Hoffenheimer Defensivkünstler empfangen wiedererstarkte Gladbacher
Gelingt der TSG im sechsten Versuch wieder ein Erfolgserlebnis?
Dienstag, 20. April 2021

In der letzten englischen Woche der Bundesliga-Saison 2020/21 empfängt die TSG Hoffenheim am 30. Spieltag in Sinsheim den Tabellensiebten Borussia Mönchengladbach. Die Kraichgauer rangieren aktuell mit 32 Punkten auf Platz 12 und müssen weiter ein wachsames Auge in Richtung Abstiegskampf haben. Die Fohlen vom Niederrhein hingegen haben nach einer Niederlagenserie von vier Spielen in Folge derzeit einen außergewöhnlich positiven Lauf, sind seit vier Spieltagen ungeschlagen und holten aus diesen Partien zehn von zwölf möglichen Punkten. Rund um den Borussia Park macht man sich in den noch ausstehenden fünf Partien bis Saisonende bei vier Zählern Rückstand auf Rang 6 noch berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europa League. Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß über die Stärken des nächsten Gegners: „Gladbach hat eine gute Mannschaft mit hoher individueller Klasse. Zudem sind sie bei Standardsituationen unglaublich gefährlich. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir werden in das Spiel gehen, um zu gewinnen. Auch wenn wir wissen, dass wir gegen eine wiedererstarkte Gladbacher Mannschaft spielen.“

 
Hoffenheims Stürmer Sargis Adamyan im Zweikampf mit Gladbachs Nico Elvedi (re.)
Anpfiff ins Leben

Gladbacher Standardspezialisten

Wie gut in Form das Team von Trainer Marco Rose aktuell ist, zeigte sich zuletzt beim 4:0-Heimsieg über den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt. Gegen die Hessen und den zukünftigen VfL-Trainer Adi Hütter feierte der fünffache Deutsche Meister seinen höchsten Saisonsieg. Ein Garant für den deutlichen Erfolg waren erneut drei Standardsituationen, die zu Torerfolgen führten. Mit sieben erzielten Treffern nach Ecken weisen die Borussen den Liga-Topwert auf. Die Kraichgauer sind diesbezüglich gewarnt und werden versuchen, Standards wie Freistöße oder Ecken möglichst zu vermeiden.

Hinten hui - vorne pfui!

Die Hoeneß-Truppe entwickelt sich zunehmend zum Defensivbollwerk, was sechs Ligaspiele ohne Gegentreffer im Kalenderjahr 2021 belegen. Auch wenn die beiden zuletzt torlosen Remis gegen die im oberen Tabellendrittel platzierten Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig als Überraschungserfolge zu sehen sind, gilt es die Torflaute nach drei Partien ohne erzielten Treffer möglichst schnell zu beenden. Stürmer Ihlas Bebou: „Die Defensivleistung in den vergangenen beiden Spielen war super. Darauf lässt sich aufbauen. Nun müssen wir in der Offensive noch etwas gefährlicher werden.“ Fakt ist: Aktuell spielt Hoffe „hinten hui und vorne pfui" - daran gilt es noch zu arbeiten.

 
Matthias Ginter (li.) und Hoffenheims Ihlas Bebou mit konzentriertem Blick auf den Ball

Heidelberger

Wunsch nach mehr Offensivpower

Um letztendlich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, müssen die Blau-Weißen wieder mutiger, entschlossener und couragierter auftreten. Die wenigen Torschüsse gegen Leverkusen und Leipzig, die zusammen an einer Hand abzulesen waren, führen auf Dauer weder zum Erfolg noch zu einer ansehnlichen, unterhaltsamen Spielweise. Der Unmut der Fans über die unattraktive Spielweise wächst. Auch wenn der drohende Abstiegskampf womöglich zur Vorsicht neigen lässt und am Selbstvertrauen nagt, haben die Hoffenheimer personell genügend Offensivqualitäten, um solche unbefriedigenden Offensivdarbietungen wie zuletzt nicht zum Dauerzustand werden zu lassen. Die bisherigen 41 Saisontreffer entsprechen nicht der Hoffenheimer DNA vergangener Jahre, bei denen Offensivfußball für Begeisterung und Erfolg stand. Für Trainer Hoeneß geht es dennoch vordergründig darum, die Saison erfolgreich zu Ende zu spielen: „Wir wollen den Weg aus den vergangenen zwei Spielen weiter einschlagen. Das führt dann auch zu Punkten, damit wir die Saison so sorglos wie möglich zu Ende spielen.“

 
Robert Skov nimmt es hier gleich mit drei Gladbacher Gegenspielrn auf

Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt ist möglich

Angesichts des alles andere als komfortablen Vorsprungs zum Relegationsplatz bietet sich der TSG nach fünf sieglosen Spielen mit dem sechsten Saison-Heimsieg am Mittwochabend die Chance, sich ein kleines Polster zur Abstiegsregion zu verschaffen. Gegner Mönchengladbach wird hier jedoch mit seinem neu gewonnenen Selbstvertrauen mit Sicherheit etwas dagegen haben. Zuversichtlich zeigt sich Hoffenheims Defensivspieler und Bayern-Leihgabe Chris Richards: „Das Unentschieden in Leipzig haben wir uns verdient. Ich hoffe, dass wir unsere Leistungen in den nächsten Spielen gegen Gladbach und Freiburg fortsetzen können.“

Einige Stammkräfte werden fehlen

Personell fehlen den Gastgebern am Mittwochabend neben den bekannten Langzeitverletzten noch Kevin Vogt, Sebastian Rudy, Kevin Akpoguma, Marco John und Mijat Gacinovic. Die Bilanz aus den bisherigen 29 Duellen ist aus Hoffenheimer Sicht bei elf Siegen, zehn Unentschieden und acht Niederlagen positiv.

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheimer Achtungserfolg bei Titelanwärter RB Leipzig
Zweite Nullnummer innerhalb von vier Tagen - TSG holt Punkt in Leipzig
Samstag, 17. April 2021

Fünf Spieltage vor Ende der Bundesliga-Saison 2020/21 gelang der TSG Hoffenheim am Freitagabend mit einem 0:0-Unentschieden beim Meisterschaftsanwärter RB Leipzig ein Achtungserfolg, den man ihr im Vorfeld nicht zugetraut hatte. Auch wenn die zweite Nullnummer, nach dem Torlos-Remis am vergangenen Montagabend in Sinsheim gegen Bayer 04 Leverkusen, abermals fußballerische Schmalkost mit äußerst wenig Unterhaltungswert bot, so kann der nicht einkalkulierte Punktgewinn in der sächsischen Messemetropole am Ende im Abstiegskampf besonders wertvoll gewesen sein.

Weiterer Rückschlag im Titelrennen

Während die Kraichgauer nach 97 Minuten konzentriertem und leidenschaftlichem Verteidigen gegen teils plan- und ideenlos anrennende Sachsen am Ende das Spielfeld erhobenen Hauptes verließen, war die Enttäuschung bei den Gastgebern, allen voran bei Ex-Hoffe-Coach Julian Nagelsmann, deutlich erkennbar. Für die Roten Bullen dürfte das Unentschieden im Verfolgerduell mit dem FC Bayern München wohl alle Meisterträume begraben haben. Überaus zufrieden zeigte sich Hoffenheims Christoph Baumgartner: „In unserer aktuellen Situation ist ein Punktgewinn bei RB Leipzig ein Erfolg. Wir haben uns erneut nicht so viele Torchancen erspielt, aber wir sind mit dem 0:0 beim Tabellenzweiten zufrieden – auch wenn es etwas glücklich war.“

 
TSG-Torhüter Baumann blieb nach den Spielen gegen Leverkusen und Leipzig zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor
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Last-Minute-Tor zählt nicht

Die größte Aufregung der gesamten Partie ereignete sich in der sechsten Minute der Nachspielzeit, als ein Kopfballtreffer von Yussuf Poulsen nach einer Ecke wegen Handspiels aufgrund des Videobeweises zurecht zurückgenommen wurde. TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Abpfiff über diese Schlüsselszene: „Das Herz ist mir beim vermeintlichen Treffer von Leipzig tief in die Hose gerutscht. Wir hatten in dieser Saison häufig Pech, da tut uns so eine Situation auch mal gut.“

Leidenschaftslose erste Hälfte

In den ersten 45 Minuten hatte man den Eindruck, als würden die Hoffenheimer ohne nennenswerte Toraktionen nahtlos an die leidenschaftslose Nullnummer gegen Leverkusen anknüpfen. Bis auf einen Freistoß von Robert Skov aus spitzem Winkel, der knapp am langen Pfosten vorbei ging, tat sich nichts vorm Tor von RB-Keeper Gulacsi (26.). Die Gäste machten immer wieder geschickt die Räume eng und störten den Gegner energisch. Leipzig tat sich spielerisch überraschend schwer, entwickelte wenig Gefahr über die Außen und hatte in der ersten Hälfte bis auf einen Distanzschuss von Kapitän Sabitzer, der knapp neben das Tor ging (41.), keine gefährlichen Aktionen.

 
Für Baumgartner (re.) war die Nullnummer in Leipzig ein "glücklicher Punktgewinn"

TSG übersteht Leipziger Drangphase

Nach einer Stunde wurde das Spiel etwas lebhafter, da die Nagelsmänner das Tempo anzogen und durch Nkunku (59.), Adams (60.), Sabitzer (65.) und Sörloth (72.) gute Möglichkeiten hatten, in Führung zu gehen. Mit Glück und Geschick überstand die Hoeneß-Truppe diese kurzzeitige Drangphase und hatte ihrerseits Pech, als nach einem Konter Ihlas Bebou einen Kopfball übers RB-Tor setzte (75.). In der Schlussphase erwehrten sich die Gäste geschickt den einfallslosen Angriffsbemühungen der Leipziger, wobei sie in der Schlussphase das Glück auf ihrer Seite hatten, als das vermeintliche Siegtor von Poulsen in der Nachspielzeit nach Überprüfung durch den VAR zurückgenommen wurde.

„Wir haben gespielt wie ohne Tore“

„Das war nicht unser bestes Spiel. Wir haben überlegen gespielt und waren die bessere Mannschaft. Wir hatten das Problem im ganzen Spiel, dass wir zu wenig aggressive Läufe in den Sechzehner hatten. Wir haben Ballbesitzfußball wie Sieben gegen Sieben plus vier gespielt. Wir haben gespielt wie ohne Tore", analysierte ein enttäuschter RB-Coach Nagelsmann das dritte sieglose Heimspiel in Folge.

 
Hoffe-Coach Hoeneß lobte die kämpferische Leistung seiner Mannschaft

„Haben den Punkt erkämpft“

Kollege Hoeneß lobte vor allem die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft: „Die Jungs haben unglaublich gefightet. Wir waren in den Zweikämpfen da und haben alles gegeben. Perfekt wäre es gewesen, wenn wir unsere Chancen noch besser ausgespielt hätten. Wir mussten heute viel investieren und sind am Ende mit dem Punkt zufrieden.“ In der kommenden englischen Woche empfängt die TSG Hoffenheim am Mittwochabend (20.30 Uhr) Borussia Mönchengladbach.

Statistik:

RB Leipzig: Gulacsi – Konate, Upamecano, Orban – Mukiele (46. Haidara), Adams, Sabitzer, Angelino (46. Kampl) – Olmo (62. Sörloth), Nkunku – Forsberg (73. Poulsen)
TSG Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Posch, Richards, Sessegnon – Samassekou, Grillitsch (56. Gacinovic) – Skov (62. Nordtveit), Kramaric (90. +1 Adamyan), Baumgartner – Rutter (46. Bebou)
Tore: -
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: Fehlanzeige

Archivfotos: Kraichgaufoto

Die Vorzeichen sprechen deutlich für die Nagelsmänner
Hoffenheim gastiert Freitagabend bei RB Leipzig
Mittwoch, 14. April 2021

Nach der Nullnummer in der letzten Montagspartie der Fußball-Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen gastiert die TSG Hoffenheim am 29. Spieltag am Freitagabend um 20.30 Uhr bei RB Leipzig. Im Duell gegen den Tabellenzweiten geht es vor allem für die Kraichgauer darum, deutlich mutiger und engagierter aufzutreten als zuletzt gegen Leverkusen. Um sich bei den Sachsen überhaupt etwas ausrechnen zu können, muss der Tabellenzwölfte vor allem in der Offensive deutlich entschlossener und zielorientierter zur Sache gehen. In der aktuellen Verfassung ist RB noch mal eine Schippe besser als das Bayer-Team. Die Blau-Weißen gehen als krasser Außenseiter ins Spiel, alles andere als ein Heimsieg der erfolgsverwöhnten Roten Bullen käme einer Überraschung gleich. In der aktuellen Verfassung spricht wenig für die Hoffenheimer, die selten so aussichtslos gegen Leipzig an den Start gingen. Doch vielleicht liegt gerade hier die Minichance, überraschend nicht kalkulierte Punkte zu entführen.

 
Gelingt Hoffenheims Kramaric (Mitte) - hier im Duell mit Sabitzer - in Leipzig endlich wieder ein Torerfolg?

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Leipzig lauert auf einen Ausrutscher der Bayern

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß weiß um die Schwere der Aufgabe: „Leipzig ist eine absolute Top-Mannschaft. Sie können noch oben reinstoßen in der Liga und zudem den DFB-Pokal gewinnen. Sie sind sehr konstant durch die Saison gekommen“. RB rangiert aktuell fünf Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern in der Lauerposition und hofft nach dem kräftezehrenden Champions League-Aus der Münchner in Paris auf einen möglichen Ausrutscher der Münchner in der Spitzenpartie am Samstag beim Tabellendritten VfL Wolfsburg. Dann würde der Rückstand, vorausgesetzt man gewinnt das Heimspiel am Vortag gegen Hoffenheim, sich auf nur noch zwei Zähler reduzieren und das Titelrennen wäre fünf Spieltage vor Saisonende wieder völlig offen.

