TSG Hoffenheim bringt sich erneut um den verdienten Lohn
Überlegene Kraichgauer spielen 1:1 bei Union Berlin
Sonntag, 28. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim hat nach dem enttäuschenden Europapokal-Aus gegen Molde FK vor drei Tagen den Charaktertest bestanden und an der Alten Försterei gegen Union Berlin einen hochverdienten Auswärtspunkt geholt. Die Kraichgauer waren beim 1:1-Unentschieden über weite Strecken die dominierende Mannschaft, was 15:4 Torschüsse deutlich belegen. Doch wie schon gegen die Norweger fehlte es auch in der Bundeshauptstadt an der Präzision im Abschluss, was die TSG letztendlich erneut um den verdienten Lohn brachte. Nach der frühen Führung der Köpenicker durch Kruse (9.) sorgte ein Eigentor von Schlotterbeck (29.) für den 1:1-Endstand.

Für TSG-Coach Hoeneß war es die richtige Reaktion

Für TSG-Trainer Hoeneß war es nach dem Europa League-Aus die gewünschte und erwartete Reaktion, wenngleich er dem möglichen Sieg hinterhertrauerte: „Ich habe eine starke Teamleistung gesehen. Wir haben es geschafft, Union weitestgehend vom Tor fernzuhalten und hatten ein klares Chancenplus."

 Im Zusammenspiel zwischen Kramaric (li.) und Bebou resultierte der Hoffenheimer Ausgleich zum 1:1

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Für Union-Trainer Fischer ein glücklich gewonnener Punkt

Dem wollte sein Gegenüber, Union-Coach Urs Fischer, nicht widersprechen: „Für uns ist es ein gewonnener Punkt, wenn am Ende auch ein wenig glücklich. Hoffenheim hatte die klareren und besseren Torchancen. Sie haben es uns wirklich sehr schwer gemacht und ein gutes Spiel gemacht. Man hat gesehen, welche Qualität in der Mannschaft von Hoffenheim steckt."

Kruse trifft gegen seinen Lieblingsgegner

Die Hoffenheimer begannen zwar dominant, mussten jedoch nach neun Minuten einem Rückstand hinterherlaufen. Nach einem Foul von Grillitsch an Trimmel entschied Schiedsrichter Stieler zu Recht auf Strafstoß. Der nach dreimonatiger Verletzungspause erstmals wieder ins Team zurückgekehrte Kruse ließ sich die Chance zu seinem siebten Saisontreffer nicht entgehen und donnerte den Ball unhaltbar in den rechten Torwinkel zur 1:0-Führung (9.). Für Kruse war es bereits der neunte Bundesligatreffer gegen die Hoffenheimer.

 Baumgartner hatte einige Male Pech beim Torabschluss gegen Union Berlin

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Eigentor führt zum Ausgleich

Die Gäste zeigten Nehmerqualitäten und antworteten in der Folge mit einer Reihe guter Tormöglichkeiten. Doch weder Bebou, dessen Chip-Ball über Torhüter Karius Verteidiger Friedrich kurz vor der Torlinie klärte (13.), noch Grillitsch und Baumgartner, die nacheinander mit Distanzschüssen scheiterten (13.) und erneut Bebou, der aus kurzer Distanz an Karius scheiterte (20.) gelang es, den inzwischen hochverdienten Ausgleichstreffer zu erzielen. Diesen besorgten die Gastgeber dann selbst: Nach einer Kramaric-Flanke lenkte Union-Keeper Karius den Ball an den Oberkörper von Schlotterbeck, von wo er ins eigene Tor prallte (29.). Vor der Pause hatte Rudy noch die Chance zur TSG-Führung, doch sein 16-Meter-Schuss ging knapp übers Tor (39.). Das Remis zur Halbzeit schmeichelte den Eisernen, die keine einzige zwingende Tormöglichkeit aufzuweisen hatten.

Hoffe drängt auf den Siegtreffer

Auch im zweiten Abschnitt dominierten die Gäste das Geschehen und hatten nach anfangs verteiltem Spiel in der Schlussviertelstunde mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß. Nach Vorarbeit von Kramaric sprintete Bebou allein auf das Berliner Tor und lupfte den Ball über Karius, aber auch neben das Tor (75.). Fünf Minuten später klärte Schlotterbeck einen abgefälschten Baumgartner-Schuss für seinen bereits geschlagenen Torhüter (80.) und kurz darauf wurde ein Treffer von Kaderabek nicht gewertet, weil Vorlagengeber Baumgartner knapp im Abseits gestanden hatte (82.). Trotz aller Bemühungen reichte es am Ende für die Blau-Weißen nicht zum finalen Siegtreffer, der aufgrund der Spielanteile und des deutlichen Chancenverhältnisses verdient gewesen wäre.

 Ein Treffer von Kaderabek kurz vor dem Ende wurde wegen Abseits annulliert

Fehlendes Glück im Abschluss

Mittelfeldspieler Rudy vermisst momentan das nötige Glück im Spiel: „Uns fehlt aktuell das Quäntchen Glück vor dem Tor. Wir erspielen uns die Chancen, aber nutzen sie zu wenig.“ Rundum zufrieden klangen die Worte vom Direktor für Profifußball Rosen: „Wir haben heute eine klasse Leistung gezeigt und waren die klar bessere Mannschaft. Die Jungs haben eine super Reaktion gezeigt gegen ein Team, das zu Hause seit zehn Spielen ungeschlagen ist.“

Jetzt geht es gegen die starken Wölfe

Für die Hoeneß-Truppe, die mit 27 Punkten weiterhin auf Tabellenplatz 11 steht, geht es am Samstag (15.30 Uhr) weiter mit einem Heimspiel gegen die aktuelle Überraschungsmannschaft des Tabellendritten VfL Wolfsburg.

Statistik:

Union Berlin: Karius – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel, Prömel (63. Gentner), Andrich, Lenz (46. Bülter) – Ingvartsen – Pohjanpalo (63. Musa), Kruse (74. Teuchert)
TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards – Kaderabek, Rudy, Samassekou, John (67. Sessegnon) – Baumgartner – Bebou (90. Adamyan), Kramaric (90. Dabbur)
Tore: 1:0 Kruse (9./Foulelfmeter), 1:1 Schlotterbeck (29./Eigentor)
Schiedsrichter: Stieler
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgausport

Gelingt nach dem Aus eine Trotzreaktion im Spiel bei Union Berlin?
TSG Hoffenheim gastiert am Sonntag an der Alten Försterei
Freitag, 26. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim verpasste mit einem überraschenden und zugleich enttäuschenden 0:2 am Donnerstagabend gegen Molde FK erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Einzug in ein Europapokal-Achtelfinale. Trotz eines überlegen geführten Spiels fanden die Kraichgauer kein geeignetes Mittel, um gegen einen tiefstehenden Gegner zum Erfolg zu kommen. Ein enttäuschter TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel: "Wir haben eine historische Chance vertan, wollten Geschichte schreiben". Nach dem überzeugenden 4:0-Heimsieg am letzten Bundesliga-Spieltag über den SV Werder Bremen war die Vorstellung gegen die wacker kämpfenden Norweger wieder ein sportlicher Rückfall. Die Hoffenheimer konnten wie schon öfter in der Vergangenheit trotz drückender Überlegenheit sich am Ende ertragsmäßig nicht belohnen. Zu unentschlossen, zu umständlich im Spiel in die Spitzen und zu fahrlässig in der Chancenverwertung wirkten die Kraichgau-Kicker.

Jetzt nur noch Bundesliga-Mittelmaß

Nach dem vorzeitigen Aus in der 2. DFB-Pokalrunde gegen Zweitligist Greuther Fürth und dem Ausscheiden auf europäischer Bühne gegen den Underdog aus Norwegen bliebt nur noch der Ligawettbewerb. Und auch hier hinken die Blau-Weißen aktuell auf Tabellenplatz 11 den allgemeinen Erwartungen hinterher. Der Zug in Richtung erneuter Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb dürfte abgefahren sein, und in den Abstiegskampf werden die Nordbadener aufgrund ihres ausgeglichenen Spielerkaders nicht mehr reinrutschen. 

 Wie werden die Hoffenheimer nach dem Europapokal-Aus am Sonntag bei Union Berlin auftreten?

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Gelingt eine Trotzreaktion?

