Siegtreffer durch Rekordtorschütze Kramaric in der Nachspielzeit
Hoffenheim siegt am Saisonfinale 2:1 über Hertha BSC Berlin
Samstag, 22. Mai 2021

Die TSG Hoffenheim beendet die Saison 2020/21 mit einem 2:1-Heimsieg über Hertha BSC Berlin und belegt mit 43 Punkten ihre 13. Erstligasaison auf Tabellenplatz 11. Die Führung der Berliner durch Darida glich zunächst Bebou aus, ehe Kramaric kurz vor dem Abpfiff mit seinem 20. Saisontor der 2:1-Siegtreffer für die Kraichgauer gelang. Der Kroate stellte damit einen neuen vereinsinternen Saisontorrekord auf. Nach dem Abpfiff sagte er: „Ich bin superglücklich, 20 Saisontore sind schon eine echte Nummer. Ich persönlich bin sehr glücklich mit dieser Spielzeit. Ich hätte nur noch glücklicher sein können, wenn ich die ganze Saison gesund geblieben wäre.“ Was seine weitere Zukunft in Hoffenheim anbelangt, hielt sich der 29-Jährige noch bedeckt. Erst nach der Europameisterschaft wolle er sich diesbezüglich entscheiden.

 
Siegtorschütze Kramaric hält sich, was seine sportliche Zukunft betrifft, noch bedeckt

Überraschende Pausenführung durch Darida

Man konnte beiden Mannschaften anmerken, dass es tabellarisch um nichts mehr ging, und so entwickelte sich zwar ein recht unterhaltsames, aber wenig spektakuläres Bundesligamatch. Nach der ersten Toraktion der Gäste durch Radonjic, der an Torhüter Pentke scheiterte (8.), traf auf der anderen Seite Adamyan (9.) nur das gegnerische Außennetz. Zwei Minuten später kam Bebou nach Vorarbeit von Kramaric frei vor dem Tor zum Abschluss, doch sein Lupfer ging knapp übers Tor (11.). Die Hoffenheimer bestimmten zwar das Spiel, konnten sich aber gegen eine kompakt stehende Gästeabwehr kaum nennenswert in Szene setzen. Erst nach einer halben Stunde bot sich Kaderabek eine gute Möglichkeit, doch sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp (30.). Etwas überraschend fiel dann kurz vor der Halbzeitpause die Berliner Führung durch Darida, der völlig freistehend aus fünf Metern den Ball unhaltbar an TSG-Keeper Pentke zur 1:0-Pausenführung einschoss (43.).

Adamyan erzielt den Ausgleich

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten ging es gleich munter zur Sache: Nachdem Darida mit einem Flachschuss am Pfosten (48.) scheiterte, glichen die Nordbadener im Gegenzug aus. Nachdem sich Sessegnon in seinem letzten Spiel für die TSG auf der linken Angriffsseite durchgesetzt hatte, passte dieser mustergültig auf Adamyan, der den Ball durch die Beine von Torhüter Schwolow zum 1:1-Ausgleich einschob (49.). Nur drei Minuten später vergab Kramaric die mögliche Hoffenheimer Führung (52.), und so dauerte es bis zur 70. Minute, bis es wieder vor einem der beiden Tore gefährlich wurde. Der Herthaner Redan scheiterte dabei im Eins-gegen-Eins an Torhüter Pentke.

 
Adamyan erzielt kurz nach der Halbzeitpause den 1:1-Ausgleich
helgets-restaurant

Khedira nimmt Abschied

Eine Viertelstunde vor Spielende nahm Gäste-Trainer Dardai Weltmeister Khedira vom Spielfeld, der damit seine erfolgreiche Karriere nach 107 Bundesligaspielen beendete. Mitspieler und Trainerteam standen dabei Spalier und trugen Khedira-Trikots von seinen bisherigen Vereinen VfB Stuttgart, Real Madrid, Juventus Turin und Hertha BSC. Der 34-Jährige bekam bereits vor dem Anpfiff von TSG-Direktor Profifußball Rosen ein Hoffenheim-Trikot mit seinem Namen überreicht.

Kramaric mit Last-Minute-Siegtreffer

Die Hoffenheimer drückten in der Schlussphase nochmal aufs Tempo und hatten durch Bebou die Chance zum 2:1 (76.). Als sich die meisten schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten, schlug TSG-Torjäger Kramaric in der Nachspielzeit eiskalt zu. Über Grillitsch und Bebou landete der Ball beim Kroaten, der aus Mittelstürmerposition ins lange Eck zum Siegtreffer traf (90.+1). Hoffenheims Däne Skov sagte nach dem Abpfiff stellvertretend für viele seiner Teamkollegen: „Es ist natürlich immer schön, die Saison mit einem Sieg zu beenden. Wir waren in den letzten sieben Partien unbesiegt. An diese Leistung wollen wir in der nächsten Spielzeit anknüpfen. Die Saison war eine Achterbahnfahrt für uns, sehr aufreibend.“

 
Hoffenheims Skov spricht rückblickend auf die Saison 2020/21 von einer aufreibenden Achterbahnfahrt

CNC Technik Lange

Stimmen der Trainer:

Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim): „Das heutige Spiel steht sinnbildlich für die Saison. Gerade in der ersten Hälfte haben wir gute Ansätze gezeigt, geraten aber in Rückstand. Aber in der zweiten Hälfte hat die Mannschaft gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen möchte, auch wenn es vermeintlich um nicht mehr viel ging. Wir haben schwierigen Phasen durchlaufen, es war eine unfassbar herausfordernde Saison. Wir sind in der Rückrundentabelle Siebter, dieses Gefühl nehmen wir mit in die Pause.“
Pal Dardai (Hertha BSC Berlin): „Es war kein einfaches Spiel für uns. Die Jungs sind in der ersten Hälfe gut auftreten und haben konzentriert gespielt, nach dem Wechsel haben wir unsere Kontersituationen dann nicht gut ausgespielt. Hoffenheim war sehr am Drücker in der Schlussphase und hat dann auch verdient gewonnen. Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft, dass wir die Klasse gehalten haben.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Pentke – Kadeřábek, Posch, Vogt, Sessegnon (69. John) – Samassékou (64. Rudy), Grillitsch – Skov (64. Rutter), Kramarić, Adamyan – Bebou
Hertha BSC: Schwolow – Pekarik, Boyata, Stark (64. Dardai), Plattenheradt – Khedira (74. Dirkner), Löwen (46. Ascasibar) – Leckie (59. Redan), Darida, Radonjic – Ngankam (46. Lukebakio)
Tore: 0:1 Darida (43.), 1:1 Adamyan (49.), 2:1 Kramarić (90.)
Schiedsrichter: Willenborg (SV Gehlenberg-Neuvrees)
Zuschauer: 100

Fotos: Kraichgaufoto

Neues TSG-Trikot besteht aus recyceltem Plastik
TSG Hoffenheim präsentiert Home-Trikot für 2021/22
Freitag, 21. Mai 2021
Brandneu, modisch und nachhaltig: Die Trikot-Kollektion der TSG Hoffenheim für die Saison 2021/22 setzt unübersehbare Trends und wird wie schon in dieser Spielzeit wieder aus recycelten und aufbereiteten Plastikflaschen produziert. Beim Home-Trikot dominiert weiterhin die markante Vereinsfarbe blau, die mit Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Freundschaft assoziiert wird. Es wird von der Bundesliga-Mannschaft beim letzten Heimspiel der laufenden Saison am 22. Mai gegen Hertha BSC präsentiert. Das Auswärtstrikot, das Third-Trikot und die Torhüter-Trikots werden während der Bundesliga-Pause vorgestellt.
 
 
Präsentation des neuen TSG-Hometrikot

Harmonischer Farbverlauf vom klassischen TSG-Blau

Nach den beiden erfolgreichen, sehr stylischen Kollektionen in den Vorjahren ist TSG-Ausrüster Joma wieder ein großer Wurf gelungen. Das Heimtrikot ziert ein harmonischer Farbverlauf vom klassischen TSG-Blau in einen dunkleren Blauton. Dieser entsteht durch feine dunkelblaue Linien, die in Dreiecksform vom Brustbereich nach unten laufen. Um diesen Look abzurunden, befinden sich seitlich und im gleichen Farbton weitere stylische Elemente wie die zweifarbige Kontraststreifen am Rundhalsausschnitt und Ärmelbündchen in Navy und Eisblau. Der Claim „TSG IST BEWEGUNG“, der für die Zukunftsstrategie des Klubs steht, liegt unterhalb des Kragens.

 
Ihlas Bebou mit dem neuen Hometrikot für die Saison 2021/22

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Trikots und Hosen aus recyceltem Plastik

Die Ziele, die sich die TSG Hoffenheim in puncto Nachhaltigkeit gesetzt hat, werden bei der neuen Trikot-Kollektion konsequent aufgegriffen und sogar noch erweitert. Nachdem für die laufende Saison nur das Home-Trikot nachhaltig produziert wurde, sind in dieser Saison nun alle Trikots und Hosen aus recyceltem Plastik. Die TSG ist einer der wenigen Fußball-Bundesligisten, der seine Kollektion aus wiederverwertetem Polyester herstellen lässt. Diese wird vom spanischen Unternehmen Joma, einem Trendsetter der Sportartikel-Branche, produziert.

 
Torjäger Andrej Kramaric wird am letzten Spieltag gegen Hertha BSC Berlin erstmals im neuen TSG-Hometrikot auflaufen

Heidelberger

Botschaft an die Fans

„Bist Du bereit gemeinsam in unserem neuen Look anzugreifen, legendäre Spieltage wieder live zu erleben und dabei ein absoluter Blickfang zu sein?“ So stimmt die TSG ihre Fans auf die nächste Saison ein und schürt die Hoffnungen, dass bei den Bundesliga-Partien in der PreZero Arena wieder Zuschauer zugelassen werden: „Mit dem neuen TSG Hoffenheim-Home-Trikot 2021/22 stehen wir zusammen wieder als ein Team auf dem Feld und auf den Rängen: Und zusammen setzen wir ein erneutes Zeichen für unsere TSG und unsere Erde. #leTSGo!“ Die Botschaft der TSG-Profis an alle Fans und Stadienbesucher ist eindeutig: „Nur mit Euch zusammen macht Fußball Spaß!“ Das neue Home-Trikot gibt es hier

PM und Fotos: TSG Hoffenheim

Weitere Fotos zum Bericht
 
Stressfreier Saisonausklang: Hoffenheim empfängt Hertha BSC Berlin
Welche Spieler werden letztmals im TSG-Dress auflaufen?
Donnerstag, 20. Mai 2021

Am Samstag werden erstmals in der zu Ende gehenden 58. Bundesligasaison 2020/21 zeitgleich um 15.30 Uhr alle neun Partien angepfiffen. Für Spieler, Trainer und Funktionäre endet damit auch eine zweiwöchige Trainingslager-Quarantäne, die von der Deutschen Fußball-Liga auferlegt wurde, um in Pandemiezeiten Spielausfälle aufgrund von Coronaerkrankungen zu vermeiden und planmäßig am Pfingstsamstag pünktlich nach 17:15 Uhr die Saison - mit Ausnahme der Relegationsspiele - zu beenden. Während die Meisterschaft zum neunten Mal in Folge an den FC Bayern geht und sich neben den Münchnern noch Leipzig, Dortmund und Wolfsburg für die Champions League qualifiziert haben, werden Frankfurt und Leverkusen in der neuen Saison in der Europa League spielen. Offen hingegen ist noch, wer an den EL-Qualifikationsspielen teilnimmt. Offen ist auch noch, wer Schalke 04 in die Zweitklassigkeit begleitet. Der zweite Direktabsteiger sowie der Teilnehmer an den Relegationsspielen werden zwischen Köln, Bremen und Bielefeld ermittelt.

 
Andrej Kramaric (re.), der hier dem Berliner Mathew Leckie enteilt, lässt seine Zukunft bei der TSG Hoffenheim weiter offen
Türenwelt Zimmermann

Duell der zuletzt Ungeschlagenen

Der letztjährige Europa League-Teilnehmer TSG Hoffenheim wird die Saison, unabhängig vom Ausgang der letzten Heimpartie gegen Hertha BSC Berlin, als Tabellenelfter abschließen. Die Kraichgauer blicken auf eine von Höhen und Tiefen geprägte, außergewöhnliche 13. Erstligasaison zurück, die von vielen Coronaausfällen und Verletzungen geprägt war. Auch Sebastian Hoeneß blickt auf ein besonderes, ereignisreiches und außergewöhnliches erstes Profitrainerjahr als Cheftrainer zurück. Nachdem sich seine Mannschaft an Ostern gefährlich der Abstiegsregion näherte, gelang es den Blau-Weißen, sich nach sechs Spielen ohne Niederlage kontinuierlich hiervon wieder zu entfernen. Der nächste Gegner aus der Bundeshauptstadt hat eine noch bessere Bilanz vorzuweisen und ist seit acht Ligaspielen unbesiegt. Das Team des Ungarn Pal Dardai sicherte sich am vorletzten Spieltag mit einem Torlos-Remis gegen den 1. FC Köln vorzeitig den Klassenerhalt. Dies war bereits die fünfte Nullnummer der „Alten Dame“.

Kramarics ungewisse Zukunft

Solche Ergebnisse sind bei Gegner Hoffenheim eher selten, zumal mit Torjäger Andrej Kramaric ein Stürmer in deren Reihen steht, der oft allein den Unterschied ausmacht und immer für einen Treffer gut ist. 81 Tore erzielte der Kroate in seinen bisherigen 159 Bundesligaspielen in fünfeinhalb Jahren für die Nordbadener, 19 Treffer davon allein in dieser Saison. Ob der 29-Jährige auch in der nächsten Saison an der Elsenz weiter auf Torejagd gehen wird, ist derzeit völlig offen. Seine Torgefährlichkeit macht Kramaric, der in Hoffenheim noch bis Juni 2022 Vertrag hat, bei den Top-Klubs begehrlich. Kramaric steht altersbedingt womöglich vor seinem letzten großen Vertragsabschluss im Profifußball. Ob er diesen nun bei der TSG oder bei einem anderen Verein abschließen wird, entscheidet er erst nach der Europameisterschaft. Hier bekommt der Vizeweltmeister nochmal eine große Bühne, um sich internationalen Vereinen zu präsentieren. Nach dem 1:1-Remis am vergangenen Wochenende in Bielefeld bedankte sich Kramaric in einem anschließenden Interview bei Verein und Mitstreitern für die tollen gemeinsamen Jahre. Über seine weitere Zukunft wollte er noch nichts verraten: „Wir werden sehen, was nächste Saison passiert.“ Gut möglich, dass der erfolgreichste Hoffenheimer Torschütze am Samstag in der erneut leeren Sinsheimer Arena sein Abschiedsspiel bestreitet. Wenngleich Hoffenheims Nummer 27 gegen die Berliner bereits sieben Mal erfolgreich war, traf er gegen sie noch nie in einem Heimspiel.