Seit sechs Spielen gegen RB sieglos

Doch bei allen Hochrechnungen haben die Kraichgauer ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Auch wenn sie gegen Leipzig seit sechs Pflichtspielen (5:2-Sieg im April 2018) nicht mehr gewinnen konnten, so gilt es die nötigen Punkte für den gesicherten Klassenerhalt so früh wie möglich einzufahren. Während Trainer Hoeneß bei fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz keine Panik verbreitet und der Stärke der Mannschaft vertraut, so hat Kapitän Oliver Baumann die Tabelle fest im Blick: „Es ist kein so großer Abstand nach unten. Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen".

 
Hoffenheims Kaderabek (re.) im Duell mit Leipzigs Upamecano
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„Müssen offensiv besser werden“

Die Tottenham-Leihgabe Ryan Sessegnon zieht aus dem Punktgewinn gegen das Bayer-Team positive Ansatzpunkte: „Wir haben gegen Leverkusen den Willen gezeigt, gemeinsam zu verteidigen, uns gegenseitig zu unterstützen. Im nächsten schweren Spiel gegen Leipzig können wir auf unserer defensiven Leistung aufbauen und versuchen, offensiv noch etwas besser zu werden.“

Für eine Überraschung muss alles passen

Auch Hoeneß gibt sich optimistisch und spricht sogar von einem möglichen Überraschungssieg. Voraussetzung für den gebürtigen Münchner ist dabei, dass seine Mannschaft „Aggressivität, Zweikampfbereitschaft und Intensität an den Tag legt und gleichzeitig eigene Balleroberungen besser nutzt sowie die Konter konsequenter zu Ende spielt".

Beste Defensive der Liga

Tore gegen die beste Defensive der Liga zu erzielen dürfte dabei angesichts der zuletzt schwachen Offensivform der Hoffenheimer äußerst schwer werden. Im Vergleich zu den 47 Gegentreffern der TSG kassierte RB in den bisherigen 28 Bundesligapartien nur 23 Gegentore. Die Hintermannschaft war bislang der Garant für das gute Abschneiden der Nagelsmänner.

 
TSG-Keeper Baumann hat den geringen Abstand zur Abstiegszone fest im Blick. In Leipzig dürfte er sich über ausstehende Arbeit sicherlich nicht beklagen können.

Wiesendanger Bedachungen

Duell zwischen den Trainer-Youngsters

Natürlich wird am Freitagabend auch das Duell der beiden aktuell jüngsten Bundesliga-Trainer im Mittelpunkt stehen: Auf Seiten der Gastgeber der 33-jährige ehemalige Hoffe-Coach Julian Nagelsmann gegen seinen 38-jährigen Nachfolger aus München. Wie engagiert Nagelsmann an der Seitenlinie bei der Sache ist, ist bei den Geisterspielen unüberhörbar. Während der gebürtige Landsberger die Anweisungen an seine Spieler aus voller Kehle brüllt, gilt sein Gegenüber Hoeneß eher als zurückhaltend, ruhig und besonnen.

Das Warten auf den Auswärtserfolg

Während die Ostdeutschen die vergangenen beiden Ligaheimspiele (1:1 gegen Frankfurt und 0:1 gegen Bayern) nicht gewinnen konnten, warten die Nordbadener seit fünf Auswärtsspielen sehnlichst auf ein Erfolgserlebnis in der Fremde. Dieses gab es zuletzt vor einem Vierteljahr am 19. Januar beim 3:0-Sieg bei Hertha BSC Berlin. Wie unterschiedlich die sportlichen Ergebnisse der beiden Kontrahenten in diesem Jahr sind, belegen folgende Statistiken: RB hat nur eins seiner vergangenen zehn Bundesliga-Spiele verloren (acht Siege, ein Remis), während Hoffenheim nur zwei der vergangenen zehn Bundesliga-Spiele gewinnen konnte (drei Remis, fünf Niederlagen). Und noch eine Statistik ist vielsagend: Die Nagelsmann-Truppe ist ein wahrer Freitagabend-Spezialist, hat bei zehn Siegen und zwei Remis noch nie zu dieser Anstoßzeit unter Flutlicht verloren.

Fotos: Kraichgaufoto (4) und Kraichgausport (1)

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Bittere Magerkost bei der Nullnummer des letzten Montagsspiels
Torloses Remis zwischen Hoffenheim und Leverkusen
Dienstag, 13. April 2021

Im letzten Montagabendspiel der Fußball-Bundesliga trennten sich die TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen am 28. Spieltag mit einem leistungsgerechten torlosen Unentschieden. In einer chancenarmen und wenig unterhaltsamen Partie ging es für beide Mannschaften vorrangig darum, möglichst nicht zu verlieren und sich zumindest mit einem Punkt seine Ziele im Saisonendspurt noch zu realisieren. Bei den Gästen aus dem Rheinland dürfte durch die Sinsheimer Nullnummer allerdings der Champions League-Zug bei derzeit neun Zählern Rückstand auf Platz 4 abgefahren sein. Die Kraichgauer hingegen konnten nach drei Niederlagen in Folge zwar ihren Negativlauf stoppen, doch bei aktuell nur fünf Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz gilt immer noch höchste Vorsicht, um nicht noch in den Abstiegssumpf zu geraten.

 
Rudy (li.), hier im Duell mit Demirbay, musste bei seinem 250. Bundesligaspiel nach 38 Minuten verletzt ausgewechselt werden

Schreinerei Schock

Keine einziger TSG-Torschuss in Hälfte 1

Die von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß im Vorfeld angekündigte Reaktion auf die letzten enttäuschenden Vorstellungen blieb jedoch in der erneut zuschauerleeren Sinsheimer Arena aus. „Wir wissen um die Situation. Es ist an der Zeit, einfach zu liefern und weniger zu reden“, hatte der 38-jährige gebürtige Münchner im Vorfeld auf der Pressekonferenz verkündet. Was seine Mannschaft dann über die gesamte Spielzeit in Richtung des erhofften Befreiungsschlages bot, war bittere Magerkost. Selbst eingefleischteste Hoffe-Fans können sich an kein Spiel erinnern, bei dem am Ende nur zwei (!) Torschüsse zu Buche standen. Erschreckend die Tatsache, dass die Hoffenheimer zum ersten Mal seit elf Jahren ohne einen Torschuss in der ersten Hälfte blieben. Das Bayer-Team hatte zwar im ersten Abschnitt optische Vorteile, doch bis auf einen Aranguiz-Schuss, den Torhüter Oliver Baumann parierte (25.), gab es keine Höhepunkte. Während die Defensive geordnet und sicher gegen harmlose Leverkusener stand, waren die Gastgeber in der Offensive erschreckend harmlos. Auch der nach 38 Minuten für den verletzten Sebastian Rudy ins Spiel gekommene Torjäger Andrej Kramaric blieb nach seiner zweiwöchigen Verletzungspause unauffällig.

 
Hoffenheims Akpoguma sucht eine Anspielstation

"Das war nicht Fisch, nicht Fleisch"

In der zweiten Hälfte änderte sich wenig, beide Defensivreihen ließen wenig zu und so verblasste die Partie immer mehr. Bis auf eine gute Möglichkeit von Nadiem Amiri, der an der Strafraumgrenze frei zum Torschuss kam, aber direkt in die Arme von Baumann schoss, gab es nichts erwähnenswertes (65.). Passend das Fazit von Hoffenheims Florian Grillitsch: „Das war nicht Fisch, nicht Fleisch. Wir haben gut verteidigt. Nach vorne hat es weniger gut geklappt, das müssen wir besser machen." Für den ehemaligen Hoffenheimer Amiri, der nach gut einer Stunde von Trainer Hannes Wolf eingewechselt wurde, war der Punkt für die Zielrichtung Champions League zu wenig. Für den Offensivspieler war es „eine gerechte Punkteteilung, in der wir in der ersten, Hoffenheim in der zweiten Hälfte das bessere Team waren“.

"Schritt in die richtige Richtung"

Nach den schwachen Leistungen zuletzt gegen Mainz und Augsburg war es für Baumann „ein Schritt in die richtige Richtung“. Der TSG-Keeper weiter: „Die Spiele davor waren einfach nicht gut genug. Heute war es deutlich besser. Wir haben gute Zweikämpfe geführt und sehr gut verteidigt. Es ist kein so großer Abstand nach unten. Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen.“ Für Trainer Hoeneß war die defensive Stabilität ausschlaggebend, dass am Ende hinten die Null stand. Neben diesem für ihn positiven Aspekt und der Tatsache, dass sein Team eine Reaktion gezeigt hat, blickt er positiv auf die nächsten Aufgaben. Diese werden jedoch nicht einfach. Zunächst gastieren die Blau-Weißen am Freitagabend (20.30 Uhr) beim Tabellenzweiten RB Leipzig und danach heißen die Gegner Mönchengladbach und Freiburg.

 
Posch (li.) gegen Bailey

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Akpoguma (88. Nordtveit), Posch, Richards – Kaderabek, Grillitsch, Sessegnon – Rudy (38. Kramaric), Baumgartner – Bebou, Skov (78. Rutter)
Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Jedvaj, S. Bender, Tapsoba, Wendell – Aranguiz, Palacios – Wirtz (58. Amiri), Demirbay (71. Frimpong), Diaby (86. Bailey) – Alario (58. Schick)
Tore: -
Zuschauer: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck

Fotos: Kraichgaufoto

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Droht der TSG gegen Bayer die nächste bittere Pille?
Hoffenheim empfängt am Montagabend Bayer 04 Leverkusen
Freitag, 9. April 2021

In der letzten Partie des 28. Bundesliga-Spieltages empfängt die TSG Hoffenheim am Montagabend (20.30 Uhr) das Team von Bayer 04 Leverkusen. Nach drei Niederlagen in Folge sind die Kraichgauer auf Tabellenplatz 12 zurückgefallen und haben nur noch sieben Punkte Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz. Auch wenn deshalb sieben Spieltage vor Saisonende (noch) keine Unruhe im TSG-Lager aufkommt, so waren die zuletzt gezeigten Leistungen der Hoeneß-Truppe mehr als enttäuschend.

Eine außergewöhnliche Saison

Die Nordbadener durchleben eine ihrer außergewöhnlichsten Erstligaspielzeiten seit dem Aufstieg 2008. Aufgrund mehrerer Coronafälle und eines außergewöhnlich hohen Verletzungspechs musste man über einen längeren Zeitraum personell immer wieder improvisieren und aus der Not das Beste machen. Die Lage hat sich aber inzwischen gebessert, personelle Engpässe gibt es in der Häufigkeit nicht mehr. Von daher ist es mehr als verwunderlich, dass es seit Wochen sportlich stagniert bzw. nicht mehr rund läuft. Gegner wie Mainz und Augsburg machten es mit einfachen Mitteln vor, wie man „Hoffe“ mit konzentrierter und taktischer Herangehensweise besiegen kann.

 
Nach drei Niederlagen in Folge möchten die Hoffenheimer gegen Leverkusen, nicht wie in dieser Szene Pavel Kaderabek (2. v.r.), erneut ins Stolpern geraten

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Fehler können nicht abgestellt werden

Florian Grillitsch, der zuletzt in der zentralen Rolle in der Dreierabwehrkette spielte: „Wir haben gegen Augsburg nicht die richtige Antwort gehabt und nicht gewusst, wie wir uns Chancen herausspielen sollen". Trainer Sebastian Hoeneß bei seiner Analyse: „Wir hatten mit dem Rückstand zu kämpfen. In der Schlussphase wurde es besser, aber im letzten Drittel war es nicht gut genug. Die Effizienz hat gefehlt.“ Fehler und Nachlässigkeiten werden im Bundesligaalltag gnadenlos bestraft - diese Erfahrung mussten die Blau-Weißen zuletzt des Öfteren machen.

Leverkusen möchte zurück in die Erfolgsspur

In den nächsten Partien geht es gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel anspruchsvoll weiter. Den Anfang macht zu ungewohnter Spielzeit am Montagabend das Werksteam aus Leverkusen, das sich auf Tabellenplatz 6 hinter den punktgleichen Dortmundern unbedingt für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren möchte. Da der Rückstand zum Champions-League-Platz bereits auf sieben Punkte angewachsen ist, hat Sportdirektor Simon Rolfes das Saisonziel neu definiert: „Wir sind als derzeitiger Tabellen-Sechster auf einem Europa-League-Rang, und den wollen wir mindestens verteidigen."

 
Sebastian Rudy (li.), hier im Duell mit dem Ex-Hoffenheimer Kerem Demirbay, bestreitet am Montagabend sein 250. Bundesligaspiel

Tore nahezu garantiert

Sieben Mal gelang es dem Bayer-Team bereits, in Sinsheim Auswärtssiege zu landen, wenngleich die letzten beiden Partien zu Gunsten der Gastgeber gingen. Allgemein gelten Spiele zwischen der TSG und Bayer 04 als besonders torreich. Vier der letzten sechs Bundesliga-Duelle endeten mit einem 4:1-Sieg, wobei jedes Team zwei Siege in dieser Höhe für sich verbuchen konnte. Mit diesem Ergebnis im Hinspiel übernahm Leverkusen nach dem 11. Spieltag sogar die Tabellenführung. Sebastian Rudy, der vor seinem 250. Bundesliga-Einsatz steht und seine Mannschaftskollegen wollen sich hierfür revanchieren und gegen die ehemaligen Mitspieler Kerem Demirbay und Nadiem Amiri, die jetzt in Leverkusen unter Vertrag stehen, kein zweites Mal in Folge als Verlierer vom Platz gehen.