Nach dem Aus in der Europa League geht es für die TSG Hoffenheim drei Tage später am Sonntag um 13.30 Uhr in der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel An der alten Försterei gegen den 1. FC Union Berlin weiter. Nach dem 4:0-Heimsieg am letzten Spieltag über den SV Werder Bremen konnten die Kraichgauer den Abstand zu der Abstiegsregion etwas vergrößern und sich folglich einiger Sorgen entledigen. Der Druck in der Liga ist nach dem siebten Saisonsieg für Trainer Hoeneß als auch für seine Spieler etwas weniger geworden. Der Spagat zwischen gesichertem Mittelfeldplatz und Abstiegskampf war vor dem letzten Spieltag entsprechend groß. Der TSG-Coach hofft auf eine Trotzreaktion seine Mannschaft: „Die Berliner spielen eine sehr konstante Saison mit einer guten Mischung aus defensiver Stabilität und spielerischen Akzenten. Zwar haben sie in den vergangenen Wochen nicht ganz so gepunktet wie zuvor, aber die Leistungen waren nicht schlecht. Wir wollen die Enttäuschung in Energie umwandeln, um gegen Union die jüngste positive Bundesliga-Tendenz fortzusetzen.“

 Kann TSG-Torhüter Oliver Baumann wie zuletzt gegen Bremen erneut seinen Kasten sauber halten?
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Seit zehn Bundesligaspielen ungeschlagen

Die Köpenicker rangieren mit 33 Punkten aktuell auf Tabellenplatz 7 und sind weiterhin auf Europa League-Kurs. Die Eisernen sind seit zehn Bundesligaspielen (vier Siege, sechs Remis) ungeschlagen und stellten damit einen Vereinsrekord auf. Vor allem in den Heimspielen konnten die Berliner im bisherigen Saisonverlauf überzeugen und kassierten bei vier Siegen und sechs Unentschieden erst eine Heimniederlage. Für eine stabile Defensive spricht zudem die Tatsache, dass das Team des 55-jährigen Schweizer Trainers Urs Fischer in den letzten beiden Partien gegen Schalke 04 (0:0) und den SC Freiburg (1:0) ohne Gegentreffer blieb. Gut möglich, dass am Sonntag Unions Axel Kruse nach über zweieinhalbmonatiger Verletzungspause sein Comeback feiert. Der torgefährliche Mittelfeldspieler erzielte bislang acht seiner 80 Bundesligatreffer gegen die Hofffenheimer.

 Sebastian Rudy feiert am Sonntag beim Auswärtsspiel in Berlin seinen 31. Geburtstag

Kraichgaufoto

Unglückliche Hinspielniederlage

Die Kraichgauer trafen bislang in der Bundesliga erst drei Mal auf die Hauptstädter. Während es in der Saison 2019/20 mit 2:0 und 4:0 zwei deutliche Siege zu feiern gab, kassierte die TSG in der Hinrunde drei Tage nach einem 4:1-Sieg in der Europa League bei KAA Gent eine schmerzhafte 1:3-Heimniederlage. Die Führung der Gäste durch Kruse konnte Dabbur in der 80. Minute ausgleichen, ehe Pohjanpalo und Teuchert in den Schlussminuten noch zwei Treffer beisteuerten. Hoffenheim musste nach einer Roten Karte für Skov nach einer Stunde in Unterzahl spielen. Der Ausgang des vierten Duells ist völlig offen und wird von geringen Faktoren abhängig sein. Womöglich werden Tagesform und das nötige Glück am Ende den Ausschlag geben.

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

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Peinliches Europapokal-Aus der Hoffenheimer gegen Molde FK
TSG verliert überraschend nach 3:3 im Hinspiel zu Hause 0:2
Donnerstag, 25. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim hat die einzigartige Chance, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbs einzuziehen, leichtfertig verpasst. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß unterlag im Sechzehntelfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League gegen das norwegische Team von Molde FK im eigenen Stadion mit 0:2. Die von Hoeneß geforderte „positive Einstellung, um etwas historisches zu schaffen“ war Fehlanzeige. Die Kraichgauer dominierten zwar wie im Hinspiel beim 3:3 im spanischen Ausweichort Villarreal das Spiel, doch vor dem Tor waren sie meist mit ihrem Latein am Ende. Die Norweger hingegen schlugen eiskalt zu und bestraften Hoffenheims Nachlässigkeiten gnadenlos.

"Wir haben eine historische Chance verpasst"

Das Fazit von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir haben eine historische Chance verpasst. Wir wollten unbedingt weiterkommen und die Geschichte im Europapokal weiterschreiben. Die Art und Weise ist sehr bitter. Wir sind über weite Strecken gut aufgetreten, haben aber klare Chancen nicht genutzt. Dafür wurden wir bitter bestraft.“

 Schmerzhaftes und unnötiges Europapokal-Aus für die TSG Hoffenheim: Links Baumgartner, rechts Dabbur
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Einbahnstraßen-Fußball ohne Erfolg

Während die TSG voll im Spielbetrieb in der Bundesliga-Rückrunde steht, waren die beiden Partien für die Nordeuropäer, die erst im April mit dem Ligabetrieb starten die beiden einzigen Pflichtspiele im Jahr 2021. Mit einem 5-3-2-System übernahmen die Gastgeber von Beginn an die Initiative und starteten einen Angriff nach dem anderen in Richtung Gästetor. Doch in Strafraumnähe fehlte es meist an der nötigen Durchschlagskraft und Effektivität. Molde, das mit einem 4-2-3-1-System agierte, stand meist im Verteidigungsmodus und hatte es gegen die teilweise planlosen gegnerischen Angriffe nicht all zu schwer.

Andersen bringt die Norweger 1:0 in Führung

Nachdem TSG-Stürmer Munas Dabbur nach 16 Minuten nur knapp das Tor verfehlte, ging der norwegische Vizemeister nach 20 Minuten mit seinem ersten Angriff überraschend in Führung. Nach Vorarbeit von Eikrem erzielte Eirik Ulland Andersen, der bereits im Hinspiel traf, das überraschende 1:0. Der Treffer brachte die Gastgeber etwas aus dem Tritt, und bis auf einen Kopfball von Dabbur, den der starke Gästekeeper Andreas Linde reaktionsschnell aus kurzer Distanz parierte, gab es keine nennenswerten Aktionen bis zur Halbzeitpause (29.). Trotz 14:1-Torschüssen und 6:0-Ecken stand ein völlig überraschendes 0:1 auf der Anzeigetafel in der erneut zuschauerleeren, verwaisten Sinsheimer Arena.

 Enttäuschung nach der Niederlage bei Hoffenheims Pavel Kaderabek

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TSG ohne Durchschlagskraft im Angriff

Auch in der zweiten Hälfte wirkten die Nordbadener plan- und ideenlos und je länger die Partie dauerte, desto fehlerhafter war das Offensivspiel. Nachdem erneut Dabbur an Linde scheiterte (48.), brachte Hoeneß seinen Torjäger Andrej Kramaric für Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner. Der Österreicher war nach seiner Auswechslung stinkesauer, warf seinen Tape weg und verweigerte seinem Trainer beim Verlassen des Spielfeldes den obligatorischen Handschlag. Mit der Einwechslung von Kramaric kam zwar etwas mehr Schwung in den Angriff, aber bis auf einen Schuss des Kroaten an den Außenpfosten (72.), erspielten sich die Gastgeber kaum zwingende Torchancen. Für die Gästeabwehr waren die oft planlos hoch in den Strafraum getretenen Bälle keine allzu großen Probleme. In der Schlussviertelstunde gingen die Kraichgauer nochmals volles Risiko, um den einen Treffer, der zum Weiterkommen ausreichen würde, zu erzielen.

Andersen trifft erneut und sorgt für die Sensation

Nachdem Dabbur per Kopfball aus kurzer Distanz und wenig später auch Kramaric mit einem Schuss an Moldes Keeper Linde scheiterten, erlief Andersen in der fünfminütigen Nachspielzeit einen langen Ball, umkurvte TSG-Keeper Oliver Baumann und traf zum 2:0-Endstand (90.+4). Das nach statistischen Werten (27:3-Torschüsse, 13:1 Ecken) ebenso überraschende Ergebnis wie auch die Aussage vor dem Spiel von Bayern-Leihgabe Chris Richards („Ich glaube, wir können weiterkommen und sogar die Europa League gewinnen“) standen am Ende für ein völlig unnötiges, selbstverschuldetes Europapokal-Aus.