 
Hertha-Coach Dardai möchte gegen Hoffenheim zum neunten Mal in Folge ungeschlagern bleiben

CNC Technik Lange

Dardai in Sinsheim noch sieglos

Auch Trainer Dardai möchte eine Negativserie beenden, zumal sein Team unter ihm als Trainer in den bisherigen fünf Gastspielen an der A6 unweit des Auto & Technik-Museums noch nie gewinnen und nur einen Punkt entführen konnte. Für Dardai geht der Blick bereits in Richtung nächste Saison: „Wenn wir in Hoffenheim nicht verlieren, haben wir eine Serie von neun ungeschlagenen Partien hinter uns. Dann herrscht eine positive Energie. In der Vorbereitung auf die kommende Runde wird es dann heißen: Der neunmal in Folge ungeschlagene Hauptstadtklub legt los." Verletzungsbedingt müssen die Herthaner auf Matheus Cunha (Sprunggelenksverletzung) und Maximilian Mittelstädt (Gehirnerschütterung) verzichten. Dafür kehren Sami Khedira nach überstandener Wadenverhärtung und die zuletzt gesperrten Dodi Lukebakio und Vladimir Darida wieder in den Kader zurück.

13 Spieler gilt es zu ersetzen

Die Liste der möglichen Ausfälle bei den Hoffenheimern ist um einiges länger. Nur gut, dass es ergebnistechnisch um nichts mehr geht. So stehen Trainer Hoeneß mit den Langzeitverletzten Benjamin Hübner (Fußverletzung), Ermin Bicakcic (Kreuzbandriss), Dennis Geiger (Sehnen-OP am Oberschenkel) und Konstantinos Stafylidis (Bruch des Schienbeinkopfes) zudem noch Kevin Akpoguma (Oberschenkelverletzung), Oliver Baumann (Schambeinprobleme), Chris Richards (Oberschenkelprobleme), Christoph Baumgartner (Sprunggelenksverletzung) und Harvard Nordtveit (Fußprobleme) nicht zur Verfügung. Die Liste der verletzungsbedingten Ausfälle wird durch Munas Dabbur (private Probleme), Ishak Belfodil (Trainingsrückstand), Joshua Brenet (ausgemustert) und Mijat Gacinovic (Gelbsperre) ergänzt.

 
Ryan Sessegnon (re.) nimmt am Samstag Abschied und kehrt zurück nach England

Autohaus Immler

Hoeneß mit Berliner Vergangenheit

Die Bilanz aus den bisherigen 21 Bundesligaduellen spricht bei zehn Siegen, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen für die Gastgeber. Das Hinspiel gewann die Hoeneß-Truppe souverän 3:0 im Berliner Olympiastadion. Schon damals wurden bei Hoffe-Coach Hoeneß an alter Wirkungsstätte Erinnerungen wach. Der gebürtige Münchner absolvierte in der Zeit, wo sein Vater Dieter Hoeneß im Hertha-Management tätig war, in der zweiten Mannschaft der Hauptstädter in zehn Spielzeiten über 160 niederklassige Ligaspiele, in denen er 29 Tore erzielte. Nach seiner Spielerlaufbahn wurde der 39-Jährige Fußballlehrer und betreute von 2011-2013 die A-Junioren von Hertha 03 Zehlendorf. Danach führte ihn sein Weg über RB Leipzig und Bayern München in den Kraichgau.

Sessegnon nimmt Abschied

Abschied nehmen heißt es am Samstag auch für den am vergangenen Dienstag 21 Jahre alt gewordenen Linksverteidiger Ryan Sessegnon, der nach einjähriger Leihe zum letzten Mal im TSG-Dress auflaufen wird und danach zurück zu den Tottenham Hotspurs kehrt. Völlig offen ist derzeit, ob auch Florian Grillitsch letztmals für die TSG spielen wird, da der Österreicher neben Kramaric zu den begehrtesten Hoffenheimern auf dem Transfermarkt zählt.
Im letzten Saisonspiel werden die Gastgeber erstmals in ihren neuen Joma-Trikots für die Saison 2021/22 auflaufen. Es ist zu wünschen, dass die Aufschrift im Nackenbereich des neuen TSG-Dress "TSG ist Bewegung" sich auch auf das sportliche Geschehen auf dem Spielfeld übertragen wird.

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

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Pentke rettet Hoffenheim einen Punkt in Bielefeld
Neue Bestmarke für Kramaric nach 19. Saisontreffer
Samstag, 15. Mai 2021

Am vorletzten Spieltag spielte die TSG Hoffenheim bei Arminia Bielefeld 1:1-Unentschieden und wird mit aktuell 40 Punkten vor dem noch ausstehenden letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin ihre 13. Erstligasaison mit einem elften Tabellenplatz abschließen. Andrej Kramaric brachte die Gäste nach einem Konter in Führung, ehe Andreas Voglsammer mit einem herrlichen Freistoßtor den Ausgleich erzielte. Mit seinem 19. Saisontreffer übertraf Kramaric die klubinterne Bestmarke von Vedad Ibisevic mit 18 Treffern aus der Saison 2008/09 und hat nun die meisten Hoffenheimer Tore in einer Bundesliga-Spielzeit erzielt. Hoffenheim bleibt durch das Remis nun zum sechsten Mal in Folge in der Bundesliga ungeschlagen.

"Gerechtes Unentschieden"

Der 29-jährige Kroate, der erstmals die Kraichgauer als Kapitän aufs Spielfeld führte und an über 50 Prozent aller TSG-Tore in der laufenden Saison beteiligt war, zeigte sich mit dem Remis zufrieden: „Es war ein schwieriges Spiel. Bielefeld hat alles gegeben und wollte unbedingt gewinnen. Am Ende ist das Unentschieden aber in Ordnung. Ich freue mich natürlich über meinen Torrekord, das bedeutet mir sehr viel.“ Die Ostwestfalen kletterten durch den Punktgewinn auf Platz 15 und können am letzten Spieltag beim VfB Stuttgart aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen.

 
Philipp Pentke zeigte erneut, dass er ein glänzender Ersatz für Stammkeeper Oliver Baumann ist

Wiesendanger Bedachungen

TSG geht nach einem Konter in Führung

Rund 500 Arminen-Fans sorgten vor dem Anpfiff vor dem Stadion für eine emotionale Atmosphäre, was die Gastgeber in der Anfangsphase mit viel Engagement beflügelte. Doch mitten in diese Drangphase fuhren die Hoffenheimer, die auf neun Spieler verzichten mussten, einen mustergültigen Konter über Sargis Adamyan und Kramaric, den dieser eiskalt zur frühen 1:0-Führung abschloss (5.). Hoffenheim machte weiter Druck und war besonders über die rechte Seite durch Pavel Kaderabek und Robert Skov gefährlich.

Voglsammer gleicht per Freistoß aus

Nachdem Florian Grillitsch mit einem Schuss aus spitzem Winkel an Torhüter Ortega scheiterte (14.), konnten die Gastgeber nach 23 Minuten durch einen gefühlvollen Freistoß aus 23 Metern in den linken Torwinkel durch Voglsammer ausgleichen. Bei einsetzendem Starkregen hatte vor der Halbzeitpause noch Manuel Prietl per Kopf (35.) und auf Hoffenheimer Seite Skov mit einem Schuss ans Außennetz (39.) Möglichkeiten zur Führung.

 
Andrej Kramaric erzielte in Bielefeld seinen 19. Saisontreffer

Heinlein Bürolösungen

Pentke verhindert mehrfach einen möglichen Rückstand

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte vergab Voglsammer das mögliche 2:1, als ein Rückpass von Kevin Akpoguma genau vor seinen Füßen landete, er jedoch frei vor TSG-Torhüter Philipp Pentke, der mit einer fehlerfreien Leistung Stammkeeper Oliver Baumann vertrat, vergab (48.). Pentke stand zwei Minuten später erneut im Mittelpunkt, als er reaktionsschnell gegen Joakim Nilsson sein Team vor einem Rückstand bewahrte (50.). In der 57. Minute konnte Bielefelds Kapitän Fabian Klos in seinem 350. Pflichtspiel in zehn Jahren für den DSC im letzten Moment beim Torabschluss von Gegenspieler Ryan Sessegnon gerade noch gestoppt werden (57.). Die Ostwestfalen hatten längst die Spielhoheit übernommen und drängten bei einer Torschussstatistik von zwischenzeitlich 18:4 mit aller Macht auf den Führungstreffer. Dass dieser nicht fiel, lag besonders an Pentke, der mit einem tollen Reflex auf der Torlinie einen Kopfball aus kurzer Distanz von Klos entschärfte (64.).

Kramaric scheitert am reaktionsschnellen Ortega

Den offensiv harmlosen Gästen hätte bei ihrer ersten Chance in Hälfte 2 eine Viertelstunde vor dem Ende beinahe die glückliche Führung geglückt. Nach einer Kaderabek-Hereingabe scheiterte Kramaric mit einem Flugkopfball aus acht Metern am reaktionsschnellen DSC-Keeper Stefan Ortega (75.). In der Nachspielzeit vergab der eingewechselte Cebio Soukou aus kurzer Distanz frei vor dem TSG-Tor überhastet den möglichen Last-Minute-Siegtreffer (90.+1). Hoffenheims Bester Pentke nach dem Abpfiff: „Wir wussten, was für eine Wucht auf uns zukommt. Für Bielefeld geht es um das Überleben in der Liga. Ich bin froh, dass ich einen Teil dazu beitragen konnte, dass wir einen Punkt hier holen konnten und ich die Wucht teilweise stoppen konnte. Vielleicht war aber auch mehr drin als nur ein Punkt.“

 
Sargis Adamyan bereitete die TSG-Führung vor und war in der 1. Hälfte ein ständiger Unruheherd für die Bielefelder Defensive
Anpfiff ins Leben

"Haben verpasst das zweite Tor zu machen"

Während TSG-Coach Sebastian Hoeneß mit dem Auswärtspunkt zufrieden war („Wir haben heute ein sehr intensives Spiel gesehen und gezeigt, dass wir nichts verschenken. Bielefeld hat es uns heute sehr schwer gemacht“), fühlte sich das Unentschieden für seinen Gegenüber Frank Kramer „nicht perfekt an“. Kramer: „Wir haben viel investiert und es verpasst, das zweite Tor zu erzielen. Wir nehmen den Punkt mit, es ist ein Teilerfolg gegen eine spielerisch starke Mannschaft.“

Statistik:

Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui – Prietl, Maier (89. Kunze) – Doan (89. Schipplock), Okugawa (79. Hartel), Voglsammer (79. Soukou) – Klos
TSG Hoffenheim: Pentke – Kaderabek, Posch, Akpoguma (66. Vogt), Sessegnon (62. John) – Samassekou, Grillitsch – Skov (62. Gacinovic), Kramaric, Adamyan (83. Rutter) – Bebou
Tore: 0:1 Kramaric (5.), 1:1 Voglsammer (23.)
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

Weitere Fotos zum Bericht
Kann Hoffenheim seine positive Serie weiter ausbauen?
TSG gastiert bei der abstiegsbedrohten Bielefelder Arminia
Donnerstag, 13. Mai 2021

Die 36 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga fiebern in diesem Jahr ganz besonders dem Saisonende entgegen. Derzeit befinden sich alle Mannschaften pandemiebedingt in einem zweiwöchigen Quarantäne-Trainingslager, damit die noch auszutragenden Partien möglichst ohne Corona-Ausfälle termingerecht und reibungslos von statten gehen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat der kickenden Profizunft strenge und klare Vorschriften erlassen. Jetzt auf der Saisonzielgeraden darf nichts mehr passieren, am Pfingstwochenende soll die Saison 2020/21 beendet werden. So beherbergen derzeit auch Spieler, Trainer und Betreuerteam der TSG Hoffenheim nach den täglichen Trainingseinheiten im Dietmar Hopp-Sportpark in Zuzenhausen anschließend das Hotel Sinsheim unweit der PreZero-Arena an der A6, um sich für die Bundesligapartie des 33. Spieltages am Samstag um 15.30 Uhr bei Arminia Bielefeld geschützt und abgeschottet vorzubereiten. Damit in den zwei Wochen in der noblen Unterkunft direkt neben dem Auto & Technik-Museum kein Lagerkoller aufkommt, hat Trainer Sebastian Hoeneß schon im Vorfeld darauf bestanden, dass genügend Brett- und Gesellschaftsspiele vorhanden sind. Die Stimmung ist, wie zu hören ist, recht locker – die Anspannung nach dem feststehenden Klassenerhalt gelöst.

 
Kramaric gibt die Richtung vor, links daneben Kaderabek. Der kroatische Torjäger möchte zum alleinigen Hoffenheimer Saisontorschützenkönig werden.
kfzzentrumfluehr

TSG noch ohne Gegentor gegen Bielefeld

Im Gegensatz zu den Hoffenheimern, die seit dem 4:2-Heimsieg über den FC Schalke 04 am vergangenen Spieltag rechnerisch gesichert sind, kämpfen die Bielefelder noch um den Erstligaverbleib. Im Tabellenkeller ist in den noch ausstehenden zwei Spieltagen vieles möglich. Die Arminen stehen auf Relegationsplatz 16, punktgleich mit Werder Bremen auf Platz 15 und zwei Punkten Vorsprung vor dem 1. FC Köln auf einem direkten Abstiegsplatz. Selbst Augsburg auf Rang 14 ist bei nur zwei Punkten mehr auf dem Konto in Schlagweite der Ostwestfalen. Mit einem Heimsieg über die Hoffenheimer könnte das Team von Trainer Frank Kramer zum großen Befreiungsschlag ausholen. Dass dies nun ausgerechnet gegen die Kraichgauer erfolgen soll, ist rein statistisch kein leichtes Unterfangen. Zum einen ist die TSG seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen (zwei Siege, drei Remis), und zum anderen konnte man noch nie gegen die Kraichgauer gewinnen, geschweige denn einen Treffer erzielen. In den bisherigen drei Duellen hieß es am Ende 0:3, 0:2 und 0:0. Aus Sicht der Gastgeber wäre der Zeitpunkt, dieser Negativbilanz ein Ende zu bereiten, nie passender als aktuell.

 
Pentke wird in den letzten beiden Saisonspielen Stammkeeper Baumann im Hoffenheimer Tor ersetzen
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Ex-Hoffe-Coach Kramer hat für Stabilität gesorgt

Für Trainer Kramer, der von Sommer 2011 bis März 2013 in Hoffenheim tätig war, wäre es zudem etwas Besonderes ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein zu punkten. Der 49-jährige gebürtige Memminger hat im vergangenen März die Nachfolge von Uwe Neuhaus angetreten und der Arminia zu neuer Stabilität verholfen. So blieb der Erstligaaufsteiger in vier der vergangenen fünf Partien jeweils ohne Gegentor. Während der DSC die letzten beiden Heimspiele gegen Schalke 04 und Freiburg gewinnen konnte, warten die Hoffenheimer seit sieben Spieltagen noch auf einen Auswärtssieg. Im bisherigen Saisonverlauf taten sich die Blau-Weißen besonders gegen die Aufsteiger schwer. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel gegen die Bielefelder gab es auch gegen den zweiten Aufsteiger VfB Stuttgart nur einen Punkt zu ergattern.

Kramaric möchte Ibisevic-Rekord übertreffen

Hoffnung auf ein erfolgreiches Saisonende macht Torjäger Andrej Kramaric, der rechtzeitig zum Saisonendspurt wieder zu alter Torgefährlichkeit zurückgefunden hat. In den noch ausstehenden beiden Spielen kann er mit aktuell 18 erzielten Toren, den vereinsinternen Saisonrekord von Vedad Ibisevic aus der Saison 2008/09 noch übertreffen. Wie man den ehrgeizigen Kroaten kennt, wird er alle Hebel in Bewegung setzen, um dieses Ziel zu erreichen.