„Das ist nicht unser Anspruch“

Der wegen einer Sprunggelenkverletzung noch nicht einsatzfähige Torjäger Andrej Kramaric sagte in einem TSG-Interview über die aktuelle Situation: „Wir haben noch sieben Spiele vor uns und wollen zeigen, wofür wir eigentlich stehen. Natürlich sind wir nicht zufrieden mit den Ergebnissen und den Leistungen. Das ist nicht unser Anspruch.“ Über Gegner Leverkusen fand er lobende Worte: „Sie sind sehr gut besetzt und haben eine hohe individuelle Qualität. Das zieht sich durch alle Mannschaftsteile. In diesem Jahr haben sie nicht immer die gewünschten Ergebnisse erlangen können. Das hat mich überrascht, weil sie eigentlich zu den besten Teams der Liga gehören.“

 
Andrej Kramaric (re.), der sich hier gleich gegen mehrere Leverkusener durchsetzt, wird schmerzlichst vermisst

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Leverkusen zog die Notbremse und wechselte den Trainer

Auch für die Rheinländer lief es im Jahr 2021 nicht wunschgemäß. Nach einer anhaltenden Talfahrt in der Rückrunde zogen die Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich vorzeitig von Trainer Peter Bosz. Als Nachfolger wurde vorübergehend Hannes Wolf verpflichtet, als Co-Trainer kehrte Peter Hermann zurück, der zuletzt Co-Trainer der U19-Nationalmannschaft und zuvor schon 29 Jahre für Leverkusen tätig war. Wolf wurde als U18-Nationaltrainer vom DFB für den Rest der Saison ausgeliehen, ein langfristiges Engagement ist denkbar. Nach einer Niederlagenserie rechtfertigte Sport-Geschäftsführer Rudy Völler den Trainerwechsel: „Leider ist unsere Mannschaft zuletzt immer wieder in dieselben Muster verfallen. Wir haben es nicht geschafft, die sich wiederholenden Fehler abzustellen und in die Erfolgsspur zurückzukehren". Mit einem derart sportlichen Rückschlag hatte man unterm ambitionierten Bayer-Kreuz nicht gerechnet: Mitte Dezember war man noch Tabellenführer, danach folgten im Kalenderjahr 2021 zehn Niederlagen in 17 Pflichtspielen. In der Europa League scheiterte der Werksklub am Schweizer Meister Young Boys Bern, im DFB-Pokal am Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Interessantes Duell mit offenem Ausgang

Unter dem neuen Trainer Wolf konnten die Rheinländer am vergangenen Spieltag mit einem 2:1-Sieg über Schlusslicht FC Schalke 04 ihre Negativserie beenden und wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Auch wenn dieser Sieg noch wenig aussagekräftig ist, dürfte das Duell der zuletzt kriselnden Teams aus Hoffenheim und Leverkusen einen interessanten, richtungsweisenden Verlauf nehmen. Eines ist jedoch Fakt: Wenn die Hoeneß-Truppe keine deutlichere Leistungssteigerung als zuletzt gegen Mainz und Augsburg an den Tag legt, werden sie von der Werkself die nächste bittere Pille verabreicht bekommen.

Fotos: Kraichgaufoto

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Eine Trotzreaktion wäre die beste Antwort auf die berechtigte Kritik
Keine Weiterentwicklung, zu viele Fehler und Nachlässigkeiten
Donnerstag, 8. April 2021

Für die TSG Hoffenheim kann es sieben Spieltage vor Saisonende noch völlig unerwartet ungemütlich werden. Nach drei Niederlagen in Folge hat sich der Abstand zu der Abstiegsregion auf nur noch sieben Zähler verringert. Mit Blick auf das April-Programm haben es die Kraichgauer mit Leverkusen (12.4.), Leipzig (16.4.), Mönchengladbach (21.4.) und Freiburg (24.4.) gegen besonders spielstarke Mannschaften, gegen die in der Hinrunde nur drei Punkte eingefahren wurden, zu tun. Im Saisonendspurt im Mai geht es dann gegen die abstiegsbedrohten Teams von Schalke 04 (8.5.), Bielefeld (15.5.) und Hertha BSC Berlin (22.5.), gegen die es in der ersten Saisonhälfte vier Punkte gab.

 
Die Enttäuschung ist Andrej Kramaric ins Gesicht geschrieben. Der Kroate wird im Sturmzentrum dringend vermisst.

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Keine Weiterentwicklung erkennbar

Doch es ist nicht der aktuelle Tabellenstand oder die nächsten Gegner, die so manchem Hoffe-Fan Sorgen bereiten, sondern vielmehr die plan-, ideen- und hilflose Herangehensweise in den letzten Partien. Selbst in Phasen dominanter Spielkontrolle fehlt es an der Entschlossenheit, der Effizienz sowie dem kaltschnäuzigen Verwerten hochkarätiger Torchancen. Hoffe lässt zu viel liegen, bringt sich damit oft selbst um den verdienten Lohn. Während im gesamten Saisonverlauf unter dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß leider wenig Konstanz erkennbar ist, offenbaren sich gegen Saisonende Schwächen, die so nicht zu erwarten waren. Statt einer Weiterentwicklung ist Stagnation und teilweise sogar Rückschritt erkennbar. Das Pokal-Aus gegen Zweitligist Greuther Fürth sowie das Europapokal-Scheitern gegen den krassen norwegischen Außenseiter Molde FK ist schwer aus den Köpfen zu bekommen - auch weil sie schwer erklärbar sind.

Zweitschlechteste Defensive der Liga

Auch eine verunsicherte, alles andere als sattelfeste Hintermannschaft fällt bei der Bestandaufnahme ins Gewicht. Die TSG-Defensive weist mit 47 Gegentreffern den zweitschlechtesten Ligawert auf und ist taktisch sehr leicht in Verlegenheit zu bringen. Bezeichnend die Aussage von Torhüter Oliver Baumann nach der 2:1-Niederlage in Augsburg: „Wir sind in einer Situation, in der wir auch auf die anderen Mannschaften schauen müssen. Das ist erschreckend und macht mir Sorge“. Was Hoffenheims Nummer 1 besonders ärgert sind die frühen Gegentore, die das Team schon in der Anfangsphase zusätzlich unter Druck setzt.

Frühe Rückstände

Fehlende Wachsamkeit und Konzentration machten es den Gegnern leicht. Sowohl gegen Stuttgart (15. Min.), Mainz (1.) und Augsburg (8. und 23.) lag man früh in Rückstand und konnte die Partie dann nicht mehr für sich wenden. „Wir müssen besser in Spiele kommen, um auch mal in Führung zu gehen - das ist der größte Ansatzpunkt“, stellte Hoeneß zwar treffend fest, aber gebracht hat es nichts. Die Mannschaft scheint dies nicht zu verinnerlichen oder wahrzunehmen. Kapitän Baumann nach dem Augsburg-Spiel: „Die ersten 25 Minuten haben wir verpennt. Wir kriegen die Tore zu einfach“.

 
Torhüter Oliver Baumann blickt besorgt auf die aktuelle sportliche Situation der TSG Hoffenheim

Metzgerei Dick

Fehler werden gnadenlos ausgenutzt

Tore, die vor allem durch gravierende, individuelle und taktische Fehler den Gegner begünstigen und voll in die Karten spielen. "Für mich ist es unerklärlich, wie wir heute aufgetreten sind. Natürlich hat es Mainz auch gut gemacht, aber von uns war es heute viel zu wenig. Es war ein schlechtes Spiel von uns", sagte selbstkritisch Florian Grillitsch, der zuletzt die zentrale Rolle in der Dreierkette einnahm. Die Gegner haben die Spielweise unter Hoeneß längst durchschaut, ziehen sich weit zurück, lassen die Hoffenheimer ihr wenig raumbringendes Passspiel aufziehen und lauern auf Konter. Dies haben zuletzt die Augsburger äußerst effizient genutzt und konnten trotz ihrer offensivschwachen zweiten Hälfte am Ende an den Kraichgauern vorbeiziehen.

Abhängig von Kramaric

Erneut offenbarte sich, wie wichtig Stürmer Andrej Kramaric für die Nordbadener ist. Ohne ihren Topstar, der aufgrund einer Sprunggelenkverletzung pausieren muss, gab es zwar noch keinen Saisonsieg, aber sich nur auf die Tore des Kroaten zu verlassen wäre zu einfach. Jetzt sind eben andere Spieler gefordert, in die Bresche zu springen und den Ausfall des Torjägers bestmöglichst wettzumachen. Kramaric ist zwar der Ausnahmespieler im Kader, aber eine sportliche Abhängigkeit wäre fatal.

 
Reichlich Diskussionsbedarf bei Kevin Vogt (re.) und Sebastian Rudy (li.) gegenüber dem Schiedsrichter

Heidelberger

Gegen Bayer droht die nächste bittere Pille

Sollte die Hoeneß-Truppe in der nächsten Heimpartie am Montagabend (20.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen keine deutliche Leistungssteigerung an den Tag legen, werden sie vom Werksteam die nächste bittere Pille verabreicht bekommen. Die Spieler stehen jetzt mehr denn je in der Pflicht. Auch ihnen werden die kritischen Kommentare und Enttäuschungen der Fans nicht verborgen bleiben. Den Misserfolg nur dem noch relativ unerfahrenen Trainer zuzuschieben wäre zu billig.

Trotzreaktion wäre die beste Antwort

Eine Trotzreaktion wäre jetzt die beste Antwort. Der vorhandene Spielerkader ist trotz der Ausfälle einiger Stammkräfte stark genug, um ein Zeichen zu setzen und selbst die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Ob es dabei gegen die vermeintlich stärkeren April-Gegner oder die zumindest tabellarisch etwas schwächeren Mai-Gegner geht, spielt keine Rolle. Der Wille und die Bereitschaft sind maßgebend. Wenn es am Ende trotz größter Bemühungen und vollem Einsatz über 90 Minuten zu einer Niederlage führt, ist dies für den Fan leichter vermittelbar, wie Niederlagen der Kategorie Mainz oder Augsburg. Es ist noch nicht zu spät, um verloren gegangenen Kredit zurückzugewinnen.    

Fotos: Kraichgausport (4) und Kraichgaufoto (2)

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Hoffenheim nach dritter Niederlage in Folge in der Abwärtsspirale
Enttäuschende 2:1-Niederlage der Hoeneß-Elf in Augsburg
Samstag, 3. April 2021

Enttäuschung bei der TSG Hoffenheim: Die Kraichgauer kassierten am 27. Bundesliga-Spieltag eine 1:2-Niederlage beim FC Augsburg und rutschten in der Tabelle auf den 12. Platz ab. Der Abstand nach der dritten Niederlage in Folge zu den besonders abstiegsgefährdeten Mannschaften auf Rang 16 mit Köln und 17 mit Bielefeld ist bei sieben Zählern zwar immer noch respektabel, aber angesichts der folgenden schweren Aufgaben in den kommenden Wochen könnte es für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß noch ganz schön eng werden.

Hoeneß mahnte vor den Augsburger Stärken

Augsburg erwies sich als der erwartet unbequeme Gegner, der es der TSG über die gesamte Spielzeit sehr schwer machte. TSG-Coach Hoeneß hatte noch vor der Partie gewarnt: „Der FCA verteidigt tief und spielt gefährliche Konter. Es ist wichtig, dass wir in Führung gehen und im Gegenpressing präsent sind. Dadurch können wir ihre Konter unterbinden“. Doch anscheinend nahm man diese Vorgabe nicht ernst genug, denn sonst wäre man nicht früh nach zwei klassischen Konter durch Ruben Vargas (8.) und André Hahn (23.) 0:2 in Rückstand geraten. Torhüter Oliver Baumann: „Die ersten 25 Minuten haben wir verpennt. Natürlich war es nicht unser Plan, dass wir uns auskontern lassen. Es ist einfach ärgerlich, dass wir so oft in Rückstand geraten. Wir bekommen zu einfach Gegentore.“

 
Das erste Saisontor von Skov in der 86. Minute fiel zu spät, Augsburg brachte die Führung souverän über die Zeit

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Ausfall von Kramaric besonders schmerzhaft

Während die TSG mit viel Ballbesitz, aber ohne Raumgewinn sich kaum Torchancen erspielte, kontrollierte das Team von Trainer Heiko Herrlich die Partie weitgehend aus der Defensive heraus und ließ dem Gegner wenig Platz und Raum, um  Torgefahr zu entwickeln. Bis auf den späten Anschlusstreffer von Robert Skov (86.) kam nichts zählbares für die Blau-Weißen heraus. Augsburg kletterte nach seinem fünften Heimerfolg, zugleich seinem 100. Bundesligasieg, mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz vorbei an Hoffenheim auf Rang 11. Besonders schwer wirkt der Ausfall von TSG-Torjäger Andrej Kramaric, der sich bei der kroatischen Nationalmannschaft eine Sprunggelenksverletzung zuzog und seiner Mannschaft enorm fehlte. Vier der sechs Partien ohne den Stürmer verlor die TSG bereits in dieser Saison.

