neben dem sportlichen Aspekt auch das Finanzielle eine entscheidende Rolle. Der Einzug ins Viertelfinale garantiert jedem Teilnehmer rund eine Million Euro. Eine zusätzliche Einnahmequelle, die man zu Corona-Zeiten sehr gut brauchen kann. Auch wenn die Mannschaft von Trainer Christian Streich im Ligaalltag zuletzt nicht die Ergebnisse lieferte, die man sich erhoffte (nur zwei Siege aus den letzten neun Partien), wird sie beim Auswärtsspiel in Sinsheim alles geben, um in die nächste Pokalrunde einzuziehen. Ein eng umkämpfter und spannender Pokalfight dürfte garantiert sein.

 TSG-Stürmer Bebou im Laufduell mit Freiburgs Günter

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Entscheidung möglichst nach 90 Minuten

Nach der 1:5-Niederlage bei Borussia Dortmund erwartet Hoeneß beim Gegner Freiburg eine Trotzreaktion: „Sie werden nicht erneut ein Spiel wie in Dortmund akzeptieren. Daher werden wir auf sehr aggressive Freiburger vorbereitet sein müssen, die ihre Flucht nach vorn suchen werden. Wir werden alles abrufen müssen.“ Über ein mögliches Elfmeterschießen macht man sich bei den Gastgebern (zumindest äußerlich) wenig Gedanken. „Wir haben bislang noch kein Elfmeterschießen trainiert“, versicherte Hoeneß heute bei der heutigen Pressekonferenz. Ziel ist es nach 90 Minuten das Spiel zu entscheiden, auch mit dem Hintergedanken, dass man nicht zusätzliche Kräfte für das anschließend bevorstehende Bundesliga-Heimspiel gegen Dortmund vergeuden möchte.

Freiburg liegt vorne

Im Pokalwettbewerb standen sich bisher beide Teams erst einmal gegenüber. Im Hoffenheimer ersten Bundesligajahr 2008 folg die Rangnick-Truppe mit 3:1 aus dem Wettbewerb. Bis zur 84. Minuten stand es noch 1:1-Unentschieden ehe die gastgebenden Freiburger die Partie in der Schlussphase für sich entschieden. Kurios: Drei der vier Treffer fielen damals per Strafstoß. Die Torschützen für Freiburg waren Idrissou, Türker und Schwaab - Salihovic brachte die TSG in Führung. Die Bilanz in der Bundesliga spricht bei sieben Siegen, sechs Niederlagen und zehn Unentschieden für die Streich-Truppe.

 Wie man ihn kennt und schätzt: SC-Coach Streich engagiert am Spielfeldrand

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Personell nichts Neues

Personell fehlen bei den Gastgebern weiterhin Ermin Bicakcic, Marco John, Pavel Kaderabek, Mijat Gacinovic und Diadie Samassekou. Mögliche Einsätze von Sargis Adamyan, Fisnik Asllani und Florian Grillitsch sind äußerst fraglich und können erst am Spieltag endgültig entschieden werden. Im Pokalwettbewerb standen sich bisher beide Teams erst einmal gegenüber. 2008 warf der SC die TSG mit 3:1 aus dem Wettbewerb. Die Bilanz in der Bundesliga spricht bei sieben Siegen, sechs Niederlagen und zehn Unentschieden für die Streich-Truppe.

Fast leere Stadien bei tollen Begegnungen

Aufgrund der Corona-Beschränkungen sind bei den acht Pokalspielen am Dienstag und Mittwoch nur 8.750 Fans zugelassen. Dies ist lediglich eine Auslastung von 2,7 Prozent. Mit Blick auf die interessanten und spannenden Pokalpartien Hertha BSC Berlin gegen Union Berlin, 1. FC Köln gegen den Hamburger SV, FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund sowie das Baden-Derby Hoffenheim gegen Freiburg wären volle Stadien und tolle Atmosphäre garantiert gewesen.

Fotos: Kraichgaufoto

Hoffenheimer Serie endet bei Heimmacht Union Berlin
TSG kassiert unglückliche 2:1-Niederlage
Samstag, 15. Januar 2022

Die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen endete für die TSG Hoffenheim am 19. Bundesligaspieltag beim 1. FC Union Berlin. Bei den heimstarken Köpenickern kassierten die Kraichgauer eine unglückliche 2:1-Niederlage und rutschten in der Tabelle hinter Bayer 04 Leverkusen zurück auf Platz 4 und rangieren dank des besseren Torverhältnisses noch vor den nun punktgleichen Unionern. Ein Eigentor von Baumgartl brachte die Gäste in Führung (16.), doch ein unglückliches Eigentor von Torhüter Baumann (22.) sowie ein Treffer von Prömel (73.) drehten die Partie vor begeisterten 3.000 Zuschauern für die Eisernen. TSG-Trainer Hoeneß hatte schon im Vorfeld gewarnt: „Es wird ein richtig harter Brocken, sie sind zu Hause sehr gut unterwegs, spielen sehr diszipliniert und kassieren wenig Gegentore.“ In der Tat: Die Berliner konnten durch den Sieg ihre außergewöhnlich starke Heimbilanz mit nur einer Niederlage aus 26 Partien an der Alten Försterei ausbauen. Die Bilanz der bisherigen sechs Duelle ist mit jeweils zwei Siegen und zwei Niederlagen nun ausgeglichen.

 Ärgerliche und unglückliche Szene für TSG-Keeper Baumann, der beim 1:1-Ausgleich der Berliner den Ball mit der Schulter ins eigene Tor lenkte
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Zwei Eigentore sorgen für 1:1-Pausenstand

Die Hoffenheimer spielten wie schon in den vergangenen Wochen aus einer kompakten Defensive technisch stark, zielstrebiger und sehr spielsicher. Die erste dicke Möglichkeit bot sich Abwehrspieler Posch, der mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am reaktionsschnellen Torhüter Luthe scheiterte (11.). Fünf Minuten später gingen die Gäste in Führung: Bebou hatte sich über rechts energisch gegen Knoche durchgesetzt, und seine scharfe Hereingabe beförderte Baumgartl in seinem 100. Bundesligaspiel per Kopf ins eigene Tor (16.). Nur eine Minute später fast der Ausgleich, als Prömel aus kurzer Distanz an Keeper Baumann scheiterte (17.). Bei der nächsten Chance der Gastgeber hatte der Hoffenheimer Schlussmann dann aber Pech, als nach einer Oczipika-Flanke einem Kopfball von Voglsammer der Ball zunächst an die Latte, von dort an Baumanns Schulter und schließlich ins eigene Tor prallte (22.). In der Folge waren die Kraichgauer zwar die spielerisch bessere und aktivere Mannschaft, konnten aber in einer zunehmend härter umkämpften Partie gute Möglichkeiten durch Dabbur (32.) und Bebou (40.) nicht verwerten.

 TSG-Stürmer Kramaric konnte auch in Berlin nicht an seine Normalform anknüpfen und vergab in der 51. Minute eine Großchance zur Führung

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Kramaric vergibt - Prömel trifft

Auch in der zweiten Hälfte war die Hoeneß-Truppe das aktivere, bessere Team mit spielerischem Übergewicht. Die riesen Chance zur erneuten Gästeführung vergab der seit Wochen glücklose Torjäger Kramaric, der frei vor dem Tor etwas zu lange zögerte und attackiert von Baumgartl den Ball weit übers Tor drosch (51.). Ein Kramaric in Normalform hätte aus dieser Möglichkeit mit Sicherheit mehr gemacht. Die Gastgeber wurden durch die Hereinnahme von Becker nach etwas über eine Stunde aktiver und erspielten sich einige gute Toraktionen. Zunächst köpfte Becker knapp neben den rechten Pfosten (71.) und kurz darauf war er maßgebend an der Berliner Führung beteiligt. Nach seiner Vorarbeit prallte ein abgefälschter Schuss von Kruse an die Querlatte, und den Abpraller drückte Prömel per Flugkopfball zur 2:1-Führung über die Linie (73.). Es war bereits der sechste Kopfballtreffer, den die TSG aus den letzten neun Gegentoren kassierte.

Torhüter Luthe unüberwindbar

Die Blau-Weißen setzten nun alles auf eine Karte und drängten verstärkt auf den Ausgleich. Doch die defensivstarken Unioner boten wenige Freiräume und verteidigten leidenschaftlich. Bei weiteren Tormöglichkeiten durch Baumgartner (76.), Bruun Larsen (78.) und Geiger (79.) war der starke Luthe jeweils zur Stelle. Schließlich blieb es beim knappen, glücklichen Heimsieg für die Fischer-Truppe, die mit den Hoffenheimern mit 31 Punkten gleichzog.