 Für Für TSG-Trainer Sebastian Hoeneß war das Auslassen der vielen Torchancen am Ende der entscheidende Faktor fürs Ausscheiden

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Unerklärliches Ausscheiden

Völlig ratlos war Kapitän Oliver Baumann nach dem Abpfiff: „Mir fehlen die Worte, wie wir nach den zwei Spielen nicht weiterkommen. In der ersten Partie waren wir klar besser. Und auch heute haben wir alles gegeben und uns viele Chancen erspielt. Es ist unerklärlich, dass wir ausgeschieden sind. Ich habe das Gefühl, dass es heute nicht sein sollte.“ Der Österreicher Florian Grillitsch war ebenso fassungslos: „Es ist totaler Wahnsinn, wenn du so dominant bist, mit gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, und daraus kein Tor erzielst. Ich glaube, heute hatten wir viel zu viele Szenen im Strafraum, wo wir nur reagiert, nicht agiert haben. Da hat dann der Abschluss nicht gepasst, die letzten paar Prozent gefehlt. Bei allem Respekt für Molde, aber so dürfen wir hier nicht ausscheiden. Es war eine riesige Chance, die wir nicht genutzt haben.“ In ganz anderer Verfassung war Matchwinner Andersen: "Wir haben heute nicht nur für den Verein sondern auch für den norwegischen Fußball einen historischen Sieg geholt. Wir sind überglücklich."

Womöglich eine Niederlage mit Nachwirkungen

Bei der Achtelfinalauslosung am morgigen Freitag werden sich die Hoffenheimer doppelt ärgern, da sie ein mögliches Duell gegen ein europäisches Spitzenteam leichtfertig verspielten. Sowohl sportlich, als auch finanziell war das Ausscheiden gegen den krassen Außenseiter eine herbe Enttäuschung. Unterm Strich war das Europapokal-Aus ein Spiegelbild einer bislang enttäuschenden Saison. Nach dem Ausscheiden in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth, konnten die Hoffenheimer nach einer günstigen Gruppenphasen-Auslosung sich danach in der ersten K.o.-Runde gegen den womöglich leichtesten Gegner nicht durchsetzen. Ein Tabellenmittelfeldplatz in der Bundesliga, ohne realistische Chancen sich erneute für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, wird im weiteren Saisonverlauf sich gewaltig aufs Gemüt schlagen. Allgemein war es ein bitterer Europa League-Abend für den deutschen Fußball, denn auch der zweite deutsche Vertreter im Wettbewerb Bayer 04 Leverkusen schied nach einem 0:2 gegen Young Boys Bern überraschend aus.

Aufstellungen:

TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards – Kaderabek (70. Adamyan), Rudy, Samassekou (83. Rutter), John (70. Sessegnon) – Baumgartner (56. Kramaric) – Bebou, Dabbur
Molde FK: Linde – Pedersen, Sinyan, Risa, Haugen – Knudtzon (79. Hestad), Aursnes, Ellingsen – Eikrem, Sigurdarson (63. Bolly), Andersen
Tore: 0:1 Andersen (20.), 0:2 Andersen (90.+4)

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

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Große Erleichterung bei der TSG nach 4:0-Sieg über harmlose Bremer
Hoffenheim vergrößert Abstand zu der Abstiegsregion
Sonntag, 21. Februar 2021

Kräftiges Durchatmen bei der TSG Hoffenheim. Nach zuletzt vier sieglosen Pflichtspielen konnten die Kraichgauer wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Dank einer starken und geschlossenen Mannschaftsleistung siegte das Team von Trainer Sebastian Hoeneß hochverdient mit 4:0 über Werder Bremen und kletterte in der Tabelle mit nunmehr 26 Punkten vorbei an den Hanseaten auf den elften Tabellenplatz. In einer einseitigen Partie enttäuschten die Gäste nach ihren letzten positiven Auftritten bei ihrer ersten Niederlage im Jahr 2021 auf der ganzen Linie. Die in der Offensive harmlosen Werderaner machten es den Gastgebern mit vielen individuellen Fehlern teilweise auch sehr einfach. Trainer Florian Kohfeldt brachte es nach Spielschluss deutlich auf den Punkt: „Es hat einfach überhaupt gar nichts gepasst heute. Das war kollektiv gar nix, das muss man einfach klar so sagen. Wir alle als Werder Bremen haben heute einen grausamen Tag gehabt.“ Beim höchsten Saisonsieg trafen für die Hoffenheimer Ihlas Bebou, Christoph Baumgartner, Munas Dabbur und Georginio Rutter.

Matchwinner Bebou

Man of the Match war Stürmer Bebou, der neben seinem sechsten Saisontreffer und einer Torvorlage mit 28 Zweikämpfen, 34 Sprints und einem Topspeed von 34,1 km/h die Höchstwerte dieses Spiels aufstellte. „Heute hat die Chancenverwertung endlich gepasst. Ich habe zuletzt ein paar Chancen liegengelassen, deshalb bin ich froh, dass es heute mit einem Tor geklappt hat“, sagte ein sichtlich erleichterter Bebou.

 Stürmer Bebou war in einigen Aktionen einfach zu schnell für die Bremer Abwehrspieler

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Bebou und Baumgartner treffen vor der Pause

Zum Spiel: Die Hoffenheimer bestimmten von Beginn an das Geschehen und wollten sich für das enttäuschende 3:3 vor drei Tagen in der Europa League gegen Molde FK rehabilitieren. Nach zuletzt vielen vergebenen hundertprozentigen Torchancen platzte nun endlich auch bei TSG-Stürmer Bebou der Knoten. Nach tollem Pass von Diadie Samassekou sprintete Bebou allein aufs Werder-Tor zu und ließ Torhüter Jiri Pavlenka mit einem Flachschuss ins rechte Eck keine Chance (26.). Die Blau-Weißen waren in der Folge deutlich spritziger, gieriger und entschlossener. Kurz vor der Halbzeitpause wurstelte sich Baumgartner durch die unentschlossene Bremer Hintermannschaft und spitzelte den Ball im Fallen mit der Picke zum 2:0 ins Netz (44.).

Dabbur sorgt für die frühe Vorentscheidung

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff sorgte das 3:0 für die Vorentscheidung. Nach Doppelpass mit dem starken Sebastian Rudy enteilte erneut der pfeilschnelle Bebou seinen Gegenspielern, passte von rechts auf den völlig freistehenden Dabbur, der aus der Drehung ins lange Eck traf (49.). Danach verlor die Partie an Tempo. Während sich die TSG etwas zurückzog, fanden die Gäste ohne jegliche Torgefahr keine spielerischen Mittel, um nochmal zurück ins Spiel zu kommen. Torhüter Oliver Baumann verlebte in seinem 350. Bundesligaspiel einen eher geruhsamen Sonntagabend. Für den Schlusspunkt waren zwei junge Einwechselspieler verantwortlich:  Nach Querpass von Melayro Bogarde traf Neuzugang Rutter mit einem Schuss aus 17 Metern ins rechte Eck mit seinem ersten Tor im zweiten Einsatz zum 4:0-Endstand (90.).

 Baumgartner erzielte mit viel Einsatzwille und Durchsetzungsvermögen das 2:0 kurz vor der Pause
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Allgemeine Erleichterung mit Blick nach vorn

Durch den Heimsieg verschafften sich die Hoffenheimer etwas Luft nach unten und haben nun acht Zähler Vorsprung auf Rang 16. Sehr zufrieden zeigte sich Trainer Hoeneß nach seinem höchsten Bundesligaerfolg als Bundesligatrainer: „Wir haben über 90 Minuten sehr stabil gespielt und zu den richtigen Zeitpunkten die Tore erzielt. Wir haben heute nichts zugelassen, das macht mich extrem stolz. Es ist ein sehr gutes Gefühl. Wir wollen in den kommenden Spielen an die heutige Leistung anknüpfen. Dann kommen die Punkte von allein.“ Auch für den Österreicher Florian Grillitsch, der sein 100. Bundesligaspiel für die Kraichgauer absolvierte, kann es so ruhig weiter gehen: „Wir waren heute von der ersten Minute an auf der Höhe. Es hat sehr gut geklappt. Wir geben uns aber nicht zufrieden und müssen auch in Zukunft an die Leistung anknüpfen.“

 Für TSG-Trainer Hoeneß war der deutliche Sieg "ein sehr gutes Gefühl"

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Jetzt gegen Molde FK, dann Union Berlin

Bereits am Donnerstag (18.55 Uhr) geht es für die Hoeneß-Truppe weiter: Im Rückspiel der Europa League-Zwischenrunde empfängt man in Sinsheim die Norweger aus Molde, ehe man am frühen Sonntagnachmittag (13.30 Uhr) in der Bundeshauptstadt am 23. Bundesliga-Spieltag bei Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei gastiert.