 
Bielefelds Trainer Kramer trifft am Samstag auf seinen ehemaligen Verein Hoffenheim

Metzgerei Dick

Pentke ersetzt Baumann im Tor

Die Liste der Ausfälle ist lang: Neben den bekannten Langzeitverletzten Konstantinos Stafylidis, Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner und Dennis Geiger, fehlen in den letzten beiden Saisonspielen Howard Nordtveit, Munas Dabbur, Chris Richards, Christoph Baumgartner und Oliver Baumann. Während sich Baumgartner im Training eine Verletzung im rechten Sprunggelenk zuzog, laboriert Baumann seit Wochen an einer Schambeinentzündung, die dringend Ruhe benötigt. „Da der Klassenerhalt sicher ist, haben wir uns gemeinsam entschieden, dass ich nicht mit in das vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager gehe, sondern eine Pause einlege, um die Probleme auszukurieren“, sagte Hoffenheims Nummer 1 in einem Vereinsinterview. Für ihn steht der erfahrene Philipp Pentke im Tor, auf der Bank wird als dessen Vertreter der junge Luca Philipp Platz nehmen.

Stuttgart und Freiburg sind in Reichweite

Auch wenn der Abstand zu den internationalen Rängen außer Reichweite ist, so könnte die Hoeneß-Truppe mit zwei Siegen über Bielefeld und Hertha BSC Berlin noch an den beiden baden-württembergischen Konkurrenten VfB Stuttgart und SC Freiburg vorbeiziehen. Beide haben ein anspruchsvolles Restprogramm zu absolvieren: Stuttgart muss an diesem Wochenende nach Mönchengladbach und empfängt am 34. Spieltag Bielefeld. Freiburg empfängt jetzt Meister FC Bayern und muss beim Saisonfinale bei den heimstarken Frankfurtern antreten. Rechnerisch, wer hätte das gedacht, ist im Kampf um die "baden-württembergische Meisterschaft" noch einiges möglich - am Ende könnte gar die Tordifferenz ausschlaggebend sein. Der Sprung in die obere Tabellenhälfte auf Platz 9 wäre in einer außergewöhnlichen, von Höhen und Tiefen geprägten Saison 2020/21 für die Hoffenheimer lediglich als kleiner Imagegewinn zu werten. Zu mehr aber auch nicht, dafür war das 13. Erstligajahr in der Summe am Ende aufgrund der bekannten Begleitumstände enttäuschend.

Fotos: Kraichgaufoto und BWA

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Saisonaus für TSG-Keeper Baumann
Schambein-Entzündung zwingt Hoffenheims Nummer 1 zur Pause
Dienstag, 11. Mai 2021

Die TSG Hoffenheim muss in den letzten beiden Saisonspielen gegen Arminia Bielefeld und Hertha BSC Berlin auf seine Nummer 1 Oliver Baumann verzichten. Der 30-jährige Torhüter laboriert seit einiger Zeit an einer Schambein-Entzündung und wird sich einer medizinischen Behandlung unterziehen. Baumann absolvierte in dieser Saison 40 Pflichtspiel-Einsätze für die Kraichgauer in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. Nach Munas Dabbur und Harvard Nordtveit ist Baumann nun der dritte TSG-Profi, der die Saison vorzeitig beenden muss. Damit endet womöglich auch der EM-Traum für Baumann, der es im vergangenen Jahr immerhin in den Kreis der Nationalelf geschafft hatte.

 
Für Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann ist die Saisoin 2020/21 beendet

Wiesendanger Bedachungen

Pentke muss jetzt ran

„Oli hat sich in den vergangenen Wochen dankenswerterweise in den Dienst der Mannschaft gestellt und war der gewohnt verlässliche Rückhalt in einer herausfordernden Saison“, sagt Alexander Rosen, Direktor Profifußball. Zuletzt hatte Baumann im Winter 2020 wegen einer Meniskus-OP für vier Spiele pausieren müssen. Auch diesmal wird ihn die Nummer zwei Philipp Pentke in den beiden noch ausstehenden Partien vertreten. Zudem wird Luca Philipp in den Profikader aufrücken.

Foto: Kraichgaufoto

Wohin führt der weitere Weg von TSG-Torjäger Kramarić?
Kramarić: „Das Beste, was mir je passiert ist“
Mittwoch, 5. Mai 2021
Andrej Kramarić, der 29 Jahre alte Stürmer der TSG Hoffenheim, absolviert bereits seine sechste Saison für die TSG. Im Kraichgau entwickelte sich Kramarić zum Hoffenheimer Rekordtorschützen und löste Ivica Olić als kroatischen Top-Torjäger der Bundesliga ab. „Ich habe niemals daran gedacht, bei einem Klub in einem fremden Land solch gute Leistungen bringen zu können. Ich habe es nicht erwartet, dass ich einmal zu den besten Stürmern in Deutschland zählen werde“, sagt Hoffenheims Stürmer im Interview mit dem Klubmagazin SPIELFELD, das am Freitag (7. Mai) erscheint.
 
 
So mögen ihn die TSG-Fans am liebsten: Kramaric beim Torjubel
Anpfiff ins Leben

Im Kraichgau heimisch geworden

Nicht nur sportlich, auch privat hat Andrej Kramarić in den vergangenen Jahren seine Heimat in der Rhein-Neckar Region gefunden. Die Begriffe Heimat und Familie nehmen einen großen Stellenwert in dem Leben des Stürmers ein, umso bemerkenswerter ist es, dass der Kraichgau inzwischen zur zweiten Heimat des 29-Jährigen geworden ist: „Die Region, der Klub, die Stadt, die Atmosphäre – all das gefällt mir hier sehr gut. (…) Ich genieße jeden Moment hier.“ Im Interview spricht der Kroate erstmals auch ausführlich über seine Kindheit, die Rolle seines Vaters für die Karriere und das Gefühl beim Profi-Debüt für seinen Heimatklub Dinamo Zagreb an der Seite von Robert Kovac und Mario Mandzukic: „Es war wirklich ein ganz besonderer Moment (…) mit all‘ diesen großen Jungs.“

 
Andrej Kramaric im Champions League-Gruppenspiel gegen Olympique Lyon beim Laufduell mit Bertrand Traore

Ritzhaupt

Bleibt er oder geht er?

Seine sportliche Gegenwart aber liegt bei der TSG Hoffenheim, was den Kroaten, dessen Vertrag ohnehin noch bis zum Jahr 2022 läuft, sehr zu schätzen weiß: „Ich führe sehr oft Gespräche mit Alex (Direktor Profifußball Alexander Rosen; Anm. d. Red.) und dem Trainerteam. Mein Vertrag läuft aber noch mehr als ein Jahr. Wir müssen uns nicht stressen. Natürlich denke ich oft darüber nach, aber erst einmal liegt der Fokus auf der restlichen Saison. Danach werden wir weitere Gespräche führen und schauen, was passiert. Ich kann nur immer wieder betonen, wie wohl ich mich hier fühle. Der Wechsel zur TSG war das Beste, was mir je passiert ist“, sagt Kramarić. „Ich habe einen super Draht zu den Mitspielern, dem Trainerteam und zu den Mitarbeitern. Ich kann mich hier zu Hause fühlen und über alles reden. Dazu kommt natürlich der sportliche Erfolg. Wir haben in den vergangenen Jahren eine großartige Zeit miteinander gehabt. Es macht mich unfassbar stolz, dass ich mittlerweile so viele Rekorde innehabe.“

 
Hoffenheims Vizeweltmeister auf dem Weg in Richtung gegnerischem Tor

Torrekord ist das Ziel

In dieser Saison lief jedoch nicht alles wie geplant für den 52-maligen Nationalspieler: „Ich bin wie im Traum in die Saison gestartet und war sehr zufrieden mit den Statistiken, die ich aufgelegt habe. Die Corona-Erkrankung hat mich dann in der guten Form gestoppt und meinen Rhythmus gebrochen. (…) Natürlich sind wir als Team über den Verlauf der Saison enttäuscht, aber wir haben noch drei Spiele zu absolvieren und ich kann meinen persönlichen Torrekord brechen. Ich bin glücklich über die Ausbeute, aber insgesamt nicht vollends zufrieden, da wir alle besser spielen können. (…) So etwas kann im Fußball selbstverständlich passieren, dass man als Team auch mal eine schlechte Phase erlebt. (…) Wir müssen es akzeptieren und in Zukunft wieder unsere Qualität auf dem Rasen steigern.“

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgausport

Weitere Fotos zum Bericht
Nordtveit fällt für den Rest der Saison aus
Hoffenheims "Wikinger" laboriert an Fußproblemen
Mittwoch, 5. Mai 2021

Havard Nordtveit wird der TSG Hoffenheim im Saisonendspurt fehlen. Der 30-Jährige laboriert an Fußproblemen und fällt für den Rest der Saison aus. Der Verteidiger wird deshalb auch nicht zum TSG-Kader gehören, der in der nächsten Woche das von der DFL beschlossene Quarantäne-Trainingslager beziehen wird.

 
Hoffenhems Norweger Havard Nordtveit muss aufgrund von Fußproblemen die Bundesligasaison vorzeitig beenden
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Zur Ruhe nach Norwegen

„Howie war in dieser anspruchsvollen Saison ein verlässlicher Führungsspieler auf und neben dem Platz. Er hat sich trotz immer wieder auftretender Beschwerden am Fuß durchgebissen und dem Team zur Verfügung gestellt, was ihm nicht hoch genug anzurechnen ist und exakt seine Mentalität widerspiegelt“, sagt Alexander Rosen, Direktor Profifußball der TSG Hoffenheim. Die Blessur erfordere nun „unbedingte Ruhe, sodass wir entschieden haben ihn bereits vorzeitig zu seiner Familie nach Norwegen reisen zu lassen. Wir wünschen ihm gute Besserung und freuen uns, wenn er zur Vorbereitung auf die neue Saison wieder fit an den Start geht“, ergänzt Rosen.

PM: TSG Hoffenheim
Foto: Kraichgausport

Julian Nagelsmann wird Cheftrainer des FC Bayern
Vertrag von Hansi Flick wird aufgelöst
Dienstag, 27. April 2021

Der FC Bayern hat Julian Nagelsmann, 33, als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der gebürtige Bayer wechselt mit dem Beginn der kommenden Saison am 1. Juli 2021 von RB Leipzig nach München, die Vereinbarung mit dem deutschen Rekordmeister hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis zum 30. Juni 2026. Zuvor hat der FC Bayern dem Wunsch von Hansi Flick entsprochen und löst den Vertrag des aktuellen Cheftrainers, der ursprünglich bis zum 30. Juni 2023 lief, zum 30. Juni 2021 auf.  „Julian Nagelsmann steht für eine neue Trainergeneration. Trotz seiner jungen Jahre hat er schon eine beeindruckende Laufbahn vorzuweisen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Julian Nagelsmann an die großartigen Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen werden“, sagt Präsident Herbert Hainer. „Ich möchte Hansi Flick im Namen des FC Bayern ausdrücklich danken. Er hat unsere Mannschaft im Jahr 2019 in einer schwierigen Phase übernommen und danach sechs Titel gewonnen, der siebte folgt hoffentlich demnächst. Er wird immer einen Platz in den Geschichtsbüchern des FC Bayern haben. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.“

 Julian Nagelsmann trainiert ab dem Sommer den FC Bayern

5-Jahresvertrag für Nagelsmann

Oliver Kahn: „Allein schon Julians Vertragslaufzeit von fünf Jahren zeigt, wie sehr er sich mit dem FC Bayern identifiziert. Ich bin überzeugt davon, dass wir die sportliche Zukunft des FC Bayern zusammen mit Julian Nagelsmann sehr erfolgreich gestalten werden“, so der Vorstand. „Mein Dank gilt Hansi Flick. Mit tollem Fußball hat er den FC Bayern zu großartigen Erfolgen geführt. Nun haben wir ihm seinen Wunsch erfüllt, den FC Bayern vor Vertragsende zu verlassen. Alles Gute, Hansi!“ „Die Gespräche mit Julian verliefen sehr partnerschaftlich, sehr konstruktiv. Wir werden viel Freude an ihm haben, davon bin ich überzeugt“, sagt Sportvorstand Hasan Salihamidžić. „Bei Hansi Flick möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Nachdem er vor gut eineinhalb Jahren das Amt des Cheftrainers übernommen hat, haben wir zahlreiche Siege und Titel gefeiert, das Triple im Jahr 2020 war dabei der Höhepunkt. Diese Erfolge werden mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg.“

 
Hansi Flick wird als neuer Bundestrainer nach der Europameisterschaft gehandelt

Kraichgaufoto

"Es war mir eine sehr große Ehre"

Hansi Flick: „Für mich werden die vergangenen zwei Jahre unvergesslich bleiben. Die Emotionen, die Siege, die Titel, aber auch die tägliche Arbeit auf dem Platz hat mir sehr viel Spaß gemacht – es war eine herausragende Zeit. Erfolg hat man nur gemeinsam! Ein Trainer ist nichts ohne sein Team und ich hatte das Glück, hier in München auf fantastische Spieler zu treffen und auf einen Staff und ein Trainerteam das Unglaubliches geleistet hat. Danke, Jungs, danke Kathleen! Ein besonderer Dank geht auch an Präsident Herbert Hainer, sowie an den gesamten Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, diese großartige Mannschaft zu trainieren. Ein Wermutstropfen bleibt: Die größten Erfolge in dieser Zeit konnten wir nicht mit den Fans feiern. Ich habe sie in jedem Spiel vermisst. Für die Zukunft wünsche ich der FC Bayern-Familie nur das Allerbeste. Es ist keine Floskel, wenn ich sage: ‚Es war mir eine sehr große Ehre‘“.

Julian Nagelsmann trainierte ab Februar 2016 die Profimannschaft der TSG Hoffenheim, wurde somit zum jüngsten Cheftrainer der Bundesligageschichte. Seit 1. Juli 2019 ist Julian Nagelsmann Cheftrainer von RB Leipzig, die er vergangene Saison bis ins Halbfinale der UEFA Champions League führte.

PM: FC Bayern München
Fotos: Kraichgausport

TSG Hoffenheim unterstützt Social-Media-Boykott
Gegen Rassismus und Hass:
Montag, 26. April 2021

Rassismus, Hass und Intoleranz - der Ton in den sogenannten Sozialen Medien hat sich in der jüngsten Vergangenheit massiv verschärft, und nicht selten werden dabei Grenzen weit überschritten. Auch Mitglieder der TSG wurden zuletzt übel beschimpft oder mit rassistischen Aussagen beleidigt. „Eine Entwicklung, die absolut inakzeptabel und nicht zu ertragen ist. Die TSG Hoffenheim steht für Toleranz, Respekt und Zusammenhalt. Wir lehnen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt, auch in verbaler Form, ab“, sagt Holger Kliem, Leiter der Medienabteilung. Deshalb wird sich die TSG vom 30. April bis zum 3. Mai einer Initiative der englischen Premier League-Klubs anschließen und ihre Social-Media-Kanäle in diesen Tagen abschalten.