Enttäuschung bei den Gästen

Die Hoffenheimer taten sich nach dem Abpfiff schwer, die unglückliche Niederlage zu verarbeiten. Abwehrchef Vogt: „Ich habe auch ein wenig Wut im Bauch, denn viele Chancen für Union habe ich nicht gesehen. Aber sie sind zweimal da und erzielen die Tore.“ Linksverteidiger Raum: „Es ist brutal bitter und wir sind sehr enttäuscht. Wir waren eigentlich das dominante Team, aber der letzte Pass hat leider gefehlt. Es war nicht viel verkehrt. Wir haben nicht viel zugelassen, aber Union war sehr kaltschnäuzig und hat die Tore im richtigen Moment erzielt."

 Bebou setzte sich dank seiner Schnelligkeit des öfteren durch und war maßgebend an der 1:0-Führung der TSG beteiligt.
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Stimmen der Trainer:

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Union Berlin hat in solchen Spielen die Qualität, stabil zu bleiben. Wir sind gut reingekommen in die Partie und erzielen auch das 1:0. Normalerweise sollte der Treffer Sicherheit geben, aber das ist uns nicht gelungen. Der Ausgleich hat uns nicht gutgetan, danach war das Spiel offen. In der zweiten Hälfte kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen, einzig die letzte Zielstrebigkeit hat gefehlt. Am Ende hat dann eine Situation die Partie entschieden.“
Urs Fischer (1. FC Union Berlin): „Die Momente waren heute auf unserer Seite. Das haben wir gebraucht. Wir haben nicht so einen guten Zugriff auf Hoffenheim bekommen. Das hat die TSG aber auch sehr gut gemacht. Diese Mannschaft hat eine enorme Qualität. Es war viel Leidenschaft und Willen dabei. Die Zuschauer haben uns zum Sieg getragen heute. Es war eine tolle Leistung unseres Teams.“

Statistik:

1.FC Union Berlin: Luthe – Baumgartl, Knoche, Heintz (79. Jaeckel) – Trimmel, Khedira, Oczipka (89. Ryerson) – Prömel, Öztunali (65. Becker) – Kruse (89. Behrens), Voglsammer (79. Haraguchi)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch (89. Stiller), Vogt, Richards – Akpoguma (59. Rutter), Geiger (89. Rudy), Raum – Baumgartner, Kramaric – Dabbur, Bebou (72. Bruun Larsen)
Tore: 0:1 Baumgartl (16./Eigentor), 1:1 Baumann (22./Eigentor), 2:1 Prömel (73.)
Schiedsrichter: Petersen
Zuschauer: 3.000 (ausverkauft)

Am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) empfangen die Hoffenheimer den badischen Rivalen SC Freiburg im DFB-Pokal-Achtelfinale, ehe am Samstag (15.30 Uhr) am 20. Bundesliga-Spieltag der Tabellenzweite Borussia Dortmund in Sinsheim seine Visitenkarte abgibt.

Fotos: Kraichgaufoto

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Vogt verlängert bis 2025 - Kramaric bleibt womöglich auch
Ausleihspezialist Nazario wechselt fest nach Brasilien
Freitag, 14. Januar 2022

Die TSG Hoffenheim vermeldete zuletzt einige positive, richtungsweisende Personalentscheidungen. Unter anderem wurde der am Saisonende auslaufende Vertrag mit dem 30-jährigen Defensivspieler Kevin Vogt bis Sommer 2025 verlängert und auch beim Kroaten Andrej Kramaric scheint sich eine Vertragsverlängerung anzubahnen. Zunächst machte Abwehrchef Vogt, der unter anderem auch vom FC Augsburg stark umworben wurde, den Anfang.  „Kevin ist ein absolut verlässlicher Eckpfeiler in unserem Team, der aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten und seiner großen Erfahrung ein wichtiger Faktor auf und neben dem Platz ist“, sagt Alexander Rosen über den Defensivspezialisten. „Die erfolgreiche Entwicklung der TSG Hoffenheim in der jüngsten Vergangenheit mit drei Teilnahmen an europäischen Wettbewerben ist auch eng mit seinem Namen verbunden. In dieser Zeit gab es für ihn auch eine sehr anspruchsvolle Phase, die Kevin aber professionell gemeistert hat und die ihn gewiss als Spieler wie als Mensch geprägt hat“, ergänzt der Sportdirektor.

Hervorragende Passquote und tolles Aufbauspiel

In der Rückrunde der Saison 2019/20 war Vogt für ein halbes Jahr auf Leihbasis zum damaligen Ligakonkurrenten Werder Bremen gewechselt. Zuvor hatte er nach Unstimmigkeiten mit dem einstigen Hoffenheimer Chefcoach Alfred Schreuder auch das Kapitänsamt niedergelegt. „Wir haben hier in Hoffenheim in den vergangenen Jahren gemeinsam das erfolgreichste Kapitel der Klubgeschichte geschrieben und ich möchte unbedingt Verantwortung übernehmen, diese spannende Story weiterzuschreiben“, sagt Vogt, der neben seiner Schnelligkeit in jeder Saison durch eine der besten Passquoten der Bundesliga heraussticht. Vogt, der bislang 169 Pflichtspiele für die Kraichgauer bestritt, zählte in den vergangenen Jahren dadurch zu den spielstärksten Verteidigern der Liga und gerade sein präzises und variables Aufbauspiel machen ihn für die Gegner im eigenen Ballbesitz nahezu unberechenbar.

 Leistungsträger Kevin Vogt bleibt den Hoffenheimern noch mindestens bis 2025 erhalten

Kramaric vor Vertragsverlängerung?

Es scheint sich abzuzeichnen, dass auch Stürmerstar Kramaric den Kraichgauern längerfristig erhalten bleibt. Bislang ging man davon aus, dass der am Saisonende ablösefreie kroatische Vizeweltmeister seine Zelte an der Elsenz abbrechen und zu einem italienischen Spitzenklub wechseln würde. Der 30-jährige machte wegen seiner Wechselabsichten keine Geheimnisse und betonte des Öftern, wie sehr ihn andere internationale Ligen reizen würden. Diese Einstellung soll sich nun geändert haben. Laut Informationen der Bild-Zeitung möchte Kramaric weiter in Hoffenheim bleiben und seinen auslaufenden Vertrag langfristig verlängern. Sportlich läuft es aktuell bei der TSG für ihn mit Platz 3 prächtig und auch privat fühlt er sich in seinem Wahlwohnort Heidelberg sehr wohl. Zusammen mit seiner Frau Mia erfreut er sich seit kurzem über den ersten Familiennachwuchs.

Bei Grillitsch stehen die Zeichen auf Abschied

Mittelfeldstar Florian Grillitsch wird dagegen höchstwahrscheinlich die TSG Hoffenheim am Saisonende ablösefrei verlassen. Dem 26-jährigen Österreicher liegen einige interessante Angebote aus dem Ausland vor. Mit ihm würden die Blau-Weißen einen technisch starken und vielseitig einsetzbaren Stammspieler verlieren.

 Bleibt Kramaric den Hoffenheimern über das Saisonende hinaus weiter längerfristig erhalten?
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Nazario wechselt nun endgültig nach Brasilien

Seit 2013 stand Bruno Nazario bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, gespielt hat er in der gesamten Bundesligazeit nur 18 Minuten. Stattdessen war der brasilianische Offensivmann in neun Jahren insgesamt sechsmal ausgeliehen, die letzte Leihe endete am 31. Dezember. Nun ist das Kapitel endgültig beendet: Wie die Hoffenheimer heute per Pressemitteilung bekanntgaben, wechselt Nazario fest zum brasilianischen Klub Vasco da Gama.

Kaderabek fehlt einige Wochen

Weiteres Verletzungspech bei Pavel Kaderabek: Beim Heimsieg gegen Augsburg mussten die Hoffenheimer ihren tschechischen Nationalspieler durch Kevin Akpoguma ersetzen. Der 29-Jährige hatte sich an der Rückseite des linken Oberschenkels eine massivere Muskelverletzung zugezogen. Der Defensivspieler war schon verspätet in die Saison gestartet und erst am vierten Spieltag eingestiegen, am achten dann verletzte sich Kaderabek im Spiel gegen Köln am rechten Sprunggelenk und musste wochenlang pausieren. Erst Mitte Dezember beim Auswärtssieg in Freiburg wurde der in Sinsheim wohnende Publikumsliebling wieder eingewechselt, gegen Augsburg absolvierte er gerade erst seinen zweiten Startelfeinsatz in Folge, ehe nun die zweite Zwangspause folgte.