FCA macht aus zwei Kontern zwei Treffer

Die Gäste taten sich von Beginn an gegen die dicht gestaffelte Hintermannschaft der Augsburger schwer. Florian Grillitsch als Abwehrchef unterlief in der Anfangsphase einige Patzer, die der Gegner eiskalt nutzte. Nach einem verlorenen Zweikampf des Österreichers landete der Ball über Caligiuri bei Vargas, der mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck Torhüter Baumann beim 1:0 keine Chance ließ (8.). Einen frühen Rückstand wollte man unbedingt vermeiden, doch es kam noch schlimmer. Einen weiten Ball von Vargas von der eigenen Strafraumgrenze über die viel zu weit aufgerückte Hoffenheimer Hintermannschaft landete bei Hahn, der sich bei einem 50-Meter-Sprint gegen Grillitsch durchsetzte und aus vollem Lauf mit einem Dropkick aus 20 Metern auf 2:0 erhöhte (23.).

 
Kaderabek scheiterte mit einem Kopfball an Augsburgs Keeper Giliewicz
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Erste TSG-Chance nach 39 Minuten

Augsburg verstand es mit einfachen spielerischen Mitteln eine unorganisierte gegnerische Defensive zwei Mal erfolgreich zu überwinden und für eine beruhigende Führung zu sorgen. Die Gastgeber wirkten entschlossener, frischer, bissiger und aggressiver in den Zweikämpfen, während die Hoffenheimer ideenlos, statisch und viel zu durchsichtig nach Lösungen suchten. Bezeichnend, dass die erste Gästechance erst nach 39 Minuten zustande kam, als Ihlas Bebou mit einem Kopfball am FC-Keeper Rafal Gikiewicz scheiterte. Die 2-Tore-Führung zur Pause war für die wachsameren und aufmerksameren Fuggerstädter hochverdient.

Augsburg nur noch im Defensivmodus

Hoeneß reagierte zur zweiten Halbzeit und brachte mit Gacinovic, Vogt und Sessegnon drei frische Kräfte, was sich jedoch auf den weiteren Spielverlauf nicht sonderlich auswirkte. Augsburg zog sich nun völlig zurück und verwaltete die Führung, während die Gäste nach wie vor ideenlos und hilflos anrannten. Erst nach etwas über einer Stunde Spielzeit konnte die TSG für Torgefahr sorgen, als Torhüter Gikiewicz zunächst einen Kopfball von Pavel Kaderabek (62.) und wenig später einen Schuss von Bebou entschärfte (65.). Augsburg verwaltete ohne jegliche Offensivbemühungen die Führung und war nur noch auf Schadensbegrenzung bedacht.

 
Ratloser Blick bei TSG-Coach Hoeneß. Die Kritik am Münchner nimmt nach der dritten Niederlage in Folge wieder zu.

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Traumtor durch Skov

Bis auf ein Traumtor des eingewechselten Skov, der mit einem Wahnsinnshammer den Ball aus 18 Metern unter die Latte in den linken Torwinkel hämmerte (86.) tat sich nichts mehr. Es blieb bei der 13. Saisonniederlage für die Nordbadener, die sich vorwerfen müssen, viel zu wenig Durchschlagskraft gegen die gegnerische Passivität entwickelt zu haben. Das Fazit von Cheftrainer Hoeneß: „Wir haben uns das Spiel und insbesondere die Anfangsphase anders vorgestellt. Es war klar, dass es nach Rückstand schwierig wird. In der Schlussphase wurde es besser, aber im letzten Drittel war es nicht gut genug. Wir haben nichts mehr zugelassen, aber die Effizienz hat heute gefehlt.“

Die nächsten Gegner haben es in sich

Die weiteren April-Gegner mit Leverkusen, Leipzig, Gladbach und Freiburg lassen wenig Hoffnung aufkommen, dass es bei der aktuellen Spielweise der letzten Wochen tabellarisch wieder etwas weiter nach oben geht. Die Kritik an Trainer Hoeneß wird nach der dritten Niederlage in Folge gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte mit Sicherheit zunehmen.

Statistik:

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger (46. Pedersen), Gouweleeuw, Uduokhai, Gumny – Gruezo, Khedira – Caligiuri, Richter (67. Oxford), Vargas (46. Gregoritsch) – Hahn
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Richards (74. Belfodil) – Kaderabek, Rudy (46. Gacinovic), Samassekou (46. Vogt), John (46. Sessegnon) – Baumgartner (69. Skov) – Bebou, Rutter
Tore: 1:0 Vargas (8.), 2:0 Hahn (23.) 2:1 Skov (86.)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Zuschauer: erneut Fehlanzeige

Fotos: Kraichgausport (3) und Kraichgaufoto (1)

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Hoffenheim gastiert bei Lieblingsgegner Augsburg
Gelingt der sechste Auswärtssieg in Folge beim FCA? - Bangen um Kramaric
Donnerstag, 1. April 2021

Acht Spieltage vor Ende einer außergewöhnlichen Bundesligasaison gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr nach der Länderspielpause beim FC Augsburg. Im Duell Tabellendreizehnter gegen Elfter kann sich der Sieger aller Eventualitäten womöglich noch in den Abstiegskampf zu geraten entledigen. Die Kraichgauer befinden sich derzeit mit 30 Punkten im Tabellenniemandsland. Der Rückstand auf den Zehnten Mönchengladbach beträgt sechs Punkte - zum Relegationsplatz, den der 1. FC Köln einnimmt, sind es immerhin sieben Zähler. Während die TSG seit ihrem Aufstieg 2008 bereits ihre 13. Bundesligasaison bestreitet, spielen die Fuggerstädter seit zehn Jahren in der höchsten deutschen Fußballliga. Beide Vereine sind bislang noch nie aus der Bundesliga abgestiegen.

 
Hoffenheims Florian Grillitsch (li.) versucht per Grätsche den Augsburger Fredrik Jensen zu stoppen

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Aufholjagd eher unwahrscheinlich

Eine ähnliche Aufholjagd wie im vergangenen Jahr, als die Blau-Weißen mit 17 Punkten aus den letzten acht Spieltagen vom neunten auf den sechsten Rang vorpreschten und sich somit überraschend noch für die Europa League qualifizierten, ist in der aktuellen Form eher unwahrscheinlich. Den Nordbadenern fehlt unter Trainer Sebastian Hoeneß hierfür der nötige Killerinstinkt und die Konstanz, auch mal einige Spiele in Serie für sich zu entscheiden. Allzu oft konnte man sich trotz spielerischer Überlegenheit und der Mehrzahl an Torchancen nicht belohnen und verschenkte so am Ende wertvolle Punkte, die für eine bessere Tabellenplatzierung vonnöten gewesen wären.

 
Pavel Kaderabek (re.) im Zweikampf mit Augsburgs Florian Niederlechner

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Beeindruckende Bilanz gegen den FCA

Gegen die Augsburger waren die Hoffenheimer in der Vergangenheit äußerst erfolgreich. Gegen keinen aktuellen Bundesligisten ging man bei elf Erfolgen öfters als Sieger vom Platz. Beeindruckend ist auch die Auswärtsbilanz mit zuletzt fünf Siegen in Folge in der Augsburger WWK-Arena. Angesichts der Tatsache, dass die Fuggerstädter nur eines der letzten elf Bundesligaduelle gegen die TSG gewinnen konnten, kann man durchaus von einem Angstgegner Hoffenheim sprechen.

"Solche Spiele muss man gewinnen"

Nach zwölfwöchiger Verletzungspause steht Kevin Akpoguma der TSG wieder zur Verfügung. Der Verteidiger, der zuletzt zwei Härtetests in der Hoffenheimer U 23 erfolgreich absolvierte, hofft nach zuletzt zwei Niederlagen in Stuttgart (0:2) und gegen Mainz (1:2) auf eine Wende. Gegenüber dem kicker sagte der Nationalspieler Nigerias: "Um solche Mannschaften aus deinem direkten Tabellenumfeld hinter dir zu lassen, musst du so ein Spiel gewinnen. Erst dann kann man daran denken, sich mit anderen zu messen".

 
Kramaric verletzte sich beim Länderspiel der Kroaten gegen Zypern am Sprunggelenk

Vorzeitige Rückkehr von Länderspielreise

Wer letztendlich am Samstagnachmittag bei beiden Teams in der Startformation aufläuft, dürfte auch vom Ausgang der Länderspielpause abhängig sein. Während die bayerischen Schwaben nur drei Akteure abstellen mussten, waren bei Gegner Hoffenheim gleich zwölf Profis mit ihren Nationalteams unterwegs. Dabei kehrte vorzeitig Florian Grillitsch an die Elsenz zurück, nachdem der Österreicher aufgrund einer Gelbsperre für das wichtige Heimspiel am gestrigen Mittwochabend gegen Dänemark mit Teamkollege Robert Skov gesperrt war. Der 25-jährige Mittelfeldspieler tat sich schwer, die letzte 1:2-Heimniederlage in der Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 zu verdauen. Ein angefressener und enttäuschter Grillitsch: „Das war richtig schlecht von uns, sicherlich die schlechteste Saisonleistung. Wenn wir so gegen Augsburg spielen, haben wir gar nichts verdient, da brauchen wir auch gar nicht von nach oben schauen reden.“ Grillitsch hat gute Erinnerungen an den kommenden Gegner Augsburg, schließlich traf er beim 3:1-Heimsieg im Hinspiel gleich doppelt. Für die Hoffenheimer war es der erste Dreier nach einer langen zweimonatigen Sieglosserie.

Kramaric verletzte sich bei der Nationalmannschaft

Die TSG bangt um den Einsatz von Torjäger Andrej Kramaric. Der kroatische Vizeweltmeister hat sich während des Länderspiels beim 1:0-Sieg gegen Zypern eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. In der folgenden Partie der Kroaten am vergangenen Dienstag gegen Malta (3:0) konnte der 29-Jährige daher nicht auflaufen. Kramaric, der in der laufenden Saison bereits 14 Bundesligatreffer erzielte, musste wegen einer Corona-Infektion im Oktober sowie einer Knöchelverletzung vor sechs Wochen bereits zwei Mal eine längere Pause einlegen. Eine weiterer Ausfall wäre für die Kraichgauer im Saisonendspurt besonders schmerzhaft.

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG ohne Chance gegen kämpferisch starke und leidenschaftliche Mainzer
Hoffenheim verliert nach enttäuschender Leistung 1:2 gegen Mainz
Sonntag, 21. März 2021

Am 26. Spieltag kassierte die TSG Hoffenheim eine bittere und zugleich verdiente 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05. Während die Kraichgauer bei ihrer bereits sechsten Niederlage im 13. Heimspiel eine enttäuschende Vorstellung boten und acht Spieltage vor Saisonende der Abstand zum Relegationsplatz auf nur noch sieben Punkte schrumpfte, kletterten die wiedererstarkten Rheinhessen aus der direkten Abstiegszone auf Platz 15. Für Hoffenheims Trainer Hoeneß war die Vorstellung seiner Mannschaft „das bislang schlechteste Saisonspiel“.

Turbostart der Mainzer

Die Gäste erwischten einen Traumstart und gingen nach 26 (!) Sekunden durch Glatzel in Führung. Der Stürmer hatte Hoffenheims Richards als letzten Mann den Ball abgejagt und frei vor Torhüter Baumann eiskalt zum 0:1 eingeschoben. Es war gleichzeitig das früheste Hoffenheimer Gegentor in der Bundesliga. Die Anfangsphase hatte es in sich, denn kurz nach dem Führungstreffer hätten erneut Glatzel, der an TSG-Keeper Baumann scheiterte (3.) und anschließend St. Juste, der knapp vorbei köpfte (4.), auf 0:2 erhöhen können. Auf der anderen Seite vergab Bebou die große Ausgleichschance, indem er den Ball nach einer John-Flanke aus kurzer Distanz völlig frei übers Tor schoss (7.). Während die TSG sich schwer tat in die Partie zu finden, erwies sich der Gegner wie erwartet als besonders unangenehm. Die Mainzer störten den Gegner früh beim Spielaufbau, machten geschickt die Räume eng und eroberten sich so immer wieder den Ball.

 
Bebou war gefährlichster Hoffenheimer und erzielte mit seinem 7. Saisontreffer den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich

Ritzhaupt

Baumann verhindert höheren Rückstand

Aus solch einer Gelegenheit bot sich Burkardt die Möglichkeit, auf zwei Tore zu erhöhen, doch er scheiterte am besten Hoffenheimer Baumann, der mit einer Fußabwehr parierte (18.). Die Partie verlor danach etwas von ihrem Anfangsschwung und nahm erst kurz vor der Halbzeitpause wieder an Fahrt auf. Nachdem FSV-Torhüter Zentner einen Schuss von Bebou noch entschärfen konnte (38.), war er eine Minute später machtlos, als der TSG-Stürmer nach herrlichem Pass von Richards frei vor dem Tor ins lange Eck mit seinem 7. Saisontreffer zum 1:1-Ausgleich traf (39.).

Kohr besorgt nach Bebous Ausgleich die erneute Führung

Doch die Mainzer antworteten postwendend: Nach einer kurz ausgeführten Ecke köpfte Kohr eine Boetius-Flanke unbedrängt unhaltbar zur erneuten FSV-Führung in die Maschen (41.). Auch in der zweiten Hälfte waren die Gäste das aktivere, kämpferisch bessere und entschlossenere Team. Die TSG konnte dem nur wenig entgegensetzen und musste sich weiteren Angriffen erwehren. Das Einzige, was man den Gästen ankreiden konnte, was ihre schwache Chancenverwertung.

 
Enttäuschter Blick bei TSG-Trainer Hoeneß. Muss er und seine Mannschaft sich im Saisonendspurt nochmals mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen?