 
TSG Hoffenheim steht für Toleranz, Respekt und Zusammenhalt

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Jede Art von Rassismus ist inakzeptabel

Wie auch in England richtet sich die Aktion an die Netzwerke Facebook, Twitter und Instagram. Die Plattformen müssten mehr gegen den Hass im Netz unternehmen und zeigen, wie wichtig der fortwährende Kampf gegen Diskriminierung sei, so eine Stellungnahme der englischen Top-Vereine. „Jede Art von Rassismus ist inakzeptabel und die schockierenden Beleidigungen, die Spieler in sozialen Netzwerken hinnehmen müssen, müssen ein Ende haben“, forderte Premier-League-Chef Richard Masters. Neben den Klubs der Premier League wollen sich auch die Vereine der höchsten Frauen-Liga des Landes sowie weitere Vereine anderer Spielklassen an dem Boykott beteiligen.

 
Die TSG Hoffenheim wird vom 30. April bis 3. Mai ihre Social-Media-Kanäle abschalten

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Aktiv für Toleranz, Respekt und Menschlichkeit einsetzen

„Die Plattformen sollten eigentlich ein Treffpunkt für Information und offenen Meinungsaustausch sein. Natürlich gehören dazu auch Kritik und eine engagierte, manchmal auch hitzige, Diskussion. Allerdings sollten dabei die Regeln eines respektvollen Miteinanders nie außer Acht gelassen werden. Mittlerweile sind die Sozialen Kanäle leider in vielen Teilen zu einem Abladeplatz von Frust und Hass geworden. Es wird Zeit, sich dort aktiv für Toleranz, Respekt und Menschlichkeit einzusetzen. Es ist zu leicht geworden, in den Sozialen Medien einen Account anzulegen und ihn anonym und ohne Konsequenzen für Beschimpfungen zu nutzen“, erklärt TSG-Direktor Kommunikation Christian Frommert. Erst vor einigen Wochen waren die Hoffenheimer Bundesliga-Spieler Ryan Sessegnon und Diadie Samassékou im Netz rassistisch beleidigt worden.

PM: TSG Hoffenheim
Fotos: Kraichgaufoto

Hoffenheim verpasst Derbysieg in Freiburg
Unglückliche Elfmeterentscheidung kostete TSG zwei Punkte
Sonntag, 25. April 2021

Das Baden-Derby zwischen dem SC Freiburg und der TSG Hoffenheim endete am 31. Bundesliga-Spieltag 1:1-Unentschieden. In einem torszenenarmen Spiel, in dem beide Mannschaften bedacht waren Fehler zu vermeiden gingen die offensiv stärkeren Hoffenheimer durch Andrej Kramaric nach 40 Minuten in Führung. Danach verpassten sie, die Führung auszubauen, ehe ein verwandelter Foulelfmeter von Vincenzo Grifo kurz vor dem Ende den Gastgebern den glücklichen Ausgleichstreffer brachte (81.). Die Punkteteilung half am Ende beiden Teams nicht wirklich: Während die Breisgauer drei Spieltage vor Saisonende ihre Europapokal-Träume wohl endgültig begraben können, haben die Kraichgauer es versäumt, den Klassenerhalt vorzeitig festzumachen.

Kramaric mit Torrekord

Hoffenheims Torgarant Kramaric, der mit seinem 17. Treffer in seinem 25. Saisoneinsatz schon jetzt seinen Rekord aus der Saison 2018/19 eingestellt hat und in 157 Spielen 79-mal für die TSG getroffen hat, wusste am Ende nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte: „Wir sind eher unzufrieden mit dem Ergebnis, weil wir die bessere Mannschaft waren. Wir können zugleich aber auch zufrieden sein, weil es ein gutes Spiel und erneut ein Schritt nach vorne war. Daran müssen wir anknüpfen in den letzten Spielen.“

 
Für Hoffenheims Torhüter Baumann waren es in Freiburg "zwei verlorene Punkte"
Anpfiff ins Leben

Skov scheitert an der Latte - Kramaric trifft per Kopf

Zum Spiel: Den Hoffenheimern war von Beginn an anzumerken, dass sie an die positiven Leistungen beim 3:2-Erfolg gegen Mönchengladbach anknüpfen wollten. Sie wirkten zwingender im Spiel nach vorn und hatten auch die besseren Tormöglichkeiten. So scheiterte Robert Skov mit einem ansatzlosen 20-Meter-Distanzschuss an der Freiburger Querlatte (24.). Innerhalb einer Minute hatten wenig später Florian Grillitsch (30.) und Kramaric (31.) weitere gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Die in der Offensive sehr variablen und aktiveren Gäste belohnten sich kurz vor der Pause mit der längst verdienten Führung. Nach einem schnellen Konter über Ihlas Bebou, der von der rechten Angriffsseite gefühlvoll auf den zweiten Pfosten flankte, musste Kramaric aus kurzer Distanz nur noch einköpfen (40.).

Adamyan mit Doppelchance

Auch im zweiten Abschnitt ließen die defensiv stabil und gut gestaffelt stehenden Nordbadener wenig zu und spielten gefährlich nach vorn. Nachdem der vermeintliche Freiburger Ausgleichstreffer von Ermedin Demirovic wegen Abseits zurecht nicht anerkannt wurde (54.), boten sich Sargis Adamyan zwei gute Möglichkeiten auf 2:0 zu erhöhen: Zunächst schoss er aus der Drehung knapp neben den rechten Pfosten (57.) und kurz darauf verfehlte er nach einer Sessegnon-Flanke per Kopf äußerst knapp das Freiburger Tor (58.). Die größte Chance für die bis dahin offensiv harmlosen Gastgeber vergab nach 69 Minuten Demirovic, der frei im Strafraum zum Abschluss kam, jedoch am reaktionsschnellen TSG-Keeper Oliver Baumann scheiterte.

 
Kramaric traf erneut: Nach seinen beiden Toren gegen Mönchengladbach brachte er die TSG auch in Freiburg in Führung

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Strittige Szene führt zum Ausgleich

SC-Trainer Christian Streich reagierte mit einem Dreifachwechsel und auch TSG-Coach Sebastian Hoeneß musste notgedrungen wechseln. Nachdem bereits Stefan Posch in der Pause verletzungsbedingt passen musste, erwischte es mit Chris Richards den zweiten Innenverteidiger. Für ihn kam nach 77. Minuten Kevin Vogt ins Spiel, der gleich bei seiner ersten Aktion im Mittelpunkt stand. Beim Klärungsversuch im Fünfmeterraum traf er Gegenspieler Demirovic unglücklich am Fuß, worauf der ansonsten souveräne und fehlerfreie Schiri Manuel Gräfe auf Stürmerfoul und Freistoß für die TSG entschied. Nach Intervention des Videoschiedsrichters schaute sich der Unparteiische die Szene selbst am Bildschirm an und entschied danach auf Foulelfmeter für Freiburg. Der zuvor eingewechselte Grifo ließ sich diese Ausgleichschance nicht entgehen und hämmerte die Kugel unhaltbar ins linke obere Eck zum 1:1-Endstand (81.).

"Hätten gewinnen müssen"

Enttäuscht sprach nach dem Abpfiff TSG-Keeper Baumann von „zwei verlorenen Punkten“ an alter Wirkungsstätte. „Der eine Punkt ist grundsätzlich okay, aber wir hatten zum Ende hin noch mal richtig gute Chancen, wo wir eigentlich ein Tor machen müssen. Wir hätten hier gewinnen müssen.“

 
Vogt kam in der 77. Minute ins Spiel und verschuldete wenig später einen unglücklichen Foulelfmeter
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"Haben es versäumt, dass zweite Tor nachzulegen"

Ähnlich sah dies auch TSG-Trainer Hoeneß: „Nach der verdienten Führung verpassten wir leider, das zweite Tor nachzulegen. Es war klar, dass der Freiburger Druck dann zunehmen wird. Leider haben wir dann durch den Elfmeter den Ausgleich kassiert. Mit der Leistung sind wir zufrieden, mit dem Ergebnis nicht.“ Für Freiburgs Trainerlegende Christian Streich war es das erwartet schwere Spiel: „Wir mussten uns richtig wehren und hatten etwas Glück, dass Hoffenheim nicht das 2:0 macht. Anschließend haben wir uns dann in die Partie reingearbeitet. Ein Sieg wäre heute nicht gerecht gewesen, weil Hoffenheim zu stark war.“
Mit einem spielfreien Wochenende haben die Kraichgauer am Samstag, den 8. Mai (15.30 Uhr) erneut die Möglichkeit im Heimspiel gegen die bereits abgestiegenen Schalker die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einzufahren.  

Statistik:

SC Freiburg: Müller – Lienhart, Schlotterbeck (68. Gulde), Heintz – Schmid, Keitel (68. Tempelmann), Höfler, Günter – Sallai (68.Grifo), Höler – Demirovic (90. Jeong)
TSG Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Posch (46. Nordtveit), Richards (77. Vogt), Sessegnon – Grillitsch, Samassekou – Skov (61. Rutter), Kramaric, Adamyan (61. Baumgartner) – Bebou
Tore: 0:1 Kramaric (40.), 1:1 Grifo (81./Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgaufoto und Kraichgausport

Kann Hoffenheim seinen Aufwärtstrend in Freiburg fortsetzen?
Die TSG könnte gegen die Streich-Truppe alles klar machen
Freitag, 23. April 2021

Die TSG Hoffenheim befindet sich im Bundesliga-Saisonendspurt wieder im Aufwärtstrend. Nachdem die Kraichgauer sich nach einer Serie von fünf Niederlagen in Folge gefährlich der Abstiegszone näherten, konnten sie nach zwei Unentschieden und einem Heimsieg sich etwas mehr von der bedrohlichen unteren Tabellenzone befreien. Bemerkenswert dabei, dass die letzten Gegner Leverkusen, Leipzig und Mönchengladbach alle in der oberen Tabellenregion beheimatet sind und es nicht schafften, hinsichtlich ihrer noch ehrgeizigen Saisonziele die Blau-Weißen zu besiegen.

 
Ein großer Rückhalt war zuletzt erneut Torhüter Oliver Baumann. Beim Duell am Samstag gegen seinen
Ex-Verein wird Hoffenheims Nummer 1 mit Sicherheit einiges zu tun bekommen.
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Torgarant Kramaric

Garant beim letzten 3:2-Sieg über die Gladbacher Fohlen war erneut Torjäger Andrej Kramaric, der mit zwei Treffern sein Torkonto nach 24 Spieleinsätzen auf 16 Treffer ausbaute. Der Kroate ist auf dem besten Weg, seinen Torrekord aus der Saison 2018/19, wo er 17 Mal erfolgreich war, an den noch ausstehenden vier Spieltagen zu übertreffen. Insgesamt traf der 29-Jährige in seinen 156 Bundesligaspielen für die Hoffenheimer 78 Mal. Die Aussichten diese Top-Quote weiter auszubauen bietet sich am Samstag beim Auswärtsspiel in Freiburg. Gegen die Breisgauer erzielte der Vizeweltmeister in sieben Ligaspielen bereits fünf Treffer. Dabei kommt Kramaric entgegen, dass die Kraichgauer nach den beiden Nullnummern gegen Leverkusen und Leipzig zuletzt gegen Gladbach wieder deutlich offensiver und risikobereiter auftraten und mit 19 Torabschlüssen unter Trainer Sebastian Hoeneß einen neuen Saisonrekord aufstellten. Für Kramaric war der letzte Sieg dringend notwendig: „Es waren sehr wichtige drei Punkte. Die anderen Teams unten haben alle gewonnen. Nach dem 0:2-Rückstand war es nicht einfach, aber wir haben an uns geglaubt und Charakter gezeigt. Ich bin stolz auf das Team und sehr glücklich. In Freiburg wollen wir an die Leistung anknüpfen."

 
Pavel Kaderabek (li.) im Zweikampf mit Freiburgs Kapitän Christian Günter. Der Tscheche zählte beim
Sieg über Gladbach zu den stärksten Hoffenheimern.

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„Wollen Hoffenheim hinter uns lassen“

Dass dies kein leichtes Unterfang wird zeigten die letzten Duelle zwischen den beiden badischen Rivalen. Die Freiburger konnten die vergangenen drei Bundesliga-Spiele gegen die TSG alle für sich entscheiden. SC-Trainer Christian Streich in der Vorschau auf das bevorstehende Baden-Derby: „Ich glaube, es wird ein sehr umkämpftes und energetisches Spiel. Und ich gehe fest davon aus, dass wir extrem intensiv auf dem Platz auftreten werden. Für uns geht es um Tabellenplätze, um Reputation, um Anerkennung. Wir sind absolut ehrgeizig und wollen versuchen, Hoffenheim hinter uns zu lassen. Ich sehe keinen Grund, dass wir nicht mit vollem Engagement ins Spiel gehen."

 
Hoffenheims Stefan Posch gewinnt das Kopfballduell gegen seinen Freiburger Gegenspieler.
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TSG kann in Freiburg alles klar machen

Freiburg hat sein Saisonsoll vorzeitig erfüllt. Nach dem 4:0-Sieg über den bereits feststehenden Absteiger FC Schalke 04 haben die Schwarzwälder bereits die magische 40-Punkte-Marke zum Klassenerhalt erreicht und können in den noch ausstehenden vier Spieltagen befreit und locker aufspielen. Nicht ganz raus aus der Gefahrenzone sind die Gäste aus Nordbaden, die jedoch mit einem Auswärtserfolg im Schwarzwaldstadion alles klar machen können. Im Gegensatz zur TSG gehen die Südbadener nach der Spielabsage gegen Hertha BSC völlig ausgeruht am Samstagnachmittag an den Start.

"Müssen bereit und sofort wach sein"

TSG-Trainer Hoeneß über den nächsten Gegner: „Freiburg ist ein sehr unangenehmer Gegner und sehr konterstark. Sie hatten unter der Woche kein Spiel und können frisch auftreten. Die Mannschaft hatte zwei kleine Schwächephasen in dieser Saison, aber da sind sie rausgekommen und können nun nochmal oben angreifen." Für Hoeneß hat der letzte Sieg eine Art Initialzündung: „Gegen Freiburg brauchen wir die Eigenschaften, die wir in den vergangenen Spielen gezeigt haben. Wir müssen bereit und sofort wach sein. Wir wollen den Schwung mitnehmen.“ Personell hat sich bei den Hoffenheimern gegenüber dem letzten Spiel wenig geändert. Neben den Langzeitverletzten fallen weiterhin Sebastian Rudy, Marco John, Kevin Akpoguma und Mijat Gacinovic am Samstag aus. Auch die Einsatzchancen bei Diadie Samassekou und Kevin Vogt sind noch fraglich.

Fotos: Kraichgaufoto (4) und Kraichgausport (1)

Weitere Fotos zum Bericht
 
DFL-Präsidium beschließt zweistufige Quarantäne-Maßnahmen
Vorgaben für die letzten drei Bundesliga-Spieltage
Donnerstag, 22. April 2021

Das DFL-Präsidium hat zweistufige Quarantäne-Maßnahmen für die letzten drei Spieltage der laufenden Saison 2020/21 der Bundesliga und 2. Bundesliga beschlossen. Das Gremium folgt damit einer Empfehlung der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer in Abstimmung mit der „Kommission Fußball“. Vorgesehen sind demnach zwei Schritte: Zunächst hat sich der jeweils in das regelmäßige PCR-Testungsprogramm eingeschlossene Personenkreis um Lizenzmannschaft, Trainerteam sowie Mannschaftsbetreuer ab Montag, 3. Mai, ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion aufzuhalten („Quasi-Quarantäne“). Dies dient der Kontaktreduzierung sowie einer weiteren Minimierung des Infektionsrisikos und wurde bereits in der Schlussphase der vergangenen Saison nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs erfolgreich praktiziert.