 Defensivspieler Pavel Kaderabek wird den Hoffenheimern verletzungsbedingt einige Wochen fehlen
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Dritter TSG-Profi positiv getestet

Auch Nachwuchstalent Marco John muss derzeit passen. Nach Ermin Bicakcic und Florian Grillitsch ist der 19-jährige Mittelfeldspieler der dritte TSG-Profi, der zu Jahresbeginn positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. John befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheim vor schwerer Aufgabe bei Union Berlin
Kann die TSG an der Alten Försterei ihre Erfolgsserie fortsetzen?
Donnerstag, 13. Januar 2022

Nach dem gelungenen 3:1-Rückrundenauftaktsieg gegen den FC Augsburg gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr an der Alten Försterei bei Union Berlin. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer mischt mit 28 Zählern auf Platz 7 bei drei Punkten Rückstand auf Hoffenheim auch in dieser Saison in der oberen Tabellenhälfte mit. Bei einem der heimstärksten Bundesligisten werden die Kraichgauer am 19. Spieltag alles geben müssen, um ihren dritten Tabellenplatz zu verteidigen. Für TSG-Trainer Sebastian Hoeneß stehen jetzt anspruchsvolle Spiele bevor, auf die er und sein Team „richtig Bock haben“. Hoeneß vorausblickend: „Es werden richtig harte Brocken, die uns alles abverlangen werden. Wir sind mitten in der Saison und wissen, dass wir weiter so agieren müssen, wenn wir etwas Zählbares erreichen wollen.“

 Munas Dabbur setzt sich gegen seinen Berliner Gegenspieler durch
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Nur eine Niederlage in 25 Heimspielen

Der erste schwere Brocken wartet in der Bundeshauptstadt auf die Kraichgauer. Die Köpenicker haben erst ein Spiel im heimischen Stadion (2:5 gegen den FC Bayern München) verloren. Die Heimstärke wird saisonübergreifend noch deutlicher: In 25 Partien gab es nur eine Niederlage (13 Siege und 11 Remis). Neben der Heimstärke sieht Hoffe-Coach Hoeneß weitere Stärken beim nächsten Gegner: „Sie sind zu Hause sehr gut unterwegs, spielen sehr diszipliniert und kassieren wenig Gegentore. Urs Fischer lässt seine Mannschaft sehr kompakt gegen den Ball spielen und dann schalten sie schnell um.“ Auch wenn die Hoffenheimer beim letzten Gastspiel eine sehr starke Leistung boten, endete es 1:1-Unentschieden. Die Bilanz aus den bisherigen fünf Duellen spricht bei zwei Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage für die TSG.

 David Raum (re.) bei einer seiner gefährlichen Flanken

Wiesendanger Bedachungen

TSG seit sieben Spielen ungeschlagen

Aktuell ist die Hoeneß-Truppe seit sieben Partien ungeschlagen. Neben diesem Ligatopwert holten die Blau-Weißen zudem mit 15 Zählern die meisten Punkte nach einem Rückstand. Demgegenüber musste Union nach fünfmaliger Führung noch Punkte abgeben, was sie wertvolle Punkte kostete. Eine Gemeinsamkeit gibt es dennoch zwischen den beiden laufstärksten Bundesligisten: In der Bundesliga-Historie gibt es sieben Vereine, die nie abgestiegen sind: Hoffenheim und Union gehören zum exklusiven Klub dieser "Unabsteigbaren".

 TSG- Keeper Oliver Baumann greift sich das Leder vor dem Berliner Angreifer
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Mehrere Alternativen im Offensivbereich

Im Offensivbereich haben die Nordbadener erneut die Qual der Wahl. Hoeneß bei der heutigen Pressekonferenz zur Situation im Angriffsbereich: „Es gibt keine Stammplatzgarantie, es gilt das Leistungsprinzip. Dadurch kommt aktuell Munas Dabbur zu vielen Einsatzzeiten, weil er gut spielt und extrem fleißig ist. Ich kann aber viele Jungs nennen. Wir entscheiden mit Blick auf den Gegner, was für Spielertypen wir brauchen.“ Die TSG-Fans hoffen sehnlichst darauf, dass Andrej Kramaric endlich seine Trefferflaute beendet und sich mit dem sehnlichst erhofften 100. Pflichtspieltreffer für die Kraichgauer neues Selbstvertrauen holt. Zuletzt konnte der Kroate wenig überzeugen, wirkte etwas gehemmt und ließ gute Möglichkeiten ungenutzt.

Sechs Spieler fehlen definitiv

Personell fehlen der TSG am Samstag Ermin Bicakcic, Robert Skov, Diadie Samassekou, Pavel Kaderabek, Florian Grillitsch und Marco John. Ein Einsatz von Mijat Gacinovic ist aufgrund muskulärer Probleme fraglich. Bei den Berlinern ist es das das erste Spiel ohne Abwehrchef Marvin Friedrich, der nach vier Jahren zu Borussia Mönchengladbach wechselt.

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheim klettert nach 3:1-Sieg über Augsburg auf Platz 3
Doppelpack von Bebou - TSG seit sieben Spielen ungeschlagen
Samstag, 8. Januar 2022

Der Rückrundenstart ist geglückt! Die TSG Hoffenheim siegte beim Jahresauftakt am 18. Bundesliga-Spieltag gegen den FC Augsburg 3:1 und kletterte in der Tabelle vorbei an den beiden nur Unentschieden spielenden Tabellennachbarn Leverkusen und Freiburg hoch auf Platz 3. Die Gäste aus der Fuggerstadt gingen bereits nach fünf Minuten vor den nur zulässigen 500 Zuschauern durch Gregoritsch 1:0 in Führung, ehe Bebou mit einem Doppelpack (38./44.) die Gastgeber zum 2:1-Pausenstand in Führung brachte. In der Nachspielzeit machte Raum mit dem 3:1 schließlich alles klar (90.+3). Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für die Nordbadener, die erneut ihre Heimstärke mit dem sechsten Heimsieg unter Beweis stellten.

"Tabelle sieht gut aus"

Doppeltorschütze Bebou blickt nach dem siebten Spiel ohne Niederlage optimistisch auf die nächsten Aufgaben: „Wir sind gut drauf und machen da weiter, wo wir aufgehört haben. Auf dem Sieg können wir aufbauen, das Ergebnis gibt noch mal mehr Mut und Selbstvertrauen. Die Tabelle sieht gut aus, auch wenn nicht alles top war.“

 Bebou erzielte gegen Augsburg seine Saisontreffer sechs und sieben
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Gregoritsch bringt FCA überraschend in Führung

Die Kraichgauer begannen sehr engagiert und erzielten bereits nach 57 Sekunden durch Dabbur den ersten Treffer, der jedoch mit Hilfe des Videobeweises wegen Handspiels aberkannt wurde. Auf der anderen Seite gingen die Gäste mit ihrer ersten Chance überraschend in Führung. Nach einer Ecke köpfte Gregoritsch völlig freistehend aus drei Metern ins TSG-Tor (5.). Den Hoffenheimern fehlte in dieser Szene die Zuordnung, Gegenspieler Posch wirkte im Duell mit seinem Ex-Kollegen völlig orientierungslos. Die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten: Zunächst hatte Bebou Pech, als sein Schuss aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei ging (7.) und wenig später schoss Richards aus kurzer Distanz überhastet übers Tor (9.). Die Augsburger zogen sich mit der Führung im Rücken weit zurück und ließen dem Gegner wenig Entfaltungsräume. Nach der schwungvollen und unterhaltsamen Anfangsphase verflachte die Partie zunehmend.

Bebou dreht die Partie innerhalb von sechs Minuten

Fehlende Kreativität und Durchsetzungsvermögen bei den Blau-Weißen ließen wenige Torraumszenen zu, bis in der 38. Minute der Knoten platzte. Nach einer Flanke von Raum drückte Bebou in Mittelstürmerposition den Ball mit rechts unhaltbar zum 1:1-Ausgleich über die Linie (38.). Wenig später war der gebürtige Togolese erneut zur Stelle und vollendete eine Hereingabe von Akpoguma gefühlvoll mit links über Torhüter Gikiewicz zur 2:1-Führung (44.). Für Hoffenheims besten Torschützen war es bereits der siebte Saisontreffer.

 Dabburs Treffer in der ersten Minute wurde wegen Handspiels aberkannt
Anpfiff ins Leben

Raum machte erst in der Nachspielzeit alles klar

In der zweiten Hälfte hatten die Gäste wenig entgegenzusetzen und kamen nur selten in Torraumnähe. Hoffenheim bestimmte das Geschehen und ließ Ball und Gegner laufen. Das einzige, was man der Hoeneß-Truppe vorwerfen konnte, war dass sie mit einem dritten Treffer nicht vorzeitig die Partie zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Dabei vergaben der erneut glücklos spielende Kramaric (58.) und Baumgartner (84.) hochkarätige Möglichkeiten. So blieb es trotz harmlosen Augsburgern bis zum Schluss spannend, ehe Raum in der Nachspielzeit nach herrlichem Zuspiel von Rutter mit seinem zweiten Saisontreffer zum 3:1 alles klar machte (90.+3). Während die TSG durch diesen Arbeitssieg auf einen Champions League-Platz kletterte, rutschten die offensivschwachen bayerischen Schwaben nach drei sieglosen Spielen auf Platz 16 ab.

 Raum trifft in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand

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Beide Tore vor der Pause waren enorm wichtig

Für TSG-Coach Hoeneß waren die beiden Treffer kurz vor der Pause sehr wichtig: „Nach dem frühen Rückstand haben wir weiter sehr gut Fußball gespielt, aber im letzten Drittel nicht klar genug agiert. Die zwei Tore vor der Halbzeit waren für uns natürlich enorm wichtig. In der zweiten Hälfte hätten wir das Spiel gerade in der Anfangsphase entscheiden können. Aber uns haben die Großchancen gefehlt und dann wurde die Partie offener, bis zum erlösenden 3:1.“
Am nächsten Samstag gastiert die TSG Hoffenheim am 19. Spieltag bei Union Berlin (Beginn: 15.30 Uhr).