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Adams, Grillitsch, Richards – Kaderabek (82. Bogarde), Rudy (82. Adamyan), Samassekou, John – Baumgartner (87. Rutter) – Bebou (87. Sessegnon), Dabbur (61. Kramaric)
SV Werder Bremen: Pavlenka – Veljkovic (46. Schmid), Toprak, Friedl – Gebre Selassie, Eggestein, Möhwald (56. Füllkrug), Bittencourt (56. Osako), Agu – Rashica (69. Mbom), Sargent (82. Dinkci)
Tore: 1:0 Bebou (26.), 2:0 Baumgartner (44.), 3:0 Dabbur (49.), 4:0 Rutter (90.)
Schiedsrichter: Robert Schröder
Zuschauer: keine

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

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Nur bei besserer Chancenverwertung ist gegen Bremen etwas zu holen
Nur 3:3 - Hoffenheim verschenkt gegen Molde klaren Sieg
Freitag, 19. Februar 2021

Im Hinspiel der Zwischenrunde in der Europa League verspielte die TSG Hoffenheim im Sechzehntelfinale gegen den norwegischen Vizemeister Molde FK im spanischen Villarreal eine 3:1-Führung und musste sich am Ende mit einem 3:3-Unentschieden zufriedengeben. TSG-Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich danach sichtlich verärgert: „Wir sind absolut enttäuscht. Sowohl darüber, dass wir nur drei Tore erzielen, als auch dass wir drei Gegentreffer kassieren. Wir müssen über unsere Chancenverwertung, aber auch über das Defensivverhalten sprechen. Ich bin sehr verärgert. Wir belohnen uns am Ende des Tages nicht.“

Dabbur verpasste die Vorentscheidung 

Im Duell der Dorfvereine stand vor allem Hoffenheims Stürmer Munas Dabbur im Fokus. Der israelische Nationalspieler brachte die Kraichgauer mit zwei Kopfballtoren 2:0 in Führung (8./28.), und gab die Vorlage zum 3:1 durch Christoph Baumgartner (45.). Doch in einer spielentscheidenden Szene zeigte Dabbur Nerven, als er in der 63. Minute mit einem Elfmeter an Molde-Schlussmann Linde scheiterte (63.) und somit das mögliche 4:1 vergab. Das Spiel nahm danach einen völlig veränderten Verlauf. Aufgrund von Nachlässigkeiten und groben Abwehrschnitzern kamen die Norweger wieder ins Spiel und glichen nach Treffern von Ellingsen (41.), Andersen (70.) und Fofana (74.) überraschend aus. Der 3:3-Endstand fühlte sich für den Bundesligazwölften am Ende wie eine gefühlte Niederlage an, während Molde beim Rückspiel am nächsten Donnerstag in Sinsheim (18.55 Uhr) nach seinem fulminanten Endspurt sich noch Hoffnungen aufs Erreichen des Achtelfinales machen darf.

 Gegen Bremen soll es zu keiner unsanften Bauchlandung wie hier bei Hoffenheims Baumgartner (li.) kommen

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Leistungsabfall unerklärlich

Die Enttäuschung und Ratlosigkeit war bei TSG-Kapitän Oliver Baumann besonders groß: „Ich habe keine Erklärung, warum wir Molde noch so ins Spiel haben zurückkommen lassen. Wir waren so gut drin, so klar besser, mit Ausnahme der letzten 20 Minuten.“ Ein selbstkritischer Torschütze Baumgartner: „Wir haben den Faden verloren und waren im Spiel mit dem Ball nicht mehr sauber und zielstrebig genug. Auch gegen den Ball haben wir einiges vermissen lassen. Wenn man ein Prozent weniger gibt, kann so etwas passieren.“

Und jetzt kommt Werder

Ähnliche Schnitzer dürfen sich die Nordbadener im nächsten Pflichtspiel nicht erlauben, denn bereits am Sonntag (18 Uhr) steht das Bundesligaspiel des 22. Spieltages in Sinsheim gegen den SV Werder Bremen auf dem Programm. Die Norddeutschen sind zwar bei nur einem Sieg aus den letzten zehn Duellen ein gerne gesehener Gegner für die Kraichgauer, doch in der aktuellen Form sind sie schwer ausrechenbar. Auch die Tatsache, dass sich die Hoffenheimer direkt nach einem Europapokalspiel in der laufenden Saison bei nur einem Sieg aus sechs Bundesligaspielen besonders schwertun, stimmt nachdenklich.

 TSG-Stürmer Bebou vergab in den letzten beiden Partien reihenweise hochkarätige Chancen. Platzt jetzt gegen Bremen bei ihm endlich der Knoten?
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Richtungsweisendes Spiel für weiteren Saisonverlauf

Das Spiel gegen Bremen kann für den weiteren Saisonverlauf einen richtungsweisenden Charakter einnehmen. Mit einem Heimsieg kann sich die Hoeneß-Truppe gegen den mit 23 Punkten punktgleichen Tabellennachbarn ein kleines Polster zu der Abstiegsregion schaffen, bei einer Niederlage droht unumgänglich der Abstiegskampf. Die Hanseaten sind derzeit gut in Form, haben nur eines der letzten sechs Bundesligaspiele verloren (zwei Siege, drei Unentschieden). Vor allem in der Defensive stehen sie sehr kompakt, kassierten in den sieben Spielen 2021 nur sechs Gegentreffer, was Ligabestwert ist. Im letzten Auswärtsspiel feierte das Team von Trainer Florian Kohfeldt mit 4:1 bei Hertha BSC Berlin seinen höchsten Saisonsieg. Vor allem in den entscheidenden Partien gegen die Teams aus dem unteren Tabellendrittel konnten die Grün-Weißen ihre bislang fünf Saisonsiege landen. 

 Rekordmann Oliver Baumann steht gegen Bremen vor seinem 350. Bundesligaspiel

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Problemfall Chancenverwertung

Ein entscheidender Faktor für die Gastgeber hinsichtlich des erhofften siebten Saisonsieges wird die Chancenverwertung und Effektivität sein. Zuletzt ließ man beim 2:2 in Dortmund (12:6 Torschüssen) und gegen Molde (25:9 Torschüsse) viel zu viele Tormöglichkeiten ungenutzt, was sich am Ende trotz Überlegenheit bitter rächte. Vor allem Stürmer Bebou vergab in Dortmund und gegen Molde hunderprozentige Torchancen. Die TSG bringt sich viel zu oft um den verdienten Lohn und Ertrag, was sich tabellarisch deutlich niederschlägt. Personell hat die Europapokalreise nach Spanien zwei weitere Ausfälle nach sich gezogen: Neben dem auf Corona positiv getesteten Verteidiger Stefan Posch, der sich in häuslicher Quarantäne befindet, musste Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden und dürfte gegen Werder womöglich fehlen.

Baumann vor Jubiläumsspiel

Torhüter Baumann absolviert am Sonntag sein 350. Bundesligaspiel. Seit seinem Bundesligadebüt im Mai 2010 für den SC Freiburg bestritt kein anderer Spieler so viele Partien wie Hoffenheims Nummer 1.  