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Mainz lässt hochkarätige Chancen ungenutzt

So versäumten es St. Juste (53., 83.) und der eingewechselte Quaison (75., 81.) das Spiel vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden. Die Hoeneß-Truppe hatte ihre beste Chance in Hälfte 2 bei einem Flugkopfball von Kramaric (54.), der knapp neben das Tor ging. Letztendlich blieb es beim hochverdienten Mainzer Auswärtserfolg, der dem Team von Trainer Svensson weiter Auftrieb geben wird. Die Hoffenheimer hingegen müssen aufpassen, nicht doch noch in den Abstiegskampf zu geraten, da sich der Punktabstand nach hinten immer mehr verringert.

„Schlechte Leistung von uns“

Selbstkritisch analysierten die Hoffenheimer nach dem Abpfiff ihre Leistung: Torschütze Bebou: „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. So kann man ein Spiel in der Bundesliga nicht gewinnen“. Österreichs Nationalspieler Grillitsch: „Für mich ist es unerklärlich, wie wir heute aufgetreten sind. Natürlich hat es Mainz auch gut gemacht, aber von uns war es heute viel zu wenig. Es war ein schlechtes Spiel von uns“. Dessen Landsmann Baumgartner zeigte sich ebenfalls verärgert: „Es beginnt sehr schlecht mit dem Gegentor, aber was mich viel mehr ärgert ist, dass wir nicht die Leistung zeigen, die wir eigentlich draufhaben. Das ist extrem ärgerlich. Wir wussten, dass Mainz extrem hart spielt, dass sie mit den Mitteln, die sie haben, alles reinwerfen. Wir haben den Kampf heute nicht angenommen“.

 
An Baumann hat es nicht gelegen, der TSG-Schlussmann bewahrte sein Team gegen Mainz vor einer höheren Niederlage
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Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards (76. Rutter) – Kaderabek, Rudy (65. Dabbur), Samassekou (76. Rutter), John (65. Skov) – Baumgartner, Kramaric – Bebou
FSV Mainz 05: Zentner – St. Juste, Bell, Niakhate – da Costa (20. Brosinski), Barreiro, Kohr, Mwene – Boetius (82. Stöger) – Glatzel (64. Quaison), Burkardt (64. Onisiwo)
Tore: 0:1 Glatzel (1.), 1:1 Bebou (39.), 1:2 Kohr (41.)
Schiedsrichter: Marco Fritz
Zuschauer: Fehlanzeige

Richtungsweisende Partie in der Fuggerstadt

Nach der folgenden Länderspielpause gastieren die Nordbadener am Ostersamstag (3. April - 15.30 Uhr) beim um einen Zähler schlechteren FC Augsburg. Mit Blick auf die Tabelle hat diese Partie für beide Mannschaften überraschend an Bedeutung gewonnen.

Fotos: Kraichgaufoto

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Effizientere Schwaben halten sich den Nachbarn weiterhin auf Distanz
TSG Hoffenheim unterliegt dem VfB Stuttgart 0:2
Sonntag, 14. März 2021

Der Wunsch von Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß („Wir wollen die Nummer eins in Baden-Württemberg sein. Wir wollen bis zum Saisonende den SC Freiburg und den VfB Stuttgart in der Tabelle überholen“) wird sich nach derzeitigem Stand der Dinge wohl nicht erfüllen. In der von ihm angekündigten Rolle des „Jägers“ ließen die Kraichgauer im Bundesliga-Nachbarschaftsduell beim VfB Stuttgart den hierfür nötigen Biss sowie die entsprechende Effizienz im Torabschluss vermissen und unterlagen nach Treffern von Adams (Eigentor) und Kalajdzic mit 0:2. Während die Schwaben als Tabellenachter vier Punkte hinter einem Europa League-Platz rangieren, rutschten die Nordbadener nach ihrer elften Saisonniederlage wieder zurück in die zweite Tabellenhälfte auf Rang elf.

Adams mit erneutem Eigentor

Nach verhaltenem Beginn ohne zwingende Toraktionen auf beiden Seiten gingen die Gastgeber nach einer Viertelstunde mit großzügiger Unterstützung des Gegners in Führung. Wamangituka setzte sich gegen Sessegnon durch, passte in die Mitte, wo VfB-Torjäger Kalajdzic den Ball zwar verpasste, aber dafür der dahinter positionierte Adams unbedrängt mit der Picke ins eigene Tor traf (15.). Für den Verteidiger war es nach dem Spiel gegen Frankfurt bereits sein zweites Eigentor in diesem Jahr. Stuttgart war in der Folge zwar die aktivere Mannschaft, konnte sich aber kaum Chancen erspielen. Die Gäste taten sich im Spiel nach vorne schwer und hatten erstmals nach 38 Minuten die große Ausgleichschance. Nach Flanke von Kaderabek kam Stürmer Kramaric aus acht Metern völlig frei zum Kopfball, köpfte aber genau auf den Körper von VfB-Keeper Kobel. Nur vier Minuten später kam Sessegnon aus spitzem Winkel frei zum Abschluss, doch jagte er die Kugel übers VfB-Tor (42.).

 
Pechvogel Kasim Adams: Dem ghanaischen Nationalspieler unterlief gegen Stuttgart wie schon im Februar gegen Frankfurt erneut ein Eigentor.

Kalajdzic setzt Serie fort und trifft zum 2:0

In der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte tat sich wenig, beide Teams leisteten sich viele Fehlpässe, wirkten unkonzentriert und hektisch. Auf beiden Seiten gab es lediglich zwei gefährliche Distanzschüsse zu verzeichnen: Zunächst parierte Kobel ein Schuss von Grillitsch ins rechte obere Eck (55.), und auf der anderen Seite verfehlte Wamangituka aus spitzem Winkel nur knapp das TSG-Tor (61.). Kurz darauf fiel die frühe Vorentscheidung: Nach einem Konter wurde Wamangituka rechts steil geschickt, dieser passte in der Mitte zum mitgelaufenen Kalajdzic, der frei vor Baumann nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte (64.). Für den Österreicher war es bereits der siebte Treffer im siebten Spiel in Folge.

Kramaric klebt das Pech an den Füßen

Man konnte den Blau-Weißen zwar nicht unterstellen, nicht alles zu geben um die drohende Derby-Niederlage noch abzuwenden, aber man konnte zunehmend den Eindruck gewinnen, als ob an diesem Sonntagabend in vorderster Front einfach nichts gelingen sollte. Allen voran bei Torjäger Kramaric, der zunächst mit einem Heber (70.) und dann mit einem Distanzschuss (71.) kein Schussglück hatte. Auch der eingewechselte Dabbur brachte nicht den erhofften frischen Schwung ins Angriffszentrum. Nach Vorarbeit von Kramaric trat der Israeli in aussichtsreicher Position nur das Außennetz (74.). Auf der gegenüberliegenden Seite sorgte immer wieder der schnelle Wamangituka für Gefahr. Auf Vorlage des Kongolosen kam Endo frei zum Torabschluss, doch Baumann verhinderte reaktionsschnell das mögliche 3:0 (84.). Nachdem in der Schlussphase noch Skov und Kramaric ihre Chancen nicht gewinnbringend verwerten konnten, blieb es beim 2:0-Erfolg des effizienteren Aufsteigers vom Neckar. Die Hoeneß-Truppe ging erstmals nach vier Spielen wieder geschlagen vom Spielfeld.

 
Hoffenheims Torgarant Andrej Kramaric klebte in Stuttgart das Pech an den Füßen. Der Kroate vergab einige gute Tormöglichkeiten bei der 0:2-Derbyniederlage.
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"Wir waren zu ineffizient"

TSG-Abwehrchef Grillitsch analysierte nach dem Abpfiff treffend: „Heute war es von uns im letzten Drittel nicht gut genug. Wir waren zu ineffizient. Der letzte oder vorletzte Pass hat heute nicht gestimmt. Das hat sich über die 90 Minuten durchgezogen. Wir hatten 16 Torschüsse, einer muss dann auch mal reingehen.“ Für Stürmer Bebou war der Gegner einfach effektiver: „Wir haben es verpasst, in der Offensive effizient zu sein. Stuttgart hat es vor dem Tor besser gemacht. Wir haben zu oft die falsche Entscheidung getroffen.“

TSG mit schwacher Auswärtsbilanz

Nach der sechsten Niederlage im 13. Spiel auf des Gegners Platz belegen die Kraichgauer nicht nur den enttäuschenden 14. Rang in der Auswärtstabelle, sondern haben mit 26 Gegentreffern nach Schalke 04 (40) die zweitmeisten Gegentore in der Ferne kassiert.

 
Für Florian Grillitsch war das Spiel seiner Mannschaft im letzten Drittel nicht gut genug, um am Ende etwas zu holen.
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Stimmen der Trainer:

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Die Effektivität hat uns heute gefehlt, daran müssen wir arbeiten. Wir müssen jetzt wieder Punkte sammeln. Das haben wir heute versäumt, obwohl wir kein schlechtes Spiel gemacht haben.“
Pellegrino Matarazzo (VfB Stuttgart): „Wir sind in den ersten 30 Minuten gut reingekommen und haben das Spiel kontrolliert. Das 2:0 fiel zu einem guten Zeitpunkt. Wir haben es danach sehr abgeklärt gemacht und unter dem Strich verdient gewonnen.“

Statistik:

VfB Stuttgart: Kobel – Mavropanos, Anton, Kempf – Wamangituka (88. Massimo), Endo, Mangala (43. Ahamada), Sosa – Castro (88. Stenzel), Förster (61. Coulibaly) – Kalajdzic
TSG Hoffenheim: Baumann – Adams, Grillitsch, Richards – Kaderabek, Rudy, Samassékou (82. Adamyan), Sessegnon (59. Skov) – Baumgartner (48. Dabbur) – Bebou (82. Rutter), Kramaric
Tore: 1:0 Adams (15./Eigentor), 2:0 Kalajdzic (64.)
Schiedsrichter: Dingert (Thallichtenberg)
Zuschauer: Fehlanzeige

Am 26. Spieltag empfängt die TSG Hoffenheim am Sonntag, den 21. März um 13.30 Uhr in Sinsheim den FSV Mainz 05.

Fotos: Kraichgaufoto (3) und Kraichgausport (1)

Weitere Fotos zum Bericht
TSG kann mit einem Derbysieg mit dem VfB gleichziehen
Hoffenheim reist mit breiter Brust an den Neckar
Freitag, 12. März 2021

In der letzten Partie des 25. Bundesliga-Spieltages gastiert die TSG Hoffenheim am Sonntag um 18 Uhr im baden-württembergischen Nachbarschaftsduell beim VfB Stuttgart. Tabellarisch könnten die Badner dabei mit einem Auswärtssieg als Tabellenelfter mit den Schwaben auf Rang 9 gleichziehen. Die zuvor heimschwachen Stuttgarter blieben erstmals in dieser Saison nach zwei Siegen und zwei Unentschieden in vier Heimspielen ungeschlagen. Aber auch die Kraichgauer können auf eine positive Bilanz verweisen: Unter Trainer Sebastian Hoeneß sind sie erstmals nach zwei Siegen und zwei Unentschieden vier Spiele in Folge ohne Niederlage. Vor allem der letzte 2:1-Heimsieg gegen die starken und zuvor in der Bundesliga im Jahr 2021 noch ungeschlagenen Wolfsburger hat der TSG viel Selbstvertrauen beschert. Nach diesem positiven Erfolgserlebnis wollen die Blau-Weißen nun auch in der Landeshauptstadt mit breiter Brust auftreten.

 
Die TSG-Fans hoffen im Derby am Sonntag erneut auf Tore von Torjäger Kramaric (Mitte).

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TSG-Verletztenlazarett lichtet sich langsam

Personell verbesserte sich die angespannte Situation bei den Hoffenheimern nach und nach. Nachdem zeitgleich sechs Innenverteidiger nicht zur Verfügung standen, lichtet sich das Verletztenlazarett. So dürfte Kevin Vogt am Sonntag nach muskulären Probleme im Adduktorenbereich ebenso wieder zur Verfügung stehen wie Ersatzkeeper Philipp Pentke, der ebenfalls mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Stefan Posch hat nach positivem COVID-19-Test und anschließender Quarantäne wieder mit dem Training begonnen, und auch Kevin Akpoguma befindet sich nach einer Muskel- und Sehnenverletzung an der Oberschenkelrückseite nach zweimonatiger Pause im Aufbautraining. Nicht im Kader stehen dürften hingegen Harvard Nordtveit (Fußprellung) und Mijat Gacinovic (Kapselverletzung im Sprunggelenk).