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, Richards – Kaderabek (37. Akpoguma), Geiger, Raum – Baumgartner, Kramaric (90. Adamyan) – Dabbur (72. Rutter), Bebou (72. Stiller)
FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw (83. Caligiuri), Udsuokhai, Iago – Maier (67. Moravek), Dorsch – Hahn, Vargas (67. Sarenren-Bazee) – Gregoritsch (60. Niederlechner), Zeqiri (60.), Pepi)
Tore: 0:1 Gregoritsch (5.), 1:1 Bebou (38.), 2:1 Bebou (44.), 3:1 Raum (90.+3)
Schiedsrichter: Cortus
Zuschauer: 500

Fotos: Kraichgaufoto

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Ziel ist es, die gute Ausgangslage in der Tabelle zu festigen
Hoffenheim empfängt Lieblingsgegner Augsburg
Donnerstag, 6. Januar 2022

Nach einer kurzen zweiwöchigen Winterpause haben die Fußballprofis der TSG Hoffenheim zu Wochenbeginn wieder das Training für die Bundesliga-Rückrunde aufgenommen. TSG-Trainer Sebastian Hoeneß verspürte bei seinen Spielern bereits wieder deutlich die Lust auf Kicken: "Die Jungs sollten mental etwas runterkommen, aber sie haben einen harten Trainingsplan mitbekommen. Das haben sie gut durchgezogen, das haben die ersten Einheiten gezeigt. Die Akkus sind wieder aufgeladen und die Stimmung ist gut, daher bin ich optimistisch.“

Gegen den Lieblingsgegner weiter oben dran bleiben

Bereits am kommenden Samstag empfangen die Kraichgauer um 15.30 Uhr in Sinsheim den Tabellenfünfzehnten FC Augsburg. Die Fuggerstädter zählen zu Hoffenheims Lieblingsgegnern, was zwölf Siege, fünf Niederlagen und vier Unentschieden deutlich belegen. Deutlicher wird die Bilanz aus den vergangenen 13 Duellen, wo die TSG jeweils neun Mal als Sieger vom Platz ging. Auf Tabellenplatz 5 rangieren die Nordbadener punktgleich mit Bayer 04 Leverkusen nur einen Zähler hinter dem Dritten SC Freiburg, was eine äußerst positive Ausgangslage für die zweite Saisonhälfte ist.

 Kramaric konnte gegen Augsburg bereits zehn Torvorlagen beisteuern. Der Stürmer hofft am Samstag auf seinen 100. Pflichtspieltreffer für die TSG.

Hoffenheimer Heimstärke

Das Hoeneß-Team geht nach dem überraschend positiven Abschneiden der Hinrunde mit 28 Punkten aus 17 Spielen sehr selbstbewusst an die zweite Halbserie heran. Ein Hauptgrund für das drittbeste Abschneiden zur Saisonhälfte ist die Heimstärke. Aus den letzten sechs Heimspielen holten die Blau-Weißen 16 der 18 möglichen Punkte. Diese Serie möchte man gegen Augsburg natürlich weiter ausbauen.

Gelingt Kramaric endlich sein 100. Pflichtspieltreffer?

Trifft die TSG auf den FCA, kommt zwangsläufig der Name Kramaric ins Spiel. Hoffenheims kroatischer Nationalstürmer bereitete im Hinspiel beim 4:0-Auswärtssieg drei Treffer vor und erhöhte sein persönliches Scorer-Punkte-Konto gegen die Augsburger damit auf zehn Torbeteiligungen. Nachdem Kramaric im bisherigen Saisonverlauf erst zwei Treffer erzielen konnte, hofft der 30-Jährige endlich seinen 100. Pflichtspieltreffer für die TSG erzielen zu können. Statistisch gesehen trifft Kramaric vor allem in der Rückrunde, was 55 seiner bisher erzielten 84 Bundesligatreffer belegen.

 Hoffenheims Grillitsch versucht per Grätsche Augsburgs Fredrik Jensen zu stoppen
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TSG mit einigen Topwerten

Auch wenn der Torjäger zuletzt Ladehemmung hatte, sind eben andere Kollegen in den Vordergrund getreten. Die 35 erzielten Saisontreffer verteilen sich auf 16 Spieler, was ein Liga-Topwert ist. Doch nicht nur diese Unberechenbarkeit war ein Indiz für das bisher gute Abschneiden, auch die Comeback-Qualität waren außergewöhnlich: Zwölf Punkte nach Rückstand und zwölf Treffer in der Schlussviertelstunde sind jeweils Liga-Bestwert. Hinzu kam in so mancher Partie auch das glückliche Händchen von Trainer Hoeneß bei Einwechslungen, was sieben Joker-Tore eindrucksvoll belegen.

Personell nichts Neues

Zum Rückrundenstart müssen die Kraichgauer weiterhin auf die beiden Langzeitverletzten Ermin Bicakcic und Robert Skov verzichten. Ebenso fehlen Diadie Samassekou (Afrika-Cup), Havard Nordtveit, Kasim Adams (beide grippaler Infekt) und Sargis Adamyan (erst später ins Training eingestiegen).

 Intensiver Zweikampf um den Ball. Hoffenheims Samassekou (2. v. r.) scheint hier als erster am Ball zu sein.

Heidelberger

FCA zuletzt stark verbessert

Augsburg kam nach schlechtem Saisonstart zuletzt immer besser zurecht und holte aus den letzten acht Partien zwölf Punkte. Zudem ist der FCA in den vergangenen drei Auswärtsspielen ungeschlagen, holte dabei einen Sieg und zwei Unentschieden. Für TSG-Coach Hoeneß ein deutliches Zeichen zur Vorsicht: "Vor der Pause waren sie sehr gut drauf und haben unter anderem gegen den FC Bayern gewonnen. Personell hat es sich bei ihnen etwas entspannt, vor allem in der Defensive. Sie bringen eine gute Mannschaft auf den Platz. Wir wollen dennoch mit einem Heimsieg in die Rückrunde starten.“

Rekordsumme für Offensivtalent Pepi

Personell konnten die Augsburgern mit der überraschenden Verpflichtung des 18-jährigen Supertalents Ricardo Pepi auf dem Transfermarkt für Aufsehen sorgen. Die Konkurrenz um den Amerikaner, der zuletzt beim FC Dallas spielte, war riesig. Angeblich war halb Europa am Offensivspieler, dem großem Entwicklungspotenzial nachgesagt wird, interessiert. Am Ende erhielt überraschend der FCA den Zuschlag, den er sich für die Rekordsumme von 13 Mio. Euro Ablöse plus möglichen Erfolgsnachzahlungen kosten ließ.

Gemeinsames Treffen auf ein Minimum reduziert

Bei der Pressekonferenz vor dem 18. Spieltag sagte Hoeneß zur aktuellen Corona-Situation in der Liga: „Wir haben die Sinne geschärft, unser Hygienekonzept hat gegriffen. Wir werden wieder mit eigenen Autos bei Heimspielen anreisen und haben unsere gemeinsamen Treffen auf ein Minimum reduziert. Wir bereiten uns auf die Spiele vor und hoffen, dass es nicht zu vielen Fällen kommt. Es muss viel passieren, damit ein Spiel abgesagt wird. Der Wettbewerb soll fair bleiben.“
Zum Rückrundenauftakt sind am Samstag in Sinsheim nur 500 Zuschauer zugelassen. Der von allen ungeliebte "Geisterkick" nimmt zu Coronazeiten eine weitere Fortsetzung!

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U23-Stürmer Asllani rückt in den Profikader auf
Hochveranlagtes Hoffenheimer Stürmertalent
Dienstag, 4. Januar 2022
Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim integriert das nächste große Talent fest in seinen Profikader. Stürmer Fisnik Asllani, der zuletzt dem U23-Kader der TSG angehörte, rückt ab sofort dauerhaft zur Mannschaft von Chef-Trainer Sebastian Hoeneß auf. Der 19-Jährige, der in der Hinrunde der aktuellen Saison bereits dreimal für den Bundesligakader der TSG nominiert war und bei der Heimpartie gegen RB Leipzig am 20. November 2021 sein Profidebüt feierte, macht damit den nächsten bedeutenden Schritt in seiner jungen Laufbahn.
 