 
Ab 12. Mai müssen alle 36 Profi-Klubs ein Quarantäne-Trainingslager beziehen.

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„Quarantäne-Trainingslager“ für alle 36 Clubs

Anschließend wird sich ab Mittwoch, 12. Mai, der entsprechende Personenkreis aller 36 Clubs in ein „Quarantäne-Trainingslager“ begeben, nachdem frühestens 24 Stunden vorher eine PCR-Testung mit negativem Ergebnis erfolgte. Das „Quarantäne-Trainingslager“ ist bis zum Abschluss der jeweiligen Partie eines Clubs am 34. Spieltag (22./23. Mai) verpflichtend. In den konkreten Zeitraum fallen somit die nach dem Spielplan letzten beiden Spieltage der Bundesliga und 2. Bundesliga. Die „Quarantäne-Trainingslager“ dienen dazu, die Durchführung des Spielbetriebs – insbesondere unter Berücksichtigung des Termindrucks aufgrund der auf die Saison folgenden UEFA EURO – zusätzlich abzusichern. Die Clubs haben dabei sicherzustellen, dass Spieler, Trainerteam sowie Betreuerstab im genannten Zeitraum nur untereinander Kontakt haben. Alle Vorgaben des medizinisch-hygienischen Konzepts gelten unverändert. Sollten einzelne Personen wie Mannschaftsärzte in Ausnahmefällen aufgrund besonderer beruflicher Verpflichtungen das „Quarantäne-Trainingslager“ zwischenzeitlich verlassen müssen, so ist die Rückkehr dieser Personen in den Mannschaftskreis nur unter Umsetzung von weiteren Schutzmaßnahmen möglich, unter anderem erst nach einem negativen Antigen-Schnelltest unmittelbar vor der Rückkehr.

 
Das DFL-Präsidium hat zweistufige Quarantäne-Maßnahmen beschlossen
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Notwendige Maßnahme zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs

Die Entscheidung des DFL-Präsidiums basiert auf einem Beschluss der DFL-Mitgliederversammlung vom 7. Dezember 2020, mit dem das Präsidium berechtigt wurde, die für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs unter Einhaltung des aktuellen Spielplans notwendigen und angemessenen Maßnahmen zu treffen. Gemäß diesem Beschluss ist das Präsidium auch berechtigt, nach Konsultation der mit Vertretern von zehn Clubs besetzten „Kommission Fußball“ ein „Quarantäne-Trainingslager“ für die Dauer von fünf bis vierzehn Tagen anzuordnen. Ein entsprechender Beschluss ist mindestens acht Tage vor Beginn des „Quarantäne-Trainingslagers“ zu fassen. Das DFL-Präsidium hatte die Proficlubs bereits im März darüber informiert, dass es diese Maßnahme in Erwägung zieht.

PM: DFL
Fotos: Kraichgaufoto

Starke Hoffenheimer drehen 0:2-Rückstand in 17 Minuten zum 3:2-Sieg
Fulminante Hoffenheimer Aufholjagd gegen lahme Gladbacher Fohlen
Donnerstag, 22. April 2021

Nach fünf sieglosen Spielen hat die TSG Hoffenheim dank einer fulminanten Aufholjagd und einer gegenüber den letzten Spielen deutlichen Leistungssteigerung mit einem 3:2-Heimsieg über Borussia Mönchengladbach wertvolle Punkte für den Klassenerhalt eingefahren. Dabei drehten die Kraichgauer einen 0:2-Pausenrückstand innerhalb von nur 17 Minuten dank eines Doppelpacks von Torjäger Andrej Kramaric. Die enttäuschenden Gladbacher, die drei Siege aus den letzten vier Bundesligaspielen holten, haben hinsichtlich ihrer Europapokalträume einen herben Rückschlag erlitten.

 
Kramaric erzielte gegen Gladbach seine Saisontreffer Nummer 15 und 16

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Gladbach trifft mit der ersten Torchance

Die Gastgeber waren von Beginn an das aktivere, gefährlichere Team und hatten durch Baumgartner (3.) und Skov (22.) zwei gute Tormöglichkeiten. Die Gladbacher Fohlen kamen nur behäbig in die Gänge, dafür aber äußerst effektiv. Mit ihrer ersten Toraktion gingen sie bei einem Konter und der großzügigen Mithilfe von TSG-Verteidiger Posch auf Vorarbeit von Thuram durch Plea 1:0 in Führung (25.). Wenig später vergab Bebou den möglichen Ausgleich, als er frei vor Torhüter Sippel den Ball an den linken Torpfosten setzte (31.). Während die Gäste weiter äußerst zurückhaltend agierten, fehlte es der TSG an der nötigen Durchschlagskraft.

Die zweite Toraktion bringt das 0:2

Die Effektivität, die die Gladbacher in der ersten Hälfte an den Tag legten, war beeindruckend. Wie schon zuletzt beim 4:0-Sieg über Frankfurt, wo bei vier Torschüssen eine 100-prozentige Chancenverwertung ausreichte, gingen sie mit ihrer zweiten Offensivaktion 2:0 in Führung. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff setzte sich Thuram auf der linken Angriffsseite durch, passte in die Mitte, wo Lazaro aus fünf Metern den Ball zum 2:0-Pausenstand über die Torlinie drückte (45.+1). Das aussagekräftige Halbzeitfazit von Hoffenheims Grillitsch: „Wir lagen zur Halbzeit 0:2 zurück, obwohl Gladbach sicher selbst nicht wusste, wie das passiert war. Denn wir hatten das Spiel dominiert, konnten es aber nicht ummünzen in Tore.“

 
Bebou traf erst den Pfosten, später erzielte er den 2:2-Ausgleich

Hoffenheimer Blitzstart

Die Hoffenheimer zeigten Nehmerqualitäten, steckten den Rückschlag eindrucksvoll weg und diktierten im zweiten Abschnitt eindeutig das Geschehen. Während das Team von Trainer Marco Rose mit angezogener Handbremse völlig leidenschaftslos und harmlos agierte, erhöhten die Blau-Weißen ihre Intensität und bliesen zur Aufholjagd. Nach nur drei Minuten Spielzeit verkürzte Kramaric nach einer Ecke aus kurzer Distanz auf 1:2 (48.). Gefährlich wurde es immer wieder, wenn sich der stark spielende Kaderabek über die rechte Seite einschaltete. So führten zwei Offensivaktionen des Tschechen zu weiteren Treffern. Zunächst verwertete Bebou eine Rechtsflanke zum 2:2-Ausgleich (58.) und wenig später war es erneut Kramaric, der eine Kaderabek-Hereingabe mit seinem 16. Saisontor zur 3:2-Führung vollendete (65.).

TSG bringt Führung souverän über die Zeit

Die Nordbadener hatten in Rekordzeit das Spiel zu ihren Gunsten gedreht. Die Borussen versuchten zwar, mit allen Mitteln der Partie wieder eine Wende herbei zu führen, was ihnen aber gegen leidenschaftlich und entschlossen verteidigende Gastgeber misslang. Die TSG-Defensive stand wie zuletzt gegen Leverkusen und Leipzig stabil und ließ kaum Toraktionen mehr zu. Es blieb beim knappen, aber hochverdienten sechsten Heimsieg, der für etwas Erleichterung im Kampf um den Klassenerhalt sorgte. Mit 35 Punkten kletterten die Hoffenheimer bei nunmehr neun Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf Rang 11.

 
Kaderabek war einer der Hoffenheimer Aktivposten beim 3:2-Erfolg über Mönchengladbach

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Emotionaler Sieg mit Blickrichtung Freiburg

Mit einem weiteren Erfolg am Samstag (15.30 Uhr) im Baden-Derby in Freiburg könnte die Hoeneß-Truppe sich aller Abstiegsängste endgültig entledigen. Für Doppeltorschütze Kramaric waren es drei ganz wichtige Punkte: „Die anderen Teams unten haben alle gewonnen. Nach dem 0:2-Rückstand war es nicht einfach, aber wir haben an uns geglaubt und Charakter gezeigt. Ich bin stolz auf das Team und sehr glücklich. In Freiburg wollen wir an die Leistung anknüpfen.“ Erleichterung auch bei Hoffe-Coach Hoeneß nach dem Befreiungsschlag: „Wir haben in den ersten 45 Minuten ein gutes Spiel gezeigt. Das Ergebnis war zu dem Zeitpunkt eine Farce. Die Jungs haben die ganze Zeit daran geglaubt und nach dem 1:2 ging es richtig los. Es war ein hochverdienter, emotionaler Sieg, der in der zweiten Hälfte mit drei Toren gekrönt wurde. Am Samstag wartet ein schwieriges Spiel gegen frische Freiburger auf uns. Da müssen wir an die Leistung anknüpfen.“

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Posch, Richards, Sessegnon – Samassekou, Grillitsch – Skov (63. Adamyan), Kramaric (90.+1 Bogarde), Baumgartner (83. Nordtveit) – Bebou
Borussia Mönchengladbach: Sippel – Lainer (86. Traore), Ginter, Elvedi, Bensebaini (68. Zakaria) – Kramer (75. Herrmann), Neuhaus – Lazaro, Plea (68. Wolf), Hofmann – Thuram (68. Embolo)
Tore: 0:1 Plea (25.), 0:2 Lazaro (45.+1), 1:2 Kramaric (48.), 2:2 Bebou (60.), 3:2 Kramaric (65.)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: Fehlanzeige

Fotos: Kraichgaufoto (3) und Kraichgausport (1)

Weitere Fotos zum Bericht
Hoffenheimer Defensivkünstler empfangen wiedererstarkte Gladbacher
Gelingt der TSG im sechsten Versuch wieder ein Erfolgserlebnis?
Dienstag, 20. April 2021

In der letzten englischen Woche der Bundesliga-Saison 2020/21 empfängt die TSG Hoffenheim am 30. Spieltag in Sinsheim den Tabellensiebten Borussia Mönchengladbach. Die Kraichgauer rangieren aktuell mit 32 Punkten auf Platz 12 und müssen weiter ein wachsames Auge in Richtung Abstiegskampf haben. Die Fohlen vom Niederrhein hingegen haben nach einer Niederlagenserie von vier Spielen in Folge derzeit einen außergewöhnlich positiven Lauf, sind seit vier Spieltagen ungeschlagen und holten aus diesen Partien zehn von zwölf möglichen Punkten. Rund um den Borussia Park macht man sich in den noch ausstehenden fünf Partien bis Saisonende bei vier Zählern Rückstand auf Rang 6 noch berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europa League. Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß über die Stärken des nächsten Gegners: „Gladbach hat eine gute Mannschaft mit hoher individueller Klasse. Zudem sind sie bei Standardsituationen unglaublich gefährlich. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir werden in das Spiel gehen, um zu gewinnen. Auch wenn wir wissen, dass wir gegen eine wiedererstarkte Gladbacher Mannschaft spielen.“

 
Hoffenheims Stürmer Sargis Adamyan im Zweikampf mit Gladbachs Nico Elvedi (re.)
Anpfiff ins Leben

Gladbacher Standardspezialisten

Wie gut in Form das Team von Trainer Marco Rose aktuell ist, zeigte sich zuletzt beim 4:0-Heimsieg über den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt. Gegen die Hessen und den zukünftigen VfL-Trainer Adi Hütter feierte der fünffache Deutsche Meister seinen höchsten Saisonsieg. Ein Garant für den deutlichen Erfolg waren erneut drei Standardsituationen, die zu Torerfolgen führten. Mit sieben erzielten Treffern nach Ecken weisen die Borussen den Liga-Topwert auf. Die Kraichgauer sind diesbezüglich gewarnt und werden versuchen, Standards wie Freistöße oder Ecken möglichst zu vermeiden.

Hinten hui - vorne pfui!

Die Hoeneß-Truppe entwickelt sich zunehmend zum Defensivbollwerk, was sechs Ligaspiele ohne Gegentreffer im Kalenderjahr 2021 belegen. Auch wenn die beiden zuletzt torlosen Remis gegen die im oberen Tabellendrittel platzierten Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig als Überraschungserfolge zu sehen sind, gilt es die Torflaute nach drei Partien ohne erzielten Treffer möglichst schnell zu beenden. Stürmer Ihlas Bebou: „Die Defensivleistung in den vergangenen beiden Spielen war super. Darauf lässt sich aufbauen. Nun müssen wir in der Offensive noch etwas gefährlicher werden.“ Fakt ist: Aktuell spielt Hoffe „hinten hui und vorne pfui" - daran gilt es noch zu arbeiten.

 
Matthias Ginter (li.) und Hoffenheims Ihlas Bebou mit konzentriertem Blick auf den Ball

Heidelberger

Wunsch nach mehr Offensivpower

Um letztendlich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, müssen die Blau-Weißen wieder mutiger, entschlossener und couragierter auftreten. Die wenigen Torschüsse gegen Leverkusen und Leipzig, die zusammen an einer Hand abzulesen waren, führen auf Dauer weder zum Erfolg noch zu einer ansehnlichen, unterhaltsamen Spielweise. Der Unmut der Fans über die unattraktive Spielweise wächst. Auch wenn der drohende Abstiegskampf womöglich zur Vorsicht neigen lässt und am Selbstvertrauen nagt, haben die Hoffenheimer personell genügend Offensivqualitäten, um solche unbefriedigenden Offensivdarbietungen wie zuletzt nicht zum Dauerzustand werden zu lassen. Die bisherigen 41 Saisontreffer entsprechen nicht der Hoffenheimer DNA vergangener Jahre, bei denen Offensivfußball für Begeisterung und Erfolg stand. Für Trainer Hoeneß geht es dennoch vordergründig darum, die Saison erfolgreich zu Ende zu spielen: „Wir wollen den Weg aus den vergangenen zwei Spielen weiter einschlagen. Das führt dann auch zu Punkten, damit wir die Saison so sorglos wie möglich zu Ende spielen.“

 
Robert Skov nimmt es hier gleich mit drei Gladbacher Gegenspielrn auf

Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt ist möglich

Angesichts des alles andere als komfortablen Vorsprungs zum Relegationsplatz bietet sich der TSG nach fünf sieglosen Spielen mit dem sechsten Saison-Heimsieg am Mittwochabend die Chance, sich ein kleines Polster zur Abstiegsregion zu verschaffen. Gegner Mönchengladbach wird hier jedoch mit seinem neu gewonnenen Selbstvertrauen mit Sicherheit etwas dagegen haben. Zuversichtlich zeigt sich Hoffenheims Defensivspieler und Bayern-Leihgabe Chris Richards: „Das Unentschieden in Leipzig haben wir uns verdient. Ich hoffe, dass wir unsere Leistungen in den nächsten Spielen gegen Gladbach und Freiburg fortsetzen können.“

Einige Stammkräfte werden fehlen

Personell fehlen den Gastgebern am Mittwochabend neben den bekannten Langzeitverletzten noch Kevin Vogt, Sebastian Rudy, Kevin Akpoguma, Marco John und Mijat Gacinovic. Die Bilanz aus den bisherigen 29 Duellen ist aus Hoffenheimer Sicht bei elf Siegen, zehn Unentschieden und acht Niederlagen positiv.