Kobel freut sich besonders aufs Derby

Für beide Trainer geht es am Sonntagabend gegen den ehemaligen Verein: Hoffe-Coach Hoeneß wurde als Spieler 1999 mit dem VfB Deutscher U17-Meister, und Pellegrino Matarazzo war von Sommer 2017 bis Ende 2019 in Hoffenheim als U17-Coach und Co-Trainer der Profis tätig, bevor er von der Elsenz an den Neckar wechselte. Auch für Stuttgarts Nummer 1 Gregor Kobel wird es ein Duell mit den ehemaligen Kollegen. Der Schweizer kam 2014 aus der Jugend von Grasshopper Zürich zur TSG, wo er sich aber nicht gegen Stammtorhüter Oliver Baumann durchsetzen konnte. Kobel ist einer von ligaweit zehn Profis, die in dieser Bundesligasaison noch keine Minute verpasst haben. Dabei hat der VfB-Keeper so viele Torschüsse gehalten (84) wie sonst nur drei seiner Torhüterkollegen. Gegen die TSG sowie den einen oder anderen ehemaligen Teamkollegen wird der gebürtige Züricher besonders motiviert sein, seine Topform erneut unter Beweis zu stellen. Der 23-Jährige sagte im Vorfeld der Partie im Interview: „Ich bin mit 16 zu Hoffenheim gewechselt und dort ein stückweit erwachsen geworden. Ich habe noch Kontakt zu einigen Spielern, sodass sicher noch die eine oder andere Nachricht ausgetauscht wird. Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes, worauf ich mich freue. Das motiviert einen umso mehr, sodass man noch dringender die drei Punkte möchte.“

 
Kobel geht gegen seinen ehemaligen Verein am Sonntag besonders motiviert ins Spiel
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Gesamtbilanz spricht für den VfB

In der Gesamtbilanz liegen die Gastgeber mit neun Siegen, sieben Unentschieden und sechs Niederlagen vorn. Bei ihren zehn Gastspielen in der Mercedes-Benz-Arena konnten die Kraichgauer erst zwei Mal den Platz als Sieger verlassen. Der letzte Erfolg datiert vom September 2014 mit einem 2:0-Auswärtssieg. Dennoch sind die Nordbadener gegen das Team mit dem roten Brustring seit drei Partien ungeschlagen, kassierten in den vergangenen zehn Spielen nur drei Niederlagen gegen den Verein für Bewegungsspiele.

"Müssen von der ersten Sekunde an da sein und alles geben"

Optimistisch blickt Hoffenheims Top-Vorlagengeber Ihlas Bebou, der zuletzt zu den Aktivposten zählte, auf das bevorstehende 23. Derby. Der Togolese, der bereits selbst sechs Treffer erzielt hat, bereitete weitere fünf Tore vor. In einem Interview auf der TSG-Homepage sagte er: „Es wird ein schwieriges Spiel. Stuttgart hat eine sehr gute Mannschaft und ist – gerade für einen Aufsteiger – sehr erfolgreich. Wir müssen von der ersten Sekunde an da sein und alles geben, damit wir die Partie gewinnen können. Aber ich bin von unserer Qualität im Team überzeugt, und dass uns das am Sonntag gelingen kann.“

 
Bebou zählte zuletzt zu den stärksten Hoffenheimern. Der Stürmer erwartet ein schwieriges Spiel beim Aufsteiger.

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Torreiches Hinspiel

Im Rückblick auf das Hinspiel spricht Bebou von einer „verrückten Partie“. Nach schwacher erster Hälfte und 1:2-Rückstand drehten die Gastgeber das Spiel und mussten aber dennoch in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich hinnehmen. Im restlichen Saisonverlauf hofft Bebou noch auf einen Kraftakt, der die Mannschaft in der Tabelle noch etwas weiter nach oben klettern lässt. Doch angesichts eines 9-Punkte-Rückstandes auf eine internationale Platzierung dürften zehn Spieltage vor Saisonende wohl nur die kühnsten Optimisten von einer weiteren Europapokalteilnahme träumen.

Fotos: Kraichgaufoto

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Hoffenheimer Sieg vereitelt Wolfsburgs mögliche Rekordträume
TSG erlegt die in der Bundesliga in 2021 unbesiegten Wölfe 2:1
Samstag, 6. März 2021

Damit hatte man am 24. Spieltag nicht unbedingt gerechnet: Die TSG Hoffenheim besiegt den in 2021 noch in der Bundesliga ungeschlagenen VfL Wolfsburg in einem unterhaltsamen, technisch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Spiel mit 2:1 Toren. Für die Niedersachsen waren damit eine Reihe von möglichen Rekorden schnell ausgeträumt: Nach der dritten Niederlage nach bis dahin neun ungeschlagenen Bundesligaspielen in Serie verwaist man nicht mehr auf die wenigsten Niederlagen aller 18 Erstligisten, 21 Gegentreffer sind nicht mehr Ligabestwert und nach 11:0 Toren folgten in Sinsheim die ersten beiden Gegentreffer in diesem Jahr. Der vereinseigene Rekord von möglichen fünf Auswärtssiegen in Folge wurde ebenso verpasst, wie auch der 309. Bundesligasieg, der die Wölfe zur neuen Nummer eins in Niedersachsen gemacht hätte.

Casteels kassiert nach 674 Minuten wieder einen Gegentreffer

Auch Torhüter Koen Casteels musste nach 674 Spielminuten erstmals nach der Hoffenheimer Führung durch ein tolles Tor von Christoph Baumgartner wieder hinter sich greifen. Zumindest eine Serie blieb: VfL-Torjäger Wout Weghorst traf beim 1:1-Ausgleich erneut gegen seinen Lieblingsgegner, gegen den er in sechs Spielen bereits zum siebten Mal erfolgreich war. Auf Seiten der Gastgeber war erneut Verlass auf Top-Torjäger Andrej Kramaric, der mit seinem 14. Saisontreffer den 2:1-Siegtreffer für die Blau-Weißen markierte.

 
TSG-Torjäger Andrej Kramaric erzielt mit seinem 14. Saisontreffer den 2:1-Siegtreffer über den VfL Wolfsburg

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Baumgartner hämmert den Ball unter die Latte

Die Gastgeber kamen gut in die Partie und erspielten sich ein leichtes Übergewicht. Das ohnehin schon große Hoffenheimer Lazarett wurde durch den Ausfall von Abwehrchef Kevin Vogt, der wegen Adduktorenproblemen passen musste, noch größer. Mit der ersten Chance im Spiel brachte Baumgartner, der am Vortag seinen Vertrag bis 2025 vorzeitig verlängert hatte, sein Team 1:0 in Führung. Nach Vorarbeit von Pavel Kaderabek nahm der 21-jährige Österreicher den Ball rechts am Fünfmeterraum mit der Brust an und hämmerte ihn unhaltbar unter die Querlatte (8.).

Die Torjäger Weghorst und Kramaric treffen

Die Gäste erhöhten in der Folge die Taktzahl und kamen zu ihren ersten Tormöglichkeiten. Nach 23 Minuten gelang Weghorst der 1:1-Ausgleich, nachdem er nach einem langen Ball von Schlager von der Mittellinie allein aufs TSG-Tor zulief und eiskalt vor Torhüter Oliver Baumann mit seinem 15. Saisontreffer vollendete. In einer im weiteren Verlauf ausgeglichenen Begegnung sorgte der bis dahin unauffällige Kramaric kurz vor der Pause für ein weiteres Highlight für die Kraichgauer. Nach einer Rechtsflanke von Kaderabek verpasste zunächst Ihlas Bebou den Ball, doch der dahinter postierte Kroate machte es besser und traf aus kurzer Distanz zur erneuten Führung (41.).

 
Christoph Baumgartner (li.) bringt die TSG mit einem herrlichen Treffer 1:0 in Führung

Schreinerei Schock

Wolfsburg drängt auf den Ausgleich

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gäste erneut das Tempo und drängten die Nordbadener zunehmend in deren eigene Hälfte. Der Druck des Tabellendritten wurde immer größer, während die Hoeneß-Truppe auf Konterchancen lauerte. Das Glück stand den Gastgebern in einigen Aktionen dabei zur Seite, nachdem individuelle Fehler von Bebou (47.), Florian Grillitsch (53.) und Baumann (61.) ohne Folge blieben. Die größte Ausgleichschance vergab Weghorst, als er aus fünf Metern völlig frei knapp über die Latte köpfte (62.). Wenig später hatten die Gäste Glück, als ein Foulspiel von Baku an Baumgartner Zentimeter vor der Strafraumgrenze geahndet wurde, wobei der anschließende Freistoß von Kramaric weit sein Ziel verfehlte (66.). Auch wenn die TSG in der zweiten Hälfte nur wenige Offensivaktionen hatte, so verteidigte sie gegen einen zeitweise überlegenen Gegner leidenschaftlich, kämpferisch und mit viel Hingabe.

TSG im Glück - Rot für VfL-Spieler Otavio

Nachdem Wolfsburg in der Schlussphase eine Doppelchance durch Joao Victor und Ginczek (87.) nicht verwehrten konnte, blieb es letztendlich beim glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1-Heimsieg. Ein unschöne Aktion gab es noch in der vierten Minute der Nachspielzeit, als Wolfsburgs Paulo Otavio den allein aufs leere Tor zulaufenden Munas Dabbur mit beiden Beinen von hinten zu Fall brachte und nach dieser Notbremse völlig zu Recht mit Rot vom Platz flog.

 
Munas Dabbur war nach seiner Einwechslung in der Schlussphase ein belebendes Element im TSG-Angriff

Heidelberger

Stimmen der Trainer:

"Hatten einen günstigen Spielverlauf"

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Ich freue mich enorm über das Spiel. Wir sind sehr gut reingekommen und haben Wolfsburg vor einige Probleme gestellt. In der zweiten Hälfte war es dann ein harter Fight. Wir sind auf einem guten Weg aktuell. Heute hatten wir mal einen günstigen Spielverlauf.“

"Spiel auf ein Tor in Hälfte 2"

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): „Die Jungs haben sich alle gegen die Niederlage gestemmt. Es war in der zweiten Hälfte ein Spiel auf ein Tor. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir den Ausgleich nicht mehr erzielen konnten. Wir haben in der ersten Hälfte zu viel reagiert und nicht agiert.“

Die TSG Hoffenheim gastiert am nächsten Sonntag (18 Uhr) im baden-württembergischen Nachbarschaftsduell beim VfB Stuttgart. Mit einem Auswärtssieg könnten die Hoeneß-Schützlinge mit dem Tabellenneunten punktemäßig gleichziehen.

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Adams, Grillitsch, Richards – Kaderabek, Rudy (90.+3 Bogarde), Samassékou, John (53. Sessegnon) – Baumgartner – Bebou (77. Skov), Kramaric (77. Dabbur)
VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu (46. Joao Victor), Brooks, Lacroix, Otavio – Schlager (84. Bialek), Arnold – Baku, Gerhardt (46. Mehmedi), Steffen (71. Ginczek) – Weghorst
Tore: 1:0 Baumgartner (8.), 1:1 Weghorst (23.), 2:1 Kramaric (41.)
Rote Karte: Otavio (90.+4)
Schiedsrichter: Markus Schmidt
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgaufoto

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Baumi bleibt der TSG längerfristig erhalten
TSG Hoffenheim bindet Offensivspieler Baumgartner bis 2025
Freitag, 5. März 2021

Einer der heiß begehrten Spieler der TSG Hoffenheim hat sich eindeutig zu seinem Verein bekannt und sich vertraglich langfristig gebunden. Der 21-jährige Offensivspieler Christoph Baumgartner hat seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2025 verlängert. „Die Entwicklung von Christoph bei der TSG ist eine absolute Erfolgsgeschichte für beide Seiten und wir freuen uns auf weitere neue Kapitel“, sagt Direktor Profifußball, Alexander Rosen.

In rasender Geschwindigkeit zu einem Leistungsträger entwickelt

„Wir müssen immer wieder rekapitulieren, dass er erst im vorletzten Saisonspiel 2019 sein Bundesliga-Debüt feierte und sich seitdem in rasender Geschwindigkeit zu einem Leistungsträger und Gesicht der TSG entwickelt hat.“ Daher ist es für Rosen zum einen „klar, dass ein Spieler dieser Kategorie schon jetzt bei internationalen Spitzenklubs auf dem Radar ist“. Zum anderen sei es „ein umso stärkeres Zeichen, dass sich Baumi jetzt so eindeutig zur TSG bekennt“.

 
Baumgartner setzt sich gegen die beiden Bayern-Spieler Gnabry (li.) und Pavard durch

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Optimale Bedingungen, um sich weiter zu entwickeln

Für Christoph Baumgartner selbst steht fest: „Die TSG hat mir seit meinem 17. Lebensjahr auf und neben dem Platz fördernd zur Seite gestanden. Ich habe mich in Hoffenheim zum Bundesliga-Profi und Nationalspieler entwickelt und bin fest davon überzeugt, dass wir hier gemeinsam noch viel erreichen.“ Gerade in den für alle herausfordernden Monaten der Corona-Belastung im zweiten Halbjahr 2020 sei „der Zusammenhalt bei der TSG großartig gewesen. Ich bin als Spieler und Mensch in einer anspruchsvollen Zeit gewachsen. Und ich habe hier die optimalen Bedingungen, um mich weiter zu entwickeln. Ich will das entgegengebrachte Vertrauen mit Top-Leistungen zurückzahlen und für die TSG vorangehen.“

 
Blick voraus: Dem ehrgeizigen Baumgartner wird noch eine große Karriere prophezeit

Ritzhaupt

Hochtalentierter und sehr intelligenter Fußballer

Auch Trainer Sebastian Hoeneß ist froh, langfristig mit Baumgartner planen zu können. „Christoph ist ein hochtalentierter und sehr intelligenter Fußballer mit großem Ehrgeiz. Sein Spielwitz, sein Gefühl für Räume auf dem Platz, sein Auge für den Mitspieler und seine Torgefahr sind schon jetzt außergewöhnlich. Ich freue mich darauf, einen solchen Spieler weiterentwickeln zu dürfen.“

 Manager Rosen (li.) und Baumgartner beim symbolischen Foto nach der Vertragsverlängerung bis 2025
Anpfiff ins Leben

Von den TSG-Fans zum „Spieler des Jahres“ gewählt

Baumgartner wechselte im Sommer 2017 vom österreichischen AKA St. Pölten in die Akademie nach Hoffenheim. Im Mai 2019 feierte er sein Bundesliga-Debüt gegen den SV Werder Bremen (0:1). In der darauffolgenden Saison entwickelte er sich bereits zum wichtigen Bestandteil des Teams und absolvierte bis heute 50 Erstliga-Einsätze, schoss elf Tore und gab neun Vorlagen. Hinzu kommen acht Europa League-Spiele (3 Treffer/ 2 Assists) und vier DFB-Pokal-Partien. In der vergangenen Saison wurde Baumgartner von den TSG-Fans zum „Spieler des Jahres“ gewählt. Im September 2020 stand er in der UEFA Nations League gegen Norwegen erstmals für die österreichische Nationalelf (2:1) auf dem Platz.