 
Asllani rückt von der Hoffenheimer U23 in den Profikader auf

www.akropolis-sinsheim.de

Hochveranlagtes Stürmertalent

„Fisnik ist ein hochveranlagtes Talent mit einem sehr interessanten Stürmerprofil, da er viele Komponenten einer klassischen Nummer 9 vereint. Er hat bereits in der Sommervorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen, sodass es im August des vergangenen Jahres schon die konkrete Überlegung gab, ihn fest in Profikader zu integrieren. Leider hat ihn seinerzeit eine Knieverletzung, die er sich im Testspiel gegen Stade Reims zugezogen hat, um einige Wochen zurückgeworfen“, so Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei der TSG Hoffenheim.
Fisnik Asllani spielt seit dem Sommer 2020 für die TSG und hat im Kraichgau einen bis zum 30.06.2024 datierten Vertrag. Nachdem er krankheitsbedingt zuletzt einige Tage kürzertreten musste, absolviert der deutsche U-Nationalspieler am Mittwoch sein erstes Training als fester Bestandteil des Profikaders der TSG Hoffenheim.

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Last-Minute-Treffer rettet Hoffenheim Punkt gegen Gladbach
Jokertor von Akpoguma bewahrt TSG vor Heimniederlage
Samstag, 18. Dezember 2021

Die TSG Hoffenheim ist die Mannschaft der späten Tore. So auch beim letzten Hinrundenspiel zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach, in dem die Kraichgauer dem 0:1-Rückstand durch Embolo in der 35. Minute lange hinterherliefen und trotz einer Vielzahl an Tormöglichkeiten meist an sich oder dem besten Mann auf dem Platz VfL-Keeper Sommer scheiterten. Die Bilanz von 15:3 Ecken für die Gastgeber war vielsagend. Abermals bewies TSG-Coach Hoeneß ein glückliches Händchen, als er wie zuletzt in Leverkusen den Torschützen einwechselte. Akpoguma, erst vier Minuten auf dem Feld, war es, der in der ersten Minute der Nachspielzeit aus kurzer Distanz den hochverdienten 1:1-Endstand markierte. Während die Nordbadener nach zuletzt vier Siegen und zwei Unentschieden auf einem Europapokalplatz überwintern, ärgerten sich die Gladbacher über den verpassten Befreiungsschlag nach zuletzt vier Niederlagen mit 17 Gegentreffern in Serie. Eine Platzierung im unteren Tabellendrittel auf Rang 13 zur Halbserie gilt als große Enttäuschung.

 
Hoch her ging es über die gesamte Spielzeit zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach. Einen Sieger gab es nach Abpfiff nicht.

Unüberwindbarer VfL-Keeper Sommer

Die Hoffenheimer gingen aufgrund ihrer letzten Ergebnisse sehr selbstbewusst ins Spiel und versuchten, von Beginn an vor den erlaubten 750 Zuschauern das Geschehen zu diktieren. In der Anfangsviertelstunde sah dies recht gefällig aus. Zunächst schoss Kaderabek freistehend übers Tor (4.) und ein Schuss von Rutter wurde zur sicheren Beute von Gästekeeper Sommer (12.). Gladbachs erste Torchance hatte Kapitän Stindl, der jedoch im Eins-gegen-Eins in Torhüter Baumann seinen Meister fand (22.). Danach stand wieder Gladbachs Schweizer Nationaltorhüter im Mittelpunkt, als er gegen Kaderabek (23.), Rutter (27.) und Raum (28.) einen Rückstand verhinderte.

Embolo bringt Gladbach in Führung

in der Folge wurden die Fohlen von Niederrhein etwas aktiver und hatten durch einen Stindl-Schuss, den Baumann parierte, ihre zweite gute Aktion (29.). Wenig später scheiterte Embolo an Baumann und im Nachschuss Thuram an Gegenspieler Posch (34.). Aus der daraus resultierenden Ecke fiel die überraschende Gästeführung, nachdem Embolo völlig freistehend aus vier Metern den Ball über die Torlinie drückte (35.). Die temporeiche und sehr unterhaltsame erste Hälfte war ein ständiges Hin und Her und machte Lust auf mehr.

 
Hoffenheims Kramaric war zwar sehr bemüht, aber am Ende wartet der kroatische Torjäger weiterhin auf seinen 100. Pflichtspieltreffer für die Kraichgauer.
Anpfiff ins Leben

Nach einer Stunde nimmt Hoffe Fahrt auf

Zunächst aber war im zweiten Abschnitt Schmalkost angesagt. Beide Abwehrreihen standen sicher und so spielte sich das Geschehen zunehmend im Mittelfeld ab, wo um jeden Meter geackert und gekämpft wurde. Erst nach einer Stunde fand das Hoffenheimer Spiel wieder mehr Struktur und es ergaben sich wieder einige vielversprechende Tormöglichkeiten. Zunächst parierte Sommer reaktionsschnell einen Rutter-Kopfball von der Linie (65.) und eine Minute später setzte Posch einen Kopfballaufsetzer aus kurzer Distanz über die Querlatte (66.). Die TSG drückte nun verstärkt mit aller Macht auf den Ausgleich, während die Gäste sich nur noch aufs Verteidigen konzentrierten. Die Schlussphase war sehr umkämpft, spielerische Akzente waren selten, vielmehr ging es für die einen darum den Ausgleich zu erzielen und für die anderen, die knappe Führung über die Zeit zu bringen. Dabei zeichnete sich immer wieder Gladbachs Nummer 1 aus, der in der 85. Minute zunächst gegen Rutter und dann gegen Baumgartner Torschüsse abwehrte.

Jokertor von Akpoguma zum späten Ausgleich

Doch die Blau-Weißen gaben zu keinem Zeitpunkt auf und belohnten sich in der hektischen Nachspielzeit doch noch mit dem verdienten Ausgleich. Nach einer Flanke von Vogt bediente Bebou per Kopf mustergültig Akpoguma, der im Stile eines Torjägers aus fünf Metern den Ball unhaltbar zum 1:1-Endstand über die Torlinie drückte (90.+1).

 
Akpoguma (Nr. 25) trifft in der Nachspielzeit zum glücklichen, aber hochverdienten Hoffenheimer Ausgleich.

Ritzhaupt

"Ausgleich ist leider zu spät gefallen"

TSG-Nationalspieler Raum trauerte dem verpassten Sieg nach: „Am Ende waren wir absolut drückend, die Gladbacher waren froh, als abgepfiffen wurde und wollten nur noch schnell in die Kabine. Schade, wenn das Spiel noch ein bisschen länger gegangen wäre, gewinnen wir es vielleicht noch. Der Ausgleich ist leider zu spät gefallen. So müssen wir das 1:1 annehmen.“ Während die TSG gerne ihre makellose Heimbilanz mit einem weiteren Dreier zum Jahresende ausgebaut hätte, ärgerten sich die Gladbacher, dass sie ihren Negativlauf nicht mit einem Überraschungssieg in Sinsheim beenden konnten. Weiter geht es für die Kraichgauer nach einer kurzen Winterpause mit dem Rückrundenauftakt am Samstag, den 8. Januar um 15.30 Uhr gegen den FC Augsburg.

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Vogt – Kaderabek (87. Akpoguma), Geiger, Raum – Stiller (62. Baumgartner), Kramaric – Rutter, Dabbur (46. Bebou)
Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Bensebaini, Scally – Zakaria, Kramer – Herrmann, Stindl, Thuram (73. Netz) – Embolo (88. Plea)
Tore: 0:1 Embolo (35.), 1:1 Akpoguma (90. +1)
Schiedrichter: Jablonski
Zuschauer: 750

Fotos: Kraichgaufoto

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Ein Heimsieg über Gladbach würde eine erfolgreiche Hinrunde abrunden
Auf Platz 3 zu überwintern wäre für die TSG sensationell
Freitag, 17. Dezember 2021

Der letzte Hinrundenspieltag sowie das letzte Pflichtspiel des Jahres stehen am Samstagnachmittag für die TSG Hoffenheim auf dem Programm. Wenn um 15.30 Uhr die Kraichgauer gegen Borussia Mönchengladbach in der Sinsheimer PreZero-Arena auflaufen, können sie mit einem Heimsieg eine sensationelle Halbserie abschließen, bei der sogar Tabellenplatz 3 winkt. Mit der Prophezeiung, „Hoffe überwintert auf einem Champions League-Platz“ hätte man vor wenigen Wochen noch ein süffisantes Lächeln geerntet und die Fußballfachkenntnis wäre einem in Frage gestellt worden. Nach Leistungsschwankungen, vor allem in Heim- und Auswärtsspielen, rangierten die Blau-Weißen im trostlosen Tabellenmittelfeld.

 
Gespannt blicken Gladbachs Ginter (li.) und Bebou nach dem Ball. Der TSG-Stürmer hat vor dem Gladbachspiel seinen Vertrag im Kraichgau vorzeitig bis 2026 verlängert.
Anpfiff ins Leben

Erfolgreichstes Team der letzten fünf Spieltage

Dank einer Serie von vier Siegen in Folge ging es dann schlagartig von Rang 10 hoch in die Königsklassenplätze. Mit 13 Punkten ist die TSG das erfolgreichste Team der letzten fünf Spieltage. Durch einen glücklichen 2:1-Last-Minute-Sieg beim Tabellennachbarn SC Freiburg kletterte die Hoeneß-Truppe vorbei an den Breisgauern auf Position 4, die sie durch ein 2:2-Unentschieden am vergangenen Mittwochabend bei Bayer 04 Leverkusen zementierte. Die Träume der TSG-Fans, sogar noch weiter nach oben zu klettern sind zum Jahresende nicht unrealistisch, zumal die beiden letzten Gegner und Tabellennachbarn Freiburg und Leverkusen am Samstag aufeinandertreffen. Die Streich-Truppe könnte dabei dem badischen Nachbarn mit einem Heimsieg einen großen Dienst erweisen, vorausgesetzt die Hoffenheimer setzen ihre Erfolgsserie von zuletzt fünf Siegen in Serie in der heimischen Arena fort.