Fotos: Kraichgaufoto

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Die Vorzeichen sprechen deutlich für die Nagelsmänner
Hoffenheim gastiert Freitagabend bei RB Leipzig
Mittwoch, 14. April 2021

Nach der Nullnummer in der letzten Montagspartie der Fußball-Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen gastiert die TSG Hoffenheim am 29. Spieltag am Freitagabend um 20.30 Uhr bei RB Leipzig. Im Duell gegen den Tabellenzweiten geht es vor allem für die Kraichgauer darum, deutlich mutiger und engagierter aufzutreten als zuletzt gegen Leverkusen. Um sich bei den Sachsen überhaupt etwas ausrechnen zu können, muss der Tabellenzwölfte vor allem in der Offensive deutlich entschlossener und zielorientierter zur Sache gehen. In der aktuellen Verfassung ist RB noch mal eine Schippe besser als das Bayer-Team. Die Blau-Weißen gehen als krasser Außenseiter ins Spiel, alles andere als ein Heimsieg der erfolgsverwöhnten Roten Bullen käme einer Überraschung gleich. In der aktuellen Verfassung spricht wenig für die Hoffenheimer, die selten so aussichtslos gegen Leipzig an den Start gingen. Doch vielleicht liegt gerade hier die Minichance, überraschend nicht kalkulierte Punkte zu entführen.

 
Gelingt Hoffenheims Kramaric (Mitte) - hier im Duell mit Sabitzer - in Leipzig endlich wieder ein Torerfolg?

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Leipzig lauert auf einen Ausrutscher der Bayern

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß weiß um die Schwere der Aufgabe: „Leipzig ist eine absolute Top-Mannschaft. Sie können noch oben reinstoßen in der Liga und zudem den DFB-Pokal gewinnen. Sie sind sehr konstant durch die Saison gekommen“. RB rangiert aktuell fünf Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern in der Lauerposition und hofft nach dem kräftezehrenden Champions League-Aus der Münchner in Paris auf einen möglichen Ausrutscher der Münchner in der Spitzenpartie am Samstag beim Tabellendritten VfL Wolfsburg. Dann würde der Rückstand, vorausgesetzt man gewinnt das Heimspiel am Vortag gegen Hoffenheim, sich auf nur noch zwei Zähler reduzieren und das Titelrennen wäre fünf Spieltage vor Saisonende wieder völlig offen.

Seit sechs Spielen gegen RB sieglos

Doch bei allen Hochrechnungen haben die Kraichgauer ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Auch wenn sie gegen Leipzig seit sechs Pflichtspielen (5:2-Sieg im April 2018) nicht mehr gewinnen konnten, so gilt es die nötigen Punkte für den gesicherten Klassenerhalt so früh wie möglich einzufahren. Während Trainer Hoeneß bei fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz keine Panik verbreitet und der Stärke der Mannschaft vertraut, so hat Kapitän Oliver Baumann die Tabelle fest im Blick: „Es ist kein so großer Abstand nach unten. Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen".

 
Hoffenheims Kaderabek (re.) im Duell mit Leipzigs Upamecano
lacuisine

„Müssen offensiv besser werden“

Die Tottenham-Leihgabe Ryan Sessegnon zieht aus dem Punktgewinn gegen das Bayer-Team positive Ansatzpunkte: „Wir haben gegen Leverkusen den Willen gezeigt, gemeinsam zu verteidigen, uns gegenseitig zu unterstützen. Im nächsten schweren Spiel gegen Leipzig können wir auf unserer defensiven Leistung aufbauen und versuchen, offensiv noch etwas besser zu werden.“

Für eine Überraschung muss alles passen

Auch Hoeneß gibt sich optimistisch und spricht sogar von einem möglichen Überraschungssieg. Voraussetzung für den gebürtigen Münchner ist dabei, dass seine Mannschaft „Aggressivität, Zweikampfbereitschaft und Intensität an den Tag legt und gleichzeitig eigene Balleroberungen besser nutzt sowie die Konter konsequenter zu Ende spielt".

Beste Defensive der Liga

Tore gegen die beste Defensive der Liga zu erzielen dürfte dabei angesichts der zuletzt schwachen Offensivform der Hoffenheimer äußerst schwer werden. Im Vergleich zu den 47 Gegentreffern der TSG kassierte RB in den bisherigen 28 Bundesligapartien nur 23 Gegentore. Die Hintermannschaft war bislang der Garant für das gute Abschneiden der Nagelsmänner.

 
TSG-Keeper Baumann hat den geringen Abstand zur Abstiegszone fest im Blick. In Leipzig dürfte er sich über ausstehende Arbeit sicherlich nicht beklagen können.

Wiesendanger Bedachungen

Duell zwischen den Trainer-Youngsters

Natürlich wird am Freitagabend auch das Duell der beiden aktuell jüngsten Bundesliga-Trainer im Mittelpunkt stehen: Auf Seiten der Gastgeber der 33-jährige ehemalige Hoffe-Coach Julian Nagelsmann gegen seinen 38-jährigen Nachfolger aus München. Wie engagiert Nagelsmann an der Seitenlinie bei der Sache ist, ist bei den Geisterspielen unüberhörbar. Während der gebürtige Landsberger die Anweisungen an seine Spieler aus voller Kehle brüllt, gilt sein Gegenüber Hoeneß eher als zurückhaltend, ruhig und besonnen.

Das Warten auf den Auswärtserfolg

Während die Ostdeutschen die vergangenen beiden Ligaheimspiele (1:1 gegen Frankfurt und 0:1 gegen Bayern) nicht gewinnen konnten, warten die Nordbadener seit fünf Auswärtsspielen sehnlichst auf ein Erfolgserlebnis in der Fremde. Dieses gab es zuletzt vor einem Vierteljahr am 19. Januar beim 3:0-Sieg bei Hertha BSC Berlin. Wie unterschiedlich die sportlichen Ergebnisse der beiden Kontrahenten in diesem Jahr sind, belegen folgende Statistiken: RB hat nur eins seiner vergangenen zehn Bundesliga-Spiele verloren (acht Siege, ein Remis), während Hoffenheim nur zwei der vergangenen zehn Bundesliga-Spiele gewinnen konnte (drei Remis, fünf Niederlagen). Und noch eine Statistik ist vielsagend: Die Nagelsmann-Truppe ist ein wahrer Freitagabend-Spezialist, hat bei zehn Siegen und zwei Remis noch nie zu dieser Anstoßzeit unter Flutlicht verloren.

Fotos: Kraichgaufoto (4) und Kraichgausport (1)

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Bittere Magerkost bei der Nullnummer des letzten Montagsspiels
Torloses Remis zwischen Hoffenheim und Leverkusen
Dienstag, 13. April 2021

Im letzten Montagabendspiel der Fußball-Bundesliga trennten sich die TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen am 28. Spieltag mit einem leistungsgerechten torlosen Unentschieden. In einer chancenarmen und wenig unterhaltsamen Partie ging es für beide Mannschaften vorrangig darum, möglichst nicht zu verlieren und sich zumindest mit einem Punkt seine Ziele im Saisonendspurt noch zu realisieren. Bei den Gästen aus dem Rheinland dürfte durch die Sinsheimer Nullnummer allerdings der Champions League-Zug bei derzeit neun Zählern Rückstand auf Platz 4 abgefahren sein. Die Kraichgauer hingegen konnten nach drei Niederlagen in Folge zwar ihren Negativlauf stoppen, doch bei aktuell nur fünf Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz gilt immer noch höchste Vorsicht, um nicht noch in den Abstiegssumpf zu geraten.

 
Rudy (li.), hier im Duell mit Demirbay, musste bei seinem 250. Bundesligaspiel nach 38 Minuten verletzt ausgewechselt werden

Schreinerei Schock

Keine einziger TSG-Torschuss in Hälfte 1

Die von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß im Vorfeld angekündigte Reaktion auf die letzten enttäuschenden Vorstellungen blieb jedoch in der erneut zuschauerleeren Sinsheimer Arena aus. „Wir wissen um die Situation. Es ist an der Zeit, einfach zu liefern und weniger zu reden“, hatte der 38-jährige gebürtige Münchner im Vorfeld auf der Pressekonferenz verkündet. Was seine Mannschaft dann über die gesamte Spielzeit in Richtung des erhofften Befreiungsschlages bot, war bittere Magerkost. Selbst eingefleischteste Hoffe-Fans können sich an kein Spiel erinnern, bei dem am Ende nur zwei (!) Torschüsse zu Buche standen. Erschreckend die Tatsache, dass die Hoffenheimer zum ersten Mal seit elf Jahren ohne einen Torschuss in der ersten Hälfte blieben. Das Bayer-Team hatte zwar im ersten Abschnitt optische Vorteile, doch bis auf einen Aranguiz-Schuss, den Torhüter Oliver Baumann parierte (25.), gab es keine Höhepunkte. Während die Defensive geordnet und sicher gegen harmlose Leverkusener stand, waren die Gastgeber in der Offensive erschreckend harmlos. Auch der nach 38 Minuten für den verletzten Sebastian Rudy ins Spiel gekommene Torjäger Andrej Kramaric blieb nach seiner zweiwöchigen Verletzungspause unauffällig.

 
Hoffenheims Akpoguma sucht eine Anspielstation

"Das war nicht Fisch, nicht Fleisch"

In der zweiten Hälfte änderte sich wenig, beide Defensivreihen ließen wenig zu und so verblasste die Partie immer mehr. Bis auf eine gute Möglichkeit von Nadiem Amiri, der an der Strafraumgrenze frei zum Torschuss kam, aber direkt in die Arme von Baumann schoss, gab es nichts erwähnenswertes (65.). Passend das Fazit von Hoffenheims Florian Grillitsch: „Das war nicht Fisch, nicht Fleisch. Wir haben gut verteidigt. Nach vorne hat es weniger gut geklappt, das müssen wir besser machen." Für den ehemaligen Hoffenheimer Amiri, der nach gut einer Stunde von Trainer Hannes Wolf eingewechselt wurde, war der Punkt für die Zielrichtung Champions League zu wenig. Für den Offensivspieler war es „eine gerechte Punkteteilung, in der wir in der ersten, Hoffenheim in der zweiten Hälfte das bessere Team waren“.

"Schritt in die richtige Richtung"

Nach den schwachen Leistungen zuletzt gegen Mainz und Augsburg war es für Baumann „ein Schritt in die richtige Richtung“. Der TSG-Keeper weiter: „Die Spiele davor waren einfach nicht gut genug. Heute war es deutlich besser. Wir haben gute Zweikämpfe geführt und sehr gut verteidigt. Es ist kein so großer Abstand nach unten. Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen.“ Für Trainer Hoeneß war die defensive Stabilität ausschlaggebend, dass am Ende hinten die Null stand. Neben diesem für ihn positiven Aspekt und der Tatsache, dass sein Team eine Reaktion gezeigt hat, blickt er positiv auf die nächsten Aufgaben. Diese werden jedoch nicht einfach. Zunächst gastieren die Blau-Weißen am Freitagabend (20.30 Uhr) beim Tabellenzweiten RB Leipzig und danach heißen die Gegner Mönchengladbach und Freiburg.

 
Posch (li.) gegen Bailey

Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Akpoguma (88. Nordtveit), Posch, Richards – Kaderabek, Grillitsch, Sessegnon – Rudy (38. Kramaric), Baumgartner – Bebou, Skov (78. Rutter)
Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Jedvaj, S. Bender, Tapsoba, Wendell – Aranguiz, Palacios – Wirtz (58. Amiri), Demirbay (71. Frimpong), Diaby (86. Bailey) – Alario (58. Schick)
Tore: -
Zuschauer: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck

Fotos: Kraichgaufoto

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Droht der TSG gegen Bayer die nächste bittere Pille?
Hoffenheim empfängt am Montagabend Bayer 04 Leverkusen
Freitag, 9. April 2021

In der letzten Partie des 28. Bundesliga-Spieltages empfängt die TSG Hoffenheim am Montagabend (20.30 Uhr) das Team von Bayer 04 Leverkusen. Nach drei Niederlagen in Folge sind die Kraichgauer auf Tabellenplatz 12 zurückgefallen und haben nur noch sieben Punkte Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz. Auch wenn deshalb sieben Spieltage vor Saisonende (noch) keine Unruhe im TSG-Lager aufkommt, so waren die zuletzt gezeigten Leistungen der Hoeneß-Truppe mehr als enttäuschend.

Eine außergewöhnliche Saison

Die Nordbadener durchleben eine ihrer außergewöhnlichsten Erstligaspielzeiten seit dem Aufstieg 2008. Aufgrund mehrerer Coronafälle und eines außergewöhnlich hohen Verletzungspechs musste man über einen längeren Zeitraum personell immer wieder improvisieren und aus der Not das Beste machen. Die Lage hat sich aber inzwischen gebessert, personelle Engpässe gibt es in der Häufigkeit nicht mehr. Von daher ist es mehr als verwunderlich, dass es seit Wochen sportlich stagniert bzw. nicht mehr rund läuft. Gegner wie Mainz und Augsburg machten es mit einfachen Mitteln vor, wie man „Hoffe“ mit konzentrierter und taktischer Herangehensweise besiegen kann.

 
Nach drei Niederlagen in Folge möchten die Hoffenheimer gegen Leverkusen, nicht wie in dieser Szene Pavel Kaderabek (2. v.r.), erneut ins Stolpern geraten

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Fehler können nicht abgestellt werden

Florian Grillitsch, der zuletzt in der zentralen Rolle in der Dreierabwehrkette spielte: „Wir haben gegen Augsburg nicht die richtige Antwort gehabt und nicht gewusst, wie wir uns Chancen herausspielen sollen". Trainer Sebastian Hoeneß bei seiner Analyse: „Wir hatten mit dem Rückstand zu kämpfen. In der Schlussphase wurde es besser, aber im letzten Drittel war es nicht gut genug. Die Effizienz hat gefehlt.“ Fehler und Nachlässigkeiten werden im Bundesligaalltag gnadenlos bestraft - diese Erfahrung mussten die Blau-Weißen zuletzt des Öfteren machen.

Leverkusen möchte zurück in die Erfolgsspur

In den nächsten Partien geht es gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel anspruchsvoll weiter. Den Anfang macht zu ungewohnter Spielzeit am Montagabend das Werksteam aus Leverkusen, das sich auf Tabellenplatz 6 hinter den punktgleichen Dortmundern unbedingt für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren möchte. Da der Rückstand zum Champions-League-Platz bereits auf sieben Punkte angewachsen ist, hat Sportdirektor Simon Rolfes das Saisonziel neu definiert: „Wir sind als derzeitiger Tabellen-Sechster auf einem Europa-League-Rang, und den wollen wir mindestens verteidigen."

 
Sebastian Rudy (li.), hier im Duell mit dem Ex-Hoffenheimer Kerem Demirbay, bestreitet am Montagabend sein 250. Bundesligaspiel

Tore nahezu garantiert

Sieben Mal gelang es dem Bayer-Team bereits, in Sinsheim Auswärtssiege zu landen, wenngleich die letzten beiden Partien zu Gunsten der Gastgeber gingen. Allgemein gelten Spiele zwischen der TSG und Bayer 04 als besonders torreich. Vier der letzten sechs Bundesliga-Duelle endeten mit einem 4:1-Sieg, wobei jedes Team zwei Siege in dieser Höhe für sich verbuchen konnte. Mit diesem Ergebnis im Hinspiel übernahm Leverkusen nach dem 11. Spieltag sogar die Tabellenführung. Sebastian Rudy, der vor seinem 250. Bundesliga-Einsatz steht und seine Mannschaftskollegen wollen sich hierfür revanchieren und gegen die ehemaligen Mitspieler Kerem Demirbay und Nadiem Amiri, die jetzt in Leverkusen unter Vertrag stehen, kein zweites Mal in Folge als Verlierer vom Platz gehen.

„Das ist nicht unser Anspruch“

Der wegen einer Sprunggelenkverletzung noch nicht einsatzfähige Torjäger Andrej Kramaric sagte in einem TSG-Interview über die aktuelle Situation: „Wir haben noch sieben Spiele vor uns und wollen zeigen, wofür wir eigentlich stehen. Natürlich sind wir nicht zufrieden mit den Ergebnissen und den Leistungen. Das ist nicht unser Anspruch.“ Über Gegner Leverkusen fand er lobende Worte: „Sie sind sehr gut besetzt und haben eine hohe individuelle Qualität. Das zieht sich durch alle Mannschaftsteile. In diesem Jahr haben sie nicht immer die gewünschten Ergebnisse erlangen können. Das hat mich überrascht, weil sie eigentlich zu den besten Teams der Liga gehören.“

 
Andrej Kramaric (re.), der sich hier gleich gegen mehrere Leverkusener durchsetzt, wird schmerzlichst vermisst

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Leverkusen zog die Notbremse und wechselte den Trainer

Auch für die Rheinländer lief es im Jahr 2021 nicht wunschgemäß. Nach einer anhaltenden Talfahrt in der Rückrunde zogen die Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich vorzeitig von Trainer Peter Bosz. Als Nachfolger wurde vorübergehend Hannes Wolf verpflichtet, als Co-Trainer kehrte Peter Hermann zurück, der zuletzt Co-Trainer der U19-Nationalmannschaft und zuvor schon 29 Jahre für Leverkusen tätig war. Wolf wurde als U18-Nationaltrainer vom DFB für den Rest der Saison ausgeliehen, ein langfristiges Engagement ist denkbar. Nach einer Niederlagenserie rechtfertigte Sport-Geschäftsführer Rudy Völler den Trainerwechsel: „Leider ist unsere Mannschaft zuletzt immer wieder in dieselben Muster verfallen. Wir haben es nicht geschafft, die sich wiederholenden Fehler abzustellen und in die Erfolgsspur zurückzukehren". Mit einem derart sportlichen Rückschlag hatte man unterm ambitionierten Bayer-Kreuz nicht gerechnet: Mitte Dezember war man noch Tabellenführer, danach folgten im Kalenderjahr 2021 zehn Niederlagen in 17 Pflichtspielen. In der Europa League scheiterte der Werksklub am Schweizer Meister Young Boys Bern, im DFB-Pokal am Regionalligisten Rot-Weiss Essen.

Interessantes Duell mit offenem Ausgang

Unter dem neuen Trainer Wolf konnten die Rheinländer am vergangenen Spieltag mit einem 2:1-Sieg über Schlusslicht FC Schalke 04 ihre Negativserie beenden und wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Auch wenn dieser Sieg noch wenig aussagekräftig ist, dürfte das Duell der zuletzt kriselnden Teams aus Hoffenheim und Leverkusen einen interessanten, richtungsweisenden Verlauf nehmen. Eines ist jedoch Fakt: Wenn die Hoeneß-Truppe keine deutlichere Leistungssteigerung als zuletzt gegen Mainz und Augsburg an den Tag legt, werden sie von der Werkself die nächste bittere Pille verabreicht bekommen.

Fotos: Kraichgaufoto

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Eine Trotzreaktion wäre die beste Antwort auf die berechtigte Kritik
Keine Weiterentwicklung, zu viele Fehler und Nachlässigkeiten
Donnerstag, 8. April 2021

Für die TSG Hoffenheim kann es sieben Spieltage vor Saisonende noch völlig unerwartet ungemütlich werden. Nach drei Niederlagen in Folge hat sich der Abstand zu der Abstiegsregion auf nur noch sieben Zähler verringert. Mit Blick auf das April-Programm haben es die Kraichgauer mit Leverkusen (12.4.), Leipzig (16.4.), Mönchengladbach (21.4.) und Freiburg (24.4.) gegen besonders spielstarke Mannschaften, gegen die in der Hinrunde nur drei Punkte eingefahren wurden, zu tun. Im Saisonendspurt im Mai geht es dann gegen die abstiegsbedrohten Teams von Schalke 04 (8.5.), Bielefeld (15.5.) und Hertha BSC Berlin (22.5.), gegen die es in der ersten Saisonhälfte vier Punkte gab.

 
Die Enttäuschung ist Andrej Kramaric ins Gesicht geschrieben. Der Kroate wird im Sturmzentrum dringend vermisst.

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Keine Weiterentwicklung erkennbar

Doch es ist nicht der aktuelle Tabellenstand oder die nächsten Gegner, die so manchem Hoffe-Fan Sorgen bereiten, sondern vielmehr die plan-, ideen- und hilflose Herangehensweise in den letzten Partien. Selbst in Phasen dominanter Spielkontrolle fehlt es an der Entschlossenheit, der Effizienz sowie dem kaltschnäuzigen Verwerten hochkarätiger Torchancen. Hoffe lässt zu viel liegen, bringt sich damit oft selbst um den verdienten Lohn. Während im gesamten Saisonverlauf unter dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß leider wenig Konstanz erkennbar ist, offenbaren sich gegen Saisonende Schwächen, die so nicht zu erwarten waren. Statt einer Weiterentwicklung ist Stagnation und teilweise sogar Rückschritt erkennbar. Das Pokal-Aus gegen Zweitligist Greuther Fürth sowie das Europapokal-Scheitern gegen den krassen norwegischen Außenseiter Molde FK ist schwer aus den Köpfen zu bekommen - auch weil sie schwer erklärbar sind.

Zweitschlechteste Defensive der Liga

Auch eine verunsicherte, alles andere als sattelfeste Hintermannschaft fällt bei der Bestandaufnahme ins Gewicht. Die TSG-Defensive weist mit 47 Gegentreffern den zweitschlechtesten Ligawert auf und ist taktisch sehr leicht in Verlegenheit zu bringen. Bezeichnend die Aussage von Torhüter Oliver Baumann nach der 2:1-Niederlage in Augsburg: „Wir sind in einer Situation, in der wir auch auf die anderen Mannschaften schauen müssen. Das ist erschreckend und macht mir Sorge“. Was Hoffenheims Nummer 1 besonders ärgert sind die frühen Gegentore, die das Team schon in der Anfangsphase zusätzlich unter Druck setzt.

Frühe Rückstände

Fehlende Wachsamkeit und Konzentration machten es den Gegnern leicht. Sowohl gegen Stuttgart (15. Min.), Mainz (1.) und Augsburg (8. und 23.) lag man früh in Rückstand und konnte die Partie dann nicht mehr für sich wenden. „Wir müssen besser in Spiele kommen, um auch mal in Führung zu gehen - das ist der größte Ansatzpunkt“, stellte Hoeneß zwar treffend fest, aber gebracht hat es nichts. Die Mannschaft scheint dies nicht zu verinnerlichen oder wahrzunehmen. Kapitän Baumann nach dem Augsburg-Spiel: „Die ersten 25 Minuten haben wir verpennt. Wir kriegen die Tore zu einfach“.

 
Torhüter Oliver Baumann blickt besorgt auf die aktuelle sportliche Situation der TSG Hoffenheim

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Fehler werden gnadenlos ausgenutzt

Tore, die vor allem durch gravierende, individuelle und taktische Fehler den Gegner begünstigen und voll in die Karten spielen. "Für mich ist es unerklärlich, wie wir heute aufgetreten sind. Natürlich hat es Mainz auch gut gemacht, aber von uns war es heute viel zu wenig. Es war ein schlechtes Spiel von uns", sagte selbstkritisch Florian Grillitsch, der zuletzt die zentrale Rolle in der Dreierkette einnahm. Die Gegner haben die Spielweise unter Hoeneß längst durchschaut, ziehen sich weit zurück, lassen die Hoffenheimer ihr wenig raumbringendes Passspiel aufziehen und lauern auf Konter. Dies haben zuletzt die Augsburger äußerst effizient genutzt und konnten trotz ihrer offensivschwachen zweiten Hälfte am Ende an den Kraichgauern vorbeiziehen.

Abhängig von Kramaric

Erneut offenbarte sich, wie wichtig Stürmer Andrej Kramaric für die Nordbadener ist. Ohne ihren Topstar, der aufgrund einer Sprunggelenkverletzung pausieren muss, gab es zwar noch keinen Saisonsieg, aber sich nur auf die Tore des Kroaten zu verlassen wäre zu einfach. Jetzt sind eben andere Spieler gefordert, in die Bresche zu springen und den Ausfall des Torjägers bestmöglichst wettzumachen. Kramaric ist zwar der Ausnahmespieler im Kader, aber eine sportliche Abhängigkeit wäre fatal.

 
Reichlich Diskussionsbedarf bei Kevin Vogt (re.) und Sebastian Rudy (li.) gegenüber dem Schiedsrichter

Heidelberger

Gegen Bayer droht die nächste bittere Pille

Sollte die Hoeneß-Truppe in der nächsten Heimpartie am Montagabend (20.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen keine deutliche Leistungssteigerung an den Tag legen, werden sie vom Werksteam die nächste bittere Pille verabreicht bekommen. Die Spieler stehen jetzt mehr denn je in der Pflicht. Auch ihnen werden die kritischen Kommentare und Enttäuschungen der Fans nicht verborgen bleiben. Den Misserfolg nur dem noch relativ unerfahrenen Trainer zuzuschieben wäre zu billig.

Trotzreaktion wäre die beste Antwort

Eine Trotzreaktion wäre jetzt die beste Antwort. Der vorhandene Spielerkader ist trotz der Ausfälle einiger Stammkräfte stark genug, um ein Zeichen zu setzen und selbst die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Ob es dabei gegen die vermeintlich stärkeren April-Gegner oder die zumindest tabellarisch etwas schwächeren Mai-Gegner geht, spielt keine Rolle. Der Wille und die Bereitschaft sind maßgebend. Wenn es am Ende trotz größter Bemühungen und vollem Einsatz über 90 Minuten zu einer Niederlage führt, ist dies für den Fan leichter vermittelbar, wie Niederlagen der Kategorie Mainz oder Augsburg. Es ist noch nicht zu spät, um verloren gegangenen Kredit zurückzugewinnen.    

Fotos: Kraichgausport (4) und Kraichgaufoto (2)

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Hoffenheim nach dritter Niederlage in Folge in der Abwärtsspirale
Enttäuschende 2:1-Niederlage der Hoeneß-Elf in Augsburg
Samstag, 3. April 2021

Enttäuschung bei der TSG Hoffenheim: Die Kraichgauer kassierten am 27. Bundesliga-Spieltag eine 1:2-Niederlage beim FC Augsburg und rutschten in der Tabelle auf den 12. Platz ab. Der Abstand nach der dritten Niederlage in Folge zu den besonders abstiegsgefährdeten Mannschaften auf Rang 16 mit Köln und 17 mit Bielefeld ist bei sieben Zählern zwar immer noch respektabel, aber angesichts der folgenden schweren Aufgaben in den kommenden Wochen könnte es für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß noch ganz schön eng werden.

Hoeneß mahnte vor den Augsburger Stärken

Augsburg erwies sich als der erwartet unbequeme Gegner, der es der TSG über die gesamte Spielzeit sehr schwer machte. TSG-Coach Hoeneß hatte noch vor der Partie gewarnt: „Der FCA verteidigt tief und spielt gefährliche Konter. Es ist wichtig, dass wir in Führung gehen und im Gegenpressing präsent sind. Dadurch können wir ihre Konter unterbinden“. Doch anscheinend nahm man diese Vorgabe nicht ernst genug, denn sonst wäre man nicht früh nach zwei klassischen Konter durch Ruben Vargas (8.) und André Hahn (23.) 0:2 in Rückstand geraten. Torhüter Oliver Baumann: „Die ersten 25 Minuten haben wir verpennt. Natürlich war es nicht unser Plan, dass wir uns auskontern lassen. Es ist einfach ärgerlich, dass wir so oft in Rückstand geraten. Wir bekommen zu einfach Gegentore.“

 
Das erste Saisontor von Skov in der 86. Minute fiel zu spät, Augsburg brachte die Führung souverän über die Zeit

www.akropolis-sinsheim.de

Ausfall von Kramaric besonders schmerzhaft

Während die TSG mit viel Ballbesitz, aber ohne Raumgewinn sich kaum Torchancen erspielte, kontrollierte das Team von Trainer Heiko Herrlich die Partie weitgehend aus der Defensive heraus und ließ dem Gegner wenig Platz und Raum, um  Torgefahr zu entwickeln. Bis auf den späten Anschlusstreffer von Robert Skov (86.) kam nichts zählbares für die Blau-Weißen heraus. Augsburg kletterte nach seinem fünften Heimerfolg, zugleich seinem 100. Bundesligasieg, mit neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz vorbei an Hoffenheim auf Rang 11. Besonders schwer wirkt der Ausfall von TSG-Torjäger Andrej Kramaric, der sich bei der kroatischen Nationalmannschaft eine Sprunggelenksverletzung zuzog und seiner Mannschaft enorm fehlte. Vier der sechs Partien ohne den Stürmer verlor die TSG bereits in dieser Saison.

FCA macht aus zwei Kontern zwei Treffer

Die Gäste taten sich von Beginn an gegen die dicht gestaffelte Hintermannschaft der Augsburger schwer. Florian Grillitsch als Abwehrchef unterlief in der Anfangsphase einige Patzer, die der Gegner eiskalt nutzte. Nach einem verlorenen Zweikampf des Österreichers landete der Ball über Caligiuri bei Vargas, der mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck Torhüter Baumann beim 1:0 keine Chance ließ (8.). Einen frühen Rückstand wollte man unbedingt vermeiden, doch es kam noch schlimmer. Einen weiten Ball von Vargas von der eigenen Strafraumgrenze über die viel zu weit aufgerückte Hoffenheimer Hintermannschaft landete bei Hahn, der sich bei einem 50-Meter-Sprint gegen Grillitsch durchsetzte und aus vollem Lauf mit einem Dropkick aus 20 Metern auf 2:0 erhöhte (23.).

 
Kaderabek scheiterte mit einem Kopfball an Augsburgs Keeper Giliewicz
Türenwelt Zimmermann

Erste TSG-Chance nach 39 Minuten

Augsburg verstand es mit einfachen spielerischen Mitteln eine unorganisierte gegnerische Defensive zwei Mal erfolgreich zu überwinden und für eine beruhigende Führung zu sorgen. Die Gastgeber wirkten entschlossener, frischer, bissiger und aggressiver in den Zweikämpfen, während die Hoffenheimer ideenlos, statisch und viel zu durchsichtig nach Lösungen suchten. Bezeichnend, dass die erste Gästechance erst nach 39 Minuten zustande kam, als Ihlas Bebou mit einem Kopfball am FC-Keeper Rafal Gikiewicz scheiterte. Die 2-Tore-Führung zur Pause war für die wachsameren und aufmerksameren Fuggerstädter hochverdient.

Augsburg nur noch im Defensivmodus

Hoeneß reagierte zur zweiten Halbzeit und brachte mit Gacinovic, Vogt und Sessegnon drei frische Kräfte, was sich jedoch auf den weiteren Spielverlauf nicht sonderlich auswirkte. Augsburg zog sich nun völlig zurück und verwaltete die Führung, während die Gäste nach wie vor ideenlos und hilflos anrannten. Erst nach etwas über einer Stunde Spielzeit konnte die TSG für Torgefahr sorgen, als Torhüter Gikiewicz zunächst einen Kopfball von Pavel Kaderabek (62.) und wenig später einen Schuss von Bebou entschärfte (65.). Augsburg verwaltete ohne jegliche Offensivbemühungen die Führung und war nur noch auf Schadensbegrenzung bedacht.

 
Ratloser Blick bei TSG-Coach Hoeneß. Die Kritik am Münchner nimmt nach der dritten Niederlage in Folge wieder zu.

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Traumtor durch Skov

Bis auf ein Traumtor des eingewechselten Skov, der mit einem Wahnsinnshammer den Ball aus 18 Metern unter die Latte in den linken Torwinkel hämmerte (86.) tat sich nichts mehr. Es blieb bei der 13. Saisonniederlage für die Nordbadener, die sich vorwerfen müssen, viel zu wenig Durchschlagskraft gegen die gegnerische Passivität entwickelt zu haben. Das Fazit von Cheftrainer Hoeneß: „Wir haben uns das Spiel und insbesondere die Anfangsphase anders vorgestellt. Es war klar, dass es nach Rückstand schwierig wird. In der Schlussphase wurde es besser, aber im letzten Drittel war es nicht gut genug. Wir haben nichts mehr zugelassen, aber die Effizienz hat heute gefehlt.“

Die nächsten Gegner haben es in sich

Die weiteren April-Gegner mit Leverkusen, Leipzig, Gladbach und Freiburg lassen wenig Hoffnung aufkommen, dass es bei der aktuellen Spielweise der letzten Wochen tabellarisch wieder etwas weiter nach oben geht. Die Kritik an Trainer Hoeneß wird nach der dritten Niederlage in Folge gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte mit Sicherheit zunehmen.

Statistik:

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger (46. Pedersen), Gouweleeuw, Uduokhai, Gumny – Gruezo, Khedira – Caligiuri, Richter (67. Oxford), Vargas (46. Gregoritsch) – Hahn
TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Grillitsch, Richards (74. Belfodil) – Kaderabek, Rudy (46. Gacinovic), Samassekou (46. Vogt), John (46. Sessegnon) – Baumgartner (69. Skov) – Bebou, Rutter
Tore: 1:0 Vargas (8.), 2:0 Hahn (23.) 2:1 Skov (86.)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Zuschauer: erneut Fehlanzeige

Fotos: Kraichgausport (3) und Kraichgaufoto (1)

Weitere Fotos zum Bericht
 
Hoffenheim gastiert bei Lieblingsgegner Augsburg
Gelingt der sechste Auswärtssieg in Folge beim FCA? - Bangen um Kramaric
Donnerstag, 1. April 2021

Acht Spieltage vor Ende einer außergewöhnlichen Bundesligasaison gastiert die TSG Hoffenheim am Samstag um 15.30 Uhr nach der Länderspielpause beim FC Augsburg. Im Duell Tabellendreizehnter gegen Elfter kann sich der Sieger aller Eventualitäten womöglich noch in den Abstiegskampf zu geraten entledigen. Die Kraichgauer befinden sich derzeit mit 30 Punkten im Tabellenniemandsland. Der Rückstand auf den Zehnten Mönchengladbach beträgt sechs Punkte - zum Relegationsplatz, den der 1. FC Köln einnimmt, sind es immerhin sieben Zähler. Während die TSG seit ihrem Aufstieg 2008 bereits ihre 13. Bundesligasaison bestreitet, spielen die Fuggerstädter seit zehn Jahren in der höchsten deutschen Fußballliga. Beide Vereine sind bislang noch nie aus der Bundesliga abgestiegen.

 
Hoffenheims Florian Grillitsch (li.) versucht per Grätsche den Augsburger Fredrik Jensen zu stoppen

Heidelberger

Aufholjagd eher unwahrscheinlich

Eine ähnliche Aufholjagd wie im vergangenen Jahr, als die Blau-Weißen mit 17 Punkten aus den letzten acht Spieltagen vom neunten auf den sechsten Rang vorpreschten und sich somit überraschend noch für die Europa League qualifizierten, ist in der aktuellen Form eher unwahrscheinlich. Den Nordbadenern fehlt unter Trainer Sebastian Hoeneß hierfür der nötige Killerinstinkt und die Konstanz, auch mal einige Spiele in Serie für sich zu entscheiden. Allzu oft konnte man sich trotz spielerischer Überlegenheit und der Mehrzahl an Torchancen nicht belohnen und verschenkte so am Ende wertvolle Punkte, die für eine bessere Tabellenplatzierung vonnöten gewesen wären.

 
Pavel Kaderabek (re.) im Zweikampf mit Augsburgs Florian Niederlechner

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Beeindruckende Bilanz gegen den FCA

Gegen die Augsburger waren die Hoffenheimer in der Vergangenheit äußerst erfolgreich. Gegen keinen aktuellen Bundesligisten ging man bei elf Erfolgen öfters als Sieger vom Platz. Beeindruckend ist auch die Auswärtsbilanz mit zuletzt fünf Siegen in Folge in der Augsburger WWK-Arena. Angesichts der Tatsache, dass die Fuggerstädter nur eines der letzten elf Bundesligaduelle gegen die TSG gewinnen konnten, kann man durchaus von einem Angstgegner Hoffenheim sprechen.

"Solche Spiele muss man gewinnen"

Nach zwölfwöchiger Verletzungspause steht Kevin Akpoguma der TSG wieder zur Verfügung. Der Verteidiger, der zuletzt zwei Härtetests in der Hoffenheimer U 23 erfolgreich absolvierte, hofft nach zuletzt zwei Niederlagen in Stuttgart (0:2) und gegen Mainz (1:2) auf eine Wende. Gegenüber dem kicker sagte der Nationalspieler Nigerias: "Um solche Mannschaften aus deinem direkten Tabellenumfeld hinter dir zu lassen, musst du so ein Spiel gewinnen. Erst dann kann man daran denken, sich mit anderen zu messen".

 
Kramaric verletzte sich beim Länderspiel der Kroaten gegen Zypern am Sprunggelenk

Vorzeitige Rückkehr von Länderspielreise

Wer letztendlich am Samstagnachmittag bei beiden Teams in der Startformation aufläuft, dürfte auch vom Ausgang der Länderspielpause abhängig sein. Während die bayerischen Schwaben nur drei Akteure abstellen mussten, waren bei Gegner Hoffenheim gleich zwölf Profis mit ihren Nationalteams unterwegs. Dabei kehrte vorzeitig Florian Grillitsch an die Elsenz zurück, nachdem der Österreicher aufgrund einer Gelbsperre für das wichtige Heimspiel am gestrigen Mittwochabend gegen Dänemark mit Teamkollege Robert Skov gesperrt war. Der 25-jährige Mittelfeldspieler tat sich schwer, die letzte 1:2-Heimniederlage in der Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 zu verdauen. Ein angefressener und enttäuschter Grillitsch: „Das war richtig schlecht von uns, sicherlich die schlechteste Saisonleistung. Wenn wir so gegen Augsburg spielen, haben wir gar nichts verdient, da brauchen wir auch gar nicht von nach oben schauen reden.“ Grillitsch hat gute Erinnerungen an den kommenden Gegner Augsburg, schließlich traf er beim 3:1-Heimsieg im Hinspiel gleich doppelt. Für die Hoffenheimer war es der erste Dreier nach einer langen zweimonatigen Sieglosserie.

Kramaric verletzte sich bei der Nationalmannschaft

Die TSG bangt um den Einsatz von Torjäger Andrej Kramaric. Der kroatische Vizeweltmeister hat sich während des Länderspiels beim 1:0-Sieg gegen Zypern eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen. In der folgenden Partie der Kroaten am vergangenen Dienstag gegen Malta (3:0) konnte der 29-Jährige daher nicht auflaufen. Kramaric, der in der laufenden Saison bereits 14 Bundesligatreffer erzielte, musste wegen einer Corona-Infektion im Oktober sowie einer Knöchelverletzung vor sechs Wochen bereits zwei Mal eine längere Pause einlegen. Eine weiterer Ausfall wäre für die Kraichgauer im Saisonendspurt besonders schmerzhaft.

Fotos: Kraichgaufoto

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TSG ohne Chance gegen kämpferisch starke und leidenschaftliche Mainzer
Hoffenheim verliert nach enttäuschender Leistung 1:2 gegen Mainz
Sonntag, 21. März 2021

Am 26. Spieltag kassierte die TSG Hoffenheim eine bittere und zugleich verdiente 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05. Während die Kraichgauer bei ihrer bereits sechsten Niederlage im 13. Heimspiel eine enttäuschende Vorstellung boten und acht Spieltage vor Saisonende der Abstand zum Relegationsplatz auf nur noch sieben Punkte schrumpfte, kletterten die wiedererstarkten Rheinhessen aus der direkten Abstiegszone auf Platz 15. Für Hoffenheims Trainer Hoeneß war die Vorstellung seiner Mannschaft „das bislang schlechteste Saisonspiel“.

Turbostart der Mainzer

Die Gäste erwischten einen Traumstart und gingen nach 26 (!) Sekunden durch Glatzel in Führung. Der Stürmer hatte Hoffenheims Richards als letzten Mann den Ball abgejagt und frei vor Torhüter Baumann eiskalt zum 0:1 eingeschoben. Es war gleichzeitig das früheste Hoffenheimer Gegentor in der Bundesliga. Die Anfangsphase hatte es in sich, denn kurz nach dem Führungstreffer hätten erneut Glatzel, der an TSG-Keeper Baumann scheiterte (3.) und anschließend St. Juste, der knapp vorbei köpfte (4.), auf 0:2 erhöhen können. Auf der anderen Seite vergab Bebou die große Ausgleichschance, indem er den Ball nach einer John-Flanke aus kurzer Distanz völlig frei übers Tor schoss (7.). Während die TSG sich schwer tat in die Partie zu finden, erwies sich der Gegner wie erwartet als besonders unangenehm. Die Mainzer störten den Gegner früh beim Spielaufbau, machten geschickt die Räume eng und eroberten sich so immer wieder den Ball.

 
Bebou war gefährlichster Hoffenheimer und erzielte mit seinem 7. Saisontreffer den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich

Ritzhaupt

Baumann verhindert höheren Rückstand

Aus solch einer Gelegenheit bot sich Burkardt die Möglichkeit, auf zwei Tore zu erhöhen, doch er scheiterte am besten Hoffenheimer Baumann, der mit einer Fußabwehr parierte (18.). Die Partie verlor danach etwas von ihrem Anfangsschwung und nahm erst kurz vor der Halbzeitpause wieder an Fahrt auf. Nachdem FSV-Torhüter Zentner einen Schuss von Bebou noch entschärfen konnte (38.), war er eine Minute später machtlos, als der TSG-Stürmer nach herrlichem Pass von Richards frei vor dem Tor ins lange Eck mit seinem 7. Saisontreffer zum 1:1-Ausgleich traf (39.).

Kohr besorgt nach Bebous Ausgleich die erneute Führung

Doch die Mainzer antworteten postwendend: Nach einer kurz ausgeführten Ecke köpfte Kohr eine Boetius-Flanke unbedrängt unhaltbar zur erneuten FSV-Führung in die Maschen (41.). Auch in der zweiten Hälfte waren die Gäste das aktivere, kämpferisch bessere und entschlossenere Team. Die TSG konnte dem nur wenig entgegensetzen und musste sich weiteren Angriffen erwehren. Das Einzige, was man den Gästen ankreiden konnte, was ihre schwache Chancenverwertung.

 
Enttäuschter Blick bei TSG-Trainer Hoeneß. Muss er und seine Mannschaft sich im Saisonendspurt nochmals mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen?

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Mainz lässt hochkarätige Chancen ungenutzt

So versäumten es St. Juste (53., 83.) und der eingewechselte Quaison (75., 81.) das Spiel vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden. Die Hoeneß-Truppe hatte ihre beste Chance in Hälfte 2 bei einem Flugkopfball von Kramaric (54.), der knapp neben das Tor ging. Letztendlich blieb es beim hochverdienten Mainzer Auswärtserfolg, der dem Team von Trainer Svensson weiter Auftrieb geben wird. Die Hoffenheimer hingegen müssen aufpassen, nicht doch noch in den Abstiegskampf zu geraten, da sich der Punktabstand nach hinten immer mehr verringert.

„Schlechte Leistung von uns“

Selbstkritisch analysierten die Hoffenheimer nach dem Abpfiff ihre Leistung: Torschütze Bebou: „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. So kann man ein Spiel in der Bundesliga nicht gewinnen“. Österreichs Nationalspieler Grillitsch: „Für mich ist es unerklärlich, wie wir heute aufgetreten sind. Natürlich hat es Mainz auch gut gemacht, aber von uns war es heute viel zu wenig. Es war ein schlechtes Spiel von uns“. Dessen Landsmann Baumgartner zeigte sich ebenfalls verärgert: „Es beginnt sehr schlecht mit dem Gegentor, aber was mich viel mehr ärgert ist, dass wir nicht die Leistung zeigen, die wir eigentlich draufhaben. Das ist extrem ärgerlich. Wir wussten, dass Mainz extrem hart spielt, dass sie mit den Mitteln, die sie haben, alles reinwerfen. Wir haben den Kampf heute nicht angenommen“.

 
An Baumann hat es nicht gelegen, der TSG-Schlussmann bewahrte sein Team gegen Mainz vor einer höheren Niederlage
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Statistik:

TSG Hoffenheim: Baumann – Vogt, Grillitsch, Richards (76. Rutter) – Kaderabek, Rudy (65. Dabbur), Samassekou (76. Rutter), John (65. Skov) – Baumgartner, Kramaric – Bebou
FSV Mainz 05: Zentner – St. Juste, Bell, Niakhate – da Costa (20. Brosinski), Barreiro, Kohr, Mwene – Boetius (82. Stöger) – Glatzel (64. Quaison), Burkardt (64. Onisiwo)
Tore: 0:1 Glatzel (1.), 1:1 Bebou (39.), 1:2 Kohr (41.)
Schiedsrichter: Marco Fritz
Zuschauer: Fehlanzeige

Richtungsweisende Partie in der Fuggerstadt

Nach der folgenden Länderspielpause gastieren die Nordbadener am Ostersamstag (3. April - 15.30 Uhr) beim um einen Zähler schlechteren FC Augsburg. Mit Blick auf die Tabelle hat diese Partie für beide Mannschaften überraschend an Bedeutung gewonnen.

Fotos: Kraichgaufoto

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