Fotos: Kraichgaufoto, Kraichgausport und TSG Hoffenheim

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Bissige Wölfe wollen gegen die TSG einige Rekorde aufstellen
Hoffenheim empfängt mit Wolfsburg die beste Rückrundenmannschaft
Donnerstag, 4. März 2021

Für die TSG Hoffenheim steht am 24. Bundesliga-Spieltag mit dem Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Wolfsburg am Samstag um 15.30 Uhr eine äußerst schwierige Aufgabe und zugleich heißes Duell bevor. Die Niedersachsen sind im Jahr 2021 das erfolgreichste Team in der Liga und derzeit in einem wahren Flow. Mit nur 19 Gegentreffern stellt der VfL nicht nur die beste Defensive, sondern hat bei erst zwei Niederlagen die wenigsten aller 18 Erstligisten. Die Gastgeber hingegen rangieren mit 27 Punkten auf Platz 11 jenseits von Gut und Böse. Bei fünf Zählern hinter dem um einen Platz besser positionierten baden-württembergischen Rivalen VfB Stuttgart dürfen die Blau-Weißen aber nach wie vor die direkten Verfolger nicht aus den Augen lassen. Bei einer Heimniederlage und gleichzeitigen Siegen von Bremen und Augsburg könnte es ganz schnell um zwei Plätze nach unten gehen.

 
Hoch her ging es in den letzten Partien zwischen Hoffenheim und Wolfsburg des Öfteren. In dieser Szene bleibt offen, wer am Ende die Lufthoheit hat.
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Seit neun Ligaspielen ungeschlagen

Wolfsburg hat eine sehr eingespielte Mannschaft, die in dieser Saison nicht im internationalen Wettbewerb vertreten ist und sehr oft mit der gleichen Formation aufläuft. Das Team der Niedersachsen ist ohne großen Druck in die Saison gestartet und hat sich von der grauen Maus still und leise inzwischen zum Champions League-Aspiranten entwickelt. Unter Trainer Oliver Glasner wirken die Wölfe nicht zuletzt aufgrund ihrer positiven Resultate sehr selbstbewusst und erfolgsorientiert. Bezeichnend hierfür ist die aktuelle Serie von neun Bundesligaspielen ohne Niederlage (sechs Siege, drei Unentschieden), was Ligabestwert ist. Dieser Topwert befördert die Niedersachsen in der Rückrundentabelle auf Platz1.

Lieber Champions League als Abstiegskampf

Der 46-jährige Österreicher Glasner zur Defensivstärke seiner Mannschaft: „Die Mannschaft zeichnet schon über einen langen Zeitraum aus, dass sie alles investiert, um die Null zu halten.“ 11:0 Tore, fünf Siege und ein Remis in der Rückrunde sind ein Topwert, der die Wölfe in Richtung Königsklasse befördert, was Glasner ins Schmunzeln bringt, indem er sagt: „Ich rede lieber über die Champions League als über die Abstiegsränge oder die Relegation“. Sollten die Grün-Weißen am Samstag in Sinsheim den fünften Auswärtssieg in Folge feiern, würden sie einen vereinseigenen Rekord aufstellen. Zugleich würde dann der 309. Bundesliga-Sieg die Gäste zur alleinigen Nummer eins in Niedersachsen vor Hannover 96 (308 Bundesliga-Siege) machen.

 
Hoffenheims Christoph Baumgartner (li.) setzt sich gegen seine Wolfsburger Gegenspieler durch
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VfL-Keeper Casteels in Top-Form

Ein Garant für den Höhenflug ist auch Torhüter Koen Casteels, der von 2011 bis 2015 in Hoffenheim unter Vertrag stand und dort 39 Erstligapartien bestritt. Nachdem er sich nicht gegen Neuzugang Oliver Baumann durchsetzen konnte, wechselt er in die Autostadt, wo er noch bis 2024 unter Vertrag steht. Der 28-jährige Belgier ist in der Liga bereits seit 666 Spielminuten ohne Gegentor. In der Bundesliga-Historie gab es nur fünf längere Torhüterserien - den Rekord hält Stuttgarts Timo Hildebrand mit 884 Minuten. Casteels ist rein aktuell statistisch der beste Bundesligatorwart mit 75,7 % gehaltenen Bällen.

Weghorst trifft gegen die TSG besonders gerne

Ganz andere Erinnerungen pflegt Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst, der ganz besonders gerne gegen die Kraichgauer trifft. In fünf Bundesligapartien traf der 28-jährige niederländische Nationalspieler bereits sechsmal, so oft wie gegen keinen anderen Gegner. Diese Trefferqualität ist mit ein Grund, warum der VfL seit fünf Bundesligaspielen in Folge gegen die Hoffenheimer bei drei Siegen und zwei Remis ungeschlagen ist. In den beiden Partien der vergangenen Saison ging es sehr unterhaltsam zu, wozu fünf Strafstöße beitrugen.

 
Diadie Samassekou (li.) im Eins-gegen-Eins gegen Wolfsburgs Josuha Guilavogui

Wiesendanger Bedachungen

Seit drei Ligaspielen ungeschlagen

Die Hoffenheimer tun gut daran, sich von solchen Statistiken nicht beeindrucken zu lassen und sich vielmehr auf ihre letzten positiven Resultate in der Liga zu besinnen. Erstmals unter Trainer Sebastian Hoeneß sind die Kraichgauer seit drei Bundesligaspielen in Serie ohne Niederlage. Der letzte 4:0-Heimsieg gegen Werder Bremen war zugleich der höchste Saisonsieg. In der Außenseiterrolle sollten sich die Nordbadener eigentlich ganz wohl fühlen, denn der ganz große Erfolgsdruck ist gegenüber den letzten Partien - vor allem im Europapokal – nicht gegeben.

Der Reiz, die unbesiegbaren Wölfe zu erlegen

Ganz im Gegenteil: Der Reiz, die unbesiegbaren Wölfe zu erlegen, sollte zusätzlich Kräfte frei machen. Kraft hierfür konnte die Hoeneß-Truppe in den zurückliegenden Tagen sammeln, während die Niedersachsen am Mittwochabend im DFB-Pokal-Viertelfinale bei RB Leipzig viele Körner lassen mussten. In einem hartumkämpften und ausgeglichenen Pokalfight unterlag der VfL den Sachsen mit 0:2 und musste seine Träume vom Finale in Berlin beenden. Voraussetzung für einen weiteren TSG-Heimsieg ist eine deutlich bessere Chancenverwertung, die das Team zuletzt gegen Molde und Union Berlin um den verdienten Lohn brachte. Gegen die effizienten und defensivstarken Wolfsburger können sich die Kraichgauer solche Unzulässigkeiten nicht erlauben. Interessant dürfte zudem sein, wie der Tabellendritte seine erste Niederlage 2021 in Leipzig weggesteckt hat.

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG Hoffenheim bringt sich erneut um den verdienten Lohn
Überlegene Kraichgauer spielen 1:1 bei Union Berlin
Sonntag, 28. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim hat nach dem enttäuschenden Europapokal-Aus gegen Molde FK vor drei Tagen den Charaktertest bestanden und an der Alten Försterei gegen Union Berlin einen hochverdienten Auswärtspunkt geholt. Die Kraichgauer waren beim 1:1-Unentschieden über weite Strecken die dominierende Mannschaft, was 15:4 Torschüsse deutlich belegen. Doch wie schon gegen die Norweger fehlte es auch in der Bundeshauptstadt an der Präzision im Abschluss, was die TSG letztendlich erneut um den verdienten Lohn brachte. Nach der frühen Führung der Köpenicker durch Kruse (9.) sorgte ein Eigentor von Schlotterbeck (29.) für den 1:1-Endstand.

Für TSG-Coach Hoeneß war es die richtige Reaktion

Für TSG-Trainer Hoeneß war es nach dem Europa League-Aus die gewünschte und erwartete Reaktion, wenngleich er dem möglichen Sieg hinterhertrauerte: „Ich habe eine starke Teamleistung gesehen. Wir haben es geschafft, Union weitestgehend vom Tor fernzuhalten und hatten ein klares Chancenplus."

 
Im Zusammenspiel zwischen Kramaric (li.) und Bebou resultierte der Hoffenheimer Ausgleich zum 1:1

Heidelberger

Für Union-Trainer Fischer ein glücklich gewonnener Punkt

Dem wollte sein Gegenüber, Union-Coach Urs Fischer, nicht widersprechen: „Für uns ist es ein gewonnener Punkt, wenn am Ende auch ein wenig glücklich. Hoffenheim hatte die klareren und besseren Torchancen. Sie haben es uns wirklich sehr schwer gemacht und ein gutes Spiel gemacht. Man hat gesehen, welche Qualität in der Mannschaft von Hoffenheim steckt."

Kruse trifft gegen seinen Lieblingsgegner

Die Hoffenheimer begannen zwar dominant, mussten jedoch nach neun Minuten einem Rückstand hinterherlaufen. Nach einem Foul von Grillitsch an Trimmel entschied Schiedsrichter Stieler zu Recht auf Strafstoß. Der nach dreimonatiger Verletzungspause erstmals wieder ins Team zurückgekehrte Kruse ließ sich die Chance zu seinem siebten Saisontreffer nicht entgehen und donnerte den Ball unhaltbar in den rechten Torwinkel zur 1:0-Führung (9.). Für Kruse war es bereits der neunte Bundesligatreffer gegen die Hoffenheimer.

 
Baumgartner hatte einige Male Pech beim Torabschluss gegen Union Berlin

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Eigentor führt zum Ausgleich

Die Gäste zeigten Nehmerqualitäten und antworteten in der Folge mit einer Reihe guter Tormöglichkeiten. Doch weder Bebou, dessen Chip-Ball über Torhüter Karius Verteidiger Friedrich kurz vor der Torlinie klärte (13.), noch Grillitsch und Baumgartner, die nacheinander mit Distanzschüssen scheiterten (13.) und erneut Bebou, der aus kurzer Distanz an Karius scheiterte (20.) gelang es, den inzwischen hochverdienten Ausgleichstreffer zu erzielen. Diesen besorgten die Gastgeber dann selbst: Nach einer Kramaric-Flanke lenkte Union-Keeper Karius den Ball an den Oberkörper von Schlotterbeck, von wo er ins eigene Tor prallte (29.). Vor der Pause hatte Rudy noch die Chance zur TSG-Führung, doch sein 16-Meter-Schuss ging knapp übers Tor (39.). Das Remis zur Halbzeit schmeichelte den Eisernen, die keine einzige zwingende Tormöglichkeit aufzuweisen hatten.

Hoffe drängt auf den Siegtreffer

Auch im zweiten Abschnitt dominierten die Gäste das Geschehen und hatten nach anfangs verteiltem Spiel in der Schlussviertelstunde mehrfach den Siegtreffer auf dem Fuß. Nach Vorarbeit von Kramaric sprintete Bebou allein auf das Berliner Tor und lupfte den Ball über Karius, aber auch neben das Tor (75.). Fünf Minuten später klärte Schlotterbeck einen abgefälschten Baumgartner-Schuss für seinen bereits geschlagenen Torhüter (80.) und kurz darauf wurde ein Treffer von Kaderabek nicht gewertet, weil Vorlagengeber Baumgartner knapp im Abseits gestanden hatte (82.). Trotz aller Bemühungen reichte es am Ende für die Blau-Weißen nicht zum finalen Siegtreffer, der aufgrund der Spielanteile und des deutlichen Chancenverhältnisses verdient gewesen wäre.

 
Ein Treffer von Kaderabek kurz vor dem Ende wurde wegen Abseits annulliert

Fehlendes Glück im Abschluss

Mittelfeldspieler Rudy vermisst momentan das nötige Glück im Spiel: „Uns fehlt aktuell das Quäntchen Glück vor dem Tor. Wir erspielen uns die Chancen, aber nutzen sie zu wenig.“ Rundum zufrieden klangen die Worte vom Direktor für Profifußball Rosen: „Wir haben heute eine klasse Leistung gezeigt und waren die klar bessere Mannschaft. Die Jungs haben eine super Reaktion gezeigt gegen ein Team, das zu Hause seit zehn Spielen ungeschlagen ist.“

Jetzt geht es gegen die starken Wölfe

Für die Hoeneß-Truppe, die mit 27 Punkten weiterhin auf Tabellenplatz 11 steht, geht es am Samstag (15.30 Uhr) weiter mit einem Heimspiel gegen die aktuelle Überraschungsmannschaft des Tabellendritten VfL Wolfsburg.