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG geht favorisiert in die K.o.-Phase gegen Molde FK
Sinn oder Unsinn: Europas Spitzenteams reisen zu Coronazeiten quer durch den Kontinent
Mittwoch, 17. Februar 2021

Der erste Blick auf die Europakarte beim Titelfoto scheint zunächst verwirrend, doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, was zu Coronazeiten alles möglich ist. Europas Spitzenvereine reisen in der Champions- und Europa-League quer durch den Kontinent. Vereine, die aufgrund der hohen Infektionszahlen keine ausländischen Mannschaften als Gastgeber ins jeweilige Land einreisen lassen dürfen, haben sich kurzfristig andere Spielorte in anderen Ländern zum Ausweichen gesucht. Was man in der aktuellen Situation davon halten soll, ist jedem selbst überlassen. Wir kommen dennoch unserer journalistischen Aufgabe nach und berichten über das bevorstehende Gastspiel der TSG Hoffenheim am Donnerstag (21 Uhr) im Sechzehntelfinale der Europa League im spanischen Villarreal gegen den norwegischen Vertreter Molde FK. Für die Kraichgauer ist es die erste Teilnahme in der Vereinsgeschichte an einer europäischen K.o.-Runde. Das Los für die Zwischenrunde bescherte der TSG keinen der namhaften, klangvollen Namen des europäischen Vereinswettbewerbs, sondern eher einen unbekannten, dafür sportlich lösbaren Gegner.

Nordtveit freut sich auf das Duell mit seinen Landsleuten

Havard Nordtveit war zunächst der einzige TSG-Profi, der über die Auslosung besonders glücklich war: „Ich freue mich total auf die Partie in Molde, weil ich zum ersten Mal, nachdem ich mit 17 Jahren Norwegen verlassen habe, gegen Landsleute antrete. Es macht mich stolz, dass ich das erlebe und meinen Mitspielern meine Heimat zeigen kann.“ Die Vorfreude erhielt jedoch einen herben Rückschlag, da kurzfristig das Auswärtsspiel anstatt im heimischen Aker-Stadion mit einer Kapazität von 11.800 Plätze nun im spanischen Villarreal ausgetragen werden muss. Da aufgrund der Corona-Pandemie seit Ende Januar die norwegischen Grenzen dicht sind, mussten die Gastgeber sich nach einer Alternative umschauen und wurden in Spanien fündig.

 
Eine Übersicht über die Spielorte und Reiseaktivitäten der europäischen Spitzenteams in der aktuellen Europapokal-K.o.-Runde
Anpfiff ins Leben

Eines der besten Teams in Norwegen

Nordtveit, der 52 Länderspiele für Norwegen absolvierte, findet durchweg lobende Worte über den kommenden Gegner, der im vergangenen Jahr in der Qualifikation zur Champions League in den Playoffs nur knapp an Ferencváros Budapest scheiterte und sich zuletzt in der Gruppenphase hinter dem FC Arsenal als Zweiter für die Europa League-Endrunde qualifiziert hat: „Molde ist eine robuste und spielerisch starke Mannschaft. Das Team kann gut Fußball spielen und gilt als eines der Besten in Norwegen.“

Ungleiche Voraussetzungen

Die aktuellen Voraussetzungen sind für beide Mannschaften sehr ungleich. Während die Kraichgauer mitten im Saison-Spielrhythmus sind, befinden sich die Nordeuropäer seit Januar in der Saisonvorbereitung, wo sie bereits einige Testspiele absolviert haben. Da sich die norwegische Liga traditionell am Kalenderjahr orientiert, startet die Saison in diesem Jahr anstatt Anfang Februar erst am 5. April. Das letzte Pflichtspiel bestritt Molde am 10. Dezember, am sechsten Spieltag der Gruppenphase.

 
Hoffenheims Pavel Kaderabek, hier im Champions League-Spiel gegen Olympique Lyon, fordert gegen Molde FK eine ähnlich starke Leistung wie zuletzt gegen Dortmund
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Eine erfolgreiche Saison gespielt

Auch in der Liga kann die Mannschaft auf eine durchaus erfolgreiche Saison zurückblicken. Am Ende belegte Molde hinter FK Bodø/Glimt den zweiten Rang. „Unser Anspruch ist es, jedes Jahr Meister zu werden. Aber 2020 hat FK Bodø/Glimt wie von einem anderen Stern gespielt. Sie waren so dominant wie der FC Bayern in Deutschland. Entsprechend mussten wir auch mit dem zweiten Platz zufrieden sein, aber nächste Saison wollen wir wieder angreifen“, sagte Molde-Spieler Birk Risa in einem Interview mit dem Hoffenheimer Vereinsmagazin SPIELFELD. Am Saisonende verlor der Vizemeister mit Vereinslegende Mattias Moström und Torjäger Leke James zwei Leistungsträger. Doch die beiden waren nicht die einzigen Top-Spieler, die der Verein hervorbrachte. So spielte Dortmunds Top-Torjäger Erling Haaland von 2017 bis 2018 für die Blau-Weißen, ebenso Ole Gunnar Solskjær von 1994 bis 1996, ehe er als Spieler elf Jahre lang für Manchester United aktiv war und dann seit 2018 als Trainer für den englischen Traditionsverein tätig ist. Solskjær feierte als Molde-Trainer zwischen 2011 und 2013 zwei Meistertitel.

 
Die TSG Hoffenheim spielt im spanischen Villarrreal gegen das norwegische Team von Molde FK in der K.o.-Phase der Europa League

Ritzhaupt

An die Leistungen in Dortmund anknüpfen

Aktuell wird der am 19. Juni 1911 gegründete Verein von Erling Moe trainiert, der Molde FK 2019 zur Meisterschaft führte. Der 50-Jährige bevorzugt ein 4-2-3-1-System, bei dem Mittelfeldspieler Magnus Wolff Eikrem Dreh- und Angelpunkt ist. Für Nordtveit ist er der beste Spieler in Norwegen und könnte in jeder europäischen Mannschaft mitspielen. Ansonsten gibt es keine großen Namen im Team, das vielmehr als Kollektiv erfolgreich ist. Der Bundesligist geht zwar als klarer Favorit an den Start, doch fordert TSG-Profi Pavel Kaderabek eine konzentrierte und ähnlich starke Leistung wie zuletzt beim 2:2 in Dortmund.

Einsatz von Kramaric äußerst fraglich

Ob die Nordbadener dabei wieder auf ihren Torjäger Andrej Kramaric zurückgreifen können ist noch sehr fraglich. Der Kroate konnte wegen einer Sprunggelenkverletzung am letzten Bundesligaspieltag nicht auflaufen und auch am Dienstag noch nicht am Training teilnehmen. Sein Einsatz ist daher eher unwahrscheinlich. Für den für ihn womöglich von Beginn auflaufenden Offensivspieler Munas Dabbur heißt es jetzt in der K.o.-Phase nur noch: „Alles oder nichts – verlieren verboten!“ Der Israeli möchte auch einen Beitrag zum Weiterkommen leisten, den er kurz und treffend formuliert: „Zeit, um Geschichte zu schreiben!“ Um zurück zum Sinn oder Unsinn der Querfliegerei durch Europa zu kommen, das Rückspiel am 25. Februar findet in Sinsheim statt - natürlich wieder ohne Zuschauer.

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

 
Beim Duell zwischen den Krisenklubs ist verlieren verboten
TSG Hoffenheim gastiert bei Borussia Dortmund
Donnerstag, 11. Februar 2021

Vier Niederlagen, ein Unentschieden und zwei Siege bei einem Torverhältnis von 9:14 – für die TSG Hoffenheim war der bisherige Saisonverlauf in der Fußball-Bundesliga im Jahr 2021 wenig erfolgreich. Auf Tabellenplatz 12 rangieren die Kraichgauer nur fünf Zähler vor dem Relegationsplatz, was zunehmend aufkommende Kritik und Unzufriedenheit bei den Fans nach sich zieht. Es sind nicht nur die nüchternen Zahlen und Statistiken, die für Unmut sorgen, sondern vielmehr die Woche für Woche unbefriedigende Darbietung der Profis. Von „null Mentalität und Plan sowie keinerlei Philosophie“ wird in einigen Fankreisen heftig diskutiert.

 Auf und davon: Christoph Baumgartner (re.) enteilt gleich drei Dortmunder Gegenspielern
helgets-restaurant

Belfodil in der Kritik

Für viele TSG-Anhänger ist es unverständlich, warum zum Beispiel Stürmer Ishak Belfodil so großes Vertrauen genießt und meist in der Startformation steht, obwohl er seit Wochen in ihren Augen „unterirdische Leistungen abliefert“. Einer der Hardcorefans aus der Südkurve geht sogar so weit und behauptet: „Wären wir im Stadion, wir würden ihn bei der Aufstellung auspfeifen“. Doch nur Belfodil jetzt in die Kritik zu nehmen wäre zu einfach und ungerecht, denn viele seiner Mitspieler liefern auch nicht ihre Normalform ab bzw. bringen nicht die Leistungen auf den Platz, die sie in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt haben. Woran liegt das? Fehlt es an der nötigen Einstellung oder Motivation?  Mangelt es am Willen oder der erforderlichen Bereitschaft?

Unzufriedenheit nimmt zu

Andere wiederum vermissen „ein festes Gefüge, eine stabile Abwehr und vor allem einen durchschlagskräftigeren Angriff“. Trainer Sebastian Hoeneß kommt nach der bereits zehnten Saisonniederlage immer mehr in Erklärungsnot. Die Hoffenheimer sind inzwischen nur noch Bundesliga-Mittelmaß und in unmittelbarer Nähe der Abstiegszone. Auch wenn mit Blick auf den nächsten Spieltag nicht davon auszugehen ist, dass die hinter der TSG platzierten Klubs bei ihren anspruchsvollen Auswärtsaufgaben punkten werden, ist die aktuelle Situation nicht zu unterschätzen. In den sozialen Netzwerken und Fanforen nimmt die Kritik an Trainer Hoeneß spürbar zu. Dass das überdurchschnittlich große Verletzungspech sowie die vielen Coronaerkrankungen der Mannschaft stark zusetzten, möchte keiner bestreiten, doch inzwischen steht dem Cheftrainer wieder ein breit aufgestellter Kader zur Verfügung, was sich aber in sportlichem Erfolg nicht widerspiegelt.

 BVB-Torjäger Erling Haaland steigt beim Kopfballduell am höchsten. Auf ihn muss die TSG-Hintermannschaft ganz besonders achten.

Schreinerei Schock

Warum gelingt es nicht, Schwachstellen abzustellen?

Ständige Aussagen, wie „wir bekommen zu einfache Gegentore“, „uns fehlt die Durchschlagskraft im Spiel nach vorn“ oder „wir schaffen es nicht, im letzten Drittel unsere Chancen zu nutzen“ wiederholen sich und werden inzwischen eher als Ausreden wahrgenommen. Die berechtigte Frage ist, warum man mit dem zur Verfügung stehenden, qualitativ guten Spielerkader diese Missstände nicht in den Griff bekommt und abstellt. Die beiden 3:0-Erfolge gegen Hertha BSC Berlin und den 1. FC Köln haben zwar etwas für Ruhe gesorgt, doch auch dabei brannten die Blau-Weißen kein Fußballfeuerwerk ab. Was besonders überrascht, ist die Tatsache, dass die Kraichgauer gegen die ersten sechs Mannschaften der Tabelle - mit Ausnahme der Partie am 2. Spieltag gegen den FC Bayern - in allen bisherigen sieben Duellen als Verlierer vom Platz gingen.

Kritik des Torjägers stimmt nachdenklich

Überraschend deutliche Kritik äußerte zuletzt auch Hoffes-Torgarant Andrej Kramaric, als er in einem kroatischen Interview seinen Unmut preisgab: „Ich bin mit unserer Spielweise nicht zufrieden. In den vergangenen Spielzeiten war sie attraktiv und gut, in dieser sind wir nicht einmal nah dran.“ Man hat seinem wichtigsten Spieler diese Aussage nicht übel genommen und diese auch nicht länger thematisiert, da man um die Wichtigkeit des Torjägers für das Team weiß. Nicht auszudenken, wo die Nordbadener aktuell stehen würden, wenn Kramaric nicht in Trefferlaune wäre.

Für beide Trainer und Mannschaften steht viel auf dem Spiel

Jetzt steht am Samstag (15.30 Uhr) ein besonders wichtiges und richtungsweisendes Spiel beim Tabellensechsten Borussia Dortmund auf dem Programm. Das Duell zwischen den beiden gleichaltrigen Trainern Edin Terzik und Sebastian Hoeneß steht unter besonderer Beobachtung, denn mit jeder weiteren Niederlage wird die Kritik an ihnen größer.

 Diadie Samassékou versucht es mit einem Distanzschuss aufs Dortmunder Tor

Imprimatur GmbH

Gegen die TSG gab es für den BVB zuletzt wenig zu holen

Die Hoffnungen bei den Gästen ruhen ganz besonders auf Torjäger Kramaric, der beim letzten Gastspiel im Signal-Iduna-Park mit einem Viererpack dem BVB im Alleingang seine höchste Bundesligaheimniederlage (0:4) zuführte. Allgemein haben sich die Hoffenheimer zu einem Dortmunder Angstgegner entwickelt, da sie nur eines der letzten sechs Bundesligaduelle gegen die Schwarz-Gelben verloren haben. Diese eine Niederlage resultierte aus dem Hinspiel in Sinsheim, bei dem letztmals Zuschauer zugelassen waren. Dank eines Treffers des kurz zuvor eingewechselten Marco Reus siegten die Westfalen glücklich mit 1:0. Beim letztjährigen Vizemeister ist nach der achten Saisonniederlage der Meisterschaftszug bei aktuell 16 (!) Punkten Rückstand zum Tabellenführer FC Bayern längst abgefahren. Das Augenmerk liegt nun darauf, vor allem auch aus finanzieller Sicht, sich unter allen Umständen für die nächstjährige Champions League-Saison zu qualifizieren. Dafür gilt es die Erfolglosigkeit schnellstens abzulegen, was drei Niederlagen aus den letzten vier Ligaspielen zementieren. Sollte es gegen die TSG eine erneute Niederlage geben, würde es für alle BVB-Beteiligten ungemütliche Tage nach sich ziehen.

Verlieren verboten

Nachdem die Hoffenheimer ihre bisherigen zehn Niederlagen immer im Doppelpack kassiert haben: am 3. und 4., am 6. und 7., am 11. und 12., am 14. und 15., sowie zuletzt am 19. und 20. Spieltag, stehen die Vorzeichen für die Hoeneß-Truppe gar nicht so schlecht. Doch auf so etwas sollte man sich nicht verlassen. Beim Duell der beiden Krisenklubs am 21. Spieltag steht viel auf dem Spiel: Bei einer Niederlage rutscht der BVB aus den Europapokalrängen, die TSG würde sich bei ausbleibendem Erfolg den Abstiegsregionen gefährlich nähern.

Fotos: Kraichgaufoto

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In der Favoritenrolle gegen Molde ins Europa League-Achtelfinale einziehen
Grillitsch sieht Riesenchance in der Europa League
Mittwoch, 10. Februar 2021
Eine Woche vor dem Hinspiel des Sechzehntelfinals der UEFA Europa League gegen Molde FK hat Mittelfeldspieler Florian Grillitsch die Bedeutung des Wettbewerbs für die TSG Hoffenheim unterstrichen. „In der Europa League weit zu kommen, ist eine Riesenchance. Gegen Molde sind wir sicher klarer Favorit. Das wollen wir zeigen und auch ganz klar ins Achtelfinale kommen“, sagte der 25-Jährige im Interview mit dem TSG-Magazin SPIELFELD, das am Freitag (12. Februar) erscheint. Das Abschneiden in der Bundesliga bewertet der Österreicher kritisch: „Natürlich sind wir mit der Position, auf der wir jetzt stehen, nicht zufrieden. Wir haben uns mehr vorgenommen“, erklärte Grillitsch.
 
 Florian Grillitsch sieht die TSG gegen Molde in der Favoritenrolle und deshalb auf einem guten Weg in Richtung Europa League-Achtelfinale
Anpfiff ins Leben

"Wieder auf die Basics besinnen"

Die Situation mit vielen Verletzten und erkrankten Spielern sei aber auch nicht einfach gewesen. „Das soll aber auch keine Ausrede sein, weil ich finde, dass wir immer eine Top-Mannschaft auf den Platz hatten. In der Europa League haben wir es gut hinbekommen, aber in der Bundesliga war das zu wenig. Und da wollen wir natürlich uns verbessern.“ Leider habe auch die Attraktivität des Hoffenheimer Fußballs darunter gelitten, bestätigt Grillitsch: „Da kannst du eben nicht voll Selbstbewusstsein ein Offensivfeuerwerk abfackeln, sondern musst dich da auf die Basics besinnen und wieder die Grundlage legen.“

 Die Tür zum Europa League-Achtelfinale steht für die TSG weit offen

Hütter GmbH

"Der Regen gehört genauso dazu"

Seine Position bei der TSG, für die er seine vierte Saison bestreitet, habe sich mittlerweile deutlich verändert. „Wenn man in eine neue Mannschaft kommt, zudem auch ziemlich jung, dann schaut man erst mal, wo seine Position ist. Da habe ich mich anfangs auch schwer getan unter Julian Nagelsmann“, beschreibt er seine Stellung, nachdem er als 21-Jähriger von Werder Bremen nach Hoffenheim kam. „Jetzt gehöre ich definitiv zu den Führungsspielern, die auch dann, wenn es mal nicht gut läuft, vorangehen. Das will ich auch zu einhundert Prozent, da verstecke ich mich auch nicht, wenn es mal richtig schlecht läuft. Es scheint eben nicht immer nur Sonne, der Regen gehört genauso dazu.“

 Grillitsch ist sowohl Antreiber als auch Taktgeber im TSG-Mittelfeld
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Schön, sich mit den Großen zu messen

Nach der in das Stadion des spanischen Erstligisten FC Villarreal verlegten Partie (18. Februar) in der Europa League und dem Rückspiel eine Woche später hofft Grillitsch auf namhafte Gegner. „Natürlich ist es auch schön, wenn man gegen große Klubs spielt, Gegner wie AS Rom, Arsenal oder Benfica Lissabon hat. Man will sich immer mit den Besten messen. Wir nehmen es, wie es kommt. Und jetzt kommt Molde“, sagte Grillitsch.

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto

Doppelschlag innerhalb von 90 Sekunden besiegelt TSG-Niederlage
Hoffenheim unterliegt Frankfurt 1:3
Sonntag, 7. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim kassierte am 20. Bundesliga-Spieltag gegen Eintracht Frankfurt mit dem 1:3 ihre fünfte Saison-Heimniederlage und bleibt damit als Zwölfter weiter im unteren Tabellendrittel stecken. Die starken Frankfurter, denen nun schon der achte Sieg im neunten Spiel gelang, sind zweifellos die Mannschaft der Stunde. Man of the Match war Frankfurts Kostic, der die frühe Führung besorgte und bei den beiden weiteren Gästetreffern durch Ndicka und Silva jeweils die Vorarbeit leistete. Bebou erzielte gleich zu Beginn der zweiten Hälfte den zwischenzeitlichen Ausgleich.

 Bebou kam und traf. Doch am Ende reichte es nicht, um gegen die Frankfurter etwas zu holen.

Frankfurt trifft mit seiner ersten Torchance

Die Kraichgauer, bei denen die junge Bayern-Leihgabe Richards in der Startformation stand, kamen gut in die Partie, attackierten den Gegner früh beim Spielaufbau und standen sicher in der Defensive. Was fehlte, war jedoch die Passgenauigkeit beim Spiel in die Spitzen, so dass keine nennenswerten Torchancen heraussprangen. Die Frankfurter ging überraschend mit ihrer ersten Toraktion in Führung. Nach Vorarbeit von Younes sprintet Kostic völlig alleingelassen auf der linken Angriffsseite aufs Tor zu und trifft aus spitzem Winkel vorbei an Torhüter Baumann ins lange Eck (15.). Für den Serben war es der bereits fünfte Treffer gegen die Hoffenheimer in der Bundesliga. Während die TSG sich in der Folge schwer tut, den Rückstand zu verarbeiten, kontrollieren die Hessen mit viel Ballbesitz und guter Zweikampfquote das Geschehen. Mit einer kompakten Hintermannschaft lassen sie dem Gegner bei 60:40 Prozent Ballbesitz keinerlei Torchancen zu, und so verflachte die Partie bis zur Pause ohne jegliche Höhepunkte.

 Kostic war der überragende Spieler und an allen drei Frankfurter Toren beteiligt
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Bebou gleicht nach 80 Sekunden aus

TSG-Trainer Hoeneß reagierte und brachte zur zweiten Hälfte mit Bebou und Kaderabek für Gacinovic und Baumgartner frische Kräfte, was sich zunächst auszahlen sollte. Es waren noch keine 80 Sekunden gespielt, als auf Vorarbeit von Kramaric der pfeilschnelle Bebou in seinem 50. Bundesligaeinsatz für die TSG sich im Vollsprint gegen Hasebe und Hinteregger durchsetzte und mit links flach ins rechte Eck zum 1:1-Ausgleich traf (47.). Der Treffer wirkte wie ein Weckruf für die Gastgeber, die Partie schien zu kippen, nachdem der ansonsten schwache Belfodil fünf Minuten nach dem Ausgleich auf Vorarbeit von John nur knapp am Frankfurter Tor vorbeischoss (52.). Bebou ärgerte sich im Nachhinein, dass sein Team in dieser entscheidende Phase nicht nachsetzen konnte: „Wir haben es leider verpasst, im letzten Drittel die Chancen konsequent zu Ende zu spielen, effizienter zu sein. Da war uns Frankfurt einfach überlegen.“

Zwei Gegentreffer innerhalb von 90 Sekunden

In der Tat, denn die Gäste überstanden diese kurze Drangphase und schlugen nach etwas über einer Stunde mit einem Doppelschlag eiskalt zurück: Nach einem Kostic-Freistoß aus dem Halbfeld kam Ndicka auf Höhe der Strafraumgrenze völlig frei zum Kopfball und beförderte das Leder unhaltbar ins linke untere Eck zur erneuten Führung (62.). Nur zwei Minuten später folgte nach einem schnell vorgetragenen Konter über Kostic, der mit einer Maßflanke Silva bediente und dieser zum 3:1 einköpfte, die Vorentscheidung (64.). Hoffenheim versuchte zwar, mit all seinen Möglichkeiten nochmals heran zu kommen, doch es fehlte an diesem Sonntagnachmittag die nötige Durchschlagskraft und das entsprechende Fortüne. Bis auf einen Kopfball von Kramaric, der nach einer Kaderabek-Flanke neben das Tor ging (68.), gab es keine zwingende Torchance mehr. Schließlich blieb es bei der inzwischen sechsten Niederlage gegen die Eintracht unter deren Trainer Hütter. Am kommenden Samstag gastiert die Hoeneß-Truppe um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund.

 Ratloser Blick bei TSG-Keeper Baumann. Gegen die Frankfurter musste er drei Mal hinter sich greifen.

Stimmen der Trainer:

Zu billige Gegentore

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Wir waren in der ersten Hälfte zu fahrig im letzten Drittel. Wir hatten einige Balleroberungen, aber haben daraus zu wenig gemacht. Frankfurt hat dann mit der ersten Chance getroffen. Wir kommen gut in die zweite Hälfte, belohnen uns mit dem Ausgleich und sind danach gut im Spiel. Aber wir bekommen zu billig die Gegentore. Dadurch haben wir das Spiel in 90 Sekunden verschenkt.“

Großes Selbstvertrauen und viel Spaß

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): „Der Sieg war mit dem Blick auf die Tabelle sehr wichtig für uns. Die TSG hat in der zweiten Hälfte alles riskiert. Ich war neugierig, wie die Mannschaft auf den Ausgleich reagiert. Der Doppelschlag zeigt, dass wir Selbstvertrauen haben und an uns glauben. Es macht momentan wahnsinnig Spaß.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch (83. Dabbur), Vogt, Richards – Gacinovic (46. Kaderabek), Rudy, Samassekou (70. Grillitsch), John – Baumgartner (46. Bebou) – Belfodil, Kramaric
Eintracht Frankfurt: Trapp – Tuta, Hinteregger, Ndicka – Durm (84. Toure), Sow, Hasebe (73. Rode), Kostic – Kamada (84. Zuber), Younes (73. Jovic) – Silva (89. Ilsanker)
Tore: 0:1 Kostic (15.), 1:1 Bebou (47.), 1:2 Ndicka (62.), 1:3 Silva (64.)
Zuschauer: keine

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

Weitere Fotos zum Bericht
TSG Hoffenheim leiht Bayerns Richards aus
Alternative für die verletzungsbedingt dezimierte Defensive
Montag, 1. Februar 2021

Unmittelbar vor dem Ende der aktuellen Transferperiode im Profifußball hat Bundesligist TSG Hoffenheim einen Spieler für die verletzungsbedingt dezimierte Defensive verpflichtet. Auf Leihbasis wechselt der 21 Jahre alte Innenverteidiger Christopher Jeffrey Richards bis zum Saisonende vom deutschen Rekordmeister Bayern München in den Kraichgau. „Chris ist ein zweikampfstarker und sehr schneller Verteidiger, der trotz der herausragenden Konkurrenz im Bayern-Kader bereits zu Einsatzzeiten gekommen ist“, sagt Direktor Profifußball, Alexander Rosen, über den 1,88 Meter großen US-Amerikaner. Angesichts der Ausfälle von Benni Hübner (Knöchelverletzung), Ermin Bicakcic (Kreuzbandriss) und Kevin Akpoguma (Oberschenkel-Blessur) sei die Verpflichtung von Richards bis Saisonende „eine wichtige und wertvolle Option auf der Innenverteidiger-Position“.

 Alexander Rosen (li.) präsentiert Winterneuzugang Christopher Jeffrey Richards vom FC Bayern München

Unter Flick in allen Wettbewerben bereits im Einsatz

Der in Birmingham (Alabama) geborene US-Nationalspieler wechselte im Sommer 2018 vom Major League Soccer-Club FC Dallas in die Jugend des FCB und stand in der vergangenen Saison im Münchner U23-Kader, der – trainiert vom heutigen TSG-Chefcoach Sebastian Hoeneß – die Drittliga-Meisterschaft erreichte. Im Profikader von Hansi Flick kam Richards bereits zu acht Pflichtspiel-Einsätzen in Bundesliga, Champions League und DFL-Supercup.

PM und Foto: TSG Hoffenheim

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Bei besserer Chancenverwertung wäre deutlich mehr drin gewesen
TSG Hoffenheim unterliegt dem FC Bayern München 1:4
Samstag, 30. Januar 2021

Spitzenreiter FC Bayern München hat sich am 19. Bundesliga-Spieltag für seine einzige Niederlage im Jahr 2020 unter Trainer Hansi Flick gegen die TSG Hoffenheim mit dem gleichen Ergebnis von 4:1 revanchiert. In einem abwechslungsreichen und interessanten Spiel trafen für den Rekordmeister Boateng, Müller, Lewandowski und Gnabry, für die TSG war Kramaric erfolgreich. Während die Bayern weiter souverän die Tabellenspitze anführen, sind die Kraichgauer auf Platz 12 zurückgefallen. Das Team von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß verkaufte sich in der Münchner Arena vor allem in der ersten Hälfte sehr gut, stand sicher in der Defensive und erspielte sich einige sehr gute Torchancen. In der zweiten Hälfte drängten die Gäste auf den Ausgleich, ehe nach einem Abwehrfehler Lewandowski mit dem 3:1 für die Vorentscheidung sorgte. Während die Münchner den vierten Sieg in Serie feierten, kassierten die Hoffenheimer nach zuvor drei Partien ohne Niederlage wieder einen Dämpfer.

 Stürmer Bebou (li.) konnte in der ersten Halbzeit zwei hochprozentige Torchancen für die TSG nicht verwerten

Bebou scheitert zwei Mal in aussichtsreicher Position

Gästetrainer Hoeneß vertraute der gleichen Startformation wie beim 3:0-Heimsieg über Köln. Die gastgebenden Münchner dominierten zwar von Beginn an das Geschehen, doch die erste Großchance hatten die Gäste, nachdem Bebou allein vor dem Tor an der Fußabwehr von Nationaltorhüter Neuer scheiterte (8.). Die erste Großchance für die Bayern hatte Müller, dessen Schlenzer nach einer Viertelstunde von der Unterkante der Querlatte abprallte (15.). Während die Rot-Weißen weiter Druck machten, bot sich der TSG erneut durch Bebou die zweite dicke Möglichkeit, als dieser nach einer Maßflanke von Kramaric aus vier Metern unbedrängt am Bayern-Tor vorbei köpfte (26.). Dies sollte sich rächen, denn kurz darauf ging der amtierende Serienmeister durch Boateng in Führung, als dieser aus acht Metern nach einer Kimmich-Ecke unhaltbar ins linke Tordreieck einköpfte (32.). Nachdem wenig später Baumann einen Kimmich-Schuss parierte (37.), war er machtlos, als Müller nach Vorlage von Lewandowski aus 17 Metern mit links mit seinem 10. Saisontreffer zum 2:0 traf (43.).

Kramaric verkürzt auf 1:2

Die Antwort der Blau-Weißen kam postwendend: Torjäger Kramaric vollendete eine Rechtsflanke von Bebou mit einer Volleyabnahme aus elf Metern zum 1:2-Anschlusstreffer (44.). Der 13. Saisontreffer des Kroaten war gleichzeitig der Halbzeitstand. Rückblickend stellte Hoffenheims Defensivspieler Adams treffend fest: „Wir hatten in der ersten Hälfte gute Chancen, aber haben diese nicht genutzt. Damit man in München etwas holen kann, muss man diese nutzen.“

 Kramaric brachte die Hoffenheimer mit seinem 13. Saisontreffer gegen die Bayern auf 1:2 heran

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Baumgartner vergibt den möglichen Ausgleich

Die Gäste kamen entschlossen aus der Kabine und hatten durch den Österreicher Baumgartner zwei gute Ausgleichschancen (46., 47.). Nachdem Baumann gegen Coman mit einer Fußabwehr rettete (52.), führte ein Missverständnis in der TSG-Abwehr zur Vorentscheidung. Als Posch beim Klärungsversuch den eigenen Torhüter anschoss, war Lewandowski der Nutznießer, indem er aus kurzer Distanz mit seinem 24. Saisontreffer den Abpraller zum 3:1 einnetzte (57.). Für TSG-Coach Hoeneß entschied sich die Partie in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte: In den ersten Minuten hatten wir zwei Torchancen zum Ausgleich, aber stattdessen haben wir das 1:3 kassiert. Das war bitter.“

Gnabry sorgt für die endgültige Entscheidung

Die endgültige Entscheidung besorgte sechs Minuten später Gnabry, der auf Zuspiel von Coman durch die Beine von Baumann auf 4:1 erhöhte (63.). Zwei Minuten später köpfte Kramaric nach Kaderabek-Flanke aus fünf Metern übers Bayern-Tor (65.). Die Bayern dominierten in der Schlussviertelstunde das Geschehen, und hätte Baumann nicht gegen Costa und Sane glänzend pariert, hätte das Ergebnis ganz andere Dimensionen angenommen. Kurz vor dem Abpfiff scheiterte Nordtveit mit einem gefühlvollen Schlenzer von halblinks an Neuer, der gerade noch mit den Fingerspitzen den Ball um den Pfosten lenken konnte (88.).

 TSG-Keeper Baumann bewahrte sein Team vor allem in der zweiten Hälfte vor einem höheren Rückstand

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Gegen die Bayern muss man seine Chancen eiskalt verwerten

Die Hoffenheimer zeigten zwar eine couragierte, leidenschaftliche Leistung, blieben aber am Ende gegen deutlich effektivere Bayern ohne Ertrag. Das Auslassen zwei hochprozentiger Chancen in der ersten Hälfte rächte sich womöglich am Ende. Rundum zufrieden zeigte sich Bayern-Trainer Hansi Flick: „Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis. Ich habe ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen, aber es war nicht alles top. Wir haben jetzt vier Spiele nacheinander gewonnen. Nach den beiden Niederlagen haben wir gesagt, dass wir in Spur zurückkommen wollten. Das haben wir geschafft, das macht eine gute Mannschaft aus.“ Am nächsten Sonntag empfängt die Hoeneß-Truppe am 20. Spieltag um 15.30 Uhr die aktuelle Überraschungsmannschaft Eintracht Frankfurt, die sich auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet hat.

Statistik:

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng (87. Süle), Alaba, Davies – Kimmich, Roca (69. Musiala) – Gnabry (69. Sané), Müller (74. Choupo-Moting), Coman (74. Costa) – Lewandowski
TSG Hoffenheim: Baumann – Adams (58. Vogt), Nordtveit, Posch – Gacinovic (58. Kaderabek), Rudy, Samassekou (74. Grillitsch), John – Baumgartner (74. Belfodil) – Bebou (81. Dabbur), Kramaric
Tore: 1:0 Boateng (32.), 2:0 Müller (43.), 2:1 Kramaric (44.), 3:1 Lewandowski (57.), 4:1 Gnabry (63.)
Zuschauer: keine
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Fotos: Kraichgaufoto