Gladbacher Negativlauf

Der Gegner vom Niederrhein ist seit Wochen völlig aus der Spur und stürzte nach vier Niederlagen in Folge ins gefährliche untere Tabellendrittel. Von einem Europapokalanwärter haben sich die Fohlen vom Niederrhein nach bereits acht Niederlagen zu einem abstiegsgefährdeten Kandidaten entwickelt. Wie schnell es in diesem Geschäft innerhalb kürzester Zeit in unterschiedliche Richtungen gehen kann verdeutlichen nach 16. Spieltagen mit Hoffenheim und Mönchengladbach zwei Teams besonders eindrucksvoll. Eine Gemeinsamkeit bleibt jedoch unverändert: Beide Vereine spielen seit ihrem gemeinsamen Aufstieg 2008 ununterbrochen in der Bundesliga. Nur Bayern, Dortmund, Leverkusen und Wolfsburg sind aktuell noch länger erstklassig.

 
Kaderabek (li.) brachte zuletzt in Leverkusen nach seiner Einwechslung neuen Schwung ins Hoffenheimer Spiel. Gut möglich, dass der Tscheche am Samstag in der Startformation steht.
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Vorsicht vor angeschlagenen Boxern

Doch die Kraichgauer sollten gewarnt sein und den fünffachen Deutschen Meister aufgrund der letzten Resultate nicht unterschätzen. Die Erwartungshaltung an der Elsenz ist schnell angestiegen, ein Heimsieg nahezu zur Pflichtausgabe geworden. Gerade solche Voraussetzungen sind im Sport besonders gefährlich und enden meist in Enttäuschungen. Gladbach ist wie ein angeschlagener Boxer, der zum Jahresabschluss nochmal alles in die Waageschale werfen wird, um die verkorkste Hinserie zumindest etwas versöhnlich abzuschließen. Die TSG kann sich auf einen kämpferisch starken Gegner einstellen, der ihr über 90 Minuten alles abverlangen wird.

16 verschiedene Torschützen

Die Nordbadener spielten zuletzt sehr selbstbewusst, konnte viele enge Partien noch in der Schlussviertelstunde für sich entscheiden. Bezeichnend für die Ausgeglichenheit ist die Tatsache, dass sich bereits 16 verschiedene Torschützen in die interne Torjägerliste eingetragen haben, was Ligabestwert ist. Mit seiner variablen offensiven Spielweise ist „Hoffe“ schwer ausrechenbar.

 
Hoffenheims Grillitsch im Zweikampf mit Gladbachs Embolo (li.).

Metallbau Rath

Auf Baumann ist Verlass

Ein großer Garant für die Erfolgsserie ist zudem Torhüter Oliver Baumann, der mit starken Paraden und tollen Reflexen sein Team oft im Spiel hielt. Sein gehaltener Elfmeter in Freiburg war am Ende womöglich spielentscheidend. Auch die Ausgeglichenheit des breit aufgestellten Kaders trägt zum Erfolg bei.

Großes Selbstbewusstsein

Bezeichnend hierfür die Aussage von Sebastian Rudy nach dem Leverkusen-Spiel: „Es ist schön zu sehen, wie gut der Kader ist, wenn die Einwechselspieler die Tore erzielen. Wir haben in den vergangenen Spielen gezeigt, dass wir so eine Partie drehen können. Es ist eine unserer Stärken, dass wir nie aufgeben. Wir geben immer alles und sind auch in der Schlussphase gefährlich.“ Selbstbewusste Worte eines ehemaligen Nationalspielers, der zuletzt mehr auf der Ersatzbank saß, als auf dem Platz stand. Auch die Aussage des jungen Angelo Stiller, der in Leverkusen sein Bundesligapremierentor erzielte, ist bezeichnend für das derzeitige Selbstvertrauen: „So soll es weitergehen. Wir wollen jetzt gegen Gladbach noch mal ein Zeichen setzen.“

Glänzende Ausgangslage für zweite Halbserie

Ein Zeichen, um kurz vor Weihnachten eine der besten Halbserien der Vereinsgeschichte perfekt zu machen und sich für die zweite Saisonhälfte eine glänzende Ausgangsposition zu erschaffen, um womöglich zum vierten Mal in der Vereinshistorie auf internationaler Bühne vertreten zu sein. Doch bis dahin ist es noch ein langer, harter und beschwerlicher Weg.

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG dreht in 3 Minuten 0:2-Rückstand und entführt Punkt in Leverkusen
Willensstarke Hoffenheimer verteidigen Tabellenplatz 4
Mittwoch, 15. Dezember 2021

Die TSG Hoffenheim bleibt auch im fünften Bundesligaspiel in Folge ungeschlagen. Die Kraichgauer spielten in einem umkämpften, temporeichen und spannenden Spitzenspiel beim Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen 2:2-Unentschieden und behaupteten in der Tabelle mit 27 Punkten weiterhin Champions League-Platz 4. Das Werksteam sah bereits nach zwei Treffern ihres Torjägers Schick nach etwas über einer Stunde wie der sichere Sieger aus, ehe die beiden Einwechselspieler Stiller und Dabbur in einer turbulenten Schlussphase innerhalb von nur drei Minuten den Ausgleich erzielten. Nachdem zuletzt Raum und Richards beim 2:1-Sieg in Freiburg ihre ersten Bundesligatreffer feiern konnten, war der Premierentreffer für Stiller in Leverkusen zugleich der 16. Treffer eines Hoffenheimer Spielers im bisherigen Saisonverlauf.

Schick trifft und trifft

In einer unterhaltsamen und intensiven Partie hatten die Gastgeber in der ersten Hälfte ein deutliches Chancenplus und mehr Spielanteile. Vor allem Torjäger Schick stand dabei im Mittelpunkt, der seinen Lauf gegen die Hoffenheimer mit seinen beiden Saisontreffern 15 und 16 fortsetzte. Beim ersten Treffer nahm er eine Diaby-Flanke aus kurzer Distanz volley und schoss unter dem Körper von TSG-Keeper Baumann zum 1:0 ein (37.). Das 2:0 köpfte er wuchtig aus acht Metern unhaltbar in den linken Torwinkel (63.). Somit gingen die letzten acht Bayer-Tore allein auf das Konto des Tschechen. Doch am Ende reichten auch die Schick-Treffer wie zuletzt bei der 5:2-Niederlage in Frankfurt - trotz 2:0-Führung - nicht zum Sieg.

 
Torjubel pur bei Dabbur (li.) und Rutter. Dabbur erzielte mit einem Traumtor per Hacke den 2:2-Ausgleich

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Zwei Aluminiumtreffer

Nach knapp einer halben Stunde hatten die Gäste das Glück auf ihrer Seite, als nach einem Freistoß Hincapie aus dem Getümmel heraus nur den rechten Pfosten traf (28.). Nur sieben Minuten später stand auf der anderen Seite erneut das Aluminium im Wege, als nach einer Raum-Ecke Richards den Ball an die Latte köpfte (35.). Kurz darauf dann die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente 1:0-Führung durch Schick (37.).

Baumann verhindert höheren Rückstand

Kurz vor der Halbzeitpause bewahrte Torhüter Baumann sein Team vor einem höheren Rückstand, als er zunächst gegen Schick und anschließend gegen Wirtz reaktionsschnell parierte (41.). Die Hoffenheimer hatten in der ersten Hälfte nur wenige Offensivaktionen und waren allgemein in Torraumnähe nicht zwingend genug. Nachdem Bayer-Keeper Hradecky kurz vor dem Pausenpfiff einen Schuss von Samassekou parierte (43.), blieb es bei der verdienten Bayer-Führung nach 45 Minuten.

TSG mit mehr Offensivpower - Schick erhöht auf 2:0

Im zweiten Abschnitt legten die Nordbadener einen Zahn zu und erspielten sich eine Reihe guter Möglichkeiten. Dabei machten sich die Einwechslungen von Kaderabek und Stiller für Akpoguma und Rudy deutlich bemerkbar. So scheiterte nach einer Flanke von Stiller Kramaric aus kurzer Distanz (50.). Doch auch Bayer hatte seine Chancen: Nachdem Bellarabi an Baumann scheiterte (59.) und Wirtz aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf (61.), war es schließlich Schick, der nach einem Konter und einer Hincapie-Flanke per Kopf auf 2:0 erhöhte (63.). Für die meisten der 13.272 Zuschauer schien die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt gefallen zu sein.

 
Stiller verkürzte mit seinem ersten Bundesligatreffer zum zwischenzeitlichen 2:1

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Stiller und Dabbur treffen innerhalb von nur 3 Minuten

Doch die Blau-Weißen gaben nicht auf. Nur drei Minuten später verpasste Kramaric den Anschlusstreffer, als er nach einer Raum-Flanke mit einem Kopfball am Lattenkreuz scheiterte (66.). Hoffenheim drängte in der Folge die Gastgeber immer mehr in die Defensive und erspielte sich deutliche Vorteile. Nach einem langen Ball in den Strafraum kam Stiller aus spitzem Winkel zum Abschluss und verkürzte mit einem Schuss ins kurze Eck vorbei am überraschten Hradecky auf 1:2 (80.). Die TSG setzte nach und belohnte sich für ihre engagierte Schlussoffensive. Der eingewechselte Rutter setzte sich über die rechte Seite energisch durch, passte in die Mitte, wo der ebenfalls eingewechselte Dabbur mit dem Rücken zum Tor den Ball mit der Hacke ins lange Eck zum 2:2-Ausgleich beförderte (83.). Die Hoeneß-Truppe hatte abermals ihre Entschlossenheit und Treffsicherheit in der Schlussphase eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der hektischen Nachspielzeit sah noch Leverkusens Diaby nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote-Karte (90.+2). Schließlich blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden, das sich für die Gäste wie ein gefühlter Sieg anfühlte.

"Eine Stärke, nie aufzugeben"

Entsprechend glücklich und erleichtert waren die Hoffenheimer Spieler nach Spielende: Mittelfeldspieler Rudy: „Wir haben in den vergangenen Spielen gezeigt, dass wir so eine Partie drehen können. Es ist eine unserer Stärken, dass wir nie aufgeben. Es ist schön zu sehen, wie gut der Kader ist, wenn die Einwechselspieler die Tore erzielen. Nun wollen wir uns gegen Gladbach mit einem Sieg oben festsetzen.“ Torschütze Stiller: „Wir haben uns nie aufgegeben. Wir wissen, was wir können und dass wir zurückkommen können. Umso schöner, dass es noch mit einem Punkt geklappt hat. Leverkusen ist eine super Mannschaft, aber wir haben es gut gemacht und uns den Punkt verdient. Wir haben immer an uns geglaubt." Dabbur, Schütze zum 2:2-Endstand: „Es gibt natürlich kein besseres Gefühl, als ein Tor zu erzielen. Es war zunächst nicht einfach, als ich eingewechselt wurde. Insbesondere nach dem 0:2. Wir Einwechselspieler haben versucht, heute den Unterschied zu machen und das haben wir letztendlich geschafft.“

 
Erneut war Hoffenheims Torhüter Baumann ein sicherer Rückhalt und Garant für den Punktgewinn in Leverkusen

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Das Spiel hat Spaß gemacht. Es stand Top-Spiel drauf und das war auch drinnen. In der ersten Hälfte war Leverkusen besser und geht auch in Führung. In der zweiten Hälfte hat es sich dann gedreht. Wir sind richtig gut aus der Halbzeit gekommen und hatten gute Chancen auf den Ausgleich. Im Stil einer Spitzenmannschaft hat Leverkusen dann das zweite Tor erzielt. Wir haben aber nicht aufgegeben und weiter nach vorn gespielt. Das macht mich stolz und glücklich. Am Ende ist das Unentschieden wohl in Ordnung.“

Seoane (Bayer 04 Leverkusen): „Es war ein attraktives Spiel. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir nicht das 3:0 erzielen. Über 80 Minuten war es eine sehr gute Leistung. Wir haben schnell umgeschaltet, das ist uns sehr gut gelungen. Wenn man in der 80. Minute 2:0 führt und dann noch unentschieden spielt, ist man natürlich enttäuscht. Dennoch hat die Mannschaft einen Schritt nach vorn gemacht.“

Statistik:

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Kossounou (82. Retsos), Tah, Tapsoba, Hincapie – Palacios, Demirbay (64. Aránguiz) – Bellarabi (64. Adli), Wirtz (82. Andrich), Diaby – Schick (Alario 90. + 4)
TSG Hoffenheim: Baumann – Richards, Grillitsch, Vogt – Akpoguma (46. Kaderabek), Samassekou (82. Adamyan), Rudy (46. Stiller), Raum – Bebou (68. Rutter), Baumgartner (68. Dabbur), Kramaric
Tor: 1:0 Schick (37.), 2:0 Schick (63.), 2:1 Stiller (80.), 2:2 Dabbur (83.)
Gelb-Rote-Karte: Diaby (90. + 2)
Schiedsrichter: Stieler
Zuschauer: 13.272

Das letzte Pflichtspiel des Jahres bestreitet die TSG Hoffenheim am Samstag, um 15.30 Uhr in Sinsheim gegen Borussia Mönchengladbach.

Fotos: Kraichgaufoto

Selbstbewusste Hoffenheimer wollen auch in Leverkusen bestehen
Topspiel am Mittwochabend: Dritter gegen Vierter
Dienstag, 14. Dezember 2021

Am vorletzten Hinrundenspieltag der Fußball-Bundesliga kommt es am Mittwochabend um 20.30 Uhr in der Leverkusener BayArena zum Topspiel des 16. Spieltages zwischen Gastgeber Bayer 04 Leverkusen und der derzeitigen Überraschungsmannschaft TSG Hoffenheim. Dritter gegen Vierter – diese Konstellation konnten sich vor wenigen Wochen nur die kühnsten Optimisten bei diesem Duell vorstellen. Die Kraichgauer stürmten zuletzt durch vier Siege in Folge auf einen Champions League-Rang und wollen diesen möglichst auch vor dem letzten Spiel des Jahres am Samstag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach verteidigen.

Hoeneß lässt keine Überheblichkeit aufkommen

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß tut dennoch gut daran, den Ball weiter flach zu halten, keine Überheblichkeit aufkommen zu lassen und Bescheidenheit vorzuleben. Der 39-jährige gebürtige Münchner weiß sehr wohl, dass es auch wieder sehr schnell in die andere Richtung gehen kann: „Im Moment sind wir ein Spitzenteam. Aber das ist eine Momentaufnahme. Dennoch ist es ein Stück weit auch das Ziel, sich in Regionen festzusetzen, die richtig spannend sind.“

 
Das Topspiel Leverkusen gegen Hoffenheim wird ähnlich wie in dieser Szene von vielen engen Zweikämpfen geprägt sein
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Rutter und Stiller mit Fragezeichen

Hoeneß stehen beim Werksklub neben dem Langzeitverletzten Ermin Bicakcic auch Marco John, Jacob Bruun Larsen und Dennis Geiger nicht zur Verfügung. Ob der junge Georginio Rutter, der sich beim 2:1-Derbysieg in Freiburg eine starke Prellung bei einem Zweikampf zugezogen hatte, am Niederrhein auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. Ebenso fraglich ist der Einsatz von Angelo Stiller, der sich ebenfalls im Breisgau am Fuß verletzte. Dennoch stehen Hoeneß personell einige Alternativen zur Verfügung, um eine schlagkräftige Mannschaft in der Englischen Woche aufzubieten.

Frankfurt-Niederlage könnte zum Vorteil werden

Der Hoffe-Coach über den bevorstehenden Gegner: „Ich bin mir sicher, dass Leverkusen nach der Niederlage gegen Frankfurt extrem sensibilisiert ist. Sie werden sicher eine Reaktion zeigen wollen.“ Dass sich die 2:5-Niederlage auch negativ aufs Selbstvertrauen der Bayer-Truppe auswirken könnte, wollte Hoeneß nicht verneinen: „Solch eine Niederlage hat immer Wirkung, deshalb müssen wir es hinbekommen, dass sie einen kleinen Gedanken an das vergangene Spiel verschwenden. Davor waren sie aber sehr gut unterwegs und haben ihre Klasse bewiesen. Deswegen werde ich die Partie in Frankfurt nicht überbewerten. Wir werden sie bearbeiten und versuchen, sie durch unsere Art Fußball zu spielen zu verunsichern.“

 
Stürmer Kramaric (am Ball) hofft in Leverkusen endlich seinen 100. Pflichtspieltreffer für die TSG zu erzielen
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Bayer mit viel Offensivqualität

In der vergangenen Saison verloren die Kraichgauer in einer engen und größtenteils ausgeglichenen Partie ergebnistechnisch zwar deutlich mit 1:4 unterm Bayer-Kreuz, was so manchen Hoffenheimer heute noch aufgrund des Spielverlaufs ärgern wird. Die Qualität des um einen Zähler besser platzierten Tabellendritten ist trotz der letzten Niederlage unumstritten. Das Bayer-Team verfügt über sehr viel Qualität. Schick mit 14 Toren und Wirtz mit acht Vorlagen sind Schlüsselspieler. Allgemein ist das Team von Trainer Gerardo Seoane sehr offensiv ausgerichtet, versucht immer in Eins-gegen-Eins-Situationen zu kommen.

TSG mit guten Fitnesswerten

Demgegenüber hat die TSG auch einiges dagegen zu setzen: Ein Erfolgsgeheimnis der Blau-Weißen ist unter anderem auch der gute Teamspirit, der Glaube an die eigene Stärke. Die Mannschaft hat gute Fitnesswerte, konnte schon einige Spiele erst in der Schlussphase für sich entscheiden. Neun Treffer in Schlussviertelstunden sind Liga-Topwert.

 
Baumgartner kommt vor zwei Leverkusener Gegenspieler zum Torabschluss

Hoffe schwerer ausrechenbar

Nachdem sich in der vergangenen Saison hauptsächlich der kroatische Nationalstürmer Andrej Kramaric für das Tore schießen verantwortlich zeigte, verteilt sich die Verantwortung auf mehreren Schultern, was 15 verschiedene Torschützen eindrucksvoll belegen. Die Hoffenheimer sind schwerer berechenbar und konnten sich auch bei Standards deutlich mehr in torgefährliche Situationen bringen. Ein weiterer Beleg: Mit 32 Toren nach 15 Spieltagen hat Hoffe die beste offensive Zwischenbilanz seit acht Jahren (2013/14: 34 Treffer). Noch besser ist aktuell jedoch Leverkusen: Nach zuletzt zwölf Toren aus den letzten drei Bundesliga-Spielen kommt Bayer auf 37 Tore, was ligaweit der zweitbeste Wert ist.

Bayer liegt klar vorn

Im direkten Vergleich liegen die Rheinländer aus den bisherigen 26 Duellen mit 15 Siegen, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen deutlich vor den Nordbadenern.

Fotos: Kraichgaufoto

Weitere Fotos zum Bericht
  
TSG glücklicher 2:1-Sieger im Baden-Derby beim SC Freiburg
Raum und Richards feiern ihre Premierentreffer - Baumann hält Elfmeter
Samstag, 11. Dezember 2021

Ausgelassener Jubel und Freude herrschte bei der TSG Hoffenheim nach einem 2:1-Last-Minute-Erfolg im badischen Nachbarschaftsduell am 15. Bundesligaspieltag beim SC Freiburg. In einer größtenteils taktisch geprägten und ausgeglichenen Partie vor nur 750 erlaubten Zuschauern in der neuen Freiburger Arena trafen für die Gäste Raum (3.) und Richards (90.+4) mit ihren jeweils ersten Bundesligatreffern. Für Freiburg besorgte Nico Schlotterbeck den zwischenzeitlichen Ausgleich (21.). TSG-Keeper Baumann, der vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2024 vorzeitig verlängert hatte, parierte in der 62. Minute einen Strafstoß von Grifo und hielt so seine Mannschaft weiter im Spiel. Der Siegtreffer von Richards in der Nachspielzeit war zugleich der neunte Torerfolg der Hoffenheimer in der Schlussviertelstunde, was zugleich Liga-Bestwert ist. Durch den achten Saisonsieg kletterten die Kraichgauer mit 26 Punkten vorbei an Freiburg auf Tabellenplatz 4.

 
TSG-Keeper Baumann hatte nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters von Grifo großen Anteil am glücklichen Derby-Sieg in Freiburg
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Raum trifft nach drei Minuten

Die Nordbadener erwischten den optimalen Start: Nach Vorlage von Dabbur setzte sich Raum auf der linken Seite kraftvoll durch und traf aus spitzem Winkel zur frühen 1:0-Führung (3.). Nach anschließendem ausgeglichenem Verlauf konnte sich Nico Schlotterbeck bei einer Ecke gegen Gegenspieler Posch durchsetzen und per Kopfball ausgleichen (21.). Es war bereits das 14. Tor der Breisgauer nach einem ruhenden Ball, sechs davon fielen nach Ecken. Wenig später verhinderte Keeper Baumann im Eins-gegen-Eins gegen Schade einen möglichen Rückstand (25.).

Baumann pariert Strafstoß von Grifo

Nach einer ausgeglichenen, von wenigen Torraumszenen geprägten Partie, gab es nach etwas über einer Stunde nach einem Foulspiel von Akpoguma an Günter zu Recht Strafstoß. Doch der ehemalige Hoffenheimer Grifo ließ sich die Chance zur Führung entgehen und scheiterte mit seinem ersten verschossenen Elfmeter in der Bundesliga am reaktionsschnellen Baumann (62.). Der Elfmeterkiller zur womöglich spielentscheidenden Aktion: Ich habe Grifo vor dem Elfmeter lange ins Gesicht geschaut. Dann hatte ich eine Ahnung und es ist ein bisschen Glück aber auch Können, weil du ein gutes Timing brauchst. Mit der Quote, dass ich drei der vergangenen sechs Elfmeter gehalten habe, bin ich natürlich sehr zufrieden.“

 
Raum brachte die TSG bereits nach drei Minuten in Führung
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Es lief auf ein Unentschieden hinaus

Die Partie flachte danach deutlich ab und wurde immer verkrampfter. Beide Mannschaften neutralisierten sich nahezu komplett. Erst der eingewechselte Baumgartner brachte dann etwas mehr Belebung ins Hoffenheimer Offensivspiel. Zunächst köpfte er nach einer Raum-Flanke knapp drüber (75.) und wenig später scheiterte er mit einem Schuss am reaktionsschnellen SC-Keeper Flekken (79.). Nachdem kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit Baumann erneut stark gegen Kübler pariert hatte (85.), deutete alles auf eine gerechte Punkteteilung hin, bis Richards in der vierten Minute der Nachspielzeit eine Raum-Ecke doch noch zum vielumjubelten, glücklichen Siegtreffer der Nordbadener vollstreckte (90.+4).

Unvergessliche, wunderschöne Gefühle

Der freudestrahlende Siegtorschütze nach dem Abpfiff: Das Siegtor in der Nachspielzeit in so einem wichtigen Spiel zu erzielen, macht mein erstes Tor noch bedeutsamer. Wir sind richtig gut drauf, dass ich uns dann den Sieg sichern konnte, ist ein unvergessliches Gefühl.“ Auch für den anderen Hoffenheimer Torschützen war sein Bundesliga-Premierentreffer etwas Besonderes: „Das ist ein wunderschönes Gefühl, für diese Momente spielt man Fußball: Für Last-Minute-Siege und solche Spielverläufe. Das stärkt uns den Rücken und gibt Selbstvertrauen. Aus meiner Sicht war der Sieg am Ende verdient. Bei meinem Treffer habe ich mir gedacht, dass ich noch ein paar Meter laufen und einfach mal schießen soll. Dass er dann so reingeht, ist natürlich schön. Das war ein fantastisches Gefühl.“

 
Richards köpfte die Hoffenheimer in der Nachspielzeit zum Sieg und auf Tabellenplatz 4

Heidelberger

Stimmen der Trainer:

Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Es war das erwartet intensive Spiel. Wir sind gut reingekommen und sofort in Führung gegangen. Freiburg hat dann seine Standardstärke bewiesen. Für uns kam das Gegentor aus dem Nichts. In der zweiten Hälfte war es ein Abnutzungskampf. Vor dem Elfmeter verteidigen wir nicht gut. Oli hält uns dann im Spiel und läutet unsere beste Phase ein. Es war weiter hochintensiv und wir haben in der letzten Sekunde den Lucky Punch gesetzt. Für uns ist es ein großartiger Sieg.“

Streich (SC Freiburg): Es war aus meiner Sicht eine sehr ausgeglichene, intensive Partie. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Wenn so ein Spiel durch ein klares Foul gegen uns und Freistoß für Hoffenheim entschieden wird, ist das doppelt bitter. Vor dem Eckball, der zum 2:1 führt, wird Höler klar runtergezogen. Wir sind zufrieden, mit dem was wir zeigen, aber holen daraus zu wenig Punkte. Wir dürfen die engen Spiele nicht so verlieren. Da müssen wir uns an die eigene Nase packen.“

Statistik:

SC Freiburg: Flekken – Kübler, Lienhart, N. Schlotterbeck (76. K. Schlotterbeck), Günter – Eggestein (76. Haberer), Höfler – Schade (76. Sallai), Höler, Grifo (84. Jeong) – Demirovic (46. Gulde)
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Vogt, Richards – Akpoguma (68. Kaderabek), Samassekou (89. Rudy), Stiller, Raum – Dabbur (56. Rutter) – Bebou (89. Adamyan), Kramaric (68. Baumgartner)
Tore: 0:1 Raum (3.), 1:1 N. Schlotterbeck (21.), 1:2 Richards (90+4)
Besondere Vorkommnisse: Baumann hält Foulelfmeter von Grifo (62.)
Schiedsrichter: Frank Willenborg
Zuschauer: 750

Am nächsten Spieltag gastiert die TSG Hoffenheim im letzten Auswärtsspiel des Jahres am Mittwochabend, den 15. Dezember um 20.30 Uhr beim Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen.

Fotos: Kraichgaufoto