Statistik:

Union Berlin: Karius – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel, Prömel (63. Gentner), Andrich, Lenz (46. Bülter) – Ingvartsen – Pohjanpalo (63. Musa), Kruse (74. Teuchert)
TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards – Kaderabek, Rudy, Samassekou, John (67. Sessegnon) – Baumgartner – Bebou (90. Adamyan), Kramaric (90. Dabbur)
Tore: 1:0 Kruse (9./Foulelfmeter), 1:1 Schlotterbeck (29./Eigentor)
Schiedsrichter: Stieler
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgausport

Gelingt nach dem Aus eine Trotzreaktion im Spiel bei Union Berlin?
TSG Hoffenheim gastiert am Sonntag an der Alten Försterei
Freitag, 26. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim verpasste mit einem überraschenden und zugleich enttäuschenden 0:2 am Donnerstagabend gegen Molde FK erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Einzug in ein Europapokal-Achtelfinale. Trotz eines überlegen geführten Spiels fanden die Kraichgauer kein geeignetes Mittel, um gegen einen tiefstehenden Gegner zum Erfolg zu kommen. Ein enttäuschter TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel: "Wir haben eine historische Chance vertan, wollten Geschichte schreiben". Nach dem überzeugenden 4:0-Heimsieg am letzten Bundesliga-Spieltag über den SV Werder Bremen war die Vorstellung gegen die wacker kämpfenden Norweger wieder ein sportlicher Rückfall. Die Hoffenheimer konnten wie schon öfter in der Vergangenheit trotz drückender Überlegenheit sich am Ende ertragsmäßig nicht belohnen. Zu unentschlossen, zu umständlich im Spiel in die Spitzen und zu fahrlässig in der Chancenverwertung wirkten die Kraichgau-Kicker.

Jetzt nur noch Bundesliga-Mittelmaß

Nach dem vorzeitigen Aus in der 2. DFB-Pokalrunde gegen Zweitligist Greuther Fürth und dem Ausscheiden auf europäischer Bühne gegen den Underdog aus Norwegen bliebt nur noch der Ligawettbewerb. Und auch hier hinken die Blau-Weißen aktuell auf Tabellenplatz 11 den allgemeinen Erwartungen hinterher. Der Zug in Richtung erneuter Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb dürfte abgefahren sein, und in den Abstiegskampf werden die Nordbadener aufgrund ihres ausgeglichenen Spielerkaders nicht mehr reinrutschen. 

 
Wie werden die Hoffenheimer nach dem Europapokal-Aus am Sonntag bei Union Berlin auftreten?

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Gelingt eine Trotzreaktion?

Nach dem Aus in der Europa League geht es für die TSG Hoffenheim drei Tage später am Sonntag um 13.30 Uhr in der Bundesliga mit dem Auswärtsspiel An der alten Försterei gegen den 1. FC Union Berlin weiter. Nach dem 4:0-Heimsieg am letzten Spieltag über den SV Werder Bremen konnten die Kraichgauer den Abstand zu der Abstiegsregion etwas vergrößern und sich folglich einiger Sorgen entledigen. Der Druck in der Liga ist nach dem siebten Saisonsieg für Trainer Hoeneß als auch für seine Spieler etwas weniger geworden. Der Spagat zwischen gesichertem Mittelfeldplatz und Abstiegskampf war vor dem letzten Spieltag entsprechend groß. Der TSG-Coach hofft auf eine Trotzreaktion seine Mannschaft: „Die Berliner spielen eine sehr konstante Saison mit einer guten Mischung aus defensiver Stabilität und spielerischen Akzenten. Zwar haben sie in den vergangenen Wochen nicht ganz so gepunktet wie zuvor, aber die Leistungen waren nicht schlecht. Wir wollen die Enttäuschung in Energie umwandeln, um gegen Union die jüngste positive Bundesliga-Tendenz fortzusetzen.“

 
Kann TSG-Torhüter Oliver Baumann wie zuletzt gegen Bremen erneut seinen Kasten sauber halten?
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Seit zehn Bundesligaspielen ungeschlagen

Die Köpenicker rangieren mit 33 Punkten aktuell auf Tabellenplatz 7 und sind weiterhin auf Europa League-Kurs. Die Eisernen sind seit zehn Bundesligaspielen (vier Siege, sechs Remis) ungeschlagen und stellten damit einen Vereinsrekord auf. Vor allem in den Heimspielen konnten die Berliner im bisherigen Saisonverlauf überzeugen und kassierten bei vier Siegen und sechs Unentschieden erst eine Heimniederlage. Für eine stabile Defensive spricht zudem die Tatsache, dass das Team des 55-jährigen Schweizer Trainers Urs Fischer in den letzten beiden Partien gegen Schalke 04 (0:0) und den SC Freiburg (1:0) ohne Gegentreffer blieb. Gut möglich, dass am Sonntag Unions Axel Kruse nach über zweieinhalbmonatiger Verletzungspause sein Comeback feiert. Der torgefährliche Mittelfeldspieler erzielte bislang acht seiner 80 Bundesligatreffer gegen die Hofffenheimer.

 
Sebastian Rudy feiert am Sonntag beim Auswärtsspiel in Berlin seinen 31. Geburtstag

Kraichgaufoto

Unglückliche Hinspielniederlage

Die Kraichgauer trafen bislang in der Bundesliga erst drei Mal auf die Hauptstädter. Während es in der Saison 2019/20 mit 2:0 und 4:0 zwei deutliche Siege zu feiern gab, kassierte die TSG in der Hinrunde drei Tage nach einem 4:1-Sieg in der Europa League bei KAA Gent eine schmerzhafte 1:3-Heimniederlage. Die Führung der Gäste durch Kruse konnte Dabbur in der 80. Minute ausgleichen, ehe Pohjanpalo und Teuchert in den Schlussminuten noch zwei Treffer beisteuerten. Hoffenheim musste nach einer Roten Karte für Skov nach einer Stunde in Unterzahl spielen. Der Ausgang des vierten Duells ist völlig offen und wird von geringen Faktoren abhängig sein. Womöglich werden Tagesform und das nötige Glück am Ende den Ausschlag geben.

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

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Peinliches Europapokal-Aus der Hoffenheimer gegen Molde FK
TSG verliert überraschend nach 3:3 im Hinspiel zu Hause 0:2
Donnerstag, 25. Februar 2021

Die TSG Hoffenheim hat die einzigartige Chance, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbs einzuziehen, leichtfertig verpasst. Das Team von Trainer Sebastian Hoeneß unterlag im Sechzehntelfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League gegen das norwegische Team von Molde FK im eigenen Stadion mit 0:2. Die von Hoeneß geforderte „positive Einstellung, um etwas historisches zu schaffen“ war Fehlanzeige. Die Kraichgauer dominierten zwar wie im Hinspiel beim 3:3 im spanischen Ausweichort Villarreal das Spiel, doch vor dem Tor waren sie meist mit ihrem Latein am Ende. Die Norweger hingegen schlugen eiskalt zu und bestraften Hoffenheims Nachlässigkeiten gnadenlos.

"Wir haben eine historische Chance verpasst"

Das Fazit von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir haben eine historische Chance verpasst. Wir wollten unbedingt weiterkommen und die Geschichte im Europapokal weiterschreiben. Die Art und Weise ist sehr bitter. Wir sind über weite Strecken gut aufgetreten, haben aber klare Chancen nicht genutzt. Dafür wurden wir bitter bestraft.“

 
Schmerzhaftes und unnötiges Europapokal-Aus für die TSG Hoffenheim: Links Baumgartner, rechts Dabbur
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Einbahnstraßen-Fußball ohne Erfolg

Während die TSG voll im Spielbetrieb in der Bundesliga-Rückrunde steht, waren die beiden Partien für die Nordeuropäer, die erst im April mit dem Ligabetrieb starten die beiden einzigen Pflichtspiele im Jahr 2021. Mit einem 5-3-2-System übernahmen die Gastgeber von Beginn an die Initiative und starteten einen Angriff nach dem anderen in Richtung Gästetor. Doch in Strafraumnähe fehlte es meist an der nötigen Durchschlagskraft und Effektivität. Molde, das mit einem 4-2-3-1-System agierte, stand meist im Verteidigungsmodus und hatte es gegen die teilweise planlosen gegnerischen Angriffe nicht all zu schwer.

Andersen bringt die Norweger 1:0 in Führung

Nachdem TSG-Stürmer Munas Dabbur nach 16 Minuten nur knapp das Tor verfehlte, ging der norwegische Vizemeister nach 20 Minuten mit seinem ersten Angriff überraschend in Führung. Nach Vorarbeit von Eikrem erzielte Eirik Ulland Andersen, der bereits im Hinspiel traf, das überraschende 1:0. Der Treffer brachte die Gastgeber etwas aus dem Tritt, und bis auf einen Kopfball von Dabbur, den der starke Gästekeeper Andreas Linde reaktionsschnell aus kurzer Distanz parierte, gab es keine nennenswerten Aktionen bis zur Halbzeitpause (29.). Trotz 14:1-Torschüssen und 6:0-Ecken stand ein völlig überraschendes 0:1 auf der Anzeigetafel in der erneut zuschauerleeren, verwaisten Sinsheimer Arena.

 
Enttäuschung nach der Niederlage bei Hoffenheims Pavel Kaderabek

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TSG ohne Durchschlagskraft im Angriff

Auch in der zweiten Hälfte wirkten die Nordbadener plan- und ideenlos und je länger die Partie dauerte, desto fehlerhafter war das Offensivspiel. Nachdem erneut Dabbur an Linde scheiterte (48.), brachte Hoeneß seinen Torjäger Andrej Kramaric für Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner. Der Österreicher war nach seiner Auswechslung stinkesauer, warf seinen Tape weg und verweigerte seinem Trainer beim Verlassen des Spielfeldes den obligatorischen Handschlag. Mit der Einwechslung von Kramaric kam zwar etwas mehr Schwung in den Angriff, aber bis auf einen Schuss des Kroaten an den Außenpfosten (72.), erspielten sich die Gastgeber kaum zwingende Torchancen. Für die Gästeabwehr waren die oft planlos hoch in den Strafraum getretenen Bälle keine allzu großen Probleme. In der Schlussviertelstunde gingen die Kraichgauer nochmals volles Risiko, um den einen Treffer, der zum Weiterkommen ausreichen würde, zu erzielen.

Andersen trifft erneut und sorgt für die Sensation

Nachdem Dabbur per Kopfball aus kurzer Distanz und wenig später auch Kramaric mit einem Schuss an Moldes Keeper Linde scheiterten, erlief Andersen in der fünfminütigen Nachspielzeit einen langen Ball, umkurvte TSG-Keeper Oliver Baumann und traf zum 2:0-Endstand (90.+4). Das nach statistischen Werten (27:3-Torschüsse, 13:1 Ecken) ebenso überraschende Ergebnis wie auch die Aussage vor dem Spiel von Bayern-Leihgabe Chris Richards („Ich glaube, wir können weiterkommen und sogar die Europa League gewinnen“) standen am Ende für ein völlig unnötiges, selbstverschuldetes Europapokal-Aus.

 
Für Für TSG-Trainer Sebastian Hoeneß war das Auslassen der vielen Torchancen am Ende der entscheidende Faktor fürs Ausscheiden

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Unerklärliches Ausscheiden

Völlig ratlos war Kapitän Oliver Baumann nach dem Abpfiff: „Mir fehlen die Worte, wie wir nach den zwei Spielen nicht weiterkommen. In der ersten Partie waren wir klar besser. Und auch heute haben wir alles gegeben und uns viele Chancen erspielt. Es ist unerklärlich, dass wir ausgeschieden sind. Ich habe das Gefühl, dass es heute nicht sein sollte.“ Der Österreicher Florian Grillitsch war ebenso fassungslos: „Es ist totaler Wahnsinn, wenn du so dominant bist, mit gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, und daraus kein Tor erzielst. Ich glaube, heute hatten wir viel zu viele Szenen im Strafraum, wo wir nur reagiert, nicht agiert haben. Da hat dann der Abschluss nicht gepasst, die letzten paar Prozent gefehlt. Bei allem Respekt für Molde, aber so dürfen wir hier nicht ausscheiden. Es war eine riesige Chance, die wir nicht genutzt haben.“ In ganz anderer Verfassung war Matchwinner Andersen: "Wir haben heute nicht nur für den Verein sondern auch für den norwegischen Fußball einen historischen Sieg geholt. Wir sind überglücklich."

Womöglich eine Niederlage mit Nachwirkungen

Bei der Achtelfinalauslosung am morgigen Freitag werden sich die Hoffenheimer doppelt ärgern, da sie ein mögliches Duell gegen ein europäisches Spitzenteam leichtfertig verspielten. Sowohl sportlich, als auch finanziell war das Ausscheiden gegen den krassen Außenseiter eine herbe Enttäuschung. Unterm Strich war das Europapokal-Aus ein Spiegelbild einer bislang enttäuschenden Saison. Nach dem Ausscheiden in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth, konnten die Hoffenheimer nach einer günstigen Gruppenphasen-Auslosung sich danach in der ersten K.o.-Runde gegen den womöglich leichtesten Gegner nicht durchsetzen. Ein Tabellenmittelfeldplatz in der Bundesliga, ohne realistische Chancen sich erneute für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, wird im weiteren Saisonverlauf sich gewaltig aufs Gemüt schlagen. Allgemein war es ein bitterer Europa League-Abend für den deutschen Fußball, denn auch der zweite deutsche Vertreter im Wettbewerb Bayer 04 Leverkusen schied nach einem 0:2 gegen Young Boys Bern überraschend aus.

Aufstellungen:

TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards – Kaderabek (70. Adamyan), Rudy, Samassekou (83. Rutter), John (70. Sessegnon) – Baumgartner (56. Kramaric) – Bebou, Dabbur
Molde FK: Linde – Pedersen, Sinyan, Risa, Haugen – Knudtzon (79. Hestad), Aursnes, Ellingsen – Eikrem, Sigurdarson (63. Bolly), Andersen
Tore: 0:1 Andersen (20.), 0:2 Andersen (90.+4)

